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Zeitgenössische Literatur


Zeitgenössische Literatur 


folgt Ihr diesen Links, gelangt ihr zu meinen Rezensionen der zeitgenössischen Literatur. Respekt vor Bestsellern? Keineswegs. Nicht jeder Hype ist bei mir angekommen. Ich fische Perle aus, die im im großen Literaturteich untergegangen wären. Oft genug findet man die besten Happen bei den kleinen Verlagen. 




Letzte 15 Rezensionen


Sofia trägt immer schwarz von Paolo Cognetti 

Es ist ein wundervoller Roman mit einer außergewöhnlichen Technik, den Paolo Cognetti hier vorgelegt hat, der mich begeistert hat. 10 Kurzgeschichten, die eigentlich alleine stehen könnten, verwoben zu einem Roman, in dessen Mittelpunkt Sofia steht, eine Dreiecksverbindung Vater – Tochter – Mutter, ein Blick in die Spätsiebziger von Norditalien. Aber das ist es nicht allein, denn auch die verschiedenen Perspektiven sind durchdacht gewählt, sie passen sich der Sicht des jeweiligen Erzählers an. Distanziert personal und dicht in der Ich- und Du-Perspektive wechselt die Nähe und die Sprache. Wem »Alles ist möglich« von Elisabeth Strout gefallen hat, wird auch von diesem Roman begeistert sein.

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Mahlstrom von Yael Inokai

Zwei Dramen, miteinander verwoben, eine Mitschuldige und gleichzeitig ein Opfer. Barabara verübt Selbstmord. Nun kochen bei den anderen die alten Geschichten wieder hoch. Kinder sind grausam, sie suchen ihre Opfer. Yael Inokai hat hier einen feinen Dorf-Roman aus der Schweizer Bergwelt vorgelegt, mit dem sie den Schweizer Literaturpreis im letzten Jahr gewonnen hat. Zurecht, meiner Meinung nach.


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Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl

Beziehungsdrama nach Reißbrettmethode: Archetypen, Gut und Böse ist klar definiert, beigemischt Stereotypen, Klischees, Sex. Das Ganze spannend, reißerisch aufgezogen. Nette Unterhaltung, mehr nicht.

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Alles ist möglich von Elisabeth Strout


Es braucht kein großes Ereignis, um einen guten Roman zu schreiben. Das Leben bietet Geschichten genug. Letztendlich ist dieser Roman eine Vernetzung von Kurzgeschichten. Eine Kleinstadt im ländlichen Mittleren Westen, Amgash, Illinois, ist der zentrale fiktive Ort. Menschen, Schicksale, Protagonisten, die sich immer mal wieder kreuzen. Alles ist möglich, wenn man es tut – oder unterlässt, zulässt. Der eine ist mutig, der andere ist ein Zauderer, dem nächsten passiert einfach etwas und wieder ein anderer ist boshaft. Elisabeth Strout hat die Gabe, Menschen zu beobachten, die Essenz der Schicksale zusammenzufassen.

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Die Känguru-Apokryphen von Marc-Uwe Kling


Der merkwürdige Kleinkünstler, der mit einem Känguru in einer WG lebt, ist wieder da ... Als Hörbuch ein besonderer Genuss, da Marc-Uwe Kling selbst spricht. Und ich empfehle, diesen Stoff NICHT in den Öffis zu hören: Man wird unangenehm auffallen. Warnung: Wer während des Autofahrens dies Hörbuch einschaltet, könnte durch Lachanfälle vom Verkehr abgelenkt werden!

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Arminuta von Donatella di Pietrantono


Die Eltern geben sie ab bei den realen Eltern, einfach so, wie man einen Hund im Tierheim abgibt. Die Dreizehnjährige hatte nichts geahnt, noch hat sie gewusst, dass es noch andere Eltern gab, Geschwister. Vom verwöhnten Einzelkind aus der Stadt am Meer zurück in eine ziemlich arme, kinderreiche Familie im Dorf. Wortlos. Sie begreift nichts. Sie muss sich abfinden. Ab sofort ist sie die Arminuta, die Zurückgekommene.

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Mittagsstunde von Dörte Hansen

Ein hochgelobter Roman, der mich leider nicht packen konnte. Der Zerfall des nordfriesischen Dorfs Brinkebüll wird breit skizziert, für mich ohne Tiefgang. Ein dickes Buch, sehr ausladend erzählt, zu ausladend. Mir fehlte die inhaltliche Auseinandersetzung. Mir persönlich ist die Geschichte zu brav, hört an den Stellen auf, die mich interessiert hätten.


Jahre später von Angelika Klüssendorf

Ein berührender Stoff über eine toxische Beziehung, glasklar, komprimiert geschrieben, eine große Kunst. Einfach lesen! Der 3. Band um die Protagonistin April, ein autobiografischer Roman. »Ein Meisterwerk«, so die Jury des Deutschen Buchpreises 2014 über Angelika Klüssendorfs »April« – der Roman stand auf der Longlist und mit diesem Folgeroman »Jahre später« war sie ebenfalls für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert.

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Gun Love von Jennifer Clement

Zum Ende des Jahres ein Leseschmaus, ein Roman, der in Sprache und Inhalt berührt. Poetisch, gleichzeitig beinhart in der Sprache. Pearl lebt in einem Auto: Das Kinderzimmer ist die vordere Sitzreihe, das Zimmer der Mutter die Rückbank eines Mercury Topaz Automatic, sie wohnen in der letzten Ecke eines Trailerparks im Süden von Florida in Purnam County. Das Leben ist einfach, aber sie sind glücklich. Doch dann taucht eines Tages Eli auf, der Freund von dem zwielichtigen Pastor Rex. Das Leben verändert sich nun schlagartig für Pearl.

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Mit der Faust in die Welt schlagen von Lukas Rietzschel




Ein Heimatroman aus dem Osten, einer verloren Heimat, einer verlorenen Identität, sterbende Dörfer in der Lausitz, Frust, Alkohol, Gewalt, Radikalisierung der ostdeutschen Jugend. 



Nenn mich November von Kathrin Gerolf

Ein Roman, den man gleich drei Mal hintereinanderlesen will und immer noch nicht genug hat. Hier sitzt jeder Satz, jede Einstellung. Ein atmosphärischer Roman, nennen wir ihn Heimatroman, der bei mir unter den 10 besten Büchern dieses Jahres landet. Die Geschichte ist wundervoll geschrieben, sprachlich perfekt. Marthe und David, Anfang fünfzig, ist die Firma abgekracht, sie gehen in die Privatinsolvenz. Berlin ist teuer, ihre Wohnung können sie sich nicht mehr leisten, guter Rat ist teuer. Wie gut, dass David kürzlich irgendwo in der tiefsten ostdeutschen Maiswüste ein Haus von seiner Tante geerbt hat. Landleben, Dorfgemeinschaft ... doch in diesem Dorf ist alles tot, lebendig begraben.

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Sarab von Raja Alem

Ein eindrucksvoller Roman, der sich auf ein historisches Ereignis von 1979 stützt, man bezeichnet diesen Aufstand als die Geburtsstunde der Al Kaida. Sarab, in Männerkleidern, nimmt an dem legendären Aufstand in der Heiligen Moschee in Mekka teil, kämpft und rettet einen französischen Elitesoldaten, nimmt ihn gefangen. Warum nur, fragt sie sich. Die beiden sind eingesperrt in ein Kinderzimmer, ergießen Hass und Spott über den anderen …


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Neujahr von Juli Zeh

Henning strampelt auf seinem Fahrrad den Berg hinauf, »Es« im Gepäck, die Panikattacken lassen ihn selbst im Urlaub nicht in Ruhe. Die Muskeln krampfen, die Lunge brennt, der Körper verlangt nach Flüssigkeit. Er tritt in die Pedale, die Wut über sein Leben beschäftigt ihn. Und plötzlich kommen die Erinnerungen aus der Kindheit hoch: Die Finca, der Berg, die bemalten Steine. War er schon einmal an diesem Ort?

Eine gewöhnliche Familie von Sylvie Schenk


Céline wohnt in Frankfurt, man nennt sie in der Familie die Deutsche, denn sie stammt aus Frankreich. Heute kehrt sie zurück in die Vogesen, um Onkel und Tante zu beerdigen. Die Familie trifft zusammen. Céline, die Intellektuelle, ihre drei Geschwister, Aline die Schöne, Pauline die Lustige und Philippe der Sportliche (die Cardin-Geschwister, vom Vater mit Spitznamen bedacht), die boshafte alte Tante Catherine, die Schwester von Tante Tamara, ein Wirbelwind, genannt flotte Kati, mit ihrem faden Sohn, dem pensionierten Wirtschaftsanwalt – die andere Seite, die reichen Lyoner.

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Keiner Menschenseele kann man noch trauen von Flannery O´Connor

Flannery O´Connor war zu Lebzeiten eine bekannte Schriftstellerin in den USA. Sie starb mit 39
Jahren viel zu früh an einer Immunkrankheit. Die Erzählungen stammen aus verschiedenen Kurzgeschichtenbänden aus den Jahren 1948 bis 1955 und Flannery O´Connor leuchtet den Süden aus einer ganz anderen Perspektive aus. Bitterböse, hinterhältig zeigt sie die Hillbillies, obendrein rassistisch, baptistisch und borniert. Im Stil von T.C. Boyle – aber wesentlich bissiger kommen ihre Geschichten daher. Im Nachwort finden wir auch eine Begründung, warum das N-Wort bei der Übersetzung stehenblieb – es war schon damals anstößig und genau so gemeint.


Romane von A-Z
B
Aluta von Adwoa Badoe (ab 16 - Allage)
D

E
K
L
M
Die Hauptstadt von Robert Menasse
N
O
P
R
T
V
W
Y
Die Hummerkönige von Alexi Zentner


Du bist an einem bestimmten Genre interessiert? Dann findest du hier die richtige Seite in meinem Blog


Krimis und Thriller


Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.

Krinis und Thriller



Historische Romane

Im Prinzip bin ich an aller historischer Literatur interessiert. Manche Leute behaupten ja, historisch seien Bücher erst ab Mittelalter.  Historisch - das Wort besagt es ja: alles ab gestern - aber nur was von historischem Wert ist. Was findet ihr bei mir nicht: Schmonzetten in mittelalterlichen Gewändern. Das mag ganz nett sein, hat für mich jedoch keine historische Relevanz.

Historische Romane


Sachbücher


Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.

 Sachbücher


Kreative, künstlerische Seite

Auf dieser Seite stelle ich euch Bücher vor, die im weitesten Sinn mit Kreativität zu tun haben. Was  Kunst, Schreiben und Kochen wird sicherlich der Hauptschwerpunkt sein – diese Seite ist noch recht neu.
habt ihr zu erwarten?

Kreative, künstlerische Seite



Fantasy, Fantastic


Hier bin ich leider in letzter Zeit etwas ratlos. In dieser Rubrik wird wenig auftauchen. Leider habe ich das Gefühl, dass hier keine neuen Ideen kommen. Ich mag nicht immer wieder das gleiche Buch in Abwandlung lesen ... Aber auch hier lasse ich mich gern überraschen. Meist findet man unter den Dystopien und im Bereich Fantastic doch mal was Neues.

Fantasy


Kinder- und Jugendliteratur


Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! 

Kinder- und Jugendliteratur









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Ich versuche nun chronologisch (im Buch springt es hin und her) dem Roman gerecht zu werden. Großvater Aleksandars Familie war aus dem jüdisch-ukrainischen ins Kaiserreich Österreich-Ungarn geflohen. Das Gebiet gehörte nach 1945 zu Titos Jugoslawien. Aleksandar wird innerhalb Jugoslawiens als Forstverwalter abkommandiert, baut ein Haus nahe dem Arbeitsplatz in Nord-Istrien zur slowenisch-kroatischen Grenze in einem Dorf, das bis 1945 italienisch war. 1991 erklärt sich Slowenien zum unabhängigen Staa…

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