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Zeitgenössische Literatur


Zeitgenössische Literatur 

folgt Ihr diesen Links, gelangt ihr zu meinen Rezensionen der zeitgenössischen Literatur. Respekt vor Bestsellern? Keineswegs. Nicht jeder Hype ist bei mir angekommen. Ich fische gern Perlen heraus, die im im großen Literaturteich untergegangen wären. Oft genug findet man die besten Happen bei den kleinen Verlagen. 




Die letzten 15 Rezensionen 

Zeitgenössische Literatur

Hitze von Victor Jestin  

Ein starker erster Satz, ein starker Einstieg! Der 17-jährige Léonard, betrunken von einer Strandparty in den frühen Morgenstunden, auf einem Campingplatz in Frankreich am Atlantik, schaut einem Jugendlichen zu, der sich absichtlich an einer Kinderschaukel stranguliert. Schuldgefühle, nur noch ein Tag – für Léonard, den unscheinbaren Außenseiter, ein schrecklicher Urlaub. Party feiern, schwitzen in der Sonne, Mädchen aufreißen, die Trophäen an Land ziehen und sich brüsten … Campingplatzspießigkeit pur.
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Am Tag davor von Sorj Chalandon   

Liévin, dieser Tag wird die Stadt verändern: Am 27. Dezember 1974 kommen durch eine Wetter-Explosion in der Zeche Saint-Amé 42 Bergmänner aufgrund eines fatalen Fehlers der Werksleitung ums Leben. - so die historische Vorlage des Romans. Joseph, der Bruder von Michel ist tot und ein Jahr später begeht der Vater Selbstmord. Michel schwört Rache. Nach 40 Jahren ist die Zeit reif, 40 Jahre hatte Michel in seiner Garage das ganze Material zum Grubenunglück gesammelt, seine Freizeit hier verbracht: seine Heimat, seine Familie, die Kumpel, das Unglück. – Der Tag der Abrechnung ist gekommen. Französische Literatur über das Bergmannsleben und eine Bergwerkskatastrophe, eine Geschichte über Schuld und Sühne mit einer überraschenden Wendung.
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Für immer die Alpen von Benjamin Quaderer  

Er ist Staatsfeind Nummer 1 im kleinsten Staat der Erde, im Fürstentum Liechtenstein. Johann Kaiser, Sohn eines Fotografen und einer Spanierin, Weltenbummler, Meister der Manipulation. Er lebt heute unter falschem Namen an einem unbekannten Ort. Er verkaufte gestohlene Kundendaten einer großen Bank an den deutschen Staat. Ein Schelmenroman, die Lebensbeichte eines Hochstaplers – und so völlig anders geschrieben als alles was man kennt. Angelehnt an Heinrich Kieber, der durch Datendiebstahl Steuerhinterzieher aus Deutschland an den Staat verkaufte. – Hochgelobt von vielen Lesern. Humorvoll, streckenweise spannend konnte mich das Buch nie so richtig packen, so chaotisch und verschachtelt wie das es aufgebaut ist. Nicht schlecht, beileibe nicht, aber unter die Haut ging mir dieser Roman nicht.
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Das Haus am Rand der Welt von Henry Beston   

Ein Mann, ein Jahr, ein Haus auf Cape Cod, an der Ostküste der USA – der Klassiker des Nature Writing von 1926 ist erstmals auf Deutsch erhältlich. Henry Beston bezieht ein kleines Holzhaus am Meer, das er sich im Jahr zuvor hat bauen lassen, um dort seinen Urlaub zu verbringen. Geplant waren zwei Wochen, doch er bleibt ein ganzes Jahr. In diesem Jahr beschreibt er in seinen Erzählungen die Natur mit allen Sinnen: Farben, Gerüchen, Geräuschen, den Himmel, das Meer, Strand und Sand, Dünen, die sich jeden Tag verändern, den Rhythmus der Gezeiten, Wetterformationen. Naturbeschreibung der Extraklasse!
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Das zarte Bellen langer Nächte von Ilinca Florian   

Eine Autorin, die mit ihrem ersten Roman sehr positiv aufgefallen war – meine Erwartung an dieses Buch war hochgesteckt. Eine Geschichte, die anfangs packt, Lust auf mehr macht, doch Seite für Seite abflacht, langweilig wird. Hannah zappt belanglos durch ihr Leben und die Autorin zappt von Baustelle zu Baustelle, ziemlich klischeehaft, obendrein recht trocken, distanziert, nicht Skurriles vorhanden, Berliner Dialekt ohne Charme und Humor. Vielleicht war das die Message: Nichts los hier, außer Rave.
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Quasi von Sara Mesa 

Von außen ist das Versteck zwischen Büschen und Bäumen nicht zu sehen. Hier hockt eine Schulschwänzerin, verbringt den Tag. Plötzlich steht ein Mann vor ihr – sie nennt ihn den Alten – er mag Anfang 50 sein – er ist ziemlich distanzlos. Zuerst ist das Mädchen erschrocken und zeigt sich reserviert, man spricht nicht mit fremden Männern … Am nächsten Tag kommt er wieder, erzählt Quasi etwas über die Vögel aus der Region und spielt ihr Musik von Nina Simone vor. Zunächst fühlt sich das Mädchen ihn ihrem persönlichen Versteck gestört – ihr Wohnzimmer – doch dann gefällt ihr die Gesellschaft. Ein feiner Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft:
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Drei von Dror Mishani   

Es ist schwer, diesen israelischen Roman zu rezensieren, ohne das zu verraten, was ihn ausmacht. Daher hier nur Andeutungen. Frei Frauenprofile – drei völlig verschiedene Charaktere. Alle drei sind misstrauisch, stehen unter starker Anspannung und sind auf der Suche nach etwas. Drei Frauen, so normal wie so ziemlich jeder in der Gesellschaft. Alle drei kommen gerade so über die Runden und führen ein anstrengendes Leben. Was zuerst nicht so erscheint, entpuppt sich als literarische Crime-Story. Ich bin begeistert von diesem Roman. Der Autor tastet sich langsam heran an die Dinge, die im Verlauf geschehen werden.
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Stilübungen von  Raymond Queneau   

Zum Welttag des Buches hier wichtiger Band zum Thema Schreiben. Was macht Schreiben aus? Ein völlig banales Alltagsereignis in 99 Stilformen geschrieben – der französische Schriftsteller Raymond Queneau (1903–1976) war ein Sprachtalent. Er schafft es, aus einer banalen Information 99 verschiedene Texte zu entwerfen, ein Werk, das 1947 unter dem Titel «Exercises de Style» in Paris erschien. Das ist nicht nur genial-amüsant zu lesen, sondern auch eine gute Übung, um mit Sprache zu spielen. Irgendeine banale Beobachtung wiedergeben – immer wieder aufs Neue – immer wieder mittels eines anderen Stils. Ein Buch, das in keinem publizistischen Haushalt fehlen sollte.
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Long Bright River von Liz Moore   

Liz Moore hat hier einen starken Gesellschaftsroman vorgelegt, eine Familiengeschichte eingebunden, ein leiser Thriller. Eine Gesellschaft von Arbeitslosigkeit, Armut und Drogenmissbrauch geprägt. Zwei Schwestern, Mickey, eine Streifenpolizistin, die andere, Kacey, eine drogenabhängige Prostituierte. Jemand hat es auf die Huren abgesehen, immer wieder wird eine tot aufgefunden – und dann ist Kacey verschwunden … Ein fein gezeichnetes Bild von Philadelphias Schmuddelecke, ein leiser Thriller.
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Zusammen sind wir unbesiegbar von Peter Balko   

Der tschechische Autor hat hier eine ungeheuer sympathische Schelmengeschichte über eine ungleiche Jungenfreundschaft an der ungarisch-slowakischen Grenze als Debüt vorgelegt. Wahres und Fiktives vermischen sich unmerklich, poetisch, geistvoll, verspielt und witzig; eine Sprache, die hineinzieht in die Dorfwelt.
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Als der Kaiser ein Gott war von Julie Otsuka
Die Begebenheit, die hier zugrunde liegt, ist schnell erzählt, ein schwarzes Kapitel der US-Amerikanischen Geschichte, das die japanischstämmige Autorin hier prägnant zusammengefasst hat: 1942 lagen die Amerikaner mit Japan im Krieg, der Zweite Weltkrieg – Pearl Harbor wurde angegriffen. So beschloss die amerikanische Regierung, dass alle japanischstämmigen Bürger an der Pazifikküste ein Sicherheitsrisiko für die USA darstellen würden. Ca. 120 000 Menschen wurden deportiert und in Internierungslager gesteckt – von einem Tag auf den anderen. Distanziert, asketisch, reduziert, auf den Punkt bringend – ein Roman, an dem man nicht vorbeigehen sollte. Die Aussagekraft ist heute genauso aktuell wie damals!
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Maschinen wie ich von Ian McEwan  

Ein Man und eine Frau – und ... ein Androide, KI, künstliche Intelligenz. Eine Dreiecksgeschichte, die zwischen menschlicher Moral und mathematischer Logik hin und herspringt. Adam, der Android, ist mit Gesetzen und Ethik gefüttert, die er konsequent anwendet. Er kennt keine Grauzonen. Was liegt höher, Gesetz und Ordnung oder Liebe? Welche Konsequenzen hat es, wenn immer nur logisch gehandelt wird – rücksichtslos, ohne Vorausschau. Was überhaupt ist Moral? Wo fängt sie an, wo hört sie auf? Ian McEwan ist ein kluger Autor mit viel Humor, was er uns in all seinen Büchern bewiesen hat. Ein Dreipersonenstück – oder zwei plus Maschine?
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Luna Luna von Maren Kames  

Was ist das für ein Buch? Man könnte sagen, ein langes Gedicht. Das wäre nicht treffend, ein Poetry Slam ist es auf jeden Fall. Und wenn man ein Gefühl für den Text bekommen möchte, muss man sich Zeit lassen, in Ruhe lesen, am besten 3-5 Mal. Maren Kames hat hier einen besonderen Text geschaffen. Düster, schwarz – trotz «pink,  pink, pink, pink, pink moon», depressiv bis mitten ins Herz, Prosa aus dem Bauch heraus – aber geschliffen in der Abfassung. Das Buch steht auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020.
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Ich werde das Land durchwandern, das Du bist von Corinna Bille und Maurice Chappaz   
Corinna Bille und Maurice Chappaz waren ein Schweizer Liebespaar aus dem Wallis (wohl das unkonventionellste Schriftstellerpaar dieses Landes), Eltern von drei Kindern. Ein Paar, das immer auf Reisen war, häufig separat. Lis Künzli hat ca. ein Drittel des Briefaustausches des Paars herausgesucht und aus dem Französischen übersetzt. Ein Briefwechsel, den ich nicht in einem Zug gelesen habe, da es sehr persönlich ist. Alles in allem ein interessantes Buch mit vielen wundervollen Passagen. Historisch relevant lediglich ein wenig gesellschaftlich, weil Geschichtsträchtiges nicht erwähnt wird. Ein Band für bibliophile und Freunde von Brief-Dokumenten der Literatur.
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Die Einsamkeit der Seevögel von Gøhril Gabrielsen  
Eine Wissenschaftlerin reist mitten im Winter für mehrere Monate nach Finnmark, dem äußersten Zipfel Norwegens. Die Icherzählerin betreut dort eine Station am Vogelfelsen, die das Klima und dessen Zusammenhang mit dem Schwinden der Zugvögelpopulationen untersucht. Abgeschnitten in der Einsamkeit bleiben ihr nur die wenigen Gespräche mit ihrem Freund Jo zu vereinbarten Zeiten. Atmosphärisch, Sprachlich ziemlich gut gemacht, der Roman kippt die Sprache mit dem inneren Bruch der Protagonistin.
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A

D
E
Ich bin Circe von Madeline Miller
Schuldig von Kanae Minato
Drei von Dror Mishani
Von Vögeln und Menschen von Margriet de Moor
Long Bright River von Liz Moore
Die Herkunft der anderen – über Rasse, Rassismus und Literatur von Toni Morrison
N
P
T
W
Y
Die Hummerkönige von Alexi Zentner
Die Nachkommende von Ivna Žic
Mobbing Dick von Tom Zürcher


Du bist an einem bestimmten Genre interessiert? Dann findest du hier die richtige Seite in meinem Blog


Krimis und Thriller


Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller



Historische Romane

Im Prinzip bin ich an aller historischer Literatur interessiert. Manche Leute behaupten ja, historisch seien Bücher erst ab Mittelalter.  Historisch - das Wort besagt es ja: alles ab gestern - aber nur was von historischem Wert ist. Was findet ihr bei mir nicht: Schmonzetten in mittelalterlichen Gewändern. Das mag ganz nett sein, hat für mich jedoch keine historische Relevanz.
Historische Romane


Sachbücher

Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.
Sachbücher


Kreative, künstlerische Seite

Auf dieser Seite stelle ich euch Bücher vor, die im weitesten Sinn mit Kreativität zu tun haben. Was  Kunst, Schreiben und Kochen wird sicherlich der Hauptschwerpunkt sein – diese Seite ist noch recht neu.
habt ihr zu erwarten?
Kreative, künstlerische Seite


Fantasy, Fantastic

Hier bin ich leider in letzter Zeit etwas ratlos. In dieser Rubrik wird wenig auftauchen. Leider habe ich das Gefühl, dass hier keine neuen Ideen kommen. Ich mag nicht immer wieder das gleiche Buch in Abwandlung lesen ... Aber auch hier lasse ich mich gern überraschen. Meist findet man unter den Dystopien und im Bereich Fantastic doch mal was Neues.
Fantasy

Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! 
Kinder- und Jugendliteratur

Das besonder Buch zum Verschenken

Leseverrückte freuen sich fast über jedes Buch. Aber manchmal möchte man nicht einfach ein Buch schenken, sondern jemanden eine besondere Freude machen: Der Mutter, der/dem Liebsten, dem Biertrinker, dem Reiseverrückten, dem Kunstkenner, dem Koch und / oder Genießer der guten Küche. Manchmal soll es mehr als schlicht ein Buch sein ... einfach mal reinschauen!   









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