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Zeitgenössische Literatur


Zeitgenössische Literatur 

Ihr seid diesen Links, gelangt damit zu meinen Rezensionen der zeitgenössischen Literatur. Respekt vor Bestsellern? Keineswegs. Nicht jeder Hype ist bei mir angekommen. Ich fische gern Perlen heraus, die im im großen Literaturteich untergegangen wären. Oft genug findet man die besten Happen bei den kleinen Verlagen. Natürlich gibt es auch hier Bestseller zu finden.




Die letzten 15 Rezensionen 


Zeitgenössische Literatur

Oberkampf von Hilmar Klute

Die langjährige Beziehung im Eimer, die Vermittlungsagentur pleite, so schließt Jonas Becker sein Leben in Berlin ab. Voll Enthusiasmus zieht er nach Paris, um seinen einstigen Traum vom Leben als Schriftsteller zu verwirklichen. Jonas soll ein Buch über einen Autoren schreiben, man stellt man ihm das kleine Verlags-Appartement in der Rue Oberkampf zur Verfügung. Kaum in Paris angekommen, erlebt Jonas am ersten Morgen das Desaster: 7. Januar 2015 - Attentat auf Charlie Hebdo. Seine Tage verbringt Jonas mit dem Autor, nachts trifft er sich mit der jungen Christine. Eine Selbstverwirklichung, die nicht so verläuft, wie er gehofft hatte. Literarisch gesehen ein ziemlich gutes Buch, inhaltlich fand ich es ein wenig langweilig.

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Der Schiffskoch von Mathijs Deen

Ein bemanntes Feuerschiff, auf engsten Raum zusammengedrängt, doch jeder ist hier für sich allein, jeder hat seine Gründe, hier gelandet zu sein. Zu den Mahlzeiten kommt man zusammen, genießt die Geselligkeit, doch dann zieht es die Einzelgänger in ihre persönlichen Rückzugsorte. Ein Böckchen, das alles durcheinanderwirbelt, ein Unwetter, das alles verschluckt, ein Koch im langen Delirium der Malariaanfälle. Eine nette Novelle, humorig, aber gleichzeitig mit Tiefgang. Eine feine Lektüre für Meeresfreunde, Schiffsliebe, gegen Meersucht.

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Revanche von Claire Beyer

Alles beginnt mitten im Ersten Weltkrieg – eine kleine Liebesgeschichte zwischen einer Französin und einem jungen deutschen Soldaten, der als Meldereiter eingesetzt ist. Eine Familiengeschichte über drei Generationen, in 191 Seiten in knappen Puzzleteilen zusammengesetzt, nur das Elixier zusammengetragen: Der Soldat, seine zwei Söhne, die drei Söhne des einen; drei Männer herausgenommen, drei Generationen. Sprachlich hat mich das Buch beeindruckt. Jeder Satz ist auf den Punkt gebracht, sprachlich ausgefeilt. Die Seiten fliegen nur so dahin, ein warmes Gefühl breitet sich beim Leser aus. Spannend und unterhaltsam ist die Geschichte allemal.

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Meine dunkle Vanessa von Kate Elizabeth Russell

Vanessa, heute über 30 Jahre alt, erinnert sich: Mit 15 kehrt sie im zweiten Jahr ins Internat zurück, sie ist eine Einzelgängerin, hat keine Freunde, und sie liebt Literatur. Ihr neuer Englischlehrer, Jacob Strane, schenkt ihr Aufmerksamkeit. Er lobt ihren Fleiß, ihre Arbeiten und sogar ihr hübsches Kleid. Ein kurzer Griff auf ihr nacktes Knie, Blicke, schöne Worte, er gibt ihr erotische Bücher zu lesen, wie Lolita. Der Lehrer, 27 Jahre älter, hat sie am Haken. Er lässt sie glauben, dass sie ihn verführt. Die Schülerin Taylor hat ihren Missbrauch veröffentlicht, bittet es Vanessa, es ihr gleich zu tun, damit Strane keine neuen Opfer mehr finden kann. Ein wichtiger Roman, dies zu thematisieren, mit all dem Leid des Opfers.

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Gestapelte Frauen von Patrícia Melo

Eine junge Anwältin aus São Paulo nimmt eine Stelle im entlegenen Cruzeiro do Sul an, einer Urwaldprovinz, wo sie als Beobachterin an Gerichtsverhandlungen teilnimmt – Prozessen zu brutalen Frauenmorden. Sie arbeitet für eine Organisation, die den juristischen Umgang mit Femziden dokumentiert und anprangert, ein Buch herausbringen will – denn alle Täter kommen frei, werden nie verurteilt – die Frauen sind selbst schuld. Der Roman ist harte Kost! Das auf zwei Ebenen: Die Fälle an sich gehen tief unter die Haut – aber was viel schlimmer ist: Hier ist nichts fiktiv, der Femizid ist tagtägliche Realität! Misogynie ist existent - Frauenrechte fehlen.

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Streulicht von Deniz Ohde

Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminiumbleche beizt. Hier ist die namenlose Ich-Erzählerin aufgewachsen, im Westen von Frankfurt, irgendwo zwischen Flughafen und Industriepark Höchst wohnt die Familie in einer Mietwohnung. Die türkischstämmige Mutter hat es gelernt, still und anpassungsfähig zu sein, rät der Tochter, es ihr gleichzutun. Einen Ansporn für die guten Schulleistungen gibt es nicht. Auch in der Schule bekommt sie kaum Unterstützung von den Lehrern – man fragt sich eher, was so eine auf dem Gymnasium will. Jeder Satz dieses Bildungsromans ist geschliffen, ein Vergnügen für den Lesenden. Nicht umsonst stand dieser Roman auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

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Einmal in Sizilien von Leonardo Sciascia

Wer Sizilien kennenlernen möchte, wer seinen Zauber ebenso wie seine dunkle Geschichte verstehen will, muss Leonardo Sciascia lesen, den man das literarische Gewissen Siziliens nennt. Zum 100. Geburtstag des bekanntesten und wichtigsten Autors der Insel muss man an ihn erinnern, denn er verbindet seine Liebe, wie ebenso die kritische Betrachtung von Land und Leuten in seinen Romanen, die auf Sizilien spielen: brutale Gutsherren, Standespersonen, die sich immer wieder neue Abgaben einfallen lassen, um die Bauern auszupressen, ausgebeutete Arbeiter in den Schwefel- und Salzminen, der habgierige Adel, die Armut von Kindern, die um die Schulspeisung betteln, über Faschismus und den Einfluss der Mafia.

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Antonia von Gabriella Zalapì

Gabriella Zalapì ist mit dieser Novelle in Tagebuchform ein kleines Meisterwerk gelungen. Ein keines Buch mit gewaltiger Kraft. Kurze Einträge, Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, reduziert auf den Punkt gebracht. Antonia hat früh geheiratet, dachte damals, sie wäre verliebt gewesen – doch sie landet in einem goldenen Käfig. Tagebucheinträge von Februar 1965 bis November 1966, kurze Einträge, die sprachlich brillant alles auf den Punkt bringen, kurz, prägnant, geschliffen. Ein Frauenbild der besseren Gesellschaft aus dieser Zeit, erschütternd – ein Aufbruch. Absolute Leseempfehlung!

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Das Flüstern der Bäume von Michael Christie

Mit hohen Erwartungen die Familiensaga begonnen und ziemlich schnell mit dem holzigen Stil des  Autors in Konflikt geraten. So könnte man unsere erste Begegnung bezeichnen. Der Stil wird nicht besser, inklusive der Metaphern, die etwas für die Witzsammlung sind. Immer wieder tauchen Passagen auf, die mir nicht gefielen, holzig, pathetisch und Szenen, die wie eine Kaugummiblase aufgeblasen wurden. Wenn wir schon bei aufgeblasen sind – das ist die ganze hanebüchene Geschichte. Eine Familiengeschichte über vier Generationen, die in ein Waldstück verwoben sind. Der Nachwuchs im Baum zeigt sich durch den äußersten Ring im Querschnitt. Und so beginnt die Geschichte bei der Jüngsten und rückt Generation für Generation nach hinten.


Federn lassen von Regina Dürig

Dieses Buch ist ungewöhnlich – es ist eine Novelle – aber die Form ist außergewöhnlich. Ein stark reduzierter Text, aufs Wesentliche verdichtet, zwischen die Zeilen in Leerstellen das Unsagbare versteckt oder ganz unverhohlen offeriert. Eine Menge Übergriffigkeit – auch seitens der Eltern gegenüber Kindern, Übergriffigkeit von Männern bis hin zu maßlosen Grenzüberschreitungen. Schon die Buchform ist ungewöhnlich: ein langes, schlankes Format. Auch ungewöhnlich gut!

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Wir saßen auf der Wolke und ließen die Beine baumeln von Kurt Tucholsky 

Kurt Tucholsky schaut hier in kleinen Essays auf die Welt hinunter, auf einer Wolke sitzend mit einem Gesprächspartner. Ein distanzierter klarer Blick aus der Ferne. Man könnte es als Auszeit aus der Welt betrachten, sich zurücknehmen und resümieren. Natürlich sind die Texte mit dem typisch satirischen Blickwinkel des Publizisten unterlegt. In den 1920ern widmete er sich in 20 tiefsinnigen wie amüsanten Erzählungen, die in der Zeitschrift «Weltbühne» als Kolumnen erschienen.

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Die verschwindende Hälfte von Brit Bennett

In Louisiana ist der kleine (fiktive) Ort Mallard entstanden. Alle Bewohner sind negroid, aber man achtet auf sich, jede Generation wird hellhäutiger – ein ungeschriebenes Gesetz. In den 1950-ern werden hier die Zwillinge Stella und Desiree geboren, die so weiß sind, dass sie selbst bei den Weißen als Weiß durchgehen. Die beiden Mädchen sehen ihre Zukunft nicht in der Kleinstadt, sie hauen einfach ab nach New Orleans. Doch eines Tages stellt Desiree fest, ihre Schwester ist verschwunden. Stella hat die Tür zu ihrem alten Leben hinter sich zugeschlagen, heiratet einen wohlhabenden weißen Mann, bekommt ein weißes Kind. Desiree sucht nach ihr, aber die Schwester ist unauffindbar. Und eines Tages taucht Desiree wieder in Mallard auf – mit einem pechschwarzen Kind. Ein feiner Roman zum Thema Identitätsfindung und Rassismus.

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Tausend Monde von Sebastian Barry 

Vor zwei Jahren erschien der in deutsche Sprache übersetzte Roman «Tage ohne Ende», der sich mit dem Sezessionskrieg beschäftigt, und ich war ich begeistert. Dieses Buch schließt an diesen Roman an. Dies ist die Geschichte der indigenen Winona, die in Tennessee, USA, nahe der Kleinstadt Paris lebt, die Nachwehen des Bürgerkriegs beuteln das Land. Sie ist um die siebzehn Jahre alt, sie ist intelligent, kann lesen und schreiben, besonders gut rechnen und sie beherrscht die Buchhaltung, die sie in der Stadt für einen Anwalt erledigt. Ein polnischer Einwanderer, Jas Jonski, ist in sie verliebt, will sie sogar heiraten. Kann man ihm trauen? Doch dann passiert ein schreckliches Ereignis ... 

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Die Schmuggler von Josep Pla

Als die die «Mestral» im Hafen von Cadaqués, im spanischen Teil von Katalonien, anleget, erkennt der Icherzähler, ein Schriftsteller, sein Boot sofort wieder. Er hatte es damals in Auftrag gegeben, war damit gereist. Die Fischer Baldiri Cremat und Pau Saldet laden ihn ein, ihnen auf ihrer Fahrt nach Cap Leucate im französischen Teil Kataloniens Gesellschaft zu leisten. Und natürlich ist dem Mann gleich klar, dass es sich weder um Fischfang, noch um eine Vergnügungsfahrt handelt. Loslassen und ins Nichtstun versinken. Eine Empfehlung für Freunde der guten Literatur und Reiseliteratur.

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Die Rezepte meines Vaters von Jacky Durand

Als Henri, ein bekannter Koch, im Sterben liegt, sitzt sein Sohn Julien viele Stunden am Sterbebett und erinnert sich an seine Kindheit im «Le Relais Fleuri», ein Bistro im Osten Frankreichs. Vater und Sohn waren sehr miteinander verbunden. Der kleine Henri schaut zu, wie der Vater und sein Freund Lucien, ein Kamerad aus dem Algerienkrieg, in der Küche die Gerichte vor- und zubereiten. Typisch französische Literatur, die mit so wenig auskommt, um große Dramaturgie zu schaffen. Am Ende gibt es obendrauf ein paar Rezepte. Ein Familienroman, aber auch ein Entwicklungsroman, mit erzählerischer Kraft, eine literarisch-kulinarische Köstlichkeit!


Divers

D
E
Schatten der Welt von Andreas Izquierdo
L
Ich bin Circe von Madeline Miller
Schuldig von Kanae Minato
Drei von Dror Mishani
Von Vögeln und Menschen von Margriet de Moor
Long Bright River von Liz Moore
Die Herkunft der anderen – über Rasse, Rassismus und Literatur von Toni Morrison
N
P
T
W
Y
Die Hummerkönige von Alexi Zentner
Die Nachkommende von Ivna Žic
Mobbing Dick von Tom Zürcher

Du bist an einem bestimmten Genre interessiert? Dann findest du hier die richtige Seite in meinem Blog


Krimis und Thriller

Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller

Historische Romane

Im Prinzip bin ich an aller historischer Literatur interessiert. Manche Leute behaupten ja, historisch seien Bücher erst ab Mittelalter.  Historisch - das Wort besagt es ja: alles ab gestern - aber nur was von historischem Wert ist. Was findet ihr bei mir nicht? Schmonzetten in mittelalterlichen Gewändern. Das mag ganz nett sein, hat für mich jedoch keine historische Relevanz.
Historische Romane

Sachbücher

Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.
Sachbücher


Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur


Kulinarische Bücher 

Kochbücher, Backbücher und alles rund um Lebensmittel findet sich kompakt auf dieser Seite. Auch   Genussromane, soweit ich welche lese. Schleckermäulchen also hierher klicken:


Kreative, künstlerische Seite

Auf dieser Seite stelle ich euch Bücher vor, die im weitesten Sinn mit Kreativität zu tun haben. Kunst und Kochen, das Schreiben hat eine eigene Seite erhalten.
Kreative, künstlerische Seite


Über das Schreiben   

Auf dieser Seite findet ihr Bücher, die sich mit dem Schreiben, der Literatur und Themen für die schreibende Zunft beschäftigen.
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Hier bin ich leider in letzter Zeit etwas ratlos. In dieser Rubrik wird wenig auftauchen. Leider habe ich das Gefühl, dass hier keine neuen Ideen kommen. Ich mag nicht immer wieder das gleiche Buch in Abwandlung lesen ... Aber auch hier lasse ich mich gern überraschen. Meist findet man unter den Dystopien doch mal was Neues.
Fantasy


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