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Die letzten Rezensionen und Interviews






Liebe Leser,

hier ist ein Blog entstanden, der sich mit Literatur befasst. Alle Interviews und Rezensionen werden von mir erstellt.


Mag sich ein Buch noch so deutlich, eindeutig darstellen wollen – ein Leser trägt Vorstellung hinein. Jeder versteht, fühlt, liest anders und letztendlich wohl: sich selbst! (Die unterschiedlichen Vorstellungs-, Einfühlungs- und Verstehenspotentiale der verschiedenen Selbste – bei Musik und bei Bildern leuchtet es eher ein.)Mit anderen Worten: Da sind Gespinste, in die man sich hineinspinnen kann – oder auch nicht. Da gibt es Samen eigentümlicher, vornehmer Pflanzen, die keinen geeigneten Boden finden; er versteht sie (einstweilen?) nicht (mehr?); sie bleiben verworfen. Und da gibt es Kraut, das auf Schlacken wie Jauchen oder Sand wie auf Humus, unterschiedlich zwar, aber doch stets gedeiht! Wasser wird von einem Krug in den anderen anders geformten, gegossen – ist es noch dasselbe?- So die ungewissen wie undeutlichen Worte des Schreibers d.Z. an gewisse unbekannte Leser dieser u.a. Zeilen.   (Thomas Kapielski aus Leuchten – A- und So-phorismen)


Besser könnte ich es nicht ausdrücken. In diesem Sinn, meine Rezensionen sind meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger, meine Leseeindrücke, weder feststehende Urteile, noch Lobhudeleien, noch Brandmarkungen. Es steht jedem frei, anderer Meinung zu sein.



Die Interviews  aus der Buchwelt:

Interview mit Thomas Thiemeyer

 Thomas Thiemeyer, studierte Kunst und Geologie, er ist ein Abenteurer. Beim Ravensburger Verlag begann er seine Karriere in der Buchbranche als Illustrator für Kinderbücher. Dann fing er an, sich als Schriftsteller einen Namen zu machen: Autor von Wissenschaftsthriller und Abenteuerromanen, dazu kamen Jugendbücher, zumeist im Fantasy-Genre. Neuerdings findet man ihn unter dem Pseudonym Vitu Falconi unter den Krimis.
Wir unterhalten uns über Ideenschöpfung, Riten und Traditionen und über den Sinn von Pseudonymen.

Hier geht es zum Interview:   Interview mit Thomas Thiemeyer











 Interviews aus der Literaturszene

Schriftsteller, Verleger, Kritiker, Buchhändler, Designer und
anderen interessanten Personen werden hier vorgestellt



Meine letzten 20 Rezensionen 

1793 von Niklas Natt och Dag

Ein historischer Krimi aus Schweden, aber was für einer! Ein Roman, der unter die Haut geht, nichts für schwache Nerven, 18. Jahrhundert, die Zeit direkt nach dem Russlandkrieg. In Stockholm herrschen die Feudalherren, rücksichtslos nehmen sie sich, was sie wollen, feiern rauschende Feste, geben sich den Vergnügungen hin, allen Lastern, die man sich denken kann. In der städtischen Kloake Stockholm wird eine Leiche angeschwemmt: Die Zunge ist herausgeschnitten, die Augen sind ausgestochen, Beine und Arme fachgerecht amputiert. Der Häscher Michael Cardell findet die Leiche, er ist ein gehbehinderter vom Krieg traumatisierter Kriegsveteran. Und er will den Fall aufklären, wie auch Cecil Winge, ein Jurist, der von seiner Tuberkulose stark beeinträchtigt ist.

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Warum merke ich nicht, dass die Erde sich dreht? von James Doyle und Claire Goble

Warum sind Bäume grün? Was essen Pflanzen? Warum wachsen Haare? Warum funkeln Sterne? Woher weiß man, dass die Erde rund ist? Hier werden 22 Fragen kindgerecht beantwortet, die ich selbst nicht alle hätte so erklären können. Typische Kinderfragen: Warum fallen Flugzeuge nicht vom Himmel? Warum ist das Meer blau? Woher kommt das Internet? Warum muss ich mich waschen? Charakteristische Fragen in der Urlaubszeit. Naturwissenschaftliche Fakten werden einfach aber fundiert in diesem Kindersachbuch erklärt: Biologie, Chemie, Physik, Geografie, Technik und Psychologie, na eben die typischen Fragen aus Kindermund, zu denen man nicht immer gleich eine Antwort parat hat. Fotos und witzige Grafik runden die Informationen ab. Eine Empfehlung.

Tödliche Fremde von Wolfgang Borsich

Mein nächster Versuch mit Bahnhofsliteratur fiel ins Wasser. Weder die Sprache, noch die Charaktere und schon gar nicht die Geschichte selbst konnten mich begeistern. Auf der letzten Seite trieb mir der Stoff auch noch Zornesröte ins Gesicht! Ein Krimi ist das vom Genre nicht, sondern ein Thriller – allerdings eine langweilige Geschichte. »Ein mysteriöser Mordfall, ein dramatisches Flüchtlingsunglück«, so der Klappentext vom Piper-Verlag. Hier ist weder etwas mysteriös – na ja, vielleicht die Protagonisten selbst – noch wird die Flüchtlingsproblematik behandelt. Hier stimmt rein gar nichts. Die Geschichte ist offen wie ein Fächer von Anfang an, nicht schlüssig, die Charaktere sind klischeehaft und handeln nicht der Situation angemessen. Und auch die Sprache klingt holprig. Dazu kommen die vielen spanischen Sätze, sämtliche Speisen werden nur auf spanisch benannt – und hier wird viel gegessen. Wer kein Spanisch kann, dem rate ich ab. Essen gepaart mit farblosen Inselhopping auf der kanarischen Insel Lanzarote, Caldera del Corazoncillo und Timanfaya hatte ich nicht vor Augen. Mein Buch war es nicht.

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Stella Goldschlag von Peter Wyden

Ich entschied mich dazu, das Original zu Stella Goldschlag zu lesen, nicht die »Stella« von Takis Würger. Für mich die richtige Entscheidung. Ein Sachbuch, spannend wie ein Roman. Peter Wydens Buch, eine Neuauflage seines Buchs von 1993 aus dem Steidl Verlag, es ist mehr als die Biografie von Stella Goldschlag, die wunderschöne Jüdin, die mit den Nazis kollaborierte, um die Deportation ihrer Familie zu verhindern,  als »Greiferin« zusammen mit ihrem Ehemann Rolf Isaaksohn in Berlin für die Gestapo nach versteckten Juden suchte, sie an das Gestapo-Hauptquartier auslieferte, damit sie ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert werden konnten. Dieses Buch geht darüber hinaus, es ist ein Dokument des Zeitgeschehens, des Grauens, und Peter Wyden stellt die Frage nach Schuld. Wann ist ein Mensch schuldig, wann wird ein Opfer zum Täter und warum? Kann ein Opfer schuldig sein?

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Spanischer Totentanz von Catalina Ferrera

Der erste Barcelona-Krimi, »Spanische Delikatessen«, von Catalina Ferrera hatte mir als Hörbuch gefallen: leichte Story mit Lokalkolorit, feiner Humor, spannende Geschichte. Leider konnte mich der zweite Band nicht überzeugen. Weder Spannung noch ein Gefühl für die Stadt kam auf. Touristische Beschreibungen und Restaurantbesuche lähmen eine durchschaubare Kriminalgeschichte, die die Mossos d’Esquadra auf den Cementiri de Montjuïc und die Zona Alta führt.

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Sandbergs Liebe von Jan Drees

Eine Liebesgeschichte – obsessiv, zerstörerisch. Jan Drees sagt, die Geschichte ist ausgedacht, aber an eine ähnlich gelagerte Liebe aus seinem Leben angelegt. Der Leser sitzt voyeuristisch gefangen im Inneren des Autors und leidet mit ihm die ganze Geschichte lang, denn hier stülpt jemand sein Inneres ganz nach außen. Ist Kristian Sandberg an eine Narzisstin geraten, die ihn wie einen Tanzbär an der Nase durch die Manege zieht? – Ich liebe dich – ich hasse dich – »Gaslighting«, emotionale Abhängigkeit mit zerstörerischer Kraft - ein Auf und Ab der Gefühle …

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Rosi und Mücke eine Käferfreundschaft von Simone Stokloßa

Zwei Käfer unterwegs – Naturkunde, im ersten Teil im Wald und im zweiten Teil in der näheren Umgebung: Fragen zur Natur eingebunden, in eine Geschichte, interessant und aufregend nicht nur für die Käferfreunde. So erfahren Kinder ganz nebenbei naturwissenschaftliche Zusammenhänge und abstrakte Vorgänge der Natur kindgerecht kennen. Eine wundervolle Grafik macht das Buch zum Augenschmaus.

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Die Zügellosen von Colin Harrison

Ein feiner amerikanischer Thriller, der im Original »You Belong To Me« heißt, was den Inhalt wohl besser beschreibt. Im Zentrum des Romans steht Jennifer, auf die mehrere Männer ihren Anspruch legen. Sie ist die Nachbarin von Paul Reeves, einem New Yorker Fachanwalt für Einwanderungsrecht, der locker mit ihr befreundet ist. Paul sammelt alte Stadtpläne von New York, ist völlig versessen auf seine Karten. Als er Jennifer, die viel Langeweile hat, mit zu einer Auktion nimmt, bittet sie Paul vor die Tür. Dort steht ein volltrunkener Mann: Bill aus Texas, der Liebhaber von Jennifer. Der Ehemann von Jennifer, der schwerreiche Exil-Iraner Ahmed, darf nichts von Bill wissen. Darum bittet sie Paul, Bill irgendwohin zu fahren, wo er seinen Rausch ausschlafen kann. Und schon ist er Mitwisser einer never ending Story …

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Zornfried von Jörg-Uwe Albig

Der Roman ist als Satire angelegt, obwohl, diese Gruppierung die Satire an sich selbst ja schon ist. Und natürlich ahnt man, wer hinter diesen Typen stecken soll, denkt an Götz Kubitschek, der sich auf seiner Burg in Schnellroda gern Journalisten einlädt. Der kurze Roman ist gefüllt mit Gedichten vom fiktiven Storm Linné, grotesk, witzig, mystisch voll Walhalla-Sound. Slapstickartige Übungen zu Aufmärschen im Burghof von jungen Germanen, teutsch, Gelage die an die ritterliche Tafelrunde bei völkischem »Ziegencouscous mit gehäckselten Runkelrüben«, serviert von des Burgherren Töchter machen das Lesen zum Vergnügen.

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Licht im Dunkel von Hetty Krist 

Ein wundervolles Kinderbuch, das ich beim Lychatz Verlag gefunden habe: Tom steigt hinab in die Tiefsee und lässt sich von verschiedenen Meeresbewohnern helfen, sein Armband zu finden, das ins Meer gefallen war.  Mit dabei Lampenfische, ein riesiger Riemenfisch, Periphylla, die Kronenqualle, Axolotls. Zeichnungen, die berühren – einfach hineinfallen lassen.

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Blind von Christine Brand

Dies ist der Auftakt einer Schweizer Krimiserie um drei Hauptprotagonisten – Trio wäre zuviel gesagt: Ein Blinder, eine TV-Journalistin und der Leiter der Abteilung Leib und Leben in Bern. Ein ausgeklügelter Plot, spannend aufgebaut, doch mit Schwächen in der Figurenbildung. Daher ein Krimi, der letztendlich nicht aus der Masse hervorhebt. «Be My Eyes», eine App für Blinde, die es wirklich gibt, spielt hier eine wichtige Rolle.

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In besserer Gesellschaft - Der selbstgerechte Blick auf die anderen  von Laura Wiesböck

Ein recht gutes Buch, wenn man sich noch nie mit dem Thema Denkmuster, Abgrenzung und Gruppenzugehörigkeit beschäftigt hat. Hohe Selbstbewertung, in dem ich selbstgerecht andere klein mache. Falsche Selbstbewertung, um mich vor mir selbst zu rechtfertigen: Ich bin hipp, habe einen coolen Job! – anstatt: Ich werde ausgepresst, arbeite in Dauerschleife, ich bin unterbezahlt und habe Depressionen, immer noch jemand neidisch auf meinen Medienjob? Wie sehen wir und selbst und andere? Wie kommen wir heraus aus der Spirale?

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Hinter den drei Kiefern von Louise Penny

Es ist der erste Mordfall für die junge, unerfahrene Richterin. Und irgendetwas Merkwürdiges läuft zwischen dem Chief Superintendent und dem Staatsanwalt, zwei ausgebuffte Typen. Immer wieder taucht der Strang des Gerichtssaals auf. Im zweiten Strang wird die Geschichte erzählt, die dem Verfahren zugrunde liegt. Ein kleines Dorf im Hochmoor von Quebec, jeder kennt jeden und alle sind miteinander verbandelt. In den Wäldern Kanadas, Three Pines, nur eine Stunde von Montréal entfernt, hier ist es romantisch und wunderschön – auf den ersten Blick. Ein spannender Krimi aus Kanada, bei dem ein Cobador eine Rolle spielt, ein Schuldeneinteiber – doch diese Schulden sind nicht finanziell …

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Leonardo da Vinci – Das Auge der Welt von Volker Reinhardt

Volker Reinhard hat tief in den Fakten geschürft, sich unter anderem auf Leonardos Notizbücher bezogen, und zum 500. Todestag Leonardo da Vinci eine Biografie gewidmet. Wer war dieser Renesance-Maler, dieses Genie? Und warum gibt es so viele unvollendete Bilder von ihm? War er Maler oder Wissenschaftler? Ein Kriegsingenieur und Gestalter von Festen - Leonardo das Multitalent. War er ein Sturkopf, der sich oft selbst im Weg stand, oder war er ein prinzipientreuer Mann? Freund oder Feind von Michelangelo Buonarotti? Und warum holte ihn Giovanni di Medici als Papst Leo X. nach Rom und gab Leonardo dann doch keine Aufträge für die Gestaltung des Petersdoms? – Eine gelungene Biografie!

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Edison - Das Rätsel des verschollenen Mäuseschatzes von Torben Kuhlmann

Der Kinderbuchautor Torben Kuhlmann hat mit seinen ersten beiden Mäusebüchern »Lindbergh« und »Armstrong« bereits weltweit Kinder und Eltern begeistern können und nun folgt Edison aus dem Nord-Süd-Verlag. Ein Abenteuerroman für Kinder, ein Kinderbuch, ein Bilderbuch, das auch Erwachsene gerne lesen. Ganz nebenbei werden in die Geschichte interessante technische Details eingeworfen. Grafiken, die man lieb haben muss, jedes Bild ist ein Kunstwerk für sich – einfach ein rundum zauberhaftes Kinderbuch! Charles Lindbergh, Neil Armstrong, nun Thomas Alva Edison, wir freuen uns schon jetzt auf den neuen Band.

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Der Wald von Nell Layshon

Im letzten Jahr war ich von dem Roman »Die Farbe von Milch« der englischen Autorin Nell Layshon sehr begeistert, für mich eins der besten Neuerscheinungen des letzten Jahres. Und natürlich freut man sich auf das nächste Buch. Leider bleibt der neue Roman um Klassen hinter dem letzten zurück. Das feminine Cover und der Titel irritieren ein wenig, denn es geht in diesem Roman um eine Mutter-Sohn-Beziehung, um die deutsche Besetzung von Polen. Wer hätte das erwartet? Eigentlich zwei gute Themen, die mich in der Umsetzung aber nicht überzeugen konnten.

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Emotionen im Film von Karl Iglesias



Um es gleich vorwegzusagen, dies ist ein besonders gutes Handbuch für Autoren, voller dramaturgischer Werkzeuge – nicht nur für Drehbuchautoren. Denn vieles was für die Entwicklung eines Drehbuchs gilt, das hat auch Bedeutung für Buchautoren. Emotionen tragen einen Film, einen Roman. Und dieses Buch hat viel mehr zu bieten, als sein Titel vermuten lässt. Zuerst geht es natürlich um Gefühle, die von Figuren transportiert werden. Karl Iglesias öffnet seinen Handwerkskasten: Dramaturgie durch Spannung und erholende Phasen, Figurenaufbau und -konstellation, Szenenaufbau, Expositionsszenen, spektakuläre Szenen, dramatische Szenen, Stil, Dialoge schreiben, Story versus Plot. Die Emotion trägt alles.



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Fräulein Nettes kurzer Sommer von Karen Duve 

Ein Romanporträt der jungen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff –  ich war ein wenig skeptisch, hoffte, es würde nicht zu trocken werden. Weit gefehlt – ich habe selten so viel gelacht. Im auktorialen Erzählstil trägt uns die Autorin in eine Zeit, in den Frauen das Sticken und Stricken oblag, Männer reisten in ferne Länder, führten politische Gespräche, unterhielten Dichterkreise und sie gingen auf die Jagd. Annette fühlt sich als Frau nicht wohl, würde lieber reisen und diskutieren, schreiben. Und sie schreibt Gedichte, mischt sich in Männergespräche, frech und aufsässig – und ausgesprochen klug. Dann trifft sie auf Heinrich Straube, dem besten Freund ihres Bruders August, man munkelt, er dichte besser als Goethe. Eine feine Liebe entwickelt sich – aber Eifersucht, Neid und Intrigen zerschlagen die Beziehung hinterhältig, federführend ist August von Arnswaldt. Ein Roman über diese Zeit, Biografie über die junge Annette, über den Dichterzirkel um Straube und wir begegnen einigen zeitgenössischen Figuren: Schopenhauer, Hegel, Hoffmann von Fallersleben, Dichter Kotzebue, Mörder Sand, Harry Heine, Gebrüder Grimm.

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Flugfedern von Simone Regina Adams

Eine große Geschichte, klein verpackt, eine Novelle, die man mögen muss. Thibaut ist heute mit Helen verheiratet, sie haben eine gemeinsame Tochter. Urplötzlich meldet sich Sophie, seine erste Liebe, die ihn damals verlassen hat – aber das ist lange Zeit her. Vergessen? In kleinen szenischen Rückblenden rollt Simone Regina Adams den Beginn der Beziehung und die Zeit dazwischen bis heute auf. Die kompakten Szenen berühren, hier ist kein Wort zuviel. Ihr Roman »Die Halbruhigen« wurde 2011 mit dem Werner-Bräunig-Preis ausgezeichnet. Auch diese Novelle ist preiswürdig.

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Warum die Pflege in Not ist von Maximilian Wendt

Wo ist dieses Buch einzuordnen? Als Sachbuch mag ich es nicht einsortieren, denn die Antwort zum Titel ergibt sich eher in der Person des Autors. Er beantwortet die Frage nicht, schon gar nicht gesellschaftspolitisch, er stellt wenig in Frage oder bietet Lösungsvorschläge an. Ausbildung, ambulante Pflege, Klinik für psychosomatisch Erkrankte, der Autor war ein in der Pflege gestresster Mensch, trotz selbst gewählter Teilzeitarbeit, der am Ende froh ist, mit Anfang 30 (wieder in Teilzeit) im Amt einen Sessel ergattert zu haben, wo er Papier von links nach rechts schieben kann, dort, wo das Gehalt stetig steigt, ohne dass man verhandeln muss, sich dafür ins Zeug legen muss, Arbeit einfach liegen bleibt, wenn man sie nicht schafft. Nichts Neues bringt dieses Buch. Wir haben einen Pflegenotstand. Alles was hier gesagt wird, ist 1000 Mal formuliert worden, bzw. ist Normalität des Berufslebens, die man nicht extra herausstellen muss. Es ist ein persönlicher Bericht über die Ausbildung im Pflegebereich und einem kurzen Berufsweg danach vom Stil her eine Mischung aus Tagebuch und Berichtsheft. Berufsleben ist kein Ponyhof – außer man schafft es ins Amt.

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Demnächst 



















Du bist an einem bestimmten Genre interessiert? Dann findest du hier die richtige Seite in meinem Blog



Zeitgenössische Literatur

Hier verbirgt sich manche Perle der Literatur. Ich lese auch mal einen Bestseller, natürlich, aber mein Blick ruht  immer auf den kleinen Verlagen, auf den freien Verlagen. Sie trauen sich was - und diese Romane sind in der Regel besser als der Mainstream der meistgekauften Bücher …

Zeitgnoessische Romane



Krimis und Thriller


Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.

Krinis und Thriller



Historische Romane

Im Prinzip bin ich an aller historischer Literatur interessiert. Manche Leute behaupten ja, historisch seien Bücher erst ab Mittelalter.  Historisch - das Wort besagt es ja: alles ab gestern - aber nur was von historischem Wert ist. Was findet ihr bei mir nicht? Schmonzetten in mittelalterlichen Gewändern. Das mag ganz nett sein, hat für mich jedoch keine historische Relevanz.

Historische Romane


Sachbücher

Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.


 Sachbücher


Fantasy

Hier bin ich leider in letzter Zeit etwas ratlos. In dieser Rubrik wird wenig auftauchen. Leider habe ich das Gefühl, dass hier keine neuen Ideen kommen. Ich mag nicht immer wieder das gleiche Buch in Abwandlung lesen ... Aber auch hier lasse ich mich gern überraschen. Meist findet man unter den Dystopien doch mal was Neues.

Fantasy









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Rezension - Tage ohne Ende von Sebastian Barry

Ein wundervoller Roman, brutal-romantisch, Wild West. Zwei Jugendliche, Freunde für Leben, eine Liebe fürs Leben, sie tanzen und schießen, um zu überleben. Goldgräber, Bisonjagd, Soldatenleben im Kampf gegen Indianer, später im Sezessionskrieg gegen die Südstaatler, Farmersleben ... eine Sprache in Bildern auf der einen Seite – beinhart auf der anderen.

Weiter:   Tage ohne Ende von Sebastian Barry

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Der selbstgerechte Blick auf die anderen  Ein recht gutes Buch, wenn man sich noch nie mit dem Thema Denkmuster, Abgrenzung und Gruppenzugehörigkeit beschäftigt hat. Hohe Selbstbewertung, in dem ich selbstgerecht andere klein mache. Falsche Selbstbewertung, um mich vor mir selbst zu rechtfertigen: Ich bin hipp, habe einen coolen Job! – anstatt: Ich werde ausgepresst, arbeite in Dauerschleife, ich bin unterbezahlt und habe Depressionen, immer noch jemand neidisch auf meinen Medienjob? Wie sehen wir und selbst und andere? Wie kommen wir heraus aus der Spirale?

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