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Posts mit dem Label "österreichische Literatur" werden angezeigt.

Rezension - Kastanienallee von Louise K.

  Entlang der Kastanienallee in Wien verbergen sich hinter hohen Gartenzäunen elegante Villen aus dem Fin de Siécle . Hier wohnt die Oberschicht und all jene, die sich gerne dazu zählen. Ärzte und Anwälte, Industrielle, lang Angesessene aber auch Zugezogene, denen der Anschluss an die erlesene Nachbarschaft auch nach Jahren noch nicht gelingen mag. Eine herrlich bissige Satire, bei der es um Scheinheiligkeit, Arroganz, Verrat, Betrug, Diebstahl, Hinterhältigkeit geht bis hin zur Planung eines Mordes – sehr zum Spaß des Lesenden. Unterhaltung auf Niveau. Empfehlung. Weiter zur Rezension:    Kastanienallee von Louise K.

Rezension - Die weiße Stunde von Alex Beer

Wien 1923 . Die Stadt gleicht einem Pulverfass, die politischen Lager haben sich radikalisiert, die Hakenkreuzler sind auf dem Vormarsch. Mitten in dieser angespannten Situation geschieht ein aufsehenerregender Mord: Marita Hochmeister, eine stadtbekannte Gesellschaftsdame, wird brutal erschlagen in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Sie soll reiche Liebhaber der besseren Gesellschaft gehabt haben, die sie später erpresste. Eine delikate Angelegenheit in diesem Umfeld zu ermitteln … Ein solider Whodunnit , ein Polizeikrimi aus dieser Serie. Ein spannender historischer Krimi , ein Kriminalroman , den ich gern empfehle. Weiter zur Rezension:    Die weiße Stunde von Alex Beer

Rezension - Was danach kommt von Anika Suck

  Karmen passt einen Moment beim Autofahren nicht auf und verursacht einen Verkehrsunfall mit tragischem Ausgang – ein Kind ist tot. Es sind nur ein paar Sekunden, die Karmens Leben in seinen Grundfesten erschüttern. Denn im darauffolgenden Prozess muss sie sich einer Schuld stellen. Von der Presse Kindsmörderin getauft und von der Empörungsgesellschaft vorverurteilt, wird sie auch von ihrem sozialen Netz fallen gelassen. Am Ende muss Karmen selbst entscheiden, ob sie schuldig ist oder nicht. Mich konnte das Buch nicht überzeugen, da für mich die Darstellung der Geschichte absoluter Gerichts-Nonsens ist. Weiter zur Rezension:    Was danach kommt von Anika Suck  

Rezension - Der achte Kreis Von Philipp Gravenbach

  (Ishikli-Caner-Serie 1) Ishikli Caner will aussteigen, nicht länger im Auftrag der türkischen Mafia töten. Gerade als ihre Freiheit zum Greifen nahe scheint, da ihr der deutsche Geheimdienst dabei helfen will, entführen mächtige Männer aus dem Vatikan ihren Bruder, beordern sie nach Rom. Hier wird sie gezwungen, terroristische Anschläge auszuführen. Doch sie hält Kontakt zu den Deutschen, Peter Roth und Ex-Polizistin Julia Freudensprung vom MAD, mit denen sie seit Jahren zusammenarbeitet. Denn der MAD und der Mossad sind an einer Sache dran, die nichts Gutes heißen wird, mit Fäden, die nach Rom führen. Kann man lesen, verpasst aber nichts, wenn man den Thriller links liegen lässt. Weiter zur Rezension:    Der achte Kreis Von Philipp Gravenbach

Rezension - Der Geruch von Ruß und Rosen von Julya Rabinowich

  Bereits die ersten Seiten ziehen ins Buch, sind berührend, sprachlich kraftvoll und hervorragend. Madina und ihre Familie haben es geschafft, sie konnten vor dem Krieg ins Ausland fliehen. Sie wohnen im Haus von Lauras Eltern, Madina und Laura sind beste Freundinnen. Papa hat sie da herausgeholt, sogar Oma hat es geschafft und Tante Amina. Die erste Zeit war hart; eine neue Sprache lernen, sich in Österreich eingewöhnen. Doch dann ist Papa zurück in die Heimat, um zu helfen, denn er ist Arzt. Der Krieg ist beendet, doch wo bleibt Papa? Komplexe Figuren, die allesamt ans Herz wachsen, eine spannende Geschichte, die berührt. Ein starkes Jugendbuch ab 14 Jahren, das ich unbedingt empfehle!  Weiter zur Rezension:    Der Geruch von Ruß und Rosen von Julya Rabinowich

Rezension - Ich an meiner Seite von Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher erzählt vom jungen Arthur, der nach seiner Zeit im Gefängnis nur schwer eine neue Chance in der Gesellschaft bekommt. Arthur, 22, still und intelligent, ein Junge aus gutem Hause, hat 26 Monate im Knast wegen Internetbetrugs verbracht. Endlich wieder in Freiheit werden ihm in seiner Haftentlassenen-WG der unkonventionelle Therapeut Konstantin Vogl, der sich Börd nennt, und die Sozialarbeiterin Betty zur Seite gestellt. Schnell stellt er fest, ohne die passenden Papiere und Zeugnisse lässt man ihn nicht zurück ins richtige Leben. Eine kleine Lüge könnte die große Freiheit bringen.   Weiter zur Rezension:    Ich an meiner Seite von Birgit Birnbacher

Rezension- Feel Bad – Funnies von Nicolas Mahler

  Ein «unbekanntes Fluchobjekt fliegt über die Erde und verkündet auf der ersten Seite: «Himmel A… und Zwirn!!! Lauter Vollidioten auf diesem Drecksplaneten!!!» Und in diesem Sinn präsentiert uns Nicolas Mahlers in seinem typisch reduzierten Stil mit pointiertem Sarkasmus seine Sicht auf diese Welt. Immer wieder schaut Madame Watzlawski in ihre Glaskugel und offeriert den Kunden die Zukunft. Übersteigerte Erwartung wird gnadenlos zerstört, freudige Hoffnung im Keim erstickt, Selbstgefälligkeit entlarvt. Schongang hat niemand zu erwarten. Herrliche Cartoons! Weiter zur Rezension:    Feel Bad – Funnies von Nicolas Mahler  

Rezension - Die spürst du nicht von Daniel Glattauer

  Gesprochen von: Tessa Mittelstaedt, Steffen Groth Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 8 Std. und 46 Min. Die Binders und die Strobl-Marineks gönnen sich einen exklusiven Urlaub in der Toskana. Tochter Sophie Luise, 14 Jahre alt, darf ihre Schulfreundin Aayana mitnehmen, ein Flüchtlingskind aus Somalia, Asylstatus der Familie: anerkannt. Kaum hat man sich mit Prosecco und Antipasti auf der Terasse in Ferienlaune gechillt, kommt es zur Katastrophe. Man wollte Aayana das Schwimmen beibringen – doch bevor es dazu kommt, ist sie im Pool ertrunken. Kann man die Familien dafür verantwortlich machen? Muss man ein 14-jähriges Mädchen ständig beaufsichtigen? Ein Roman, den man unbedingt lesen sollte! Ein gutes Thema, eine Gesellschaftsglosse, satirisch am Anfang und empathisch zum Schluss. Sehr lesens-/hörenswert! Weiter zur Rezension:    Die spürst du nicht von Daniel Glattauer

Rezension - Oracle von Ursula Poznanski

  Als Kind hat Julian merkwürdige Wahrnehmungen, Menschen, deren Körperteile mit Farben und Symbolen verdeckt sind, die ihm Angst machen. Fehlschaltungen im Gehirn, sagt seine Therapeutin, bedeutungslose Trugbilder. Nun, als Studienanfänger, entscheidet er sich dafür, die Medikamente abzusetzen. Er hat sich heute im Griff, meint, damit umgehen zu können. Doch kaum im Wohnheim angekommen, nimmt er an Personen Farben wahr, bei denen er Gefahr spürt … Das kann nicht sein!  Weiter zur Rezension:    Oracle von Ursula Poznanski

Rezension - 12 Grad unter Null von Anna Herzig

  Eine beinharte Dystopie, bei der man gleich auf den ersten Seiten Schnappatmung bekommt! Ein kleines Land namens Sandburg erlässt ein neues Gesetz, dass jedem Mann nach § 5.1 des «Weitmannsschuldengesetz» erlaubt, jeder Frau, mit der er in verwandtschaftlicher Beziehung steht, jemals mit ihr anderweitig in Beziehung gestanden hat, «jede geschenkte, geborgte und investierte Summe» in Geldwert zurückzuverlangen kann. Die Rechtmäßigkeit der Forderung wird nicht inhaltlich geprüft, guter Leumund (den hat man als Mann) reicht aus. Obendrauf gibt es für jede Forderung eine staatliche Prämie. Ein beklemmender Roman zum Thema Frauenrechte und Femizid.  Weiter zur Rezension:    12 Grad unter Null von Anna Herzig 

Rezension - Der Kuss des Kaisers von Christine Neumeyer

  Wien 1908. In der Modernen Galerie des Schlosses Belvedere wird eine Ausstellung vorbereitet, zu der Amtssekretär Josef Krzizek mit Gustav Klimt den Ankauf des Bildes «Kuss» verhandelt. Erna Kührer arbeitet in diesem Haus als Reinigungskraft. Die Stelle hat ihr der Krzizek besorgt, ebenso die hübsche Wohnung in der besseren Gegend – dafür muss sie sich ihm hin und wieder in der Galerie hingeben. Es hilft ja nichts – sie hat drei Kinder und einen kranken, arbeitslosen Mann durchzufüttern und nun auch noch ihren Ältesten, den Taugenichts. Ein paar Wochen später steckt eine zerstückelte Leiche im Schlossbrunnen. Polizeiagent Pospischil und Forensiker Dr. Leopold Frisch ermitteln. Ein atmosphärischer Krimi mit viel Wiener Flair aus der Kaiserzeit.  Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Der Kuss des Kaisers von Christine Neumeyer

Rezension - Die Rotte von Marcus Fischer

  Ein moderner Heimatroman aus Österreich – das Psychogramm eines kleinen Dorfs. Elfi Reisinger, eine junge Bäuerin, lebt Anfang der 1970er Jahre mit ihren Eltern auf einem kleinen Hof in der Rotte Ferchkogel, einer abgelegenen Siedlung im Voralpenland, eine Ansammlung von fünf Bauernhöfen. Ihr Vater, ein Trinker, der an der Schwermut leidet, verschwindet eines Nachts. Die Dörfler trauen den beiden Frauen nicht zu, den ärmlichen Hof alleine weiterzuführen, bedrängen sie zu Pacht und Verkauf. Elfi heiratet Franz, den Auswärtigen, nicht zur Zufriedenheit von Mutter und Dörflern ... Frauenschicksale, Geschlechterrollen, ländliches Sittenbild  – eine Lisbeth und eine Elfi, die mehr auf dem Kasten haben, als man ihnen zutraut. Brutal in der Sprache und im Geschehen und zugleich ein berührendes Buch, mit eigenem passendem Sound der Sprache. Empfehlung. Weiter zur Rezension:   Die Rotte von Marcus Fischer

Rezension - Mein Leben als Serienmörder von Josef Kleindienst

  Dieser Krimi ist so erfrischend anders, klasse geschrieben und voller Humor, Satire auf hohem Niveau! Der Schriftsteller Konrad Mola bekommt das Angebot, in einem Krimi einen Serienkiller zu spielen. Da er gerade nicht gut bei Kasse ist, nimmt der Krimiautor das Angebot an. Der Dreh ist in der Kiste, und nun wird gefeiert! Als Mola am Morgen mit dickem Kopf erwacht, kann er sich nicht einmal erinnern, wie er nach Hause gekommen ist. Totales Blackout. In der Nacht wurde eine Prostituierte ermordet. Mola muss gegen sich selbst ermitteln, denn er steht unter Verdacht und traut sich selbst nicht über den Weg. Klasse Whodunnit! Weiter zur Rezension:   Mein Leben als Serienmörder von Josef Kleindienst

Rezension - Die Bagage von Monika Helfer

  Gesprochen von Monika Helfer Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 4 Std. und 36 Min. 1914, die Geschichte von Maria und Josef aus dem Vorarlberg in Österreich nimmt hier ihren Lauf. Monika Helfer erzählt die Geschichte ihrer Tiroler Familie über vier Generationen – Maria, ihre Großmutter steht im Mittelpunkt. In langen Gesprächen mit Tante Kata (Katharina) versucht sich die Autorin ihrer Familie zu nähern, ihrer Großmutter, die im Alter von nur zweiunddreißig Jahren starb, Josef folgte ihr bald; ihrer Mutter, die auch früh verstarb. Ein Familiendrama, exzellent geschrieben. Ich empfehle allerdings, das Buch zum Genuss zu lesen – das Hörbuch ist schlecht eingesprochen. Weiter zur Rezension:    Die Bagage von Monika Helfer

Rezension - Bus nach Bingöl von Richard Schuberth

  Nach Jahrzehnten des Exils in Wien kehrt Ahmet Arslan in sein Heimatdorf in die kurdische Provinz zurück, um noch ein Mal seine Mutter zu sehen. Er nimmt am Flughafen Sabiha Gökçen den Bus, um sich aus dem Fenster seine Heimat anzusehen. Wir lernen einige der Mitreisenden kennen – die meisten sind abgeschlossene Geschichten in der Geschichte. In der zweiten Hälfte ist Ahmet in seinem Dorf angekommen, trifft eine Menge Leute. Es gibt innere Monologe, Rückblicke zum Frühling 2008, als sich das AKP-System noch den Anstrich von Demokratie und postkemalistischem Aufbruch gab. Verklärte Erinnerung auf beiden Seiten. Viele politische Gespräche – was dem Buch einen Sachbuchcharakter gibt. Was humorvoll anfing, verzettelt sich leider in Aufklärung des Kurdenproblems. Weiter zur Rezension:     Bus nach Bingöl von Richard Schuberth