Rezension
von Sabine Ibing
Simone
von Nikolaus Heidelbach
Wally und ihre Mutter gehen zum Babyschwimmen und lernen Simone kennen. Man findet sich sympathisch, und so wird das Flusspferd als Babysitter engagiert, wird die engste Vertraute von Wally. Bevor das Mädchen in die Schule kommt, keinen Babysitter mehr benötigt, begeben sich die beiden auf eine letzte abenteuerliche Flussreise. Sie erleben Wasserfälle, wilde Picknicks und ein fröhliches Schlammbad mit Simones Familie.
Und die Mama fand sie so sympathisch, dass sie ihr eine Stelle als Babysitter anbot. Von da an sorgte Simone für Wally, rund um die Uhr.
Das Bilderbuch besticht mit seinen emotionalen Bildern. Ein Kind, das wahrscheinlich bei einer alleinerziehenden Mutter aufwächst, die arbeiten geht, oder Vater und Mutter arbeiten, die Familie wird hier völlig ausgespart – das Kind verbringt den Tag mit Simone. Aus den Aquarellen liest man die innige Vertrautheit der beiden heraus, die Zuneigung, die sie miteinander verbindet, den Spaß, den sie miteinander haben. Selbst nachts liegt Simone vor dem Bett von Wally. Ein Lebensabschnitt ist zu Ende und ein neuer soll spannend beginnen ...
Und dann geht es los auf eine abenteuerliche Reise durch Wasserwege, die genauso atmosphärisch bebildert ist. Fantasievoll gestaltet in Blau-, und Grüntönen, feinfühlig erzählt – ein poetisches Bilderbuch über Veränderung, Vertrauen und die Kraft der Vorstellung. Ein wundervolles Kinderbuch, das beim Vorlesen direkt entspannt, eine liebevolle Geschichte, die berührt. Der Von Hacht Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 4 Jahren. Dem schließe ich mich an. Empfehlung für dieses Bilderbuch, das eine abenteuerliche Urlaubsreise beschreibt.
Nikolaus Heidelbach, geboren 1955, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften und lebt als freischaffender Künstler in Köln. Bei Beltz & Gelberg wurden viele seiner preisgekrönten Bilderbücher veröffentlicht, darunter »Königin Gisela«, das mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschienen von Heidelbach, der laut Basler Zeitung »nicht mit Gold zu bezahlen ist«, das Bilderbuch »Alma und Oma im Museum« und »Marina«. 2000 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet. Aus der Begründung der Jury: »Wie kaum ein anderer hat er sich - vor allem in seinen eigenen Büchern - mit kindlichen Gefühlen, Wahrnehmungen und Erlebnissen auseinandergesetzt. Ihm gelingt es dabei, aus dem Blickwinkel der Erwachsenen Verhaltensweisen und Bedürfnisse von Kindern in Wort und Bild festzuhalten (...) Heidelbach hat eine sehr eigenständige Bildsprache entwickelt, in der sich Einflüsse aus der Kunstgeschichte etwa aus dem Surrealismus, den Werken von George Grosz oder Fernando Botero mit eigener Bildfindung verbinden.«
Nikolaus Heidelbach
Simone
Bilderbuch, Kinderbuch, Abenteuer, Kinder- und Jugendliteratur
Hardcover, 48 Seiten
Von Hacht Verlag, 2026
Altersempfehlung: ab 4 Jahren
Alma und Oma im Museum von Nikolaus Heidelbach
Ein Museumsbesuch im Kunstmuseum mit Kindern – wie schaffen wir es, Kindern die alten Meister zugänglich zu machen? Oma geht mit Alma ins Kunstmuseum, erklärt Inhalte und Dinge, auf die Alma achten soll, erklärt ihre Fragen; ein Stück Museumspädagogik. Wir erfahren ganz am Ende des Sachbilderbuchs, Oma hat mit Alma das Wallraf-Richartz-Museum in Köln besucht, und diese Bilder hängen dort wirklich.Weiter zur Rezension: Alma und Oma im Museum von Nikolaus Heidelbach
Kinder- und Jugendliteratur
Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.




Kommentare
Kommentar veröffentlichen