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Posts mit dem Label "Schweiz" werden angezeigt.

Rezension - Königin der Nacht – Ein kurzes Buch über meine Mutter von Lukas Bärfuss

Nach «Vaters  Kiste» hat Lukas Bärfuss nun in einem autobiografischen Essay mit dem Leben seiner Mutter abgerechnet. «Eine Mutter ist, was man nicht loswird. Auch nicht mit dem Tod.» 1971 in Thun geboren, die Mutter wohnt eher allein mit ihrem Sohn, bzw. mit vielen Männern. Lukas Bärfuss wächst im Rotlichtmilleu auf; seine Mutter war eine Frau ohne Bildung, die von ihrem Freiheitsverlangen getrieben wurde, in das der Sohn nicht hineinpasste. Tagsüber reinigte sie in einem Autohaus die Wagen, die aus der Reparatur kamen, am Abend stand sie an einer Rotlicht-Bar. Als sie älter war, arbeitete sie als Putzfrau und in einer Wäscherei. Der Junge war nie gewollt, so wurde er auch behandelt – als Rabenmutter titulierte sie sich sogar selbst. Eine Mutter, die ihn hat sitzen lassen in seiner Kindheit und ein System, das dieses Kind hängenließ. Ein wundervolles Buch, schnörkellos geschrieben, das sehr zu Herzen geht. Weiter zur Rezension:    Königin der Nacht – Ein kurzes Buch ...

Rezension - Louise von Dinah Wernli

Dinah Wernli, Künstlerin, fragt sich heute: Wer war diese Frau, die der berühmte Schweizer Künstler Cuno Amiet (1868–1961) immer wieder Modell stand? «Louise» ist das Porträt einer Frau aus einer anderen Zeit, deren Körper für immer festgehalten wurde, deren Stimme aber schon längst verstummt ist. Inspiriert durch Cuno Amiets Gemälde entwickelt Dinah Wernli eigene Werke zu Louise und erzählt mit ihnen als Graphic Novel in ihrem Debut die Geschichte der Bäuerin. Louise Grütter, eine Schweizer Mutter, Bäuerin, Bedienstete; die Muse des Schweizer Maler Cuno Amiet – ihr Körper, sein Objekt. Mich hat dieses Buch völlig begeistert und ich bin total verliebt in die Arbeiten von Dinah Wernli. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Louise von Dinah Wernli 

Rezension - Martha und die Ihren von Lukas Hartmann

  Lukas Hartmann hat hier einen autofiktionalen Roman geschrieben, die Geschichte von Martha (real sie einen anderen Namen, ebenso die anderen Familienmitglieder so schreibt er), die seiner Großmutter und deren Kinder. Martha ist eine beeindruckende Frau, die es aus ärmsten Verhältnissen zu bescheidenem Wohlstand gebracht hat. Nach dem Tod ihres Vaters wird sie als «Verdingkind» bei einer Bauernfamilie im Berner Umland untergebracht. Und das lässt sie nie los: Keine Schwäche zeigen. Arbeiten ohne Unterlass. Hart sein zu sich und anderen. Das prägt auch ihre Söhne, die es in der Nachkriegszeit unbedingt zu etwas bringen wollen. Und ihre Enkel, die dagegen rebellieren und es erstmals wagen, sich ein anderes, ein freieres Leben zu erträumen. Ein feiner Familienroman, Gesellschaftsroman aus der Schweiz zum Thema Verdingekinder. Weiter zur Rezension:    Martha und die Ihren von Lukas Hartmann

Rezension - Der Italiener von Carlo Bernasconi

  Michele D’Ambrosio kehrt Ende der 60er Jahre zurück ins Land seiner Vorfahren: Italien. Er besteigt den Zug in Zürich und fährt in den Veneto nach Treviso. Die Reise durch die weite Landschaft zu Cousin Piero und seiner Tante Giovanna wird eine Erinnerung an die Großeltern, die als Arbeitsmigranten um 1920 in die Schweiz kamen, an die Eltern der nächsten Generation. Mit sich führt Michele die Briefe von Pia seiner Großmutter, die nach dem 1. Weltkrieg aus Zürich an ihre Schwester Amalfa ins Veneto schrieb an. Ein Roman der 1987 erschien, der die Zeit der großen italienischen Einwandererwelle in die Schweiz beschreibt, ein Zeitdokument. Wundervoll poetisch geschrieben, eine Hommage an die italienische Küche ganz nebenbei. Empfehlung! Rezension:   Der Italiener von Carlo Bernasconi 

Rezension - Gian und Giachen und der grosse Frühlingsputz von Amélie Jackowski

  Die Tiere in Graubünden versammeln sich wie jedes Jahr zu Beginn des Frühlings zum großen Frühlingsputz-Wettbewerb. Gian und Giachen fragen sich, wer wohl dieses Mal gewinnen wird. Auf geht es! Da fällt ihnen die kleine unglückliche Gämse Lena auf, ganz allein, unsicher, den Tränen nah ... Eine Geschichte zu Wettbewerb und Fairness mit den beliebten Steinböcken aus Graubünden. Schweizer Kultserie aus Graubünden ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:    Gian und Giachen und der grosse Frühlingsputz von Amélie Jackowski

Rezension - Zürcher Filz Gabriela Kasperski

  Die Zürcher Immobilienerbin Philomena Lombardi wird vermisst, einziger Hinweis auf ein Verbrechen ist ein Ohrring, der ihr möglicherweise vom Ohr gerissen wurde. Alfonso Lombardi ist tot und seine Tochter soll den Vorsitz der großen Lombardi-Stiftung übernehmen, die weltweit, insbesondere in Zürich Wohnraum zu günstigen Mieten zur Verfügung stellt. Ist sie auf Reisen, was sie meistens ist, ohne jemandem mitzuteilen, wo sie sich aufhält, oder hat sie irgendwer verschwinden lassen? Hat sie sich in der letzten Zeit überhaupt in Zürich aufgehalten? Einerseits ein spannender, lesenswerter Krimi – andererseits ein sehr überfrachteter Regiokrimi. Weiter zur Rezension:    Zürcher Filz Gabriela Kasperski

Rezension - Im Fallen lernt die Feder fliegen von Usama Al Shahmani

  Die Bibliothekarin Aida hat seit neun Jahren eine feste Beziehung mit Daniel, sie wohnen zusammen. Doch Daniel weiß nichts über sie – klar, sie stammt aus dem Irak. Kein Wort über ihre Vergangenheit kommt über die Lippen. So sehr Daniel auch stichelt und fordert. Aida will darüber nicht reden – eine Sache, die diese Beziehung belastet. Als Daniel auf einer Alm den Rest seines Zivildienstes ableisten muss, setzt sich Aida hin und schreibt ihre Geschichte auf. Heimat, Identität, was ist das? Der Ort, an dem man geboren wird? Oder der, den man adaptiert hat, oder die Herkunft oder auch beides? Kann man nicht zwei, drei, vier oder mehr Heimaten haben? Aida konfrontiert sich mit ihrem Schmerz und ihrer Trauer, dem Verlust – schreiben hat ihr schon einmal geholfen … Ein empathischer Roman über Migration, Exil, Sprache und Sprachlosigkeit. Weiter zur Rezension:    Fallen lernt die Feder fliegen von Usama Al Shahmani