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Posts mit dem Label "Roadmovie" werden angezeigt.

Rezension - Emma und Amir: Im Schatten des Terrors von Bianca Schaalburg

  Amir, deutsch-irakischer Herkunft, gerät nach einem scheinbar islamistischen Anschlag in Berlin-Neukölln ins Visier der Polizei, nachdem sein Freund Yusuf, ein investigativer Journalist , bei einem Anschlag ums Leben kam und als Attentäter verdächtigt wird. Eine Graphic Novel , ein Agenten- und Politthriller mit einer integrierten Liebesgeschichte . Emma glaubt Amir, denn beide befanden sich im Schwimmbad, als die Bombe gezündet wurde. Gemeinsam fahren sie nach Paris , Yusufs letzten Wohnort, wo er einem internationalen, rechtspopulistischen Komplott auf der Spur war. Ein gezeichneter Polit-Thriller als Comic mit einer durchdachten Geschichte, die viel Spaß macht. Klasse Unterhaltung! Rezension:    Emma und Amir: Im Schatten des Terrors von Bianca Schaalburg

Rezension - Ámbar von Nicolás Ferraro

  An der Seite ihres Vaters Víctor Mondragón, einem gefährlichen Gangster, lebt die 15-jährige Ámbar zwischen einsamen Landstraßen und heruntergekommenen Motels. Gewalt und Kriminalität bestimmen ihr Leben. Wie gern hätte sie ein gemütliches Zuhause, Freunde, mit denen sie abhängen könnte, anstatt Víctors Schussverletzungen zusammenzuflicken oder das Auto zu fahren. Ständig wechseln sie ihre Tarnidentitäten, oft sind sie auf der Flucht, und Ámbars Habseligkeiten sind gefälschte Pässe und das wenige Geld, das sie heimlich für ein Tattoo spart, versteckt in einer alten Patrone, ihr «kostbarster Besitz» ein abgesägtes Gewehr, mit dem sie das ein oder andere Mal ihren Vater raushauen muss. Noir, Hardboiled, Gangsterroman, Roadmovie, das eingebettet in ein Coming-of-Age-Roman – klasse Kriminalroman aus Lateinamerika, Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Ámbar von Nicolás Ferraro 

Rezension - Henny und Ponger von Nils Mohl

  Sie treffen sich in der S-Bahn, lesen das gleiche Buch, schauen sich an. Ponger, der Mechatroniker lernt, im Arbeitskleidung; Henny barfuß in eine Öljacke gekleidet. Sie reden kurz. Plötzlich zieht sie aus heiterem Himmel die Notbremse, steckt ihm ein Handy zu. Dann haut sie ab. Die Polizei nimmt später von allen Bahngästen die Personalien auf, Ponger verdrückt sich. Doch am nächsten Tag kommt ein Polizist in die Werkstatt – der Name stand auf Pongers Arbeitsanzug – ein Zeuge sagte, er habe mit dem Mädchen geredet und sie hätte das gleiche Buch wie er dabei gehabt. Ponger ist sauer auf dieses Mädchen! Was hat er mit der zu tun? Ein bunter Genremix, Roadmovie, Coming-of-Age, Science-Fiction, Liebesroman mit einer wilden Story. Ich fand den Jugendroman gut, schon weil er durchgeknallt ist – ganz anders ist, als das, was wir kennen, sprachlich geschliffen, voller Feingefühl. Jugendbuch ab 14 Jahren. Weiter zur Rezension:    Henny und Ponger von Nils Mohl 

Rezension - Camanchaca von Diego Zúñiga

  Camanchaca nennt man den Nebel, der in Chile, vom Meer heraufzieht. Es ist die Geschichte eines namenlosen jungen Mannes, der mit seinem Vater auf einem Roadtrip von Chile in eine Grenzstadt in Peru unterwegs ist. In der Novelle wechselt er seine Erzählung in Fragmenten zwischen seiner Kindheit und dem Jetzt hin und her, bis die Familiengeschichte in diversen Enthüllungen zusammenläuft – im Ungesagten, im Nebel. Es wird viel angedeutet, ohne die Geschichte auszuerzählen. Und genau das ist die Stärke des kleinen Romans, der im Format knapp unter DIN A5 mit 120 Seiten daherkommt; die Essenz auf ein bis zwei Seiten, halben Seiten, bis zum nächsten Gedankenstrang. Eine Geschichte, die berührt, den Leser auf eine Gedankenreise schickt. Weiter zur Rezension:    Camanchaca von Diego Zúñiga

Reznsion - Pandekraska Pampernella von Zoran Drvenkar

  Ein schräges Kinderbuch, fantasievoll mit viel Humor! Zoran Drvenkars Geschichte über Prinzessin Pandekraska Pampernella ist ein Abenteuerroman für Kinder, unterhaltsam, mit Tiefgang. Pandekraska ist auf der Suche nach einer besten Freundin. Sie reist sie mit ihrem Chronisten und einem Leibwächter durch die ganze Welt und trifft auf einige Mädchen, wobei verschiedene Rollenbilder angesprochen werden: Tierschutz, Armut, Menschenrecht, bis hin zur Teenie-Pop-Queen. Letztendlich muss sich die Prinzessin aber auch ihren eigenen Ängsten stellen, sich der eigenen Identität bewusst werden. Und genau das macht die schräge Geschichte neben den Abenteuern interessant! Ab 10 Jahren Weiter zur Rezension:    Pandekraska Pampernella von Zoran Drvenkar 

Rezension - Fang den Hasen von Lana Bastašić

  Sara, wohnt in Dublin, zusammen mit ihrem irischen Freund und einer selbstgezogenen Avocado, die vor sich hin dümpelt. Wie die Beziehung? Gehört sie hierher? In diesem Roman taucht immer wieder der Satz auf: «Wir sind immer in Bosnien.» Dieser Satz trägt die Geschichte – alles das, was unterschwellig vorhanden ist, aber nicht ausgesprochen wird. Eines Tages wird Sara von Lejla angerufen. 12 Jahre ist es her, seit Sara Bosnien verließ: «Du musst mich abholen!» - in Mostar, Lejla will nach Wien, weil Armin dort ist. Die Autofahrt beginnt in Mostar, geht durchs dunkle Bosnien, durch Kroatien, Slowenien, bis nach Österreich. Eine bedrückende Reise, Lejla wird wenig reden. Zwei Lebensläufe, eine Geschichte, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Präzise Sprache zeichnet dieses Roadmovie aus, wie auch seine unterliegende nie ausgesprochene Dunkelheit, die als eigenständiger Strang mitläuft – literarisch klug gestaltet, atmosphärisch, eine Geschichte, die berührt. Weiter zur...

Rezension - Eine wahre Freundin von William Boyle

  Die Mafiaboss-Witwe Rena wird von Nachbar Enzio angegrabscht, haut ihm den Kopf mit einem Glasaschenbecher ein, und weil sie meint, er sei tot, flüchtet sie in Enzios Impalazu zu ihrer Tochter Adrienne. Die haut ihr die Nase vor der Tür zu, aber Lacey Wolfstein von gegenüber, sieht die verstörte Rena, bittet sie, erstmal bei ihr zu verschnaufen. Wolfstein hat gerade selbst ein Problem – das gleich darauf vor der Tür steht, ebenso Enzio, der seinen Wagen wieder haben will. Hinein platzt die Enkelin von Rena, die nicht mit ihrer Mutter und deren Lover Richie abhauen will, der gerade einem Mafiaboss eine Menge Geld gestohlen hat. Im Haus wird es immer voller, und als der Mafiaboss dann auch noch auftaucht, kommt es zur Katastrophe, die in ein wildes Roadmovie übergeht. Spannender Thriller, Slapstick, Noir!  Weiter zur Rezension:    Eine wahre Freundin von William Boyle

Rezension - American Dirt von Jeanine Cummins

  Sie feiern die Geburtstagsfeier von Lydias Nichte, die gesamte Familie ist in Acapulco zusammengekommen, sie sitzen im Garten  und grillen. Lediglich Lydia und ihr Sohn Luca befinden sich im Haus, als draußen die Schüsse hallen, sie verstecken sich in der hinteren Ecke der Dusche und werden nicht gefunden. 16 tote Verwandte. Lydia bleibt mit ihrem Sohn nur die Flucht. In der USA wären sie sicher. Ein langer Weg liegt vor ihnen, denn um dem Kartell zu entkommen, haben sie nur eine Chance – wenn sie sich auf die Flüchtlingsroute begeben … Ein epischer Thriller und gleichzeitig ein Pageturner, ein Roadmovie, spannend zu einem brisanten Thema. Weiter zur Rezension:    American Dirt von Jeanine Cummins

Rezension - Play von Tobias Elsäßer

  Im Nachhinein gefällt mir der Jugendroman an sich - aber nicht durchgehend. Dummerweise hat das Marketing dermaßen versagt, dass manchem Leser vielleicht die Lust vergeht: «Was würdest du tun, wenn es eine App gäbe, die deine Zukunft vorausberechnen kann?» (Klappentext). Ich hatte ein technisches Buch erwartet, Internet, Netzpolitik. Doch die angekündigte App spielt kaum eine Rolle. Was habe ich bekommen? Eine relativ ruhige Story, nach einem turbulenten Anfang, ein Kammerspiel von zwei jungen Menschen mitten in der Natur, die um sich herumtigern, weil jeder dem anderen etwas verbirgt, seine Familiengeschichte bei sich trägt. Keine Liebesgeschichte! Der Leser wartet auf den Kick mit der App – der nie kommen wird. Insofern spricht der Klappentext die falsche Leserschaft an. Weiter zur Rezension:    Play von Tobias Elsäßer