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Tödliches Angebot von Marisa Kashino - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing





Tödliches Angebot 


von Marisa Kashino

Gesprochen von Rebecca Veil
Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer 9 Std. und 23 Min.



Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss.

Margo sucht für ihre hoffentlich bald wachsende Familie eine größere Wohnung, doch die Angebote sind rar. Nach monatelanger frustrierender Suche wird sie in der Nachbarschaft fündig. Sie hört, man wolle in der Nähe demnächst ein Haus verkaufen ... Und so versucht sie sich in die Familie einzuschleichen, das Haus abzusahnen, bevor es überhaupt auf den Markt kommt. Ein bisschen Stalking? Harmlos. Etwas Hausfriedensbruch? Notwendig. Zunehmend skrupellos dringt Margo in das Leben der Hausbesitzer ein, sie umgarnt sie bis zur Erpressung. 


Die biologische Uhr tickt

Doch plötzlich stößt sie auf Gegenwehr ...  Ein Traumhaus – ein völlig überhitzter Immobilienmarkt und eine Frau, die bereit ist, für die eigenen vier Wände immer weiter über Grenzen zu gehen. Die Idee fand ich klasse. So manch einer würde im Kopf für eine Wohneng oder ein Haus morden in diesen Zeiten. Leider macht Marisa Kashino für meinen Geschmack zu wenig aus diesem Stoff. Margo und ihr Mann Ian brauchen ein größeres Haus, davon ist zumindest Margo überzeugt. Die biologische Uhr tickt und in ihrem Kopf gehört zum perfekten Familienleben ein Kind, und damit zwingend das passende Eigenheim. Immer wieder werden sie bei Bewerbungen überboten; andere Leute haben mehr Geld auf dem Konto.

Wir verfolgen Margos Hausbesessenheit mit einem müden Lächeln

Am Anfang hatte ich noch Spaß an der Geschichte. Margo ist dermaßen auf dieses Haus fixiert, dass ihre Gedanken und Aktionen zunehmend absurder werden. Anfänglich ist auch noch schwarzer Humor dabei, und man wartet nur darauf, dass diese Frau endgültig jede Bodenhaftung verliert. Doch die Autorin kann sich nicht für eine stringente Richtung entscheiden. Für eine schwarze Komödie ist sie nicht konsequent genug. Die Ideen sind zwar absurd, aber zu brav, zu harmlos, dass daraus wirklich guter Slapstick oder eine bitterböse Satire entsteht. Für einen Psychothriller wiederum fehlt mir die Spannung. Lange passiert wenig. Wir verfolgen Margos Hausbesessenheit mit einem müden Lächeln. Psychologisch wäre viel mehr drin gewesen: eine Frau, die ihren gesamten Lebensentwurf an dieses eine Haus hängt und darüber jede moralische Grenze verliert ... Der Stoff ist spannend, wenn man ihn so konstruiert.


Man hätte viel daraus machen können

Bereits der Klappentext erfährt man von Margos Machenschaften: Stalking, Hausfriedensbruch, Erpressung und Mord – doch bis es dahin kommt, ist das Buch fast zu Ende. Am Schluss zieht das Tempo dann deutlich an. Endlich passiert mal was und die Geschichte erhält endlich Dynamik, etwas, worauf ich die ganze Zeit gewartet. Aber auch das macht den Kohl nicht mehr fett – zuviel ist vertan, die Story kriecht vor sich hin, ziemlich ideenlos.


Marisa Kashino war 17 Jahre lang Journalistin, zuletzt bei der Washington Post. Den Großteil ihrer Karriere verbrachte sie beim Washingtonian Magazine, wo sie die Longform-Reportagen schrieb und die Berichterstattung über Immobilien und Wohndesign leitete. Sie wuchs in der Nähe von Seattle auf, heute lebt sie mit ihrem Mann, zwei Hunden und zwei Katzen im Großraum Washington, D.C.



Marisa Kashino 
Tödliches Angebot
Originaltitel: Best Offer Wins
Gesprochen von Rebecca Veil
Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer 9 Std. und 23 Min.









Krimis und Thriller

Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller

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