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Posts mit dem Label "Luchterhand Verlag" werden angezeigt.

Rezension - Ein Tag im April von Michael Cunningham

  5. April 2019: Dan und Isabel leben mit ihren beiden Kindern in Brooklyn . Doch die Fassade des häuslichen Glücks bekommt erste Risse. Vater Dan, ein ehemaliger Rockstar, der die Karriere sausen ließ, um Hausmann zu werden, Mutter Isabel, die als Fotoredakteurin das Geld verdient. Jeder der Erwachsenen überlegt, ob er sein Leben nicht anders gestalten kann. Die Geschichte spielt je an einem 5. April, jedoch in drei verschiedenen Jahren. Ein Pandemieroman mit Schwächen. Weiter zur Rezension:    Ein Tag im April 

Rezension - Die Lungenschwimmprobe von Tore Renberg

  Leipzig im Jahre 1681: die fünfzehnjährige Anna Voigt steht vor Gericht, weil sie ihr neugeborenes Baby getötet haben soll; und die Mutter gleich mit ihr, die das versucht haben soll zu vertuschen. Sie hat nicht nur einen mächtigen Vater, der sich für sie einsetzt, sondern auch einen Anwalt, Christian Thomasius, der wissenschaftlich argumentiert. Mit dabei ein Arzt, Johannes Schreyer, der etwas spektakulär Neues wagt und die «Lungenschwimmprobe» einsetzt. Durch dieses soll nachgewiesen werden, dass es tatsächlich eine Totgeburt war, wie Anna hartnäckig versichert. Kann sie gerettet werden? Anfänge der Rechtsmedizin – ein wahrer Fall.  Weiter zur Rezension:    Die Lungenschwimmprobe von Tore Renberg

Rezension - Am Meer von Elizabeth Strout

  Die Lucy-Barton-Romane (Band 4) Lucy Barton erzählt uns mehr aus ihrem Leben, in ihrer feinsinnigen, von den Härten des Lebens nicht immer verschonten Heldin. Ihr Ex-Mann William («Oh William»), ein Naturwissenschaftler, Parasitologe, hat eine Ahnung, was mit dem unbekannten Virus auf die Menschen zurollen könnte und mietet ein Haus am Meer in Crosby, in Maine, in das er Lucy mitnimmt, gelegen auf einer abgelegenen Landzunge, weit weg von allem. Für ein paar Wochen nur, bis alles vorbei ist – aber schnell ist ein Jahr vergangen … Die beiden New Yorker verbringen den gesamten langen Lockdown in Maine; altvertraut, aber doch wieder neu im engen Zusammenleben. Und während dieser Zeit in Maine wird eine Menge passieren. Weiter zur Rezension:    Am Meer von Elizabeth Strout

Rezension - Tag der Befreiung von George Saunders

  Stories George Saunders erzählt in seinen Kurzgeschichten von den Gefängnissen, in denen wir stecken - den realen wie den eingebildeten. Die erste Story hat mir am Besten gefallen. Hier schreibt ein Großvater, der in einer nicht allzu fernen dystopischen Zukunft einen «Liebesbrief» an seinen Enkel, auf Papier, weil man den nicht ausspähen kann, wie eine E-Mail. Neun Saunders-Storys, Meister der Kurzgeschichten. Auf den Punkt gebraucht, kein unnützer Satz. Völlig unterschiedliche Geschichten, die alle von einfachen Menschen handeln, lange nachhallen. Empfehlung. Weiter zur Rezension:     Tag der Befreiung von George Saunders

Rezension - Die leuchtende Republik von Andrés Barba

  Dieser Roman ist als Reportage angelegt. 1995 in San Cristóbal (fiktiv) am Rande des Regenwalds in Südamerika: Eines Tages tauchen 32 obdachlose Kinder in der Stadt auf, die eine unverständliche, unbekannte Sprache sprechen. Sie sind ziemlich verwildert, benehmen sich auch so, tollen in kleinen Gruppen durch die Straßen, treiben Schabernack. Sie verschwinden immer wieder zurück in den Wald. Anfangs stört sich niemand daran, auch nicht an den kleinen Diebstählen. Gleichzeitig sind die Kinder der Stadt fasziniert von den Wilden, fühlen sich magisch angezogen. Doch die Kinder werden immer dreister, und eines Tages ereignet sich ein Drama … Eine feine philosophische Mischung aus zeitgenössischer Literatur, Dystopie, Fantasyroman, Kriminalliteratur. Weiter zur Rezension:    Die leuchtende Republik von Andrés Barba

Rezension - Oh, William! von Elizabeth Strout

  Lucy Barton erzählt wieder aus ihrem Leben. Sie ist Witwe, ihr zweiter Mann David ist verstorben und sie kommt gut alleine klar. Schon lange führt sie mit ihrem ersten Ehemann William, nun Anfang siebzig, ein fast freundschaftliches Verhältnis. Sie telefonieren häufig miteinander, rufen sich gegenseitig an, wenn sie einen Rat benötigen. William braucht eines Tages Hilfe, Lucy soll ihn begleiten! Der Roman liest sich wie ein gemütliches Gespräch auf dem Sofa. Lucy resümiert über ihr Leben und das derer, die ihr nahe stehen. Ein tiefsinniger Roman, ausgefeilte Charaktere, das alles beschwingt-melancholisch erzählt. Empfehlung!  Weiter zur Rezension:    Oh, William! von Elizabeth Strout

Rezension - Gott von Ferdinand von Schirach

   Das zweite Theaterstück von Ferdinand Schirach; und es läuft ab wie im ersten, «Terror»: Es geht um einen Rechtsfall, der moralisch strittig ist, Sterbehilfe – am Ende steht der Leser / Theaterbesucher vor der Frage: Wie würden Sie entscheiden. In diesem Fall geht es um eine Anhörung vor dem Deutschen Ethikrat in der Akademie der Wissenschaften. Das Theaterstück ist eine Sterbehilfedebatte. Ein Rentner ist 78 Jahre alt, körperlich und geistig gesund. Er will seit dem Tod seiner Frau nicht mehr weiterleben – es gibt keinen anderen Grund. Ein interessanter juristisch- moralischer Disput! Wem gehört unser Leben? Das Thema der ärztlichen Suizidbegleitung aus medizinethischer, juristischer und theologisch-philosophischer Perspektive. Ferdinand von Schirach gibt keine Lösung vor. Wie würden Sie entscheiden? Weiter zur Rezension:   Gott von Ferdinand von Schirach