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Posts mit dem Label "Folio Verlag" werden angezeigt.

Rezension - Groll von Gianrico Carofiglio

Carofiglio entwickelt eine Geschichte von Schuld und einem tiefen, menschlichen Groll. Ein einflussreicher Mailänder Chirurg und Universitätsprofessor stirbt unerwartet an einem Herzinfarkt; der Arzt bescheinigt den natürlichen Tod, die Leiche wird eingeäschert. Doch die Tochter, Marina Leonardi, geht von einem Verbrechen aus, wendet sich an Penelope Spada, eine ehemalige Staatsanwältin, heute Detektivin ohne Lizenz. Widerwillig übernimmt sie den schier aussichtslosen Fall, der zur dramatischen Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit wird. Als Krimi würde ich diesen Roman nicht bezeichnen, aber es ist Kriminalliteratur. Ein literarischer Kriminalroman mit starken Charakteren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Groll von Gianrico Carofiglio

Rezension - Südtiroler Gasthaus von Marlene Lobis

  Menschen, Rezepte, Geschichten Ein Kochbuch und Gasthaus-Führer zugleich. Hinter der Marke «Südtiroler Gasthaus» stehen 29 sehr individuelle Familienbetriebe, vor allem aber Menschen, die mit Leidenschaft ihre Gäste bewirten. Für ihre tägliche Arbeit haben sie sich gemeinsam hohe Qualitätskriterien gesetzt, die unabhängig überprüft werden. Ein Qualitätsmerkmal ist die Verwendung von einheimischen, saisonalen Produkten, die in überlieferten und neu interpretierten Rezepten umgesetzt werden. Eine Tour durch Südtiroler Gasthäuser, die nebenbei ihre Lieblingsrezepte mitliefern. Südtiroler Küche, Reiseliteratur, Kulinarisches, Italienische Küche mit außergewöhnlichen Rezepten. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Südtiroler Gasthaus von Marlene Lobis

Rezension - Garten der Engel von David Hewson

Der Antisemitismus lodert in der Weltgeschichte immer wieder auf. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Juden überall in Europa nicht gern gesehen. Und auch in Italien wurden sie unter Mussolini systematisch ausgeschlossen, später erfasst und nach Auschwitz deportiert. Dieser historische Roman spielt zum großen Teil im Herbst 1943 in Venedig, das von deutschen Truppen besetzt ist. Beginnen wir im Jetzt: Als der fünfzehnjährige Nico Uccello seinen Großvater Paolo im Krankenhaus besucht, vertraut ihm der todkranke Mann ein Manuskript an, das Nicos Leben am Ende radikal verändern wird. Paolo hat hier seinem Enkel einen wichtigen Rückblick auf sein Leben hinterlassen, damit diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät – und ein Familiengeheimnis nicht im Grab landet. Weiter zur Rezension:   Garten der Engel von David Hewson

Rezension - Léon von Carlo Lucarelli

  Bologna, Grazia Negro liegt auf der Entbindungsstation, noch benommen von der Narkose des Kaiserschnitts. Sie ist nun Mutter von Zwillingen, verspürt keine Lust mehr, Mordfälle aufzuklären, Psychopathen zu jagen. Doch der Leguan, der Serienmörder Iguana, ist aus der psychiatrischen Einrichtung entflohen, hat seine Bewacher ermordet – und will sich an denjenigen rächen, die ihn hinter Gitter gebracht hat. Darum wird Grazia mit ihren Mädchen in ein Safehouse gebracht, und sie soll von dort aus die Ermittlung leiten. Grazia trifft dort auf Simone, ihren ehemaligen Lebensgefährten, der blind ist. Man nennt Iguana den Leguan, weil er sich wie ein Chamäleon anpasst, unauffällig agiert, bevor er zuschlägt – doch er ist blind.  Weiter zur Rezension:    Léon von Carlo Lucarelli

Rezension - Südtirols Küche raffiniert einfach von Anneliese Kompatscher und Tobias Schmalzl

  Mit Weintipps Die Südtiroler Küche ist eine Bauernküche mit historischen Wurzeln, die noch heute stark verankert sind. Aber auch in Tirol ist die Zeit nicht stehengeblieben und die Rezepte werden mit leichten Abwandlungen serviert. Zum Beispiel gleich am Anfang stellen uns die Autor:innen ein charakteristisches Rezept aus Südtirol vor, den Kalbskopf mit Zwiebeln und Essig. Eine Ziegenkäseterrine im Paprikamantel mit buntem Salat hat dagegen einen modernen Anstrich. Zeitgemäß interpretierte Südtiroler Küche, Klassiker, Unbekanntes, Deftiges, Luftiges, Mehlspeisen, Süßes; für jeden Geschmack findet sich hier ein Rezept.  Weiter zur Rezension:   Südtirols Küche raffiniert einfach von Anneliese Kompatscher und Tobias Schmalzl

Rezension - Der schwärzeste Winter von Carlo Lucarelli

  Ein Commissario-De-Luca-Krimi  Commissario De Luca ist jetzt Teil der politischen Polizei und steht damit an der Seite der Faschisten. Die Menschen der besetzten Stadt Bologna im Winter bei Eiseskälte, ausgeblutet von den Bombenangriffen, leben in ständiger Angst, leiden Hunger. Wehrmacht und SS werden flankiert von Mussolinis «Schwarzen Brigaden», Partisanenaktionen aus dem Untergrund. Drei Morde und De Luca soll nun für drei Auftraggeber ermitteln: für die Faschisten, für die Nazis und undercover für die Kollegen des geheimen «antifaschistischen Polizeipräsidiums» – ein führender Kopf des Widerstands wird nämlich zu Unrecht beschuldigt, einen Mord begangen zu haben. Ein Drahtseilakt 1944 während des Zweiten Weltkriegs. Ein spannender historischer Krimi, der eine gefährliche Zeit atmosphärisch beschreibt, ein intelligenter Plot, für mich eine Meisterleistung im Genre Noir Kriminalliteratur. Weiter zur Rezension:    Der schwärzeste Winter von Carlo Lucarelli

Rezension - Muttersprache von Maddalena Fingerle

  Leser und Buch müssen zusammenpassen – uns beiden gelang das nicht. Nach den ersten Seiten war ich geneigt abzubrechen – ich hielt tapfer durch, weil ich dachte, irgendwann wird es dich packen ... Das geschah nicht. Vielleicht muss man in Tirol verwurzelt sein, um den Roman zu verstehen. Ich weiß nicht, was mir die Autorin sagen wollte. Die ersten 80 Seiten schimpft sich Paolo Prescher ziemlich derb durch die Seiten. Die Mutter ist dumm, das erfahren wir auf jeder Seite, die Schwester hinterhältig und gemein; alles gespickt mit übelsten Schimpfworten. Er ist besessen von Wörtern, die für ihn Geruch, Farbe oder Klang besitzen. In Berlin werden die Wörter von Mira saubergewaschen, er verliebt sich. Ein preisgekröntes Buch – aber nicht mein Stoff. Weiter zur Rezension:   Muttersprache von Maddalena Fingerle

Rezension - Ciros Versteck von Roberto Andò

  Der Klavierlehrer und Musikdozent Gabriele Santoro lebt zurückgezogen im neapolitanischen Viertel Forcella. Durch das Fenster beobachtet er eine gewisse Unruhe auf der Straße. Während er kurz seine Haustür offenstehen lässt, um dem Briefträger entgegenzugehen, schleicht sich der zehnjähriger Ciro in seine Wohnung. Es ist der Sohn eines Nachbarn, eines Camorramitglieds. Der Junge bittet Gabriele, ihn zu verstecken. Etwas bewegt den Mann an dem verlotterten Jungen und er willigt ein, fragt nicht warum, obwohl er ahnt, in welche Schwierigkeiten ihn das bringen könnte. Eine moderne griechische Tragödie, ein Drama, aber auch Sozialkritik – ein Prosastück, eine Kriminalgeschichte, die sich am Ende zuspitzt, poetisch geschrieben, literarische Kriminalliteratur die berührt.  Weiter zur Rezension:    Ciros Versteck von Roberto Andò 

Rezension - Planet Ozean von Mariasole Bianco

  Vielen Menschen ist sicher eine Tatsache nicht bewusst: Das menschliche Leben hängt vom Meer ab! Und die Zukunft des Meeres hängt von uns ab! Wir sind gerade dabei, unsere eigene Zukunft zu zerstören!  Meere und Ozeane bedecken 71 % unseres «blauen Planeten». Sie regulieren das Klima, produzieren 50 % des Sauerstoffs, sichern Milliarden Menschen Nahrung und Arbeit. 80 % aller Lebewesen leben im Wasser! Plastikmüll, Erderwärmung, Überfischung usw. Mariasole Bianco beschreibt die Zusammenhänge und den Wert der Meere als Stabilisator unseres Ökosystems sowie als Garant für Biodiversität. Dies Sachbuch ist ein wichtiges Buch zur Aufklärung unseres Ökosystems, über das was in den Meeren schiefläuft und wie wir unser Leben noch retten können. Bewusstsein schaffen für die großen Probleme der Welt, Handlungsstrategien aufzeigen.  Rezension:    Planet Ozean von Mariasole Bianco

Rezension - Trio von Dacia Maraini

  Es ist ein schmales Buch von 105 Seiten, die in ziemlich großen Buchstaben gesetzt wurden – in einer Stunde ist man durch. Vielleicht habe ich etwas anderes erwartet, einen historischen Roman. Ich sage es ungern, aber das Vorwort, war für mich am spannendsten. Sizilien, 1743: Es ist ein Briefroman, bei dem zwei Frauen, die seit der Kindheit beste Freundinnen sind, miteinander korrespondieren, während sie während der Pestzeit in Quarantäne sitzen. Und sie schreiben über einen Mann, der zwischen beiden hin und her reist. Agata ist mit ihm verheiratet – eine Liebesheirat. Anuzza ist seine Geliebte, ohne dass es die Freundschaft der beiden Frauen berührt. Der Leser wird in die Beziehung hineinkatapultiert und fliegt am Ende heraus, ein Roman ohne Tiefe. Weiter zur Rezension:  Trio von Dacia Maraini

Rezension - Im Auge des Schwarms – Von Fischen, dem Meer und dem Leben von Helen Scales

  Fische beherrschen die Meere und Süßgewässer und damit sieben Zehntel der Erdoberfläche. Die Meeresbiologin Helen Scales berichtet von Erfahrungen und Untersuchungen, von den Erlebnissen ihrer Tauchgänge, von Kuriosem, flechtet alten Sagen ein und es gelingt ihr, verständlich und unterhaltsam uns den Fisch näherzubringen. Die Mischung aus Wissenschaft und Unterhaltung, Erlebnisberichten und Seemannsgarn macht dieses Buch zu einem Leseerlebnis. Taucher, Fischliebhaber und Meeresfreunde werden hier ihren Spaß haben und sicher das ein oder andere Neue erfahren.  Weiter zur Rezension:    Im Auge des Schwarms – Von Fischen, dem Meer und dem Leben von Helen Scales

Rezension - Die Söhne der Winde von Gioacchino Criaco

Nach » Schwarze Seelen « ist dies wieder ein großartiger Roman von Gioacchino Criaco über das Dorf Africo in Kalabrien, hinter dem Aspromonte-Gebirge am Jonischen Meer, das so speziell ist. Es ist eine Hommage an die Mütter der Söhne der Winde, die für ein paar Lire zur Jasminernte die ganze Nacht auf den Feldern standen, sich täglich abrackerten, die Kinder durchzubringen, deren Väter auf die ganze Welt verteilt waren. Ein Noir-Roman über das Mezzogiorno, über Armut, Mafia und die ´Ndrangheta, über einen Staat, der seine Bürger im Stich lässt, über den »Moti di Reggio«, einen Aufstand von Müttern und Jugendlichen. Weiter zur Rezension:    Die Söhne der Winde von Gioacchino Criaco