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Lichterloh - Himmel in Flammen von Sarah M. Kempen - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing





Lichterloh - Himmel in Flammen 


von Sarah M. Kempen

Lichterloh Trilogie 3


Die Saboteure, die an zentralen Schnittstellen die Kohlerutschen unterbrechen würden, sodass die Kohle nicht mehr zu den Menschen gelangen konnte. Und die wichtigste Gruppe von allen: die Minenarbeiter. Sie würden die Kontrolle der Bergwerke an sich reißen, wo die Grundressourcen für die Kohleherstellung gefördert wurden, und sie dann zum Einsturz bringen. Es war gefährlich und sie wussten um das Risiko, dass sie dabei sterben könnten, doch es war der einzige Weg, um Rußstadt nachhaltig kohlefrei zu machen.

Im dritten und letzten Teil der Rußstadt-Trilogie ist ein Anschlag durch die Rebellen geplant. Das brandgefährliche Finale der Systemdystopie! Cleo und Gwynnie werden immer noch für tot gehalten, planen aus dem Untergrund zusammen mit Lex Diamantkuss die Befreiung der Stadt von den Industriellen. Denn erst wenn der stetig rauchende Industrieschlot vernichtet und die Industriellen entmachtet wurden, kann sich das Leben in Rußstadt wirklich zum Besseren wandeln. Die Rebellen stellen jetzt eine Menge von Maschinen her, die ohne Kohle funktionieren; die Bewohner von Rußstadt sind entzückt.


Die Entmachtung der Industriellen


So konnten sie weiter in ihrer reinen Luft leben und der Bevölkerung die Schuld an der Verschmutzung geben, obwohl es die Industriellen waren, die sie verursacht hatten. Und um bloß nicht damit aufhören zu müssen, schickten sie die Schornsteinfeger, um die Symptome ihrer verschwenderischen Art zu bekämpfen.

Der Anschlag auf das Bergwerk ist voll im Gang, als Cleo feststellt, dass es gleichzeitig auch ein Attentat auf die Schornsteinfeger ist, die in die Falle gelockt werden. Ihr blutet das Herz, als sie sieht, dass sie es nicht mehr verhindern kann, nur noch entsetzt dem Ganzen zuschaut. Sind Freunde von ihr verstorben, verletzt oder eingeklemmt? Sie klettert hinunter, um zu helfen  – auch auf die Gefahr hin, erkannt zu werden. Und sie haut unerkannt Leanders Schwester heraus, kann Leander aber nicht mehr retten, der in die Hände der Rebellen gerät. Gwynnie hatte ihr etwas verheimlicht, nur den halben Plan zu diesem Anschlag erklärt. Beide Schwestern kämpfen mit ihren Gefühlen, denn auf der einen Seite stehen sie für die Revolution, die Entmachtung der Industriellen, koste es, was es wolle – auch Menschenleben. Aber andererseits sind ihre Liebsten und Freunde unter den Schornsteinfegern. Was sind die Schwestern bereit zu opfern? Der Magellan Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 14 Jahren – dem schließe ich mich für Teil 3 an. Vom Verlag als Young-Adult ausgeschrieben, für mich aber ein typischer Jugendroman, und zwar ein sehr guter!


Geben sie sich als Rebellinnen zu erkennen?


In einer Ecke lagen mehrere Menschen auf dem Boden, mit Tüchern bedeckt, anderswo hielten sich Leute in den Armen und weinten. Nicht alle hatten diesen Anschlag überlebt, ein Risiko, das ihnen von vornherein bewusst gewesen war. Deshalb wirkte es geradezu makaber, wie andere bereits feierten und sich auf die Schultern klopften. Sie sangen und riefen Siegesparolen: »Nieder mit den Industriellen! Nieder mit den Schornsteinfegern! Nieder mit der Kohle! Wir holen uns Rußstadt zurück!« Cleo erkannte unter den Feiernden auch Otto und die anderen von ihrer Sondermission, vollkommen rußverschmiert und ausgelassen. Anscheinend war auch dieses Vorhaben erfolgreich gewesen.

Toska Liebkind, die Führerin der Industriellen ist nicht bereit, kampflos aufzugeben und die Wut der Bürger auf die Schornsteinfeger wächst weiter, als Tosca Fake News über die Rebellen verbreitet. Sie arbeitet mit allen Tricks, um die Bevölkerung gegen die Rebellen aufzuhetzen. Cleo sorgt sich um Leander, der als Mitglied der Gilde in Gefahr schwebt. Und noch immer weiß er nicht, dass sie überlebt hat ... Lex Diamantkuss und seine Rebellen sind radikal – für ihre Freiheit gehen sie über Leichen. Als die Kohleversorgung der Stadt zum Erliegen kommt und die Ereignisse drohen, aus dem Ruder zu laufen, müssen Cleo und Gwynnie sich entscheiden: Handeln sie weiter im Verborgenen, oder geben sie sich als Rebellinnen zu erkennen und können noch das Schlimmste verhindern – auch wenn das ihren Tod bedeuten könnte?



Ein krachendes Ende mit hohem Tempo


Lex Diamantkuss, Kopf der Kohlediebe, klein, muskulös, mit langen Flechtzöpfen an den Seiten des Kopfes. Und Cleos ältere Schwester Gwynnie mit den dunkelblonden Zottelhaaren, der Schutzbrille auf dem Kopf und dem Handschuh aus Kunstleder und Metall, der die vier fehlenden Fingerglieder ihrer rechten Hand versteckte.

In diesem Band geht es richtig zur Sache im Kampf gegen die Industriellen. Alle wichtigen Nebenfiguren haben noch einmal ihren Auftritt. Es ist ein fulminantes Ende voller Action, bei dem Rache und unbändiger Hass auf beiden Seiten das Chaos vorantreiben. Bei drei Figuren hätte ich mir deshalb mehr Tiefe gewünscht, um sie zu verstehen, denn hier sind Plot und Figur nicht organisch verbunden: Gwynnie, Toska Liebkind und Rebellenanführer Lex Diamantkuss. Sie sind mir schlicht zu flach geraten, um ihr Handeln zu begründen – das hätte bereits in den Vorbänden beginnen können. Ein kleines Manko, letztendlich aber in der Gesamtheit ein krachendes Ende mit hohem Tempo, das nicht alle Figuren aus dem Roman überleben werden. Was im ersten Band so ruhig und harmlos begann, hat sich zu einer Vorlage von einem Actionfilm entpuppt. 

Cleo versetzte es einen Stich, das zu hören. Isidor war nun wirklich kein Muttersöhnchen und hatte das hier nicht verdient. Dazu noch diese Abfälligkeit über die Parade, die den jungen Schornsteinfegern so viel bedeutete. Ihr ganzes Leben hatten sie darauf hingearbeitet, Artemisia Glanzruß war sogar in dem Glauben aufgewachsen, dass sie niemals Schornsteinfegerin werden würde, weswegen dieser Tag ihr unglaublich wichtig gewesen sein musste – und sie hatten ihr das kaputt gemacht. Auch wenn es richtig war, was sie getan hatten, konnte Cleo nicht anders, als sich schuldig zu fühlen.


Weitere Bände der Reihe:

Lichterloh - Stadt unter Ruß (Band 1) 

Lichterloh - Funken in der Luft (Band 2) 


Sarah M. Kempen schreibt Geschichten für Kinder und Jugendliche und die, die es noch werden wollen. Neben Romanen verfasst sie auch Drehbücher für Animationsserien und Kinofilme. Für „Lichterloh“ erhielt sie 2022 den Literaturpreis der Hamburger Kulturbehörde sowie das Stipendium des Phantastik-Autoren-Netzwerks in der Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“. Sie lebt mit vielen Knöpfen und noch mehr Strickjacken im Süden Hamburgs.

Melanie Korte, geboren in den 1980er Jahren, ist seit 2009 als freiberufliche Illustratorin tätig. Durch die große Bandbreite in ihrer Stilistik konnte sie sich im Büchermarkt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene einen Namen machen. Ihre Werke zeichnen sich durch Detailverliebtheit, lebendige Figuren und Farben aus. Heute lebt und arbeitet Melanie Korte als freischaffende Künstlerin in Hamburg.




Sarah M. Kempen
Lichterloh - Himmel in Flammen 
Lichterloh 3
Melanie Korte (Illustrator)
Jugendbuch, Dystopie, Fantasy, Systemdystopie, Abenteuer, Luftverschmutzung, Kinder- und Jugendliteratur
Hardcover, 320 Seiten
Magellan Verlag, 2025

Lichterloh - Funken in der Luft von Sarah M. Kempen 

Rußstadt wird von einer neuen Gefahr bedroht: Ein unbekannter Feuerteufel zündet scheinbar wahllos Häuser an, natürlich nur in den ärmeren Vierteln. Cleo greift das ein oder andere Mal beherzt ein und wird gefeiert. Die Schornsteinfeger tun alles, um die Bewohner der Stadt zu schützen, und so ergreift die Innung Maßnahmen, bei der sie fast alle Geräte ein kassieren, vom Toaster bis zur Waschmaschine – auch die Handwerker sind eingeschlossen. Die Schornsteinfeger werden nun gehasst! Cleo hat den Feuerteufel fast erwischt! Irgendetwas ist im Gange! Und wer hat es speziell auf Gwynnie und Cloe abgesehen? Auch der 2. Teil der Systemdystopie ist durchgehend spannend. Jugendroman ab 12 Jahren – feine Fantasy, eine klasse Dystopie. Empfehlung!



Lichterloh - Stadt unter Ruß von Sarah M. Kempen 

Cleo und ihre Schwester Gwynnie leben in Rußstadt, einer von Kohle dominierten Welt, wo das Atmen schwerfällt und ein einziger Funke alles zerstören kann. Rauch verschleiert den Himmel und die Hoffnung auf hellere Tage liegt in weiter Ferne. Während Gwynnie heimlich umweltfreundliche Techniken erforscht, ist es Cleos größter Traum, Schornsteinfegerin zu werden, denn das sind die wichtigsten Personen in Rußstadt. Sie beschützen die Stadt durch das Kehren und Reparieren von Maschinen – denn hier wird alles mit Kohle betrieben. Fantasy, Dystopie, spannendes Jugendbuch ab 12 Jahren.

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Kinder- und Jugendbücher - 10 bis13 Jahre






Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur

Fantasy, Fantastic, Dystopien

Hier bin ich leider in letzter Zeit etwas ratlos. In dieser Rubrik wird wenig auftauchen. Leider habe ich das Gefühl, dass hier keine neuen Ideen kommen. Ich mag nicht immer wieder das gleiche Buch in Abwandlung lesen ... Aber auch hier lasse ich mich gern überraschen. Meist findet man unter den Dystopien doch mal was Neues.
Fantasy




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