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Der beste Zufall der Welt von Rafik Schami und Annette Swoboda - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing






Der beste Zufall der Welt 


von Rafik Schami und Annette Swoboda


Emilia lernt im Supermarkt Samia aus Syrien kennen, die an einer Erdnussschokolade schnuppert. Ihre Lieblingsschokolade, die ihre Mutter ihr jedoch nicht kaufen kann, weil sie nicht genug Geld hat. Emilia ist betroffen, besucht Samia, bringt eine Schokolade mit. Die beiden haben viel gemeinsam: Sie lieben Malen und Tanzen, sind neugierig auf das Leben der anderen, und sie sind sofort zur Stelle, wenn jemand Hilfe braucht. So werden sie Freundinnen.




Zu ihnen gesellt sich Kira aus der Ukraine, die neu an die Schule kommt und niemanden kennt. Die Väter von Samia und Kira sind im Krieg gestorben. Schnell sind die drei unzertrennlich, denn zu dritt geht alles noch besser! Auch, kluge Pläne zu schmieden: Mit mutigen Ideen und selbst gestalteten Plakaten ziehen die Freundinnen los und zeigen den Erwachsenen, dass sie sich so einiges von Kindern abgucken können. Selbst als es Ärger gibt, können die drei unterschiedlichen Mädchen fest aufeinander zählen –  und auf ihre Mütter.




Ein wundervolles Kinderbuch über Freundschaft und Solidarität , über Demokratie, über Ideen, sich für etwas einzusetzen. Krieg, Flucht, Verlust und Integration werden nebenbei empathisch und kindgerecht transportiert. Der typische Humor von Rafik Schami zeigt sich auch in seinen Kinderbüchern. Kurze Kapitel und eine einfache Satzstruktur mit großer Schriftgröße und großen bis ganzseitigen Illustrationen eignen sich dazu, das Buch selbst zu lesen. Auch Leseanfänger kommen damit klar. Die Illustrationen von Annette Swoboda sind farbenfroh – in gedeckten Temperafarben gestaltet, kräftig, aber mit femininer Zartheit. Die Bilder unterstützen die Geschichte gestalterisch. Der Carl Hanser Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 6 Jahren, von mir ab 5 Jahren.





Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. Sein umfangreiches Werk wurde in 35 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so u.a. mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Nelly-Sachs-Preis, dem Preis »Gegen Vergessen – Für Demokratie«, dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis, der Carl-Zuckmayer-Medaille und zuletzt der Grimm-Bürgerdozentur. Im Hanser Kinder- und Jugendbuch erschien u.a. »Das ist kein Papagei« (illustriert von Wolf Erlbruch, 1994), »Die Sehnsucht der Schwalbe« (2000), »Wie ich Papa die Angst vor Fremden nahm« (2003, illustriert von Ole Könnecke), »Der Kameltreiber von Heidelberg« (2006, illustriert von Henrike Wilson), »Das Herz der Puppe« (2012, illustriert von Kathrin Schärer), »Meister Marios Geschichte« (2013, illustriert von Anja Maria Eisen), »Elisa oder Die Nacht der Wünsche« (2019, illustriert von Gerda Raidt), »Der beste Zufall der Welt« (2026, illustriert von Annette Swoboda); im Erwachsenenprogramm des Verlages »Die dunkle Seite der Liebe« (Roman, 2004), »Das Geheimnis des Kalligraphen« (Roman, 2008), »Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte« (2011), »Sophia oder Der Anfang aller Geschichten« (Roman, 2015), »Die geheime Mission des Kardinals« (Roman, 2019), »Mein Sternzeichen ist der Regenbogen« (Erzählungen, 2021) und »Wenn du erzählst, erblüht die Wüste« (Roman, 2023).

Annette Swoboda, 1962 geboren, wuchs in Weinheim an der Bergstraße auf und studierte Bildende Kunst in Aix-en-Provence und Grafikdesign in Mannheim. Seit ihrem Abschluss ist sie als freie Illustratorin für verschiedene Kinderbuchverlage tätig. Im Hanser Kinder- und Jugendbuch erscheint 2026 Rafik Schamis Kinderbuch »Der beste Zufall der Welt« mit ihren Illustrationen. Annette Swoboda lebt mit ihrer Familie auf einem Hof in der Friesischen Wehde.



Rafik Schami, Annette Swoboda
Der beste Zufall der Welt 
Kinderbuch
Hardcover, 56 Seiten, 17.5 x 21.4 cm
Carl Hanser Verlag, 2026
Altersempfehlung: ab 6 Jahren (Verlag); ab 5 Jahren (von mir)






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Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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