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Posts mit dem Label "Hannes Meyer" werden angezeigt.

Rezension - Die sieben Monde des Maali Almeida von Shehan Karunatilaka

  Gesprochen von Hans Löw Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 13 Std. und 26 Min. Sri Lanka, 1990. Maali Almeida, ein verkappt schwuler Kriegsfotograf und Zocker, erwacht in einer Art himmlischer Einwanderungsbehörde, in der es äußerst bürokratisch zugeht. Sein lebloser Körper versinkt gerade im Beira Lake, und Maali muss zunächst realisieren, dass er nicht mehr lebt, und er hat keinen Schimmer, wer ihn umgebracht hat. Im Jenseits gibt man Maali sieben Tage Zeit, um herauszufinden, was geschehen ist und um den beiden Menschen, denen er am meisten vertraut, mitzuteilen, wo sich die Negative seiner hochbrisanten Fotos befinden, die nicht nur Sri Lanka, sondern die ganze Welt erschüttern sollen. Literarisch bunt und sprühend, spannend, humorvoll und mit inhaltlicher Tiefe. Empfhlung! Weiter zur Rezension:    Die sieben Monde des Maali Almeida von Shehan Karunatilaka

Rezension - Treue von Hernan Diaz

  Hernan Diaz beschreibt das Finanzkapital, die Börsen, die Vermehrung von Geld, eingebettet in eine Familiengeschichte, bei der es wiederum um die Wahrheit geht. Benjamin Rust erbt Tabakplantagen in Kuba. Ihn aber fasziniert die Börse, und er beobachtet interessiert das Auf und Ab. Hier will er mitspielen! So verkauft er seine Ländereien. Weil er ein guter Beobachter ist, wettet er in der Krisenstimmung auf den Niedergang der Aktien und ist einer der wenigen Gewinner beim Börsencrash von 1929 - ist damit unermesslich reich geworden. Seine Frau Hellen gibt das Geld wieder aus, indem sie karikativ eine Menge auf die Beine stellt. Upps. Das ist ja nur eine Geschichte! Der Roman im Roman! So war es doch gar nicht, schreit einer laut auf! Vier Personen, vier Geschichten um diese eine Geschichte, die sich in Sprache und Stil völlig von den anderen unterscheiden. Unzuverlässige Erzähler, ein Schelmenroman, ein Gesellschaftsroman … Das nenne ich hohe Literatur! Dafür gab es deshalb den Pu...

Rezension - In der Ferne von Hernan Diaz

  Anfang der 1850er Jahre, Håkan Söderström lebt zu einer Zeit in Schweden, in der die Menschen täglich ums Überleben kämpfen. Auszuwandern ins gelobte Land Amerika scheint eine Chance. So schickt der Vater die ältesten Jungen los. Zusammen mit seinem großen Bruder Linus steigt Håkan auf das Schiff nach England. Von dort soll es nach Nujårk, New York, weitergehen, doch im Hafen von Portsmouth verlieren sich die Brüder. Håkan fragt sich durch: Amerika! Doch der Bruder erscheint nicht auf dem Schiff – denn Håkan sitzt auf dem nach Buenos Aires. Das kapiert er zu spät, steigt in San Francisco aus. New York ist sein Ziel. Fest entschlossen, den Bruder zu finden, macht er sich zu Fuß auf den Weg, entgegen dem Strom der Glückssucher und Banditen, die nach Westen drängen. Sprachlich ausgefeilt, eine spannender, berührender Anti-Western, ein Drama mit einem feinen Ende. Die Epoche der Besiedlung Amerikas, Kaliforniens, wird hautnah eingefangen. Empfehlung! Weiter zur Rezension:  In de...

Rezension - Big Sky Country von Callan Wink

  «Der neue Hemingway für unsere Zeit» wird Callan Wink in den USA hochgelobt. Raus aus dem Männlichkeitswahn, weg von der Pflicht, als Sohn den Job des Vaters zu übernehmen – die Farm zu übernehmen. Ein großartiger Roman war angekündigt. Bis zur Mitte habe ich mich eher gelangweilt, dann hat mich die Geschichte gepackt und kurz danach leider wieder verloren. Das Original heißt schlicht «August», nach seinem Protagonisten, was ich passender finde. Denn es geht hier um August – um nichts anderes – ein Coming-of-Age-Roman im ländlichen Montana. Ein Bildungsroman, der die Trostlosigkeit des Lebens schildert: Einsame Farmen und Ranchen mit kargen Einkommen; Arbeit und Saufen bestimmt das Leben – die Frauen sind längst abgehauen. «Mantana – wo die Männer Männer sind, und die Frauen auch.»  Weiter zur Rezension:    Big Sky Country von Callan Wink