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Posts mit dem Label "Frankreich" werden angezeigt.

Rezension - Der Liebhaber von Marguerite Duras

  Sie treffen sich auf einer Fähre über dem Mekong , es ist ein ungleiches Paar im Indochina der dreißiger Jahre. Er ein Chinese aus reichem Elternhaus, etwas mehr als 12 Jahre älter, sie eine französische Halbwaise, die mit ihrer Mutter und zwei Brüdern in einem einst herrschaftlichen Haus am Fluss lebt. Ein abgedunkeltes Zimmer oberhalb des geschäftigen Straßenlebens in Saigon wird der heimliche Zufluchtsort der Liebenden. Sie ist seine Obsession, sie hat ihn in der Hand. Ein Klassiker, der den Prix Goncourt erhielt. Der Roman ist in Erinnerungsfragmenten geschrieben, Sprünge in Zeit und Raum, dicht und schnörkellos, distanziert. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Der Liebhaber von Marguerite Duras

Rezension - Marie Antoinette von Stefan Zweig

  Bildnis eines mittleren Charkaters Gesprochen von Jan Koester Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer 23 Std. und 58 Min. Marie Antoinette (1755–1793) wäre wohl ihr Lebtag eine ganz durchschnittliche Adlige am Hof von Versailles geblieben, so Stefan Zweig: «Sie hätte getanzt, geplaudert, geliebt, gelacht, sich aufgeputzt, Besuche gemacht und Almosen gegeben» – wäre ihr nicht die Weltgeschichte in die Quere gekommen. Denn in der Französischen Revolution wurde die Ehefrau König Ludwigs XVI. den Bürgern zum Hassobjekt schlechthin. Die Biografie der Marie Antoinette von Stefan Zweig ist stilistisch ein Leckerbissen, doch man muss sich durchbeißen, weil sie streng sachlich geschrieben ist, einem Sachbuch ähnlich. Was es für mich so anstrengend gemacht hat, ist die Springerei. Gut, jeder weiß, dass Marie auf dem Schafott endete. Doch die Geschichte springt von der Kindheit zur Guillotine hin und her, querbeet durch ihr Leben, das gesamte Buch hindurch.  Weiter zur Rezension:    ...

Rezension - Napoleon von Noël Simsolo, Jean Tulard und Fabrizio Fiorentino

  Wenige Menschen haben die Geschichte einer Nation, um nicht zu sagen, eines Kontinents, derart geprägt wie Napoleon Bonaparte. Der Streit zwischen jenen, die ihn verteufeln und denen, die ihn vergöttern, schwelt noch heute und wird vielleicht nie beigelegt werden. Es ist jedoch unbestreitbar, dass Napoleon sowohl seine Epoche als auch alle darauf folgenden maßgeblich beeinflusst hat. Er ist der Archetyp eines Menschen, der die Welt aus den Angeln hob, mit überbordendem Charisma und übergroßem Ehrgeiz, und sein politisches Erbe kennt keinen Vergleich. Auch Napoleons Freunde wie Feinde werden in dieser Graphic Novel vorgestellt, Joaquín Murat, Talleyrand, Jean-Baptiste Bernadotte usw. Leider geht es fast ausschließlich um Schlachten und das größte Erbe Napoleons wird ausgeklammert: der Code Civil, der für mich wirklich essentiell ist. Zeichnerisch stark illustriert, Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Napoleon von Noël Simsolo und Jean Tulard 

Rezension - Die letzten Tage der Raubtiere von Jérôme Leroy

  Es herrscht Chaos in Frankreich: Eine Dürre ist ausgebrochen und das Wasser wird knapp, Waldbrände sind kaum zu bändigen, Gelbwesten blockieren die Straßen, Impfgegner machen mobil; die Polizei setzt einen brutalen Lockdown durch … Emmanuel Macron im Rock mit langen blonden Haaren, mit Namen Nathalie Séchard: Die Präsidentin ist müde, hat ihren Job satt und will zur nächsten Wahl nicht mehr kandidieren; sie will lieber mit ihrem sehr jungen Liebhaber mehr Zeit verbringen. Die Nachricht schlägt wie eine Bombe ein und das Messerstechen um eine:n neue:n Kandidat:in ist eröffnet. Kandidaten, die mit allen Tricks agieren, ihre Gegner versuchen auszuschalten, dabei über Leichen gehen. Polit-Noir, ein fast apokalyptischer Ritt durch die französische Politszene … eine vorstellbare bitterböse Kriminalliteratur, Noir-Thriller. Wollen wir hoffen, dass dies nur ein Roman bleibt! Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Die letzten Tage der Raubtiere von Jérôme Leroy

Rezension - Mistral von Maria Borrélys

  Ein Buch wie ein Gesang auf die Natur  Ein Klassiker der französischen Literatur, erstmals 1930 erschienen, in großartiger Neuübersetzung. Ein malerisches Dorf im Tal der Haute Provence; der unerbittliche Mistral macht den Menschen das Leben schwer. Marie lebt glücklich auf einem Bauernhof in den Bergen im Kreise ihrer Familie. Eines Tages kreuzt ihr Weg den von Olivier. Marie ist verliebt – sie küssen sich; und sie macht sich Hoffnung, schreibt ihm einen Liebesbrief. Dann hört sie, er heiratet eine andere. Gleichzeitig beschreibt Maria Borrély die wilde Schönheit der Haute Provence in allen sinnlichen Facetten – Nature Writing. Der Mistral singt, heult, peitscht und macht das Leben an manchen Tagen unerträglich, fordernd den Menschen viel ab. Eine schmale, dafür kraftvolle Novelle, der für Freunde des Nature Writings und für Provence-Fans sicher ein Leckerbissen ist.  Weiter zur Rezension:    Mistral von Maria Borrélys 

Rezension - Aquitania von Eva Garcia Sáenz

  Das Blut der Könige Wir schreiben das Jahr 1137: Der erste Troubadour, der Herzog von Aquitanien und der Gascogne, der umkämpftesten Region Frankreichs, wird  tot aufgefunden. Seine Leiche ist durch den ‹Blutadler› entstellt, eine alte normannische Foltermethode. Er wurde vergiftet. Seine Tochter Eleonore hält den Dicken König, Louis VI. von Frankreich, für den Mörder. Die Dreizehnjährige soll den Thron übernehmen, weiß aber genau, dass sie als unverheiratete junge Frau einen schweren Stand haben wird. Der historische Roman behandelt die Jugendjahre einer schillernden Persönlichkeit, Elenore von Aquitanien, die Louis VII. heiratet, auch das Wirken von Suger von Saint-Denis ist Teil der Geschichte. Das Buch und die Ehe enden bei der Scheidung von Louis. Noch im gleichen Jahr heiratet Eleonora den Heinrich von Anjou, der englischer König werden wird, ihre Söhne sind u. a. Richard Löwenherz, Johann Ohneland. Ein spannender Roman um das Blut der Könige. Empfehlung Weiter zur Rez...

Rezension - Meine Île de Ré von Bernd Eilert

  Der Inselurlaub der Kindheit ist nicht in guter Erinnerung. Und doch hat Bernd Eilert ziemlich viele Inseln bereist, von denen er uns berichtet. Auf die Île de Ré hat ihn seine Frau geführt. Ihr Charme äußert sich für den Autor durch den Mangel an offensichtlichen Sehenswürdigkeiten und zur Show getragenem Schischi. Die einzigen Sixpacks, die auf der Insel zur Schau getragen würden, findet man hier auf gerunzelten Stirnen. Ein idealer Ort für Müßiggänger und Entdecker! Ein Plauderbuch über Gott und die Welt, voller Literaturzitate. Die Île de Ré ist eher ein kleines Nebenprodukt. Ein Buch fürs Dolcefarniente und Leser, die den Plauderer mit seinem subtilen Humor genießen. Weiter zur Rezension:    Meine Île de Ré von Bernd Eilert

Rezension - Glücksorte in der Bretagne von Dagmar Beckmann und Christoph Potting

  Ich bin megaenttäuscht von diesem Buch. Was habe ich erwartet? Glücksorte in der Bretagne, beschrieben als Reiseberichte mit Erlebnissen, Orte neben dem üblichen Tourismus, Glücksgefühle im Text, Begeisterung für etwas, eine persönliche Note. Was finde ich vor: Distanzierte Ortsbeschreibungen, wie man sie in jedem Reiseführer liest, wobei in manchen Guides mehr Emotion hochkommt. Die beschriebenen Orte gehören zudem zu den üblichen Verdächtigen.  Weiter zur Rezension:  Glücksorte in der Bretagne von Dagmar Beckmann und Christoph Potting