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Posts mit dem Label "Autobiografie" werden angezeigt.

Rezension - I‘m Glad My Mom Died von Jennette McCurdy

  Meine Befreiung aus einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung Sie ist sechs Jahre alt, als die in Hollywood lebende Jennette von ihrer Mutter Debora von einem Casting zum nächsten schleppt: Sie soll ein Star werden. Homeschooling, Tanzkurse, Gesangsunterricht, Schauspielunterricht, Autitions, Castings, Recalls – von einer Agentur zur nächsten. Rollen lernen. Die ersten kleinen Besetzungen in Werbung und Nebenrollen kommen herein, und sie wird ein Kinderstar. Das Leben von der kleinen Jennette ist durchgetaktet. Ich würde es als Kinderarbeit bezeichnen. Denn ihr Einkommen trägt zum Familieneinkommen bei, ist der Hauptanteil. Es ist erschütternd zu sehen, wie die narzisstische Mutter das Kind indoktriniert, klein hält und dressiert. Die andere Seite des Ruhms, das Leiden von Kinderstars. Eine lesenswerte Biografie. Weiter zur Rezension:      I‘m Glad My Mom Died von Jennette McCurdy

Rezension - Ich will doch nur frei sein von Filimon Mebrhatom

  Filimon Mebrhatom wagte mit 14 Jahren die Flucht aus Eritrea, da er nicht zum Militär eingezogen werden will, in den Krieg ziehen, und weil es in dem Land weder Meinungsfreiheit noch Bildungschancen gib. Seine Reise nach Libyen wird zur Odyssee; immer wieder wird er gefangen genommen, verkauft wie ein Sklave, immer wieder müssen seine Verwandten für ihn zahlen, damit er nicht umgebracht wird. Dem Tod mehrmals knapp entronnen, berichtet die Autobiografie von seinem Weg aus Eritrea: in Äthiopien direkt ins Gefängnis; im Sudan eine höllische Fahrt durch die Sahara; in Libyen vom IS gefangen genommen; in einem überfüllten abgewrackten Kahn über das Mittelmeer nach Italien ins Flüchtlingscamp; ausgebüchst mit dem Ziel Dänemark, ist er schließlich in München gelandet. Eine typische Flüchtlingsgeschichte von einem, der die Flucht überlebte. Jugendbuch ab 14 Jahren. Weiter zur Rezension:    Ich will doch nur frei sein von Filimon Mebrhatom

Rezension - Im Morgen wächst ein Birnbaum
 von Fikri Anýl Altýntaş

  Dieser Roman ist letztlich eine Autobiografie, in der Fikri Anýl Altýntaş Stereotypen der Männlichkeit untersucht und sich Stück für Stück von seinem kulturellen Erbe löst. Er wächst als Sohn türkischer Eltern in einer hessischen Kleinstadt auf. Es ist eine Kindheit inmitten von Sozialwohnblocks, später mit dem eigenen Haus, geprägt von dem drängenden Wunsch, «deutsch» zu sein und der bitteren Enttäuschung über die Realität in Deutschland. Ein Wechselbad der Kulturen. In Fikri Anýl Altýntaş wächst die Sehnsucht, gesehen zu werden und einen eigenen Weg als türkisch-muslimischer Mann zu finden, ganz ohne toxische Männlichkeit. Es ist aber auch eine Geschichte über Diskriminierung und Rassismus. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Im Morgen wächst ein Birnbaum
 von Fikri Anýl Altýntaş

Rezension - Kochen am offenen Herzen von Max Strohe

  Lehr- und Wanderjahre  Max Strohe ist Schulabbrecher und Kochlehrling aus Sinzig am Rhein. Er hat die zweifelhafte Gabe, alles vor die Wand zu fahren. Erst mit fünfzehn begegnet er seinem Vater, ein Lebemann und Antiquitätenhändler. An seiner Seite lernt er Gourmettempel kennen. Vom Koch aus der Provinz zum Sternekoch mit Bundesverdienstkreuz. Doch ich war enttäuscht von diesem Buch – eine Autobiografie, die dort abbricht, wo es meiner Meinung nach interessant wird: Auf dem Weg nach oben. Offen und ehrlich beschreibt er die Zeit als Schnitzelkoch davor: Sex and Drugs and Rock`n Roll bestimmen sein Leben; Marihuana, Koks, Speed. So genau in den Einzelheiten hat mich dies nicht interessiert. Heute betreibt er das «tulus lotrek» in Berlin, das einen Michelin-Stern erhielt, ist in der «Kitchen Impossible» im TV zu sehen. Bis dahin hat das Papier nicht gereicht. Weiter zur Rezension:    Kochen am offenen Herzen von Max Strohe 

Rezension - Chinesisches Roulette von Desmond Shum

  Ich war etwas überrascht, nach dem Klappentext eine Autobiografie vorzufinden, die von Desmond Shum. Aber nichtsdestotrotz ist gerade dieses ein gutes Beispiel, um in die wirtschaftliche Entwicklung Chinas der letzten Jahre einen Einblick zu bekommen. Desmond Shum heiratete die erfolgreiche Geschäftsfrau Whitney Duan, die mit dem «politischen Adel» in bester Verbindung stand, «guangxi» mit Tante Zhang betrieb. Desmond Shum deckt dieses System der Korruption einer breiten Öffentlichkeit auf, damit wir es verstehen, und um uns zu warnen. Ein sehr interessantes erzählendes Sachbuch – eine aufschlussreiche Autobiografie. Empfehlung! Shum ist mit seinem Sohn nach Großbritannien gezogen. Seine Frau blieb in China – war eines Tages verschwunden. Weiter zur Rezension:    Chinesisches Roulette von Desmond Shum

Rezension - Wie ich das chinesische Lager überlebt habe von Gulbahar Haitiwaji und Rozenn Morgat

  Seit Jahren lebt Gulbahar Haitiwaji mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Paris. Eines Tages erhält sie einen Anruf aus Xinjiang: Sie müsse dringend nach China kommen, um Dokumente für ihre Rente zu unterschreiben, das persönliche Erscheinen sei unumgänglich. Gulbahar Haitiwaji bucht eine zweiwöchige Reise und landet im Gefängnis. Sie ertrug Verhöre, Folter, Hunger und kafkaeske Zersetzungsmethoden, kehrt erst drei Jahre später zurück. Der Vorwurf: Man zeigte ihr ein Foto. Ihre Tochter sei eine Terroristin, da sie an einer uigurischen Versammlung in Paris teilgenommen hatte. Peking nennt die Gefängnisse «Ausbildungszentren». Eine unabhängige internationale Untersuchung der Lager ist nicht zugelassen. Völkermord, Genozid in China, das Auslöschen von Kulturen und Religionen, eine tägliche Verletzung der Menschenrechte. Weiter zur Rezension:    Wie ich das chinesische Lager überlebt habe von Gulbahar Haitiwaji und Rozenn Morgat

Rezension - Ein Ring aus hellem Wasser von Gavin Maxwell

  Meine Jahre an Schottlands wilder Westküste Ein Klassiker des Nature Writing – was für ein Kultbuch! Was für ein «crazy» Typ! Das Buch erschien erstmals 1960 im Original, 1964 in der Übersetzung, wurde 1969 unter dem Titel «Mein Freund, der Otter» verfilmt. Maxwell, der ein altes Cottage zu bezieht, das ehemalige Heim eines Leutturmwärters, abgelegen in wilder Natur. Der, der mit den Ottern lebt: Mijbil und Edal. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Ein Ring aus hellem Wasser von Gavin Maxwell

Rezension - Köstliches und Kostbares von Maryse Condé

  Kulinarische Reisen Maryse Condé, geboren1937 in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe, ist eine der wichtigsten Autorinnen der Frankophonie. 2018 erhielt sie den alternativen Nobelpreis, Ihr Buch « Mein Lachen und Weinen » hatte ich kürzlich vorgestellt. In ähnlicher Tonalität ist auch dieser Band verfasst. Schon früh interessierte sich Maryse Condé für das Kochen. Für ihre Mutter befremdlich – eine Sache, die Angestellte zu erledigen haben. «Nur Dummköpfe begeistern sich fürs Kochen.» Doch sie steckt weiterhin den Kopf in die Töpfe, riecht, schmeckt und aus ihr wird später eine leidenschaftliche Köchin werden. Neben den kulinarischen Reiseerinnerungen beschreibt sie ihre Eindrücke zu den vielen Ländern der Welt, die sie besuchte, einschließlich ihrer Wahrnehmung zu Land und Menschen. Empfehlung!  Weiter zur Rezension:    Köstliches und Kostbares von Maryse Condé

Rezension - An das Wilde glauben von Nastassja Martin

  Der Prosa-Roman basiert auf eine wahre Begegnung: Auf einer Forschungsreise wird die 29-jährige Anthropologin Nastassja Martin in den Wäldern Kamtschatkas von einem Bären angefallen und schwer verletzt. Ihr Kopf steckt im Schlund des Bären, er beißt zu, sie hört ihren Kiefer knacken, wehrt sich mit ihrem Eispickel – und dann lässt der Bär sie frei, macht sich von dannen. Wie durch ein Wunder überlebt Nastassja. Die lange Zeit im Krankenhaus lässt sie erinnern und fantasieren – Nature Writing, Wissenschaft, Angstbewältigung, Autobiografie – eine interessante Mischung von allem. Weiter zur Rezension:    An das Wilde glauben von Nastassja Martin