Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Gesellschaftsroman" werden angezeigt.

Rezension - Reservoir Bitches von Dahlia de la Cerda

Intro erstellt mit KI Wütend, laut, brutal – und verdammt gut. Schon der Titel macht klar, dass dies kein Buch ist, das es sich nicht um einen romantischen Liebesroman handelt. Dahlia de la Cerda schreibt über Frauen in Mexiko , über Gewalt, Armut, Klasse, Abtreibung, Drogen und Femizide – und über eine Gesellschaft, in der es einen gewaltigen Unterschied macht, auf welcher Seite der Gesellschaft man geboren wird. Kurzgeschichten, die ein Geflecht bilden. Ein Noir , Kriminalliteratur , Gesellschaftsroman , nichts für schwache Nerven. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Reservoir Bitches von Dahlia de la Cerda

Rezension - Sommer 24 von Navid Kermani

  Gesprochen von Jens Harzer Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer, 4 Std. und 37 Min. Diesen autofiktionalen Roman in seiner Gesamtheit zu beschreiben, fällt schwer. Wie ist es, wenn sich die vertraute Welt auflöst, wenn das, was gestern noch normal war, heute nicht mehr gilt? Navid Kermani fängt diesen Moment in einem einzigen Sommer ein: Ein Freund, der zuletzt politisch auf Abwege geraten war, hat sich das Leben genommen. Die Kriege rücken näher und die Debatten werden schriller, die Welt erstickt im Chaos. Mit dem Anfang habe ich mich schwergetan, weil Kerman die vielen politischen Geschehnisse aufsammelt und vom Weltgeschehen berichtet. Es klingt eher sachbuchartig und erschlägt fast mit Information. Neben dem depressiven Weltgeschehen wird der erzählende Schriftsteller von persönlichen Krisen überrollt. Weiter zur Rezension:    Sommer 24 von Navid Kermani

Rezension - Desolation Hill von Garry Disher

  Ein Constable-Hirschhausen-Roman (4) Eine Mutter, Dr. Van Sant, ist auf der Suche nach ihrem Sohn, einem Backpacker, der sich plötzlich nicht mehr bei ihr gemeldet hat. Hirsch fährt mit ihr zu seinem ehemaligen Arbeitgeber und trifft auf knorrige Farmer, die sich als Schwurbeler entpuppen, angeführt von einer schießwütigen Farmersfrau, bei der der Abzug ziemlich locker hängt. Hirsch wird sogleich zu einem Brand gerufen, ein dilettantisch angezündeter Koffer im Straßengraben. Keine große Sache - bis Hirsch eine Leiche darin entdeckt. Kann dies der vermisste junge Mann sein? Dr. Van Sant, die immer noch in seinem Auto hockt, entpuppt sich am Tatort als versierte Forensikerin . Ein literarischer Krimi vom Feinsten aus Australien , ein Gesellschaftsportrait. Weiter zur Rezension:    Desolation Hill von Garry Disher 

Rezension - Ein Film (3000 METER) von Víctor Català

  Als Nonat Ventura in einer kalten katalanischen Nacht seinen Weg in das Haus des Fischers findet, will er die Wahrheit wissen. Die Frau des Fischers hatte ihn vor langer Zeit gefunden, getauft und im Waisenhaus abgegeben. Als Jugendlicher landete er bei einem Schlosser in Girona, der ihn als Lehrjungen aufnahm und in sein Herz schloss. Die alte Fischersfrau traut dem jungen Mann nicht, der glaubt, von edler Abstammung zu sein und sein Recht bei seinen Eltern einfordern will. Der Leser erfährt seine Geschichte; Nonat muss davonziehen, ohne zu wissen, wo seine Wurzeln liegen – denn die Alte hatte geschworen, das Geheimnis nicht zu verraten. Er wird nach Barcelona aufbrechen, Karriere als Schlosser machen und als Langfinger. Ein wundervoller katalanischer Klassiker, Kriminalliteratur, ein Gesellschaftsroman, aber auch als Entwicklungsroman, ein Coming-of-age. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Ein Film (3000 METER) von Víctor Català

Rezension - Der Gott des Waldes von Liz Moore

Im August 1975 findet wie jedes Jahr ein Sommercamp in den Adirondack Mountains für Kinder und Jugendliche statt. Als Barbara eines Morgens nicht wie sonst in ihrer Koje liegt, beginnt eine großangelegte Suche nach der 13-Jährigen. Barbara ist keine gewöhnliche Teilnehmerin: Sie ist die Tochter der reichen Familie Van Laar, der das Camp und das umliegende Land in den Wäldern gehören. Viele Jahre zuvor verschwand hier der achtjährige Bear, ihr Bruder, der seit 14 Jahren vermisst wird. Hängen die Vermisstenfälle zusammen? Liz Moore zeigt mit ihrem literarischen Krimi ein Gesellschaftsbild, bei dem Frauen nichts zu sagen haben. Spannender Gesellschaftsroman, ein komplexer Kriminalroman. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Der Gott des Waldes von Liz Moore

Rezension - Die letzte Französin von Jérôme Leroy

  Ein rasanter Kriminalroman, der so richtig fetzt! Man hat kaum Zeit, Luft zu holen. In einer Hafenstadt im Nordwesten Frankreichs will Capitaine Mokrane Méguelati von der Terrorabwehr einen Informanten treffen. Sein ungutes Gefühl wird bestätigt, als, kaum dass er in der Bar ankommt, ein Sturmtrupp das Feuer auf ihn und den Informanten eröffnet. Er entkommt als einziger dem Massaker, rennt um sein Leben, hält einen Polizeiwagen an. Brigadier Richard Garcia von der Police Municipale sieht nur die Waffe, und vor Angst erschießt er den Captain. Das alles auf den ersten Seiten. Dieser Politkrimi hat lediglich 101 Seiten. Jérôme Leroy hat die Geschichte extrem verdichtet und trotzdem seinen Figuren eine Tiefe gegeben. Großartig geschrieben, Hardboiled, Noir, «bald liegt eine Menge Hirn auf dem Asphalt»; ein Krimialroman, der gleichzeitig ein Gesellschaftsroman ist. Unbedingt lesen, extrafeine Kriminalliteratur! Weiter zur Rezension:    Die letzte Französin von Jérôme Lero y

Rezension - Zauberberg 2 von Heinz Strunk

  Dieser Roman ist Heinz Strunks Hommage an Thomas Manns «Zauberberg»: Der Protagonist, Jonas Heidbrink, ein Erfolgsmensch, ein IT-Entwickler. Schon vor dem Dreißigsten hat er sein Start-up versilbert; arbeiten muss er sein Leben lang nicht mehr. Er fühlt sich derzeit schlecht, Langeweile und Lustlosigkeit überfällt ihn, Angst vor der Zukunft, Angst vorm Älterwerden und allem Weltschmerz. Und so begibt er sich eines kalten Januartages in die mecklenburgische Einöde einer Sumpflandschaft, checkt für 30 Tage (dabei wird es nicht bleiben) in ein Sanatorium ein. Nobel, aber eben doch: Klinik, für Menschen mit dem einen oder anderen Knacks. Ein guter Gesellschaftsroman, Satire im strunkschen Ton – aber nicht sein bestes Buch. Weiter zur Rezension:    Zauberberg 2 von Heinz Strunk

Rezension - Demon Copperhead von Barbara Kingsolver

  Gesprochen von Fabian Busch Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 20 Std. und 39 Min. Ein Trailer in den Wäldern Virginias. Das Land der Tabakfarmer und Schwarzbrenner, der «Hillbilly-Cadillac»-Stoßstangenaufkleber an rostigen Pickups, aufgegeben von sämtlichen Superhelden und dem Rest der Nation. Hier kommt Demon Copperhead zur Welt. Seine Teenie-Mutter ist frisch auf Entzug, der Vater tot. Ein starker Charakter mit großer Klappe und einem zähen Überlebenswillen schlägt sich durch: Er lebt in Armut mit einer Junkie-Mutter, ein gewalttätiger Stiefvater kommt dazu, es folgen Pflegefamilien mit Gewalt, Missbrauch, Kinderarbeit. Aufwärts geht es mit Comiczeichnen, Football; weiter geht es mit Drogensucht durch Oxi und Meth, erste Liebe und unermesslicher Verlust. Ein Bildungsroman, der berührt, kraftvoll erzählt. Empfehlung. Weiter zur Rezension:  Demon Copperhead von Barbara Kingsolver 

Rezension - Revanche von Kiko Amat

  Dies ist ein hammerharter Gesellschaftsroman über die Hooligan-Gangster-Szene von Barcelona. Sogenannte Fußballfans, die den Sport als Vorwand nehmen, um sich mit ähnlich gestrickten rivalisierenden Anhängern zu prügeln oder die Polizei in Schlachten zu verwickeln. Aber es ist nur eine Gruppe von vielen in Barcelona. Typen, die in den ärmsten Vierteln aufgewachsen sind, sich für den kriminellen Weg entschieden haben. Liebe und Rache, unbändige Wut treibt die Protagonisten voran. Der Lesende reitet brachial mit einem Höchstmaß an Adrenalin auf einer Welle von Vulgarität, Schmerz und Gewalt. Ein spannender Noir-Kriminalroman. Kriminalliteratur vom Feinsten aus Spanien! Weiter zur Rezension:    Revanche von Kiko Amat

Rezension - Durch die dunkelste Nacht von Hervé Le Corre

  Noir pur, Hardboiled – ein Krimi für starke Nerven, der in drei Perspektiven geteilt ist, die sich begegnen werden. Jourdan, ein desillusionierter Polizeikommandant, kann den ganzen Dreck, der ihm täglich auf Bordeaux Straßen begegnet, nicht mehr sehen. Die alleinerziehende Louise, die sich nach dem Unfalltod ihrer Eltern und Jahren in der Drogenszene mühsam ein neues Leben mit ihrem kleinen Sohn aufgebaut hat, wird immer wieder von ihrem Ex bedroht, der ihr auflauert, sie verprügelt. Ein Killer - von zerstörerischer Wut getrieben - ermordet in den Straßen von Bordeaux Frauen. Jede der drei Protagonist:innen durchlebt ihre eigene, ihre dunkelste Nacht … Jeder dieser Figuren hat Gewalterfahrung, die etwas aus ihnen macht. Das ist realistisch beschrieben, ohne voyeuristisch daherzukommen. Meine Empfehlung für diesen politischen Gesellschaftsroman. Weiter zur Rezension:    Durch die dunkelste Nacht von Hervé Le Corre 

Rezension - NOVA von Fabio Bacà

  Als der Neurochirurg Davide Ricci ein Restaurant betritt, in dem er mit seiner Familie verabredet ist, befindet sich seine Frau bereits dort, wird in diesem Augenblick von einem Mann massiv belästigt. Anstatt ihr zur Hilfe zu kommen, erstarrt Davide, versteckt sich dann hinter einer Gruppe von Touristen, hofft, dass sein Sohn ihn nicht erkannt hat. Ein fremder Mann hilft Barbara gegen diesen extrem übergriffigen Mann, packt ihn, schiebt ein Messer zwischen seine Beine und hält ihm eine Ansprache über sein Benehmen. Davide gesteht sich selbst, er sei ein Feigling. Ist Gewalt eine Lösung? Gut geschrieben der Gesellschaftsroman, aber thematisch abschweifend in Einzelgeschichten. Weiter zur Rezension:    NOVA von Fabio Bacà

Rezension - Die weiße Rose von B. Traven

  Rings um die Hacienda Rosa Blanca in Mexiko, im Besitz von Hacinto Yañez, wird nach Öl gebohrt, was aber die Farm, die ganz im Einklang mit der Natur bewirtschaftet wird, bisher wenig beeinträchtigt hat. Ihre Bewohner führen ein gutes und bescheidenes Leben, die Farm ist ihnen Heimat und Zukunft. Chaney C. Collins, Präsident der Condor Oil Company, bietet Hacinto Yañez einen unverschämt hohen Preis für seine Hacienda an, unter deren Boden ein reiches Ölvorkommen liegt. Doch der will nicht verkaufen, weil er Verantwortung für seine Familie und die Familien der Landarbeiter hat. Grandiose Erzählung, die erklärt, wie Kapitalismus funktioniert. Weiter zur Rezension:    Die weiße Rose von B. Traven

Rezension - Wellness von Nathan Hill

  Gesprochen von Uve Teschner Ungekürztes Hörbuch Spieldauer: 21 Std. und 9 Min. Als Jack and Elizabeth 1993 ein Paar werden, spricht alles gegen sie. Doch der junge Fotokünstler und Kunstdozent mit ländlichen Wurzeln und die Psychologiestudentin aus gutem Hause heiraten - und erleben in der vibrierenden Kunstszene Chicagos aufregende erste Jahre. Tobi wird geboren, ein Kind mit Anlaufschwierigkeiten, man zieht in die Vorstadt. Nicht alles läuft glatt in dieser Ehe. Inmitten von Achtsamkeitsseminaren, polyamourösen Bekanntschaften, schrillen Immobilienträumen und Entfremdung droht ihre Ehe zu scheitern. Ein grandioser Gesellschaftsroman, Bildungsroman, zeitgenössische Literatur vom Feinsten! Weiter zur Rezension:    Wellness von Nathan Hill

Rezension - Martha und die Ihren von Lukas Hartmann

  Lukas Hartmann hat hier einen autofiktionalen Roman geschrieben, die Geschichte von Martha (real sie einen anderen Namen, ebenso die anderen Familienmitglieder so schreibt er), die seiner Großmutter und deren Kinder. Martha ist eine beeindruckende Frau, die es aus ärmsten Verhältnissen zu bescheidenem Wohlstand gebracht hat. Nach dem Tod ihres Vaters wird sie als «Verdingkind» bei einer Bauernfamilie im Berner Umland untergebracht. Und das lässt sie nie los: Keine Schwäche zeigen. Arbeiten ohne Unterlass. Hart sein zu sich und anderen. Das prägt auch ihre Söhne, die es in der Nachkriegszeit unbedingt zu etwas bringen wollen. Und ihre Enkel, die dagegen rebellieren und es erstmals wagen, sich ein anderes, ein freieres Leben zu erträumen. Ein feiner Familienroman, Gesellschaftsroman aus der Schweiz zum Thema Verdingekinder. Weiter zur Rezension:    Martha und die Ihren von Lukas Hartmann

Rezension - Supermarkt von José Falero

  Da wohnt man in den Favelas Brasiliens in einer Schabracke am äußersten Rand von Porto Alegre, arbeitet fleißig jeden Tag mit Überstunden, selbst die Mama, mit der man zusammenwohnt, arbeitet – und das Gehalt reicht nicht mal aus, ein kaputtes Türschloss zu reparieren. Irgendwas ist falsch im System! Er will nicht kriminell werden, sich den Gangs anschließen, sondern sein Einkommen erarbeiten. Doch soll er in diesem Hamsterrad weiterrennen bis zum Ende seines Lebens? Pedro hat eine Idee, die er seinem Kumpel Marques im Supermarkt erklärt. Und so entwickeln sie ein kleines Nebengeschäft mit Gras mit immer weiter steigenden Umsätzen … Ein moderner Schelmenroman, ein Gesellschaftsroman, ein Kriminalroman über den Aufstieg und Fall zweier Männer und ihrer Familien aus dem Nichts. Klasse! Weiter zur Rezension:     Supermarkt von José Falero

Rezension - Heiligenbilder und Heuschrecken von Layla Martínez

  Ein abgelegenes Dorf in den Bergen östlich von Madrid: Eine Enkelin und ihre Großmutter leben in einfachsten Verhältnissen im alten Haus der Familie – mit Misstrauen beäugt von den restlichen Dorfbewohnern. Der Vater der Großmutter hatte das Haus für seine Frau gebaut – die hat es bezahlen müssen mit harten Schlägen. Der Mann war ein Schuft, ein Lude, das Haus wurde gebaut mit dem Geld, das die Frauen ihm einbrachten – auf dem Leid von Frauenseelen, Stein für Stein. Herrlich makaber, sehr feine spanische Literatur, ein Gesellschaftsroman, ein Familienroman, auch ein Kriminalroman, ein leiser Thriller, was sich aber erst Stück für Stück herauskristallisiert. Absolute Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Heiligenbilder und Heuschrecken von Layla Martínez

Rezension - Am Meer von Elizabeth Strout

  Die Lucy-Barton-Romane (Band 4) Lucy Barton erzählt uns mehr aus ihrem Leben, in ihrer feinsinnigen, von den Härten des Lebens nicht immer verschonten Heldin. Ihr Ex-Mann William («Oh William»), ein Naturwissenschaftler, Parasitologe, hat eine Ahnung, was mit dem unbekannten Virus auf die Menschen zurollen könnte und mietet ein Haus am Meer in Crosby, in Maine, in das er Lucy mitnimmt, gelegen auf einer abgelegenen Landzunge, weit weg von allem. Für ein paar Wochen nur, bis alles vorbei ist – aber schnell ist ein Jahr vergangen … Die beiden New Yorker verbringen den gesamten langen Lockdown in Maine; altvertraut, aber doch wieder neu im engen Zusammenleben. Und während dieser Zeit in Maine wird eine Menge passieren. Weiter zur Rezension:    Am Meer von Elizabeth Strout

Rezension - Die Gebärmutter von Sheng Keyi

  Acht Frauen aus vier Generationen einer Familie, die während des 20. und 21. Jahrhunderts in einem Dorf in der Provinz Hunan aufwachsen, stehen im Mittelpunkt dieses Romans. Großmutter Qi ist in der Qing-Dynastie groß geworden, zu Zeiten, als man den höher gestellten Mädchen noch die Füße abgebunden hat. Sie kann sich deshalb nur trippelnd fortbewegen, keine weiten Strecken gehen. Früh wird sie verheiratet und wird auch bald Witwe, unterdrückt fortan all ihre eigenen Bedürfnisse. Ihre Tochter Wu Aixiang trifft auch die frühe Witwenschaft, sie muss sich allein um ihren Sohn und die fünf Töchter kümmern, denn sie habte in kürzestem Abstand fünf Mädchen in die Welt gesetzt, «so wie man Bohnen setzt». Ein chinesischer Gesellschaftsroman über die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Empfehlung. Weiter zur Rezension:   Die Gebärmutter von Sheng Keyi

Rezension - Mit zitternden Händen von Malin Persson Giolito

  Gesprochen von: Timo Weisschnur Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 11 Std. und 22 Min. Bei der Polizei geht der Notruf eines Jugendlichen ein. Ein Junge sei in den Hinterkopf geschossen worden, direkt vor seinen Augen. Jugendpolizist Farid Ayad untersucht den Tatort. Wurde der Jugendliche von seinem Freund erschossen? Wie konnte es dazu kommen? - Billy Ali und Douglas «Dogge» Arnfeldt sind seit Kindesbeinen eng befreundet, sie wohnen im gleichen fiktiven Vorort von Stockholm auf. Während Dogge meist von seinen wohlhabenden Eltern allein gelassen wurde, ist Billy, einer armen Einwandererfamilie stammend, behütet aufgewachsen. Als kriminelle Banden das Viertel mehr und mehr beherrschen, werden beide Jungen von mafiös organisierten Gangs rekrutiert. Der Kriminalroman ist eine Milieustudie. Ein leiser Krimi, der gleichzeitig mit viel emotionaler Wucht geschrieben ist. Empfehlung!  Weiter zur Rezension:   Mit zitternden Händen von Malin Persson Giolito

Rezension - Zwei Sekunden brennende Luft von Diaty Diallo

  Jugendliche in den Banlieues von Paris sind selten weiß. Und wer dunkelhäutig ist, der ist am Arsch – besonders wenn die Polizei vorbeischaut. Da wird bereits eine Ausweiskontrolle zum Martyrium, als hätte man eine kriminelle Vereinigung mit hochexplosiven Gangstern hochgenommen. Diaty Diallo thematisiert in ihrem Roman den allgegenwärtigen Rassismus, Polizeigewalt und Ausgrenzung in den französischen Metropolen. Sie findet ihren eigenen Sprachsound – und der ist klasse! Zwischen Jugendsprache und literarisch-poetischen Abschnitten, mit bravourösen Satzkonstruktionen und Metaphern, musikalischen Einlagen, klingt dieses Buch authentisch auf besondere Weise, und sie gibt den Jugendlichen in den verwaisten Vorstädten eine Stimme. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Zwei Sekunden brennende Luft von Diaty Diallo