Rezension
von Sabine Ibing
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| Intro mit KI erstellt |
Der Tote mit dem Silberzeichen von Robert Galbraith
Gesprochen von Dietmar Wunder
Die Cormoran-Strike-Reihe, Band 8
Ungekürztes Hörbuch, 31Stunden, 57 Minuten
Ich mag Cormoran Strike. Ich mag Robin Ellacott. Knapp 32 Stunden Hörbuch? Gerne, dachte ich. Hinterher hätte ich einige davon gerne zurückgehabt. «Der Tote mit dem Silberzeichen» war für mich okay. Nicht schlecht, aber eben auch nicht so spannend, wie ich es von dieser Reihe gewohnt bin. Das größte Problem ist der Umfang. Ein Drittel weniger hätte der Geschichte ausgesprochen gutgetan. Dabei beginnt der Fall vielversprechend. Im Tresorraum von Ramsay Silver, einem traditionsreichen Silbergeschäft nahe der Freemasons’ Hall, wird nach einem Einbruch eine verstümmelte Leiche gefunden. Die Polizei hält den Toten für den verurteilten Einbrecher William Wright. Decima Mullins glaubt das nicht. Ihr Freund Rupert Fleetwood ist verschwunden, und sie befürchtet, dass er dort im Tresorraum liegt.
Ein Toter mit ungeklärter Identität
Also beauftragt sie Cormoran Strike. Der vermutet zunächst eher, dass Fleetwood sich davongemacht hat, um gewissen Verpflichtungen zu entgehen. Freunde und Familie geben sich erstaunlich schnell mit der Erklärung zufrieden, Rupert sei in New York. Strike und Robin möchten es genauer wissen. Weil der Leiche Körperteile fehlen und die Überwachungstechnik des Geschäfts nicht zuverlässig funktioniert, lässt sich Decimas Verdacht nicht einfach ausräumen. Dazu kommt die besondere Ausrichtung des Silberhandels: Ramsay Silver ist auf Freimaurersilber spezialisiert. Haben die Freimaurer etwas mit dem Verbrechen zu tun? Bald kommen weitere vermisste Männer hinzu, die ebenfalls als der Tote infrage kommen könnten. Da gibt es einiges zu ermitteln. Für meinen Geschmack bald zu viel.
Wer war jetzt noch einmal wer?
Galbraith schickt immer mehr Menschen ins Geschehen. Neue Verdächtige tauchen auf, weitere Verbindungen müssen geprüft werden. Irgendwann geht es längst nicht mehr nur um Fleetwoods Verschwinden und die Identität der Leiche. Ich versuchte, die Namen auseinanderzuhalten, hörte mir die nächste ausführliche Befragung an und fragte mich zunehmend, welche dieser Geschichten nun wirklich wichtig war. Ein komplizierter Fall stört mich nicht. Ich möchte bei einem Krimi mitdenken und muss nicht gleich wissen, wer dahintersteckt. Hier wurde mir das Ganze allerdings zunehmend mühsam. Die vielen Figuren und Nebenhandlungen verzögern die Aufklärung, ohne dass die Spannung entsprechend wächst. Es wird geredet. Ausführlich. Dann folgt die nächste Befragung, und wieder erfahre ich eine Menge, ohne das Gefühl zu haben, dem entscheidenden Punkt näherzukommen. Irgendwann wurde mir schlicht langweilig.
Strike und Robin: Nun sagt es doch endlich
Über 1200 Seiten sind eben nicht automatisch ein Lesevergnügen. Bei Hier dachte ich öfter: Nicht jede Nebenfigur braucht so viel Aufmerksamkeit, nicht jedes Gespräch muss so ausführlich wiedergegeben werden. Ein Lektorat darf auch bei J. K. Rowling unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith zum Rotstift greifen. Man würde es überleben. Die Geschichte vermutlich sogar besser. Und dann wäre da noch die private Dauerbaustelle. Strike weiß inzwischen ziemlich genau, was er für Robin empfindet. Robin ist mit Ryan Murphy zusammen, hat ihre Gefühle für Strike aber keineswegs ordentlich abgelegt. Die beiden reden über ihre Fälle. Über das, worüber sie dringend reden sollten, eher nicht. Das ewige Zögern nervt. Strike will etwas sagen und tut es dann doch nicht. Robin versucht, mit ihrer Beziehung zu Ryan und ihren widersprüchlichen Gefühlen zurechtzukommen. Dieses ständige Vertagen macht ihre Geschichte für mich nicht aufregender.
Ein hässlicher Fisch
Besonders gefallen hat mir ausgerechnet eine kleine Szene mit dem schwarzen, hässlichen Fisch aus dem Büroaquarium. Strike opfert ihm ein paar Minuten. Viel passiert da nicht, und trotzdem blieb mir dieser Moment im Gedächtnis. Da zeigt sich etwas von dem Menschen, den ich an Strike so mag. Galbraith kann solche beiläufigen Szenen wunderbar schreiben. Sie braucht dafür keine seitenlange Erklärung. Ein wenig Aufmerksamkeit für einen hässlichen Fisch genügt. Davon hätte ich gerne mehr gelesen und gehört, von mancher Befragung weniger. Der Krimi war für mich okay. Die ungeklärte Identität der Leiche ist ein guter Ausgangspunkt, und Strike und Robin begleite ich weiterhin gerne. Diesmal haben mir die vielen Nebenhandlungen allerdings die Freude am Rätseln verdorben. Kein Grund, mich von der Reihe zu verabschieden. Aber beim nächsten Band dürfte J. K. Rowling gerne weniger Papier verbrauchen.

Robert Galbraith ( J. K. Rowling)
Der Tote mit dem Silberzeichen
Die Cormoran-Strike-Reihe, Band 8
Gesprochen von Dietmar Wunder
Ungekürztes Hörbuch, 31 Stunden und 57 Minuten
Krimi, Kriminalliteratur, Englische Literatur
Random House Audio, 2025
Buchausgabe: Blanvalet, 1248 Seiten, 2025
Das strömende Grab von Robert Galbraith
Der Detektiv Cormoran Strike wird von einem besorgten Vater aufgesucht, Sir Colin Edensor, dessen Sohn Will sich im ländlichen Norfolk einer undurchsichtigen Glaubensgemeinschaft angeschlossen hat. Die Universal Humanitarian Church ist nach außen hin eine friedfertige Organisation, die sich für eine bessere Welt einsetzt. Doch es gibt Gerüchte, dass hinter den Mauern nicht alles sauber läuft. Von Zwängen und Gehirnwäsche ist die Rede, doch Aussteiger sind nicht bereit, mit Strike zu reden. Um Beweise zu sammeln, fährt Strikes Geschäftspartnerin Robin Ellacott nach Norfolk, um sich undercover in die Sekte einzuschmuggeln, den Jungen zu befreien. Ein gefährliches Unterfangen … Spannend und authentisch – klasse Kriminalroman!
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Krimis und Thriller
Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller
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