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Posts mit dem Label "lateinamerikanische Literatur" werden angezeigt.

Rezension - Ein Mann namens Loprete von Mariana Travacio

  ‹Ich suche Pepa.› Mit diesen Worten betritt ein Mann namens Loprete die Bar von El Tano in der staubigen Einöde Argentiniens. Fünf Gläser Gin später liegt der Fremde tot am Boden – erstochen im Eifer des Gefechts. Hastig wird er verscharrt. Der junge Manoel hofft, die Sache sei damit erledigt, doch kurz darauf tauchen Lopretes Brüder auf, wollen wissen, wo er steckt. Als sie keine befriedigende Antwort erhalten, kehren sie um, mit der Androhung, mit der ganzen Sippe zurückzukehren. Eine poetisch-brutale Geschichte – und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich diese Vendetta liebe oder grotesk finde – irgendwas von beidem.  Weiter zur Rezension:    Ein Mann namens Loprete von Mariana Travacio

Rezension - Das verschwundene Meer von Carlos Franz

  Zwanzig Jahre, nachdem sie als Richterin abgesetzt wurde und aus ihrem Heimatland Chile nach Berlin floh, kehrt Laura Larco in die Kleinstadt Pampa Hundida zurück, eine in den Weiten der Atacama-Wüste verlorene Oase. Lauras Tochter hatte ihr unangenehme Fragen zu ihrer Stellung während der Pinochet-Diktatur gestellt und war ins Land ihrer Vorfahren zurückgekehrt, um ebenfalls Jura zu studieren. Gleichzeitig kehrt auch Major Cáceres dorthin zurück, der damals, nach dem Militärputsch gegen den Präsidenten Salvador Allende, als Kommandant eines Lagers für politische Gefangene am Stadtrand agierte. Laura nimmt den Posten als Richterin wieder auf, um den Major vor Gericht zu stellen. Wie funktioniert Diktatur und was macht sie aus dir? Ein guter Roman aus Chile, ein wichtiges Werk der lateinamerikanischen Literatur. Empfehlung. Weiter zur Rezension:    Das verschwundene Meer von Carlos Franz

Rezension - Die Cousinen von Aurora Venturini

  Yunas López Kindheit ist alles andere als einfach. Zu Hause ist das Geld knapp, ihre alleinerziehende Mutter ist streng und lieblos, die ein Jahr jüngere Schwester Betina ist eine Belastung für beide. «Meine Schwester litt an einer Wirbelsäulenverkrümmung, von hinten und im Sitzen sah sie aus wie ein buckliges Viech mit kurzen Beinen und sehr langen Armen.» Beide besuchen eine «Schule für Minderbemittelte», Betina bleibt drei Jahre, Yuna sechs. Wegen ihrer Lernschwäche wird Yuna als dümmlich abgestempelt. In der Malerei bringt sie alles zum Ausdruck, was sie bewegt und sie erhält Anerkennung und schafft es, sich selbst aus dieser Familie zu lösen, eigenständig zu werden. Weiter zur Rezension:    Die Cousinen von Aurora Venturini

Rezension - Kathedralen von Claudia Pineiro

  Lía glaubt nicht mehr an Gott. Nicht, seit ihre siebzehnjährige Schwester grausam ermordet wurde, eine Tat, die nie aufgeklärt wurde. Von ihrer streng religiösen Familie in Argentinien fühlte sie sich völlig allein gelassen, und sie brach den Kontakt ab, als sie kurze Zeit danach nach Spanien zog. Ausgerechnet in Santiago de Compostela lässt sie sich nieder, um eine Buchhandlung zu führen – mitten im katholischen Herzen. Lediglich mit dem Vater führt sie einen heimlichen Briefkontakt. Dreißig Jahre später steht plötzlich die ältere Schwester in ihrem Laden, die nach ihrem Sohn sucht. Und dieser Sohn, der nun ebenfalls vor der Familie floh, mit dem Großvater engen Kontakt pflegte, bringt Nachrichten mit, die den Mord wieder aufleben lassen. Ein hervorragender Roman, Kriminalroman zum religiösen Dogmatismus. Weiter zur Rezension:    Kathedralen von Claudia Pineiro

Rezension - Kramp von María José Ferradas

  Mit Entschlusskraft und dem richtigen Anzug ist alles möglich - selbst als Vertreter für Eisenwaren der Marke Kramp in Chile Anfang der 80er Jahre. Der Papa, D., ist Handelsvertreter für Eisenwaren und weil Kinderaugen auch Eisenwarenhändlerherzen schmelzen lassen, nimmt der Vater kurzerhand seine siebenjährige Tochter M. mit auf Verkaufstour, ernennt sie zur Reisevertretergehilfin. M., die Erzählerin, genießt ihren Job. Der Vater schraubt seiner Tochter eine schöne Illusion der Welt in den Kopf. Doch dann nimmt die Reise ein jähes Ende. Wir befinden uns in Chiles schlimmsten Zeiten der Militärdiktatur von Diktatur Augusto Pinochet. Eine feine subtile Novelle. Weiter zur Rezension:    Kramp von  María José Ferradas

Rezension - Cowboygräber - Drei Erzählungen von Roberto Bolaño

  Viele Jahre nach dem Tod des chilenischen Autors Roberto Bolaño fanden sich Jugenderzählungen in seinem Nachlass, die autobiografische Züge haben, sowie Werke aus 2002 oder 2003. Es beginnt mit den frühen Werken, einem vergeblichen Auswanderungsversuch von Chile nach Mexiko, es folgt die geglückte Rückkehr von Mexiko nach Chile, die eine herrliche Schiffsreise nach Valparaiso beinhaltet. 1973 macht sich der 20-jährige Arturo Belano auf den Weg von Mexiko nach Chile mit nur einem Ziel: die linke Revolution Allendes zu unterstützen. Feine lateinamerikanische Literatur, ein Klassiker, zwischen Realität, Traum und Wirklichkeit vermischt bis hin zum Surrealen. Weiter zur Rezension:    Cowboygräber - Drei Erzählungen von Roberto Bolaño

Rezension - Gestapelte Frauen von Patrícia Melo

  Eine junge Anwältin aus São Paulo nimmt eine Stelle im entlegenen Cruzeiro do Sul an, einer Urwaldprovinz, wo sie als Beobachterin an Gerichtsverhandlungen teilnimmt – Prozessen zu brutalen Frauenmorden. Sie arbeitet für eine Organisation, die den juristischen Umgang mit Femziden dokumentiert und anprangert, ein Buch herausbringen will – denn alle Täter kommen frei, werden nie verurteilt – die Frauen sind selbst schuld. Der Roman ist harte Kost! Das auf zwei Ebenen: Die Fälle an sich gehen tief unter die Haut – aber was viel schlimmer ist: Hier ist nichts fiktiv, der Femizid ist tagtägliche Realität! Misogynie ist existent - Frauenrechte fehlen. Weiter zur Rezension:   Gestapelte Frauen von Patrícia Melo

Rezension - Wer nicht? von Claudia Piñeiro

  Erzählungen Bisher hat Claudia Piñeiro Romane veröffentlicht, die mich allesamt begeistert haben. Der «Corriere della Sera» schrieb über sie: «Hitchcock ist eine Frau, und sie lebt in Buenos Aires.». Das finde ich sehr passend, um ihre Romane zu beschreiben. In diesem Band hat sie sechzehn Erzählungen zusammengetragen, sehr unterschiedliche Geschichten, die sie über viele Jahre verteilt geschrieben hat. Wie verhalten wir uns, wenn ein Erlebnis uns den Boden unter den Füßen wegzieht, wenn wir plötzlich in einer unerwarteten, unangenehmen Situation stecken, wenn das Leben eine abrupte Wendung nimmt? Großartige Geschichten über Beziehungen, Geheimnisse und unwiderrufliche Entscheidungen, Ereignisse, mit denen man plötzlich konfrontiert wird, Begebenheiten über Menschen, denen das Leben eine Falle stellt. Weiter zur Rezension:    Wer nicht? von Claudia Piñeiro