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Fake your Goethe von Andreas Verstappen - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing






Fake your Goethe von Andreas Verstappen

Die wahre Geschichte der Literatur


1450: Nach der Erfindung des Bücherregals durch den Schweizer Claude Billy wurde der Wahlstaßburger Johannes Gensfleisch Gutenberg mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern beauftragt, damit die Regale nicht ‹erschröcklich nackt› herumstehen.




Die Geschichte der Literatur ab dem Jahr 0 – hmmm, ob Gott vielleicht? Gut, wir wissen nicht, ob er schreiben konnte. Nachweislich können wir auf das Jahr 2500 vor Christus zurückblicken, nach Mesopotamien, als man auf Tontafeln schrieb. Sich mit dem Gilgamesch-Epos auf eine Lesereise zu begeben, war damals ein Abenteuer, denn es bedurfte einer Karawane mit 30 Kamelen, die die Tontäfelchen durch die Lande trugen. Da verrutschte schon mal die Reihenfolge der Tafeln, Räuber klauten ein Kamel oder Fans ein Täfelchen – so können wir in diesem Buch nachlesen. Die Kulturgeschichte der Literatur! Jetzt habe ich Leute behaupten hören, das seien alles Fakenews. Also bitte, wir sind hier nicht bei Tic-Toc. Das ist ein gedrucktes Buch, und was geschrieben ist, ist wahr – das können wir schon in der Bibel nachlesen. 




Wieder geriet Antoine ins Philosophieren: ‹Man sieht nur mit dem Herzen gut›, lächelte er, ‹aber besser sieht man zweifellos durch das Zielfernrohr eines M1-Garand-Sturmgewehrs!›




Wir erfahren eine Menge humoristisches über die Geschichte von Büchern und Literaturgeschichte. Z. B., dass die Brüder Grimm die Erfinder des Copy & Paste waren. Schon damals tuckerten sie durch die Welt, sammelten Geschichten, gaben sie als deutsche Volksmärchen heraus. Es folgt ein Märchen von den Kanaren. So war das also mit dem Mädchen im Turm, dass die langen Haare als Zopf heraushängen ließ ... Es folgt ein ganzes Kapitel «Die Droste und ihre Spießgesellen.» und die «Höschenschule» – Wer’s mag, ein bisschen platt geraten. «Die Droste sprach zu Schopenhauer: Was lange währt, ist oft von Dauer.» Dann geht es wieder zu Droste und ihren Gesellen – Droste kommt ständig wieder vor. Ein Cartoonband, der die gesamte Literaturgeschichte von den Sumerern an bis ins Jahr 2080 veräppelt, mit einem Schwerpunkt auf Annette Droste Hülshoff. Das ein oder andere Spitzfindige, Witzige ist hier zu finden. In der Summe für meinen Geschmack aber zu flach. Ich hatte mehr erwartet, Tiefsinnigeres, Satirisches. Bei Humor scheiden sich eben die Geister. Die Texte werden begleitet von Illustrationen oder die Illustrationen von Texten ... Andreas Verstappen zeichnet im Comicstil oder bringt Collagen auf’s Papier.





Andreas Verstappen alias VerstAnd, geboren in Willich am Niederrhein, lebt in Merzhausen am Oberrhein. Die Spur seiner Veröffentlichungen führt von der Schiefbahner Schülerzeitung Druckmaschine bis zum Rabenkalender aus dem Hause Haffmans. Seit Jahrzehnten ist Verstappen Hauscartoonist bei der Literaturzeitschrift Am Erker. 2010 erschien im Daedalus Verlag sein Sammelband Spring du Lump. Im gleichen Jahr brachte der Oktober Verlag die inzwischen vergriffene „spekulativwissenschaftliche Studie“ Die Droste und ihre Spießgesellen heraus, die in di


Fake your Goethe von Andreas Verstappen
Die wahre Geschichte der Literatur
Literatur, Humor, Illustrationen
Taschenbuch, 118 Seiten
Verlag Am Erker, 2022







Graphic Novel, Comic, Grafisches  

Für die Fans von Comis / Graphic Novels und sonstigem Gezeichneten, wie Satire. Hier auf dieser Seite zusammengefasst.  Alle Altersgruppen. Graphic Novel, Comic, Grafisches






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