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Rezension - Ich werde das Land durchwandern, das Du bist von Corinna Bille und Maurice Chappaz

Corinna Bille und Maurice Chappaz waren ein Schweizer Liebespaar aus dem Wallis (wohl das unkonventionellste Schriftstellerpaar dieses Landes), Eltern von drei Kindern. Ein Paar, das immer auf Reisen war, häufig separat. Lis Künzli hat ca. ein Drittel des Briefaustausches des Paars herausgesucht und aus dem Französischen übersetzt. Ein Briefwechsel, den ich nicht in einem Zug gelesen habe, da es sehr persönlich ist. Alles in allem ein interessantes Buch mit vielen wundervollen Passagen. Historisch relevant lediglich ein wenig gesellschaftlich, weil Geschichtsträchtiges nicht erwähnt wird. Ein Band für bibliophile und Freunde von Brief-Dokumenten der Literatur.

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Rezension - Fabelhaft getarnt von Frédéric Clément

Tarnung im Tierreich In diesem Sachbilderbuch für große und kleine Naturforscher stellt Frédéric Clément mit wunderschönen Illustrationen Lebewesen vor, die wahre Meister in der Kunst der Tarnung sind. Der eine tarnt sich, um nicht gefressen zu werden, der andere, um sein Opfer zu täuschen. Besonders Schön ist die literarische Art, die Fachinhalte zu präsentieren.

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Rezension - The Big Book of Adventure von Teddy Keen

So überlebst du in der Wildnis! So ganz genau weiß ich nicht, was ich von diesem Buch halten soll  – nein, es gefällt mir nicht besonders, obwohl es recht gute Teile hat – und dafür lesenswert ist. Es ist eine Mischung aus Sachbuch und Abenteuer-Räuberpistolen aus den entlegensten Teilen der Welt. Mir hätte es besser gefallen ohne Seemannsgarn und in Teilen dieser Welt, die einem Achtjährigen nahe sind, um Outdorerfarung zu sammeln.

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Rezension - Die Einsamkeit der Seevögel von Gøhril Gabrielsen

Eine Wissenschaftlerin reist mitten im Winter für mehrere Monate nach Finnmark, dem äußersten Zipfel Norwegens. Die Icherzählerin betreut dort eine Station am Vogelfelsen, die das Klima und dessen Zusammenhang mit dem Schwinden der Zugvögelpopulationen untersucht. Abgeschnitten in der Einsamkeit bleiben ihr nur die wenigen Gespräche mit ihrem Freund Jo zu vereinbarten Zeiten. Atmosphärisch, Sprachlich ziemlich gut gemacht, der Roman kippt die Sprache mit dem inneren Bruch der Protagonistin.

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Rezension - Ein Stück Käse von Judith Auer

Eine uralte Fabel, die fast jeder kennt, die vom Fuchs und dem Raben. Sie wird dem griechischen Dichter Äsop zugeschrieben. Judith Auer hat sie in ganz kurzen Sätzen für Kinder aufgelegt. Wo Zeichnung eine Geschichte erzählt, braucht es nicht viele Worte. Winteratmosphäre, passend zur Jahreszeit, einfache Strukturen und klare Zeichnungen eignet das Buch für Kinder ab 2 Jahren.

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Rezension - Aus den Memoiren eines Mittelschülers von Paul Flora

Ich bin schon ewig ein Fan von Paul Flora, habe viele seiner Ausstellungen besucht – Cartoon, Karikatur, er war ein Satiriker mit spitzer Feder, seine Zeichnungen sind weltberühmt. Er verstarb 2009. In seinem Nachlass fand sich ein Heft, in dem der 18-jährige Paul Flora witzig und äußerst respektlos den Alltag und den 1940 herrschenden Zeitgeist an seinem Gymnasium in Innsbruck festhielt. Die Texte sind amüsant zu lesen und haben keinesfalls ihre Brisanz verloren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Schüler heute noch mit den Texten konform gingen. Sein karikaturistisches Talent war schon zu dieser Zeit sichtbar.

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Rezension - Prisoners von George Pelecanos

Michael Hudson sitzt in U-Haft, angeklagt wegen bewaffneten Raubüberfalls - er war der Fahrer. Im Knast entdeckt es das Lesen für sich, liest u.a. John Steinbeck, Elmore Leonard, James Lee Burke, Wallace Stroby. In den Büchern kann er dem Gefängnisalltag entfliehen, findet Halt und überdenkt sein Leben. Eines Tages steckt ihm ein Gefangener eine Nachricht zu: Phil Ornazian lässt ausrichten, es würde alles gut werden – und dann wird Michael völlig unerwartet entlassen. Der Zeuge, der ihn identifizieren kann, zieht seine Aussage zurück. Michael wohnt bei seiner Mutter, bekommt einen Job, nimmt sich vor, sein Leben umzukrempeln. Ein leiser Noir-Thriller, der es auf allen Ebenen in sich hat.

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Rezension - Herrn Arnes Schatz von Roberta Bergmann & Selma Lagerlöf

Diese Geschichte von Selma Lagerlöf, die 1904 erschien, kannte ich noch nicht. Eine Schauergeschichte, inspiriert durch einen tatsächlich stattgefundenen Raubüberfall auf ein schwedisches Pfarrhaus im 16. Jahrhundert, in der die Autorin das Thema Schuld und Sühne thematisiert – die Gier des Menschen. Die Grafiken von Roberta Bergmann in diesem Buch haben mich beeindruckt: Nordische Kühle, Brutalität, Geister – sie fängt die Szenerie perfekt ein. Ein Leseschatz!

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Rezension - Drei Kilometer von Nadine Schneider

Rumänien 1989, unter der Diktatur von Nicolae Ceausescu und seiner Securitate: In einem Dorf in der Region Banat wohnen viele Donauschwaben. Zu ihnen gehören Anna, Hans und Misch. Die Augustsonne brennt. Banat liegt am Südostrand der ungarischen Tiefebene, die Grenze ist nicht weit – so viele sind schon gegangen – nach Deutschland. Lediglich der Mais steht noch hoch als Schutzschild vor der Grenze nach Ungarn. Nur drei Kilometer. Auch Anna hat Verwandte in der BRD. Hans und Misch – Anna mag sich nicht für einen entscheiden. Beide so verschieden und beide so begehrenswert. Eins haben sie gemeinsam: den Gedanken an Flucht. Bevor der Mais geschnitten ist, müssen sie fliehen. Anna muss entscheiden, mit wem sie gehen will – möchte sie überhaupt die Heimat verlassen? Wem kann sie trauen? Ein Debüt, vor dem man den Hut zieht.

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Rezension - Das Mädchen, das den Sturm ruft von Lindsay Lackey

Red drückt ihre Gefühle durch das Wetter aus – Sturm ist geballte Wut, Verzweiflung. Ist sie wütend, zieht ein Orkan auf. Schwarze Wolken verhängen den Himmel. Sie sitzt zu Beginn beim Jugendamt. Schon wieder wird sie zurückgegeben, wie ein Kleid, das nicht passt oder dessen Farbe nicht kompatibel war. Nun geht es weiter zur nächsten Familie, bis ihre Mutter aus dem Gefängnis entlassen wird, nur noch etwas über dreihundert Tage. Wird die neue Familie, die auf der Farm einen Streichelzoo hat, mit Red klarkommen oder wird ein Orkan durch die Landschaft pflügen? Was passiert, wenn die Mutter aus dem Knast kommt? Ein empathisches Buch zum Thema Pflegekind, das mich in der Sprache begeistert hat und in der Art, wie die Autorin die Wut umgesetzt hat: Lüftchen, Wind, Orkan.

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