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Rezension - 1793 von Niklas Natt och Dag

Sprecher: Philipp Schepmann, Simon RodenHörbuch, Spieldauer: 14 Std. und 35 Min. Ein historischer Krimi aus Schweden, aber was für einer! Ein Roman, der unter die Haut geht, nichts für schwache Nerven, 18. Jahrhundert, die Zeit direkt nach dem Russlandkrieg. In Stockholm herrschen die Feudalherren, rücksichtslos nehmen sie sich, was sie wollen, feiern rauschende Feste, geben sich den Vergnügungen hin, allen Lastern, die man sich denken kann. In der städtischen Kloake Stockholm wird eine Leiche angeschwemmt: Die Zunge ist herausgeschnitten, die Augen sind ausgestochen, Beine und Arme fachgerecht amputiert. Der Häscher Michael Cardell findet die Leiche, er ist ein gehbehinderter vom Krieg traumatisierter Kriegsveteran. Und er will den Fall aufklären, wie auch Cecil Winge, ein Jurist, der von seiner Tuberkulose stark beeinträchtigt ist.

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Rezension - Warum merke ich nicht dass die Erde sich dreht von James Doyle und Claire Goble

Warum sind Bäume grün? Was essen Pflanzen? Warum wachsen Haare? Warum funkeln Sterne? Woher weiß man, dass die Erde rund ist? Hier werden 22 Fragen kindgerecht beantwortet, die ich selbst nicht alle hätte so erklären können. Typische Kinderfragen: Warum fallen Flugzeuge nicht vom Himmel? Warum ist das Meer blau? Woher kommt das Internet? Warum muss ich mich waschen? Charakteristische Fragen in der Urlaubszeit. Naturwissenschaftliche Fakten werden einfach aber fundiert in diesem Kindersachbuch erklärt: Biologie, Chemie, Physik, Geografie, Technik und Psychologie, na eben die typischen Fragen aus Kindermund, zu denen man nicht immer gleich eine Antwort parat hat. Fotos und witzige Grafik runden die Informationen ab. Eine Empfehlung.

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Rezension - Tödliche Fremde von Wolfgang Borsich

Ein Lanzarote-Krimi

Mein nächster Versuch mit Bahnhofsliteratur fiel ins Wasser. Weder die Sprache, noch die Charaktere und schon gar nicht die Geschichte selbst konnten mich begeistern. Auf der letzten Seite trieb mir der Stoff auch noch Zornesröte ins Gesicht! Ein Krimi ist das vom Genre nicht, sondern ein Thriller – allerdings eine langweilige Geschichte. »Ein mysteriöser Mordfall, ein dramatisches Flüchtlingsunglück«, so der Klappentext vom Piper-Verlag. Hier ist weder etwas mysteriös – na ja, vielleicht die Protagonisten selbst – noch wird die Flüchtlingsproblematik behandelt. Hier stimmt rein gar nichts. Die Geschichte ist offen wie ein Fächer von Anfang an, nicht schlüssig, die Charaktere sind klischeehaft und handeln nicht der Situation angemessen. Und auch die Sprache klingt holprig. Dazu kommen die vielen spanischen Sätze, sämtliche Speisen werden nur auf spanisch benannt – und hier wird viel gegessen. Wer kein Spanisch kann, dem rate ich ab. Essen gepaart mit farblosen Ins…

Rezension - Stella Goldschlag von Peter Wyden

Ich entschied mich dazu, das Original zu Stella Goldschlag zu lesen, nicht die »Stella« von Takis Würger. Für mich die richtige Entscheidung. Ein Sachbuch, spannend wie ein Roman. Peter Wydens Buch, eine Neuauflage seines Buchs von 1993 aus dem Steidl Verlag, es ist mehr als die Biografie von Stella Goldschlag, die wunderschöne Jüdin, die mit den Nazis kollaborierte, um die Deportation ihrer Familie zu verhindern,  als »Greiferin« zusammen mit ihrem Ehemann Rolf Isaaksohn in Berlin für die Gestapo nach versteckten Juden suchte, sie an das Gestapo-Hauptquartier auslieferte, damit sie ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert werden konnten. Dieses Buch geht darüber hinaus, es ist ein Dokument des Zeitgeschehens, des Grauens, und Peter Wyden stellt die Frage nach Schuld. Wann ist ein Mensch schuldig, wann wird ein Opfer zum Täter und warum? Kann ein Opfer schuldig sein?

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Rezension - Spanischer Totentanz von Catalina Ferrera

Der erste Barcelona-Krimi, »Spanische Delikatessen«, von Calina Ferrera hatte mir als Hörbuch gefallen: leichte Story mit Lokalkolorit, feiner Humor, spannende Geschichte. Leider konnte mich der zweite Band nicht überzeugen. Weder Spannung noch ein Gefühl für die Stadt kam auf. Touristische Beschreibungen und Restaurantbesuche lähmen eine durchschaubare Kriminalgeschichte, die die Mossos d’Esquadra auf den Cementiri de Montjuïc und die Zona Alta führt.

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Rezension - Sandbergs Liebe von Jan Drees

Eine Liebesgeschichte – obsessiv, zerstörerisch. Jan Drees sagt, die Geschichte ist ausgedacht, aber an eine ähnlich gelagerte Liebe aus seinem Leben angelegt. Der Leser sitzt voyeuristisch gefangen im Inneren des Autors und leidet mit ihm die ganze Geschichte lang, denn hier stülpt jemand sein Inneres ganz nach außen. Ist Kristian Sandberg an eine Narzisstin geraten, die ihn wie einen Tanzbär an der Nase durch die Manege zieht? – Ich liebe dich – ich hasse dich – »Gaslighting«, emotionale Abhängigkeit mit zerstörerischer Kraft - ein Auf und Ab der Gefühle …

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Rezension - Rosi und Mücke eine Käferfreundschaft von Simone Stokloßa

Zwei Käfer unterwegs – Naturkunde, im ersten Teil im Wald und im zweiten Teil in der näheren Umgebung: Fragen zur Natur eingebunden, in eine Geschichte, interessant und aufregend nicht nur für die Käferfreunde. So lernen Kinder ganz nebenbei naturwissenschaftliche Zusammenhänge und abstrakte Vorgänge der Natur kindgerecht kennen. Eine wundervolle Grafik macht das Buch zum Augenschmaus.

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Rezension - Die Zügellosen von Colin Harrison

Ein feiner amerikanischer Thriller, der im Original »You Belong To Me« heißt, was den Inhalt wohl besser beschreibt. Im Zentrum des Romans steht Jennifer, auf die mehrere Männer ihren Anspruch legen. Sie ist die Nachbarin von Paul Reeves, einem New Yorker Fachanwalt für Einwanderungsrecht, der locker mit ihr befreundet ist. Paul sammelt alte Stadtpläne von New York, ist völlig versessen auf seine Karten. Als er Jennifer, die viel Langeweile hat, mit zu einer Auktion nimmt, bittet sie Paul vor die Tür. Dort steht ein volltrunkener Mann: Bill aus Texas, der Liebhaber von Jennifer. Der Ehemann von Jennifer, der schwerreiche Exil-Iraner Ahmed, darf nichts von Bill wissen. Darum bittet sie Paul, Bill irgendwohin zu fahren, wo er seinen Rausch ausschlafen kann. Und schon ist er Mitwisser einer never ending Story …

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Rezension - Zornfried von Jörg-Uwe Albig

Der Roman ist als Satire angelegt, obwohl, diese Gruppierung die Satire an sich selbst ja schon ist. Und natürlich ahnt man, wer hinter diesen Typen stecken soll, denkt an Götz Kubitschek, der sich auf seiner Burg in Schnellroda gern Journalisten einlädt. Der kurze Roman ist gefüllt mit Gedichten vom fiktiven Storm Linné, grotesk, witzig, mystisch voll Walhalla-Sound. Slapstickartige Übungen zu Aufmärschen im Burghof von jungen Germanen, teutsch, Gelage die an die ritterliche Tafelrunde bei völkischem »Ziegencouscous mit gehäckselten Runkelrüben«, serviert von des Burgherren Töchter machen das Lesen zum Vergnügen.

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Rezension - Licht im Dunkel von Hetty Krist

Ein wundervolles Kinderbuch, das ich beim Lychatz Verlag gefunden habe: Tom steigt hinab in die Tiefsee und lässt sich von verschiedenen Meeresbewohnern helfen, sein Armband zu finden, das ins Meer gefallen war.  Mit dabei Lampenfische, ein riesiger Riemenfisch, Periphylla, die Kronenqualle, Axolotls. Zeichnungen, die berühren – einfach hineinfallen lassen.

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