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Rezension - Sofia trägt immer schwarz von Paolo Cognetti

Es ist ein wundervoller Roman mit einer außergewöhnlichen Technik, den Paolo Cognetti hier vorgelegt hat, der mich begeistert hat. 10 Kurzgeschichten, die eigentlich alleine stehen könnten, verwoben zu einem Roman, in dessen Mittelpunkt Sofia steht, eine Dreiecksverbindung Vater – Tochter – Mutter, ein Blick in die Spätsiebziger von Norditalien. Aber das ist es nicht allein, denn auch die verschiedenen Perspektiven sind durchdacht gewählt, sie passen sich der Sicht des jeweiligen Erzählers an. Distanziert personal und dicht in der Ich- und Du-Perspektive wechselt die Nähe und die Sprache. Wem »Alles ist möglich« von Elisabeth Strout gefallen hat, wird auch von diesem Roman begeistert sein.

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Unter dem Feigenbaum von Goran Vojnović - Abbruch

Der slowenische Schriftsteller, Lyriker, Drehbuchautor und Filmemacher Goran Vojnović ist Jahrgang 1980, in der Hauptstadt Ljubljana geboren und somit erlebte er als Kind die jugoslawischen Sezessionskriege. Ich hatte mir viel von diesem Roman versprochen, habe allerdings kurz nach der Hälfte abgebrochen, da ich mich völlig überfordert gefühlt habe. Ich fand keine rote Linie in diesem Buch und war Macht des vielen Personals der Randgeschichten und des zähen Erzählstils irgendwann genervt.

Ich versuche nun chronologisch (im Buch springt es hin und her) dem Roman gerecht zu werden. Großvater Aleksandars Familie war aus dem jüdisch-ukrainischen ins Kaiserreich Österreich-Ungarn geflohen. Das Gebiet gehörte nach 1945 zu Titos Jugoslawien. Aleksandar wird innerhalb Jugoslawiens als Forstverwalter abkommandiert, baut ein Haus nahe dem Arbeitsplatz in Nord-Istrien zur slowenisch-kroatischen Grenze in einem Dorf, das bis 1945 italienisch war. 1991 erklärt sich Slowenien zum unabhängigen Staa…

Rezension - Unser Weg, so weit von Laura Knowles und Chris Madden

Kleine Geschichten von großen Tieren: Tierreisen. Welche Tiere wandern, fliegen, schwimmen einmal jährlich weite Wege? Es gibt eine Menge Tiere, die aus klimatischen Gründen, zur Nahrungssuche oder zur Fortpflanzung tausende Kilometer jährlich zurücklegen. Instinktiv, fest in den Genen verankert, wissen sie, wann sie aufbrechen müssen und wohin. In diesem Bilderbuch werden einige dieser Arten vorgestellt.

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Rezension - Mahlstrom von Yael Inokai

Zwei Dramen, miteinander verwoben, eine Mitschuldige und gleichzeitig ein Opfer. Barabara verübt Selbstmord. Nun kochen bei den anderen die alten Geschichten wieder hoch. Kinder sind grausam, sie suchen ihre Opfer. Yael Inokai hat hier einen feinen Dorf-Roman aus der Schweizer Bergwelt vorgelegt, mit dem sie den Schweizer Literaturpreis im letzten Jahr gewonnen hat. Zurecht, meiner Meinung nach.

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Rezension - Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl

Beziehungsdrama nach Reißbrettmethode: Archetypen, Gut und Böse ist klar definiert, beigemischt Stereotypen, Klischees, Sex. Das Ganze spannend, reißerisch aufgezogen. Nette Unterhaltung, mehr nicht.

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Rezension - Bist du der Frühling? von Chiaki Okada und Ko Okada

Schon gleich auf den ersten Blick mag ich dieses japanische Bilderbuch. Feine, liebevolle Zeichnungen bringen atmosphärisch den Winter auf das Papier. Bald kommt der Frühling ... Bald werde ich ein Stück gewachsen sein, mehr von der Welt erfahren, bald werde ich so groß wie meine Geschwister sein.

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Rezension - Alles ist möglich von Elisabeth Strout

Es braucht kein großes Ereignis, um einen guten Roman zu schreiben. Das Leben bietet Geschichten genug. Letztendlich ist dieser Roman eine Vernetzung von Kurzgeschichten. Eine Kleinstadt im ländlichen Mittleren Westen, Amgash, Illinois, ist der zentrale fiktive Ort. Menschen, Schicksale, Protagonisten, die sich immer mal wieder kreuzen. Alles ist möglich, wenn man es tut – oder unterlässt, zulässt. Der eine ist mutig, der andere ist ein Zauderer, dem nächsten passiert einfach etwas und wieder ein anderer ist boshaft. Elisabeth Strout hat die Gabe, Menschen zu beobachten, die Essenz der Schicksale zusammenzufassen.

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Rezension - Bildwörterbuch – Duden

Ich hatte mich auf ein interessantes Wörterbuch gefreut. Begriffe an Bildern erklären. Wie heißt das Dingens da? Duden hat sein Bildwörterbuch vollständig überarbeitet. Ich bin leider ziemlich enttäuscht. Und das hat viele Gründe. Es kommt mir so vor, als hätte sich seit 1952 nichts geändert. Besonders das Frauenbild! Und genau das macht mich wütend. Aber lest selbst:

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Rezension - Schwarze Seele von Ellen Dunne

Ein durchwachsener Krimi. Gut geschrieben durch einen lauen Plot. Ist der betrunkene Ire im Schwabinger Bach ertrunken? Oder war es Mord? Für die Kollegen ist es klar. Keine Fremdeinwirkung, keine Abwehrverletzung, der Mann ist alkoholisiert die Böschung hinuntergerutscht und ertrunken. Patsy Logans Bauchgefühl sagt etwas anderes, sie ermittelt im Umfeld von Donal McFadden. Was hatte er in München zu tun?

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Rezension - Der Privatsekretär von Claudia Piñeiro

Wer den politisch – literarischen Thriller mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Die argentinische Bestsellerautorin Claudia Piñeiro hat einem narzisstischen, charismatischen Multimillionär auf die Finger geschaut. Bauunternehmer Fernando Revira, reich geworden durch Finanz- und Immobilienspekulationen, gründet die Partei »Pragma«. Sein Ziel ist es, Präsident von Argentinien zu werden. Dazu sind ihm alle Mittel recht, er geht über Leichen. Respekt hat er vor einem Fluch. Nichts kann den Revira erschrecken, bis auf seinen Aberglauben.

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