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Rezension - Eine Liebe von Sara Mesa

  Dies ist keine Liebesgeschichte – oder etwa doch? Wenn ja, zu wem oder was? Eine junge Übersetzerin, in den Dreißigern, mietet ein klappriges Haus in einem Dorf im Landesinneren, wo sie die nötige Ruhe finden will, um ihren ersten literarischen Übersetzungsauftrag zu schreiben. Die Sprache von Sara Mesa ist schnörkellos, reduziert. Drei Kapitel – ein Dreiakter, eine griechische Tragödie. Nat gerät in eine Abhängigkeitsschleife zu einem Mann, der sie behandelt wie eine Plastikpuppe. Übergriffige Männer, Kommunikationsfehler – nicht Nein sagen können; ein Roman mit Leerstellen, der einige gesellschaftlich-moralische Fragen stellt; eine Frau auf der Suche nach sich selbst, nach dem Seil, die Glocke über sich selbst abzuzielen. Sara Mesa schafft eine dichte, klebrige, verstörende Atmosphäre. Eine feine spanische Novelle. Weiter zur Rezension:    Eine Liebe von Sara Mesa
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Rezension - Als das Meer bebte von Rosanne Parry

  Tauch mit mir ab in die Salische See, hinunter in die Lebenswelt einer Schwertfisch-Familie. Dies ist auf der einen Seite ein spannender Kinderroman, andererseits ein erzählendes Sachbuch. Denn in die Geschichte ist eine Menge Wissenswertes über Wale eingeflochten. Das Orca-Mädchen Wega soll einmal die Wegfinderin ihrer Familie werden, soll die Familie leiten, sie zu den Futterstätten führen. Haiattacken, Begegnungen mit anderen Walen, ein Seebeben, usw. ... ein packendes Tierabenteuer! Erzählung und Sachinformation sind hervorragend verknüpft. Eine Geschichte, bei der man sich in die Tiere hineinversetzt und so etwas über ihre Probleme zu erfahren: Hunger durch Überfischung, verschmutzte Meere, Klimawandel, der Lärm der Schiffe schadet ihrem Orientierungssinn usw. Ein klasse Kinderbuch ab 9 Jahren, das ich unbedingt empfehle! Weiter zur Rezension:    Als das Meer bebte von Rosanne Parry 

Rezension - Nami und das Meer von Catherine Meurisse

  Eine junge französische Zeichnerin fährt nach Japan, um sich von neuen Landschaften und der Kultur inspirieren zu lassen. Sie hat in einer Künstlerresidenz ein Zimmer gebucht, ist beim Empfang sogleich begeistert vom Meeresblick. Die Enttäuschung folgt postwendend: Die Verwaltungszimmer haben Meeresblick, die Künstler schauen auf eine Felswand: «Der Architekt wollte das so. Damit Sie während ihres Aufenthalts nicht abgelenkt werden.» Eine Menge kultureller Fettnäpfchen warten darauf von der jungen Frau betreten zu werden. Und sie tritt breit hinein. Französische Kultur trifft auf japanische in einer wundervollen Graphic Novel. Das ist sehr amüsant. Künstlerisch stilvolle Grafiken runden den Comic ab. Ein Lesevergnügen. Der Carlsen Verlag empfiehlt ein Lesealter ab 12 Jahren, ich würde es eher ab 13/14 empfehlen – Allage, na klar! Weiter zur Rezension:    Nami und das Meer von Catherine Meurisse

Rezension - Die Diplomatin von Lucy Fricke

  Gesprochen von: Bettina Hoppe Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 5 Std. und 1 Min. Friederike Andermann, genannt Fred, ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Diplomatin. Eine Frau, die nichts aus der Ruhe bringt; ihr Zuhause ist Deutschland, das jeweilige Konsulat, egal wohin man sie schickt. In Montevideo, Uruguay, wird die Fünfzigjährige erstmalig als Konsulin eingesetzt. Kaum angekommen, wird sie vor ein Problem gestellt. Das endet in einem Desaster – und Fred muss weiterziehen nach Istanbul. Überwacht vom türkischen Geheimdienst ist es nun ihre Aufgabe, deutsch-türkischen Künstler:innen zu helfen, die inhaftiert wurden. Kritiker werden in diesem Land in Scheinprozessen verurteilt. Die Diplomatie stößt an ihre Grenzen. Fred geht andere Wege, die allerdings gefährlich werden können ... Ein leiser Thriller mit trockenem Humor im Feld der Diplomatie, Empfehlung. Weiter zur Rezension:   Die Diplomatin von Lucy Fricke

Rezension - Sanctuary Paola Mendoza und Abby Sher

  Ein atemberaubendes Jugendbuch, ein Pageturner, eine Dystopie, die zu Herzen geht. USA, 2032: Alle Bürger:innen werden durch einen ID-Chip überwacht, und den erhält man eben nur als legaler Mitbürger mit dem US-Pass. Auf die illegalen Einwanderer wird Jagd gemacht. Man muss überall seinen Arm vorzeigen, sich scannen lassen, es ist beinahe unmöglich, undokumentiert zu leben. Mit dem großen Update funktionieren die gekauften Fake-Chips nur noch sporadisch oder gar nicht mehr. Die Familie der 16-jährigen Valentina González Ramirez, genannt Vali, lebt in Vermont. Ihnen bleibt nur noch die Flucht nach Kalifornien, das sich von den USA abgespalten hat und Flüchtige aufnimmt. Diesen Jugendroman ab 14 Jahren kann ich auch Erwachsenen ans Herz legen; Allage! Abteilung Lieblingsbuch, nominiert für den Deutschen Jugend-Literaurpreis ! Weiter zur Rezension:  Sanctuary Paola Mendoza und Abby Sher

Rezension - Pesto e Basta! von Susann Kreihe

  Die 150 besten Rezepte – von klassisch bis extravagant. Zu Pasta, Pizza, Fleisch, Gemüse & Brot Pesto ist nicht nur praktisch, wenn es in der Küche schnell gehen muss, Pesto ist auch unglaublich wandelbar: klassisch zur Pasta, als Brotaufstrich, für die Salatsoße, als Sauce zu Fleisch, Fisch & Gemüse, als würziges Topping in Suppen ... Und dieses Kochbuch ist eine wahre Fundgrube für Rezepte und Ideen! Wer Pestos liebt, wird sich in dieses Buch verlieben. Aber nicht nur Pestorezepte sind hier zu finden, auch solche zu den «Beilagen». Weiter zur Rezension:    Pesto e Basta! von Susann Kreihe

Rezension - Brachland von William Boyle

  Analytisch blickt William Boyle hinein in einen Mikrokosmus – in den NY-er Stadtteil Brooklyn, in die italienische Community der 1990-er. Zunächst stellt uns der Autor einige Protagonisten vor, deren Lebensgeschichte in Kurzfassung. Einige von ihnen kennen sich, oder sind verwandt, oder werden sich im Verlauf der Geschichte kennenlernen. Ganz langsam zieht der Autor den Sack zu, in dem am Ende die Handelnden zappeln werden, einen Ausweg suchen. Einen Ausweg aus ihrem verfluchten Leben. Ein bisschen Glück. Nicht jeder wird dieses Szenario überleben ... Noir, ein feiner literarischer Thriller. Weiter zur Rezension:    Brachland von William Boyle

Rezension - Meine Île de Ré von Bernd Eilert

  Der Inselurlaub der Kindheit ist nicht in guter Erinnerung. Und doch hat Bernd Eilert ziemlich viele Inseln bereist, von denen er uns berichtet. Auf die Île de Ré hat ihn seine Frau geführt. Ihr Charme äußert sich für den Autor durch den Mangel an offensichtlichen Sehenswürdigkeiten und zur Show getragenem Schischi. Die einzigen Sixpacks, die auf der Insel zur Schau getragen würden, findet man hier auf gerunzelten Stirnen. Ein idealer Ort für Müßiggänger und Entdecker! Ein Plauderbuch über Gott und die Welt, voller Literaturzitate. Die Île de Ré ist eher ein kleines Nebenprodukt. Ein Buch fürs Dolcefarniente und Leser, die den Plauderer mit seinem subtilen Humor genießen. Weiter zur Rezension:    Meine Île de Ré von Bernd Eilert

Rezension - Piepmatz macht Wald aus euch von Michael Stavarič und Stella Dreis

  Weltrettdings für Vorangeschrittene «Aus mit Plapperblabla!», in dieser Wutrede - verfasst in «Eichelhäherisch» - richtet sich dieser Piepmatz an die Menschheit. Höchste Zeit, ihm zuzuhören! Er will die Welt retten! Die Menschen roden Wälder, bauen immer neue Häuser und Straßen, für die Natur, die Tiere, bleibt kein Platz mehr. Einem Eichelhäher platzt der Kragen, die Menschen müssen gestoppt werden! Er ist wütend, weil die Menschen zu dumm sind, um zu sehen, was sie anrichten. So pflanzt er Bäume, wo es ihm gerade passt, mit dem Ziel, die ganze Welt zu bewalden. Ein Bilderbuch ab 6 Jahren, das mir ein wenig zu chaotisch ist, zu undifferenziert, obwohl eine gute Absicht zum Umweltschutz dahintersteht. Weiter zur Rezension:    Piepmatz macht Wald aus euch von Michael Stavarič und Stella Dreis

Rezension - Der Himmel am Tag und in der Nacht von Anna Claybourne und Kerry Hyndman

  Ein Kindersachbuch zum Wenden lässt uns den Himmel bei Tag und bei Nacht ins Visier nehmen. Zunächst erklärt das Bilderbuch die Erdatmosphäre und weshalb uns der Himmel blau erscheint. Die Sonne und die Wolken – wie entstehen sie überhaupt? Das Wetter, Tiere, Phänomene, und technische Flugobjekte, Hi-Tech am Himmel. Viel wird angerissen. Kleine Experimente sind eingefügt. Nur logisch ist das Buch nicht, denn viele der hier beschriebenen Dinge sind 24 Stunden lang am Himmel zu sehen, Satelliten z.B., und das Wetter interessiert weder Nacht noch Tag. Ein nettes Buch ab 8 Jahren, das allerdings ein wenig am Thema vorbeigeht und sehr technisch orientiert ist. Weiter zur Rezension:    Der Himmel am Tag und in der Nacht von Anna Claybourne und Kerry Hyndman