Rezension
von Sabine Ibing
| Intro mit KI erstellt |
Curry: Die besten Rezepte von Indien bis Japan
von Jimmy Guo
Kaum ein Gericht ist internationaler als ein «Curry». Wobei es das eine Curry natürlich nicht gibt. Denn in jedem asiatischen Land gibt es andere Varianten, die so unterschiedlich wie die Länder selbst sind – in jeder Familie die eignen Rezepte. Was als indischer Eintopf begann, hat sich weltweit als beliebte Speise verbreitet. Currys haben eine jahrtausendealte Reise hinter sich gebracht, die durch koloniale Machtstrukturen globalisiert wurde und sich heute als kulinarisches Chamäleon in fast jeder Kultur wiederfindet. Das Currypulver machte es den Briten möglich, diese beliebte Speise mit nach Hause zu transportieren: Das Wort «Curry» leitet sich vom tamilischen Begriff «Kari» ab, was schlicht «Sauce» oder «Beilage zum Reis» bedeutet. Als die Portugiesen im 15. Jahrhundert, die Chilipflanze aus Südamerika nach Indien brachten, veränderten die Gewürzmischungen fundamental in die scharfe Richtung. Das Curry, wie wir es heute kennen, erhielt erst im 16. Jahrhundert seine heute so charakteristische Würze. Archäologische Funde wiesen aus dem antiken Indus-Tal (im heutigen Pakistan und Nordwestindien) Spuren von gekochter Stärke sowie von typischen Gewürzen wie Kurkuma, Ingwer, Knoblauch und ungemahlenem schwarzen Pfeffer auf. Später, als die Briten nach Indien kamen, das Curry mit nach Europa brachten, verallgemeinerte sich dieser Begriff für fast alle saftigen, gewürzten Eintopfgerichte Asiens.
![]() |
Palak Paneer |
![]() |
| Naan |
In diesem Kochbuch finden wir Currys aus Indien, Thailand, Sri Lanka, Singapur, Japan und der restlichen Welt. Zum Beispiel rotes Curry mit Ente, cremiges Tomaten-Dal, Chicken Tikka Masala, Massaman-Curry, schwarzes Schweine-Curry, Rendang, ostafrikanisches Hähnchen-Curry oder sogar Hähnchen in Currysoße auf schwedische Art. Von Chicken Tikka Masala über Massaman-Curry bis zu japanischem Karē Udon – Jimmy Guo nimmt uns mit auf eine kulinarische Reise durch die Curry-Welten mit über 50 authentischen Rezepten. Durch Step-by-Step-Anleitungen gelingt das Nachkochen und wir erhalten viel Hintergrundwissen über die jeweiligen Länderküchen und die wichtigsten Gewürze und Zutaten. Das Kochbuch ist eine Inspirationsquelle für alle, die intensiven Geschmack lieben.
![]() |
Kang Phed Ped |
Auch optisch kann das Buch überzeugen, mit gutem Layout und sehr inspirierender Fotografie: Persönlicher Erklärungen, zu Ursprung und Rezeptausführung, Tipps, wechseln sich mit den Präsentationen zu den Rezepten ab. Ebenfalls wird Aromaprofil und Schärfegrad zu jedem Rezept angegeben, sowie alternative Zutaten. Der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen, wobei viele Ingredienzien im gut aufgestellten Asia-Laden erhältlich sind oder im Internet. Nicht alles ist im Supermarkt erhältlich. Das Buch ist nach Ländern aufgeteilt, typische Currys der jeweiligen Region: Indien z. B. mit Palak Paneer, Alu Gobi, Naan Brot; Thailand z. B. mit Kang Phed Ped; Sri Lanka z. B. mit Weißes Curry mit Röstkürbis und Spinat; Singapur z.B. mit Chili Hummer; Japan z.B. mit Sapporo Sūpu Karē, das kulinarische Soul Food von Hokkaidō, der kalten Nordinsel Japans; und Currys aus der restlichen Welt z. B. mit Kuku Paka, dem ostafrikanischen Hähnchencurry. Mir gefällt es, dass es nicht einfach bei einer Sammlung von Rezepten bleibt. Neben den Rezepten erfahren wir ein wenig über die jeweiligen Länderküchen, über Gewürze und Zutaten, die Herstellung von verschiedenen typischen Pasten und wie unterscheiden sich die verschiedenen Curry-Varianten sich gestalten.
![]() |
Weißes Curry mit Röstkürbis und Spinat |
Ein schönes Kochbuch für alle, die Curry lieben und nicht immer dasselbe rote oder gelbe Curry auf dem Teller haben möchten. Hier gibt es viel Neues zu entdecken, und spätestens beim Durchblättern bekommt man Lust, den Wok auf den Herd zu stellen. Ein Kochbuch mit Mehrwert, Kulinarisches, asiatische Küche, Traditionen, aber auch Weltküche, mit einem Gericht, dass den Erdkreis eroberte mit Einfachheit und Geschmack überzeugt. Empfehlung!
Jimmy GuoCurry: Die besten Rezepte von Indien bis Japan
Aus dem Schwedischen übersetzt von Melanie Schirdewahn
Hardcover, 176 Seiten, 20.6 x 26.6 cm
Hölker Verlag, 2026

Kulinarische Bücher
Kochbücher, Backbücher und alles rund um Lebensmittel findet sic kompakt auf dieser Seite. Auch Genussromane, soweit ich welche lese. Schleckermäulchen also hierher klicken:Sachbücher
Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.Sachbücher




Kommentare
Kommentar veröffentlichen