Direkt zum Hauptbereich

Kreativ - Kunst - Zeichnen - Lesen - Künstler - Was gibt es Neues?

Kreativ - Kunst - Zeichnen - Lesen - Künstler - Was gibt es Neues?




»Große Kunst wird gekauft und verkauft, sie kommt unter den Hammer und wird vorn und hinten versichert.
Kleine Kunst ist kein Produkt. Sie ist eine Haltung. Eine Lebensform.
Große Kunst wird von ausgebildeten Künstlern und Experten geschaffen.
Kleine Kunst wird von Buchhaltern geschaffen, von Landwirten, Vollzeitmüttern am Cafétisch, auf dem Parkplatz in der Waschküche.« (Danny Gregory)




Jeden Monat gibt es in der Elgger-Aadorfer-Zeitung einen Buchtipp von mir. Für diesen Monat habe ich ein paar kreative Bücher in einem Artikel zusammengefasst. Selber malen, sketchen, oder etwas über große Künstler lesen – für Jung und Alt ist etwas dabei. Hier der Artikel, gleich mit den allerneuesten Rezensionen erweitert. Die Zusammenfassung wollte ich euch nicht vorenthalten.

Weihnachten steht vor der Tür und damit die kreativen Ideen, ein Geschenk zu finden, sich eine Kleinigkeit zu wünschen. Warum nicht ein kreatives Buch? Sketching und Zeichnen stehen derzeit hoch im Kurs. Was ist Sketching? Sagen wir, eine Mischung aus allen Zeichenstilen, ob zu Hause oder unterwegs, auf Papier oder in einem Sketchbook (Zeichenbuch), jeder so, wie er es mag. Welches Zeichenmaterial benötigt man? Skizzierstifte, Filzer, einen Bleistift, Aquarellfarben im Kasten und / oder die neues Aquarellfilzer, die man mit Wasser und Pinsel verziehen kann, als Luxusvariante empfehle ich Pumpsoftliner (Aqua, UV-Flourescent oder Blender) oder Aqua-Brush-Duo. Bitte, nicht alles gleich auf einmal, mit dem anfangen, was einem liegt! Doch wie fängt man es an? Viele Menschen brauchen Anleitung. Ich habe mich ein wenig umgesehen und neue Bücher auf dem Markt für Euch durchforstet. Das obige Zitat stammt aus meinem Lieblingsbuch, das sich wunderbar für Anfänger eignet: »Kunst vorm Frühstück von Danny Gregory « (dpunkt Verlag). Sketching für Anfänger, hervorragend didaktisch aufgearbeitet. Abspannen vom Alltag - Farben und Stifte in die Hand nehmen, einfach etwas auf das Papier bringen. - Ich würde ja gern, aber ich bin doch kein Künstler. - Na und? Was ist denn überhaupt ein Künstler? In jedem steckt einer. Und wenn das Ergebnis nicht so perfekt aussieht, egal – man muss seine Werke nicht gleich einer Galerie vorstellen.




Sketching – Handlettering 

Zum Sketching gehört auch das Handlettering, wenn man Spaß dran hat. »Handlettering für alle von Karin Luttenberg« (MVG) beinhaltet alles, was man zu schönen Schriften, Rahmen und deren künstlerischer Gestaltung wissen muss. Ob Sketchingbook, Gruß- oder Einladungskarte, auf Ostereiern, Marmeladengläsern oder als Zeitvertreib beim Telefonieren – so ziemlich jeder macht es gern. Gleich im Doppelpack mit Übungsheft zulegen, es bringt noch weitere Ideen, auch für Kinder (ab 10) geeignet.



»Sketchnotes von Nadine Roßa« befasst sich mit visuellen Notizen für den Alltag. Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit beim Zuhören durch Zeichnen fördern. Notizen zeichnen, JEDER kann zeichnen! Einfache Strichmännchen, Symbole, das visuelle Alphabet, visuelle Metaphern … Kochrezepte, Party planen, Notizen bei Meetings, in der Schule, in der UNI, Hintergrundwissen und Übungen, ein empfehlenswertes Buch (ab 12).

Und für die Sketcher gibt es den »Der Sketchnote Kalender 2019« (mitp Verlag), dekorative Sketchnotes, Handwriting, Anleitungen zum Nachzeichnen für jeden Monat.




Wer sich intensiver mit Handlettering auseinandersetzen möchte, genau in die Kalligrafie einsteigen möchte, dem empfehle ich »Handlettering – die 33 schönsten Alphabete«. Hier geht es nur um Schriften, Genauigkeit, Hintergrundwissen, Verlag Bassermann. Vom gleichen Verlag gibt es das Buch »Chalkboard«. Es richtet sich an die Leute, die ihre Tafeln mit Kreide und Kreidestiften in Geschäften und Bars gestalten wollen, Einladungskarten selbst erstellen wollen. Mir hat das Buch nicht gefallen, lest selbst.



Urbanes Sketching – für Fortgeschrittene

Urbanes Sketching, das Malen in der Stadt, Urlaubseindrücke festhalten, Erinnerungen schaffen, Danny Gregory habe ich für Anfänger vorgestellt. Die nächsten zwei Bücher würde ich nicht für völlige Greenhorns empfehlen, auch wenn sie dafür ausgewiesen werden. Man sollte die Grundlagen von Perspektive und Aquarellfarben begriffen haben, dann sind sie ein Genuss mit Mehrwert, Unerfahrene schieben eher Frust. »Reisemomente von Jens Hübner« (EMF) zeigt, wie man ein Reisetagebuch erstellt. »Richtig Sehen & locker Skizzieren von Eckard Funck« (TOPP) erklärt, wie man mit dem Feinliner Landschaft skizziert und farbig ausgestaltet.






Mit den Händen in die Farbe langen

Und wer mal so richtig in die Farbe greifen möchte, der bekommt bei »Intuitiv malen von Flora Bowley« bestimmt Lust. Spiritualität mit Yoga, ganzheitliches Malen mit den Händen und dem Pinsel. Das Gefühl, mit den Händen oder Füßen voll in die Acrylfarbe zu lagen, ist wunderbar.



Kinder an Kunst heranführen 

Kinder frühzeitig an Kunst und Ästhetik heranzuführen ist eine wichtige Sache. Dazu habe ich ein wundervolles Buch entdeckt, nicht nur für Kinder. »COLORAMA von Cruschiform« (Prestel junior), ein Farbenlexikon? So ähnlich. 133 Farbtöne aus der Natur und der menschlichen Zivilisation bilden das Spektrum dieses Buches. Auf jeder Doppelseite ist rechts großflächig die Farbe zu sehen, links eine Grafik, der Name der Farbe mit einer kurzen historischen Beschreibung, woher sie stammt (ab 12 Jahre). Bei Prestel junior erscheint Anfang nächsten Jahres für die Kleinen eine Serie, die mir sehr interessant erscheint. Leider konnte ich bisher noch nicht hineinschauen: »Mein großes Kunst-Malbuch«, »Der Blaue Reiter«, »Picasso, das magische Malbuch«.

Künstlerisch wundervoll gestaltet, mit filigranem Lasercut-Scherenschnitt und Klappbidern, ist das Buch »Anatomie – das faszinierende Innenleben des Menschen von Hélène Druvert«, die Texte sind hochwertig, ab 12 Jahre, sicher interessant für die gesamte Familie.


Wie erkläre ich Kindern Kunst?

Mit Kindern im Kunstmuseum, wer kennt das nicht?: »Mama, was soll das sein?« Man gerät schnell in Erklärungsnot. Was antwortet man? »Wir gehen in eine Ausstellung« (Kunstmann) Ein nicht ganz ernst zu nehmendes Buch für Erwachsene, eine Satire über moderne Kunst. Sicher ein Spaß für jeden Kunstliebhaber.(Kunstmann)


Neue Erkenntnisse über Leonardo da Vinci

Ich bin kunstinteressiert, mag aber nicht selbst Hand anlegen, sagst du jetzt. Kein Problem, auch da habe ich sehr feine neue Werke vorzuschlagen. »Leonardo da Vinci von Volker Reinhardt« (C.H. Beck), der Autor hat die von Kunsthistorikern vernachlässigten Notizbüch
er von Leonardo da Vinci neu gelesen - Ihr wisst ja, der Typ, der die Sketchbooks erfunden hat – und der Autor hat so, an Hand von Quellen, gängige Mutmaßungen über das Leben und Werk des Genies korrigiert. Ein sehr lesenswertes Sachbuch.

Das Leben von Künstlern als Comic gestaltet

Lesen ist anstrengend und so mancher schaut lieber bunte Bilder. Damit wären wir bei der Grafiknovelle angekommen. »Pablo von Birmant und C. Oubrerie« (Reprodukt) spiegelt die junge Zeit des noch von der Kunstwelt verschmähten jungen Pablo Picasso wieder. Ein Kleinod oder ein dicker, schwerer Band? Beides. Die Geschichte wird von Fernad Olivier erzählt, seiner ersten Muse. Picasso bildete Fernande in zahlreichen Werken seiner kubistischen Periode zwischen 1904 und 1909 ab, eine aufblühende Epoche im armen, versifften, verlotterten Viertel Montmartre in Paris.
Völlig anders vom Zeichenstil und Aufmachung ist die Grafiknovelle »Andy: A Factual Fairytale von Typex: Leben und Werk von Andy Warhol« (Carlsen), Andy Warhols Leben vom armen Einwandererkind bis zu den schwindelerregenden Höhen des Starkults in all seiner Zerrissenheit. Ich denke, das Buch hätte Warhol gefallen.

In diesem Artikel konnte ich alles nur kurz anreißen. Wer sich für eine genaue Rezension der einzelnen Bücher interessiert, einfach draufklicken auf den Link.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Sandbergs Liebe von Jan Drees

Eine Liebesgeschichte – obsessiv, zerstörerisch. Jan Drees sagt, die Geschichte ist ausgedacht, aber an eine ähnlich gelagerte Liebe aus seinem Leben angelegt. Der Leser sitzt voyeuristisch gefangen im Inneren des Autors und leidet mit ihm die ganze Geschichte lang, denn hier stülpt jemand sein Inneres ganz nach außen. Ist Kristian Sandberg an eine Narzisstin geraten, die ihn wie einen Tanzbär an der Nase durch die Manege zieht? – Ich liebe dich – ich hasse dich – »Gaslighting«, emotionale Abhängigkeit mit zerstörerischer Kraft - ein Auf und Ab der Gefühle …

Weiter zur Rezension:   Sandbergs Liebe von Jan Drees

Rezension - Zornfried von Jörg-Uwe Albig

Der Roman ist als Satire angelegt, obwohl, diese Gruppierung die Satire an sich selbst ja schon ist. Und natürlich ahnt man, wer hinter diesen Typen stecken soll, denkt an Götz Kubitschek, der sich auf seiner Burg in Schnellroda gern Journalisten einlädt. Der kurze Roman ist gefüllt mit Gedichten vom fiktiven Storm Linné, grotesk, witzig, mystisch voll Walhalla-Sound. Slapstickartige Übungen zu Aufmärschen im Burghof von jungen Germanen, teutsch, Gelage die an die ritterliche Tafelrunde bei völkischem »Ziegencouscous mit gehäckselten Runkelrüben«, serviert von des Burgherren Töchter machen das Lesen zum Vergnügen.

Weiter zur Rezension:   Zornfried von Jörg-Uwe Albig

Rezension - Leonardo da Vinci – Das Auge der Welt von Volker Reinhardt

Volker Reinhard hat tief in den Fakten geschürft, sich unter anderem auf Leonardos Notizbücher bezogen, und zum 500. Todestag Leonardo da Vinci eine Biografie gewidmet. Wer war dieser Renesance-Maler, dieses Genie? Und warum gibt es so viele unvollendete Bilder von ihm? War er Maler oder Wissenschaftler? Ein Kriegsingenieur und Gestalter von Festen - Leonardo das Multitalent. War er ein Sturkopf, der sich oft selbst im Weg stand, oder war er ein prinzipientreuer Mann? Freund oder Feind von Michelangelo Buonarotti? Und warum holte ihn Giovanni di Medici als Papst Leo X. nach Rom und gab Leonardo dann doch keine Aufträge für die Gestaltung des Petersdoms? – Eine gelungene Biografie!

Weiter zur Rezension:   Leonardo da Vinci – Das Auge der Welt von Volker Reinhardt

Rezension - Sofia trägt immer schwarz von Paolo Cognetti

Es ist ein wundervoller Roman mit einer außergewöhnlichen Technik, den Paolo Cognetti hier vorgelegt hat, der mich begeistert hat. 10 Kurzgeschichten, die eigentlich alleine stehen könnten, verwoben zu einem Roman, in dessen Mittelpunkt Sofia steht, eine Dreiecksverbindung Vater – Tochter – Mutter, ein Blick in die Spätsiebziger von Norditalien. Aber das ist es nicht allein, denn auch die verschiedenen Perspektiven sind durchdacht gewählt, sie passen sich der Sicht des jeweiligen Erzählers an. Distanziert personal und dicht in der Ich- und Du-Perspektive wechselt die Nähe und die Sprache. Wem »Alles ist möglich« von Elisabeth Strout gefallen hat, wird auch von diesem Roman begeistert sein.

Weiter zur Rezension:   Sofia trägt immer schwarz von Paolo Cognetti 

Rezension - Tage ohne Ende von Sebastian Barry

Ein wundervoller Roman, brutal-romantisch, Wild West. Zwei Jugendliche, Freunde für Leben, eine Liebe fürs Leben, sie tanzen und schießen, um zu überleben. Goldgräber, Bisonjagd, Soldatenleben im Kampf gegen Indianer, später im Sezessionskrieg gegen die Südstaatler, Farmersleben ... eine Sprache in Bildern auf der einen Seite – beinhart auf der anderen.

Weiter:   Tage ohne Ende von Sebastian Barry