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Florales Watercolor von Christin Stapff - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing




Florales Watercolor 


von Christin Stapff


Der Untertitel dieses Buchs lautet »Mädchenkunst«. Da hätte ich es am Liebsten grad mal … Nach der ersten Aufregung hat mich das Buch allerdings sehr überzeugt. Dies ist ein wirklich schönes Buch für Aquarellanfänger. Wer noch nie oder wenig mit Aquarellfarben gemalt hat, sich für Pflanzen interessiert und das lernen möchte, der sollte nun weiterlesen.



Zunächst erklärt Christin Stapff Wasserfarben, den Unterschied zwischen einfachen Wasserfarben und Aquarellfarben, detailliertes Malen im Unterschied zum »Loose Watercolor«, dem einfach strukturiertem Malen, eine Technik, mit der ein Malanfänger gut klarkommt. Seht gut gefällt mir die Darstellung der verschiedenen Pinsel, aber leider fehlt die Erklärung, für welche Zwecke man sie benutzt. Es folgen Übungen zur Handlockerung mit dem Pinsel und Formgebung. Papierauswahl und erste Schritte mit Aquarellfarbe, ihrer Wirkung auf dem Papier folgen. Es geht zu den Übungen mit Farbe, Farbmischen, wobei sehr anschaulich gezeigt wird, wie man mit wenigen Farben ziemlich viele neue Farbtöne entwickeln kann. Warme und kalte Farben, Gegensätze, mit Pfützen malen, alles ist dabei, Zeichnungen auf dem Niveau des Anfängers. Licht und Schatten wird erklärt (typisches Kugelbeispiel), ein Objekt von allen Seiten zu betrachten.




Das 3. Kapitel nennt sich »Übungen für Fortgeschrittene«. Wer kein Anfänger ist, kann gleich hier einsteigen. Zunächst geht es um das Zeichnen von Blattformen, dann um verschiedene Blütenformen. Wer dies alles ausprobiert, ist sicher bereit für die Kombination. Blüten und Blätter, kombiniert mit Schrift, und Tricks, wie man durch Maskierfüßigkeit scharfe Ränder erhält, alles gut erklärt. Es folgen verschiedene Projekte wie Blumenkranz, florales Herz, Torte, Blütenkreis, Blumenwaffel und Muster (Papier, Stoff, Tapete). Im letzten Kapitel gibt es eine Vorlagensammlung für Blätter, Pflanzen, Blüten, florale Projekte, um weiter zu üben.



Zusätzlich bietet das Buch Videos per Freischaltcode an, eine klasse Idee. Beigelegt sind 4 Postkarten, mit Dekors aus den Übungen. Für einen Malanfänger halte ich das Buch für sehr geeignet, auch für leicht Fortgeschrittene, die sich mit floralem Gestalten beschäftigen wollen. Eine gute Kombination zum Sketching und Handwriting. Einfache Strukturen, die sich im Schwierigkeitsgrad steigern hinterlassen keinen Frust beim Anfänger. Schritt für Schritt veranschaulicht Christin Stapff Material und Arbeitsweise der Aquarelltechnik erklärt. Für den Anfänger eine gute Methode, bevor er sich ins freie Feld begibt. Wer im freien Feld gearbeitet hat, weiß, wie schnell Blüten sich verändern, sich mit der Sonne bewegen. Jetzt eine Frontalansicht, 15 Minuten später eine Schrägansicht, Licht und Schatten haben sich verändert. Schnelles Skizzieren und Malen ist gefordert. Hat man bereits Übung in Form und Gestaltung, mit dem Umgang mit Aquarellfarbe, kommt man auch im Feld sicher zu guten Ergebnissen. Mit diesem Buch findet man den Einstieg, sich mit der Natur zu beschäftigen.




Lieber TOPP-Verlag – Bitte kommt runter von diesem Blau-Rosa auf dem Titelbild! Mädchenkunst? Das macht mich sauwütend! Geht bitte mal in florale Malkurse, dort findet ihr mindestens genauso viel Männer wie Frauen. Das ist absolut ärgerlich! Mädchen malen Blumen – Jungs Autos – oder was soll das bedeuten? Genau dafür gibt es massiven Punktabzug! Ab mit euch ins 19. Jahrhundert, als Mädchen noch kochten und Jungs Vogelhäuschen bauten.








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