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Geheimnisse meiner italienischen Küche von Anna del Conte - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Geheimnisse meiner italienischen Küche 


von Anna del Conte

Der Rezept- und Geschichtenschatz einer fast 100-jährigen Nonna - Klassische italienische Rezepte


Ich hoffe, dass es mir in diesem Buch gelungen ist, die typischen Elemente der italienischen Küche vorzustellen. Lassen Sie sich von meinen Rezepten inspirieren und probieren Sie eigene Kreationen aus, ganz nach Ihrem Geschmack und Ihren Vorstellungen.


Gleich vorweg, dieser Band ist unbebildert. Mich stört das nicht, soweit die Rezepte mir neue Inspiration geben – eben nicht das Altbekannte widerspiegeln. Das Buch ist in Nahrungsgruppen eingeteilt: Pasta, Reis, Polenta, Hülsenfrüchte, Brot, Fisch und Meeresfrüchte, Schwein, Gemüse, Salate, Wildkräuter, Wildpilze und Trüffel, Käse, Obst, Nüsse, Eiscreme & Sorbets, Knoblauch, Kräuter, Wein, Essig, Oliven, Standard-Rezepte. Bereits diese Einteilung macht neugierig. Was wäre Italien ohne Pasta? Dafür gibt es gleich ein Grundrezept. Und die ersten Rezepte klingen neu. Tagliatelle mit Kürbis, eine Fisch-Timbale, Tonnarelli (so ähnlich wie Spaghetti, nur viel dicker) in Krabben-Tomaten-Sahne Soße! Es gibt ja italienische Köche, die behaupten, es gäbe in Italien keine Sahnesoße ... Anna del Conte hat das Gericht in einem Restaurant in Ligurien kennengelernt, wie sie berichtet. Mich hat die Pasta mit gegrillter Paprika gereizt: Semmelbrösel mit Kräutern und Chili rösten und die Pasta mit den abgezogenen, gegrillten Paprikas und Bröseln im Ofen backen. Die kurzen Kapitel Risotto und Polenta bringen nichts Neues. Aber eins habe ich wiedererkannt; die Frau von unserem Trainer stammte aus Südtirol und hat uns hin und wieder eine Polenta-Pizza gebacken … lecker.



Hülsenfrüchte, wieder sehr kurz als Kapitel, nichts Neues in Sicht. Ob man für Kichererbsen aus der Dose, gemischt mit Rucola und Vinaigrette ein Rezept benötigt? Im Kapitel Brot, geht es nicht ums Backen, sondern, was man mit Resten alles anstellen kann. Es gibt sehr feine Rezepte für Fisch und Meeresfrüchte, nur ein Paar davon sind Klassiker; auch Pastarezepte sind hier enthalten. Im Kapitel «Schwein» wird speziell auf die «Cotechino» und «Luganega» eingegangen, Würste dem Norden, und «pachetta» – ein Kapitel, dass sich, typisch italienisch, eben nicht mit einem großen Stück Fleisch beschäftigt. Auch die Gemüseabteilung stellt hervorragende Kochrezepte vor, wobei Pasta, Risotto, Fleisch und Fisch sich untermischen. Ebenfalls kann sich das Kapitel Wildkräuter sehen lassen! Wir finden uralte Gerichte wie Brennnessel-Risotto, Pfannkuchen mit Brennnessel-Ricotta-Füllung. Mein Großvater aus Österreich hat gern mit Brennnessel hantiert – nur im Frühjahr, nur die Spitzen der jungen Triebe, so hat er mir beigebracht. Das Kapitel Pilze hält sich kurz und wir gehen über zum Käse, die in den wichtigen Sorten vorgestellt werden, dazu je mit 3-4 Rezepten. Das Gleiche gilt für das Obst. Unter dem Kapitel Nüsse werden die Mandel und die Esskastanie vorgestellt, die gar keine Nüsse sind! Doch die Rezepte sind prima. Ein kurzes Kapitel zum Eis, und vom Süßen geht es weiter zum Knoblauch – so kurz, dass es gut zum Thema Gemüse gepasst hätte. Warum die Wildkräuter in der Mitte platziert sind und nun soweit hinten das Thema Kräuter wieder aufgenommen wird, ist verwunderlich. Es beginnt mit Altbekanntem: Pesto, Scaloppine al basilico e limone, Minestrone genovese plus drei unbekannte Menüs, die gefallen. Zum Thema Wein drei Rezepte, wie auch zum Thema Essig, drei zur Olive und drei zum Olivenöl. Als Standartrezepte am Ende gibt es Brühen, Soffrito und Béchamelsoße. 



Es ist ein prima Kochbuch – manch einer wird Fotos vermissen, schrittweise Erklärungen; insofern würde ich es keinem Anfänger in die Hand drücken. Neben ein wenig Altbekanntem besticht das Buch aber mit neuen «alten» Rezepten, Traditionelles, was wir eben nicht in jedem Durchschnittsbuch finden – Rezepte der fast hundertjährigen Nonna von Anna del Conte und Inspiration ihrer Restaurantbesuche in Italien. Und für diese sehr schmackhaften Menüs lohnt sich die Anschaffung. Hier werden kleine Geschichten zum Ursprung erzählt, Lebensmittel vorgestellt im Plauderton. Und Anna del Conte erklärt, dass für das Gelingen von italienischen Gerichten zwei Dinge essenziell sind: hochwertige Zutaten und viel Liebe zum Produkt! Um Kapitel einzuteilen, kann man so oder so vorgehen, je nachdem, was man in den Vordergrund heben möchte. Was hier verlorengeht, ist die Systematik nach einem Produkt wie z.B. Pasta, Fisch, Huhn ... denn das ist querbeet verteilt, erscheint recht chaotisch. Das macht aber nichts, denn dass gut sortierte Register fügt sie zusammen: Unter Pasta sind sie alle aufgeführt. Die Kapitel sind teilweise extrem kurz, man hätte das ein oder andere bündeln können. Wer die italienische Küche liebt, wird hier auf jeden Fall fündig für eine neue Inspiration. 


Anna del Conte gilt als die Doyenne der italienischen Küche in Großbritannien. Sie ist 1925 in Mailand geboren und ging mit vierundzwanzig nach England. Mit ihren Kochbüchern gewann sie international renommierte Preise. Del Conte lebt mit ihrer Familie in Dorset.



Anna del Conte
Geheimnisse meiner italienischen Küche von Anna del Conte
Der Rezept- und Geschichtenschatz einer fast 100-jährigen Nonna - Klassische italienische Rezepte
Aus dem Englischen übersetzt von Manuela Schomann
Sachbuch, Kochbuch, Rezepte, Italienische Küche, Italienische Kultur, Kulinarisches, Italien
Hardcover, 328 Seiten, 25,1 x 19,6
Ars vivendi Verlag, 2023




Kulinarische Bücher 

Kochbücher, Backbücher und alles rund um Lebensmittel findet sich kompakt auf dieser Seite. Auch Genussromane, soweit ich welche lese. Schleckermäulchen also hierher klicken:


Amalfi-Küche von Katie und Giancarlo Caldesi

Die Amalfiküste ist eine malerische Region Italiens, mit sonnenüberfluteten Städtchen an steilen Hängen, versteckten Meeresbuchten und duftenden Zitronenbäumen. Neben landschaftlicher Schönheit birgt die «costiera amalfitana» eine Vielfalt kulinarischer Köstlichkeiten: Pizza napoletana mit Mozzarella, frische Zitronen-Ravioli, gegrillter Fisch und Meeresfrüchte, Torten, Desserts und Limoncello. Katie und Giancarlo Caldesi präsentieren in diesem Kochbuch über 100 Rezepte für süditalienische Klassiker und regionale Spezialitäten. Gute Aufmachung, doch eben nur süditalienische Klassiker, die jeder kennt, der sich mit dieser Küche halbwegs auskennt. Nichts Neues.

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Splendido von Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall 

Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall haben sich mit ihrem Onlinemagazin «Splendido» den Ruf erarbeitet, authentische Botschafter der echten italienischen Esskultur zu sein. In diesem Kochbuch haben sie aus der Fülle ihrer Rezepte die besten zusammengefasst, Pasta, Antipasti, Risotto, Fisch, Fleisch, Dolci. Sie tischen traditionelle italienische Gerichte auf, die es in die Reihe der Rezeptbücher bisher nicht geschafft haben, ebenso Klassiker im modernen Style, dazu eigene Kreationen. Es wird auf Mengenangaben verzichtet: «Wie die italienische Nonna, die auf die Frage, wie viel von welcher Zutat man nehmen solle, oft nur ‹quanto basta› sagt», soll der Leser «Kochen! Nicht nachkochen!». Super «Handreichung» – Kochbuch – Empfehlung!

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A Modo Mio von Alessandra Dorigato

«A modo mio» – auf meine Art – die Foodbloggerin Alessandra Dorigato versammelt hier ihre Lieblingsrezepte aus Italien, wobei viele vegetarisch sind. Sie unterfüttert sie mit vielen Tipps von Mamma Maria und Nonna Nina und erklärt zu Beginn den Ursprung der Gerichte und aus welcher Region sie stammen. Ein Buch, das Gefühl vermittelt, Duft, Aroma und Geschmack, die Geschichte hinter dem Rezept. Ein Kochbuch für Liebhaber der italienischen Küche, oder es werden wollen. Inhaltlich gibt es wenig Neues – allerdings Dessert-und Backwarenfreunde werden hier prima neue Rezepte finden. Interessant für Gerichte ohne Fleisch.
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Gennaros Limoni von Gennaro Contaldo

Dieses Kochbuch wird eins meiner Lieblingskochbücher werden. Nicht nur, weil ich ein Zitronenfan bin, sondern weil Gennaro hier eine Menge leckerer Rezepte auftischt, die recht unbekannt sind und typisch italienisch: leicht zuzubereiten sind. Sommerküche pur! Vom Salat über die Pasta zu Fisch und Fleisch bis zum Naschwerk ist hier alles dabei; zum Ende Espresso, Limoncello, Cocktails – für Zitronenfans eine wahre Wundertüte für Kulinarisches, eine kulinarische Hommage an die Zitrone. Empfehlung!

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Die Gourmet-Bibel Italien von François-Régis Gaudry

Kürzlich hatte ich die «Die Gourmet-Bibel Frankreich» vorgestellt. Dieses Nachschlagewerk ist im Prinzip auf die gleiche Art gestaltet: ein Buch zum Schmökern – dies für Italienfans. Bibel sagt ja bereits alles über den Umfang aus. Wissenswertes über die italienische Küche und deren Kultur, Historisches, Literatur, berühmte Persönlichkeiten, die kulinarischen unterschiedlichen Produkte Italiens, Rezepte von Affogato bis Zuppa inglese finden sich hier: kulinarisches Wissen in geballter Kraft. Grandios – ein Lexikon und Nachschlagewerk zum Blättern und Verweilen.

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Der Pasta-Codex von Vincenzo Buonassisis 

Wer hat’s erfunden? Nicht die Italiener – aber die Italiener haben die Pasta in tausend Varianten zum Volksgericht erklärt. Flach, geformt, gerollt oder gefüllt - Pasta kann fast alles. Vincenzo Buonassisis über Jahre Pastarezepte gesammelt: 1.001. Der Pasta-Codex erzählt aber auch die Geschichte, Tradition und Leidenschaft hinter dem italienischen Nationalgericht und präsentiert voller Hingabe Rezepte durch authentische Recherche aus allen Regionen Italiens. Pasta frisch oder getrocknet, mit Gemüse, Fisch oder Wild zubereitet, die meisten klassischen «Nonna-Gerichte» sind ganz einfach zuzubereiten. Ein Pasta-Lexikon!

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Toskana in meiner Küche von Cettina Vicenzino

Cettina Vicenzino, hat nicht nur Rezepte aus der Toskana mitgebracht – wobei sie Wert darauf legt, dass dies Werk als Lesebuch zu werten ist, weil man Rezepte besser «mit dem Zusammenhang der restlichen Buchseiten versteht». Und die Rezepte verstehen sich nicht grundsätzlich traditionell – nämlich ohne Kindheitserinnerung – ein Spaziergang durch die Küchen der heutigen Toskana. Gerichte wie Gnudi toscani, Testaroli, Pici, Strigoli, die man hier und dort ähnlich gegessen hat, nachgekocht, ein wenig variiert, Originalrezepte, die die Autorin erhalten hat. Dazu präsentiert sie uns spannende Geschichten und Porträts interessanter Menschen, Fotos mit Eindrücken zu Land und Menschen, Tradition. 70 Rezepte umrundet von Wissenswertem, Kuriosem und Humorigem. Empfehlung!

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Die Rezepte meiner italienischen Mamma von Cristian Momo

Momo ist ein Geschichtenerzähler, ein Blogger, der traditionelle süditalienische Küche präsentiert. Neben den Rezepten seiner Mutter bringt er uns sein Sizilien näher. Neben den Rezepten erfahren wir viel über die sizilianische Seele, Traditionen, Hintergrundwissen zur Entstehung von Gerichten. Eben das macht dieses Kochbuch anders, sympathisch. Das Reisekochbuch bringt nicht viele neue Rezepte, aber Einblick in die sizilianische Seele und Mythen. 

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Casalinga von Domenico Gentile

Die einfache italienische Küche, die der armen Leute, ist das Thema, absolut authentisch. Das versprochene Traditionelle wird nicht durchgängig beherzt. Wer nach Fisch und Fleisch sucht, wird hier kaum fündig, was für die Armenküche in Ordnung ist. Und wer nach neuen Rezepten sucht, der findet rein gar nichts, leider – back to the roots ist durchgefallen – denn darum ging es ja. Erdkunde ist auch nicht die Sache des Autors, bei dem das Mezzogiorno bereits in der Toskana beginnt.

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River Café – Alle Rezepte von Rose Gray und Ruth Rogers

Begonnen hatte alles 1987 mit einer Kantine. Doch die Frauen Ruth Rogers und Rose Gray hatten weit  mehr geplant. Aus der Kantine wuchs ein kleines Restaurant, das im Laufe der Jahre ein paarmal vergrößert wurde und weltweiten Ruf erlangte. Italienisch, frisch, einfach und authentisch, das ist die Devise, die zum Erfolg führte. Drum kann es «Pappa al pomodoro» auch nur im Sommer geben. In dieser Gesamtausgabe sind über 900 Rezepte zusammengefasst. Vor allem wird ein Augenmerk auf die norditalienische Küche mit Salsa, Pesto, Pasta, Gnocchi, Risotto, Polenta, Frittata gelegt. Aber auch eine Menge Rezepte zu Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Brot und Minipizza, Desserts, Torten, Granitas, Sorbets, Eiscreme und Semifreddo, sowie Drinks sind enthalten.

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Perfektion Pasta – Das Geheimnis des Nudelkochens von Thomas Vilgis und Mario Furlanello

Jetzt mal ehrlich, wer braucht heute noch ein Kochbuch über Pasta? Aber dieses hier ist eine Hommage an die Pasta – na ja, ein wissenschaftliches Buch, hier wir erklärt, wie die beste Pasta gelingt, welche Soße sich für welche Nudelart eignet. Zwei Männer haben experimentiert und ausgewertet, wie ein Pastateig am besten gelingt. 80 Rezepte gibt es inklusive. Der Frankfurter Koch Mario Furlanello und der Physiker und berufsmäßige Genussforscher für Food Physics Thomas Vilgis haben sich darangemacht zu testen, welche Zutaten beim Pastateig Einflüsse haben und wie man sie zusammenbringt. Wissenswertes über Pasta und Soßen – für Pastaliebhaber ein Muss!






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