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Die Rezepte meiner italienischen Mamma von Cristian Momo - Rezepte

Rezension

von Sabine Ibing


Die Rezepte meiner italienischen Mamma 


von Cristian Momo

Eine kulinarische Reise durch die Küche einer süditalienischen Hausfrau


Wenn es zuhause Lasagne gab, dann duftete das ganze Haus danach und es war ganz sicher Sonntag oder Feiertag. So sass ich als Kind auf einem unserer weinroten Holzstühle in der Familienküche und reichte meiner Mutter den Schinken oder die Lasagneblätter und meine Mutter nahm sie entgegen und erklärte mir, was sie tat. Und als die Lasagne endlich fertig war, versammelte sich die ganze Familie am Tisch und wir redeten und lachten, ja manchmal stritten wir auch, aber im Mittelpunkt stand das leckere Essen meiner Mamma.


Genau das ist der Unterschied zu einem «normalen» Kochbuch. Cristian Momo ist ein Geschichtenerzähler. Neben den Rezepten seiner Mutter bringt er uns sein Sizilien näher. Gerne blickte er seiner Mamma Angela beim Kochen über die Schulter, die traditionell die cucina povera beherrschte, die Küche der armen Menschen in Süditaliens, aber auch ganz allgemein firm in der italienischen Küche war. Damit dieses Wissen nicht verloren geht, notierte sich Cristian Momo die Rezepte und kochte sie selbst, präsentierte sein Wissen andere Menschen in sozialen Netzwerken, die ihn wiederum aufforderten, sein ein Kochbuch daraus zu machen. Neben den Rezepten erfahren wir viel über die sizilianische Seele, Traditionen, Hintergrundwissen zur Entstehung von Gerichten.




Natürlich gibt es eine Menge Rezepte, die wir alle kennen: Carbonara, Pesto Genovese, Bruschetta div., Penne al Pomodoro, Penne al Limone, Polpette al Sugo, Tiramisù usw. Aber es gibt auch Mamas Spezialrezepte, Pistazienrezepte, z.B. Gnocchi al Pesto di Pistacchio oder die leckere Torte, Torta di Pistacchio. Wie legt man Oliven, Peperoncini oder Knoblauch ein und wie stellt man selbst Würste her? Marinaden oder Rindersteaks alla Palermitana, ein paar Rezepte sind neu. Mir haben die Geschichten dazu gefallen: Die Zyklopeninseln vor Sizilien verdanken wir Odysseus der Sage nach. Und wie sieht es mit dem sagenumwobenen Salvatore Giuliano aus? War er schlicht ein Bandit und Mafioso in den 1940-ern, oder er war er ein Bandit, der sich dank seines Charismas als Held verkaufen konnte? Warum heißt die Pasta Norma eigentlich so? Und was hat es mit el Moro e la Mora auf sich? Vorsicht vor den sizilianischen Frauen!


Nachgekocht vom Onlinerezept von Cristian Momo: Pasta mit Fleischbällchen, wobei ich die Eier in den Fleischbällchen gegen Ricotta ausgetauscht habe und Pinienkerne und Pistazien untergemischt habe. Kochbücher geben ja nur die Richtung für den Kreativen ...



 




Nachgekocht, siehe oben: Kleine Abwandelung, noch Paprika und Knoblauch beigegeben und ein paar arabische Gewürze gegen den Pfeffer ausgetauscht. Hähnchenschenkel mit Gemüse mit viel Rosmarin aus dem Ofen.




Eine Mischung aus Rezepten, Tradition und Geschichten aus Sizilien, zum Nachkochen und zur Reisevorbereitung. Genau das macht das Buch sympathisch. Die Armenküche hat eine Menge vegetarisches zu bieten, aber es gibt auch ein paar Gerichte mit Fleisch; Fisch und Meeresfrüchte kommen leider kaum vor: Stockfisch, zwei Mal Miesmuscheln, Kabeljau sizilianisch und Scampi all´Aglio, das war es leider schon. Hervorzuheben ist die Schlichtheit der Gerichte. Wenig Zutaten, einfache Herstellung. Die Rezepte eignen sich gut für Anfänger. Leider fehlt mir auch hier die Frische, wie in vielen traditionellen Kochbüchern. Fisch, Fleisch, ohne Gemüse, klar Tradition. Davor Nudeln mit Salsa. Am Ende vom Buch finden wir ein paar Gemüsebeilagen, viel zu wenig. Tradition. Klar, aber heute erwarte ich mehr Frische in Rezepten, mehr Vitamine. Die Fotos zu den Rezepten sind leider nicht alle sauber für ein Kochbuch aufgearbeitet, einige zu unscharf, zu rotstichig, viele schlecht ausgelichtet, zu dunkel. Das gibt einen klaren Punktabzug. Für wen eignet sich dieses Kochbuch? Für alle diejenigen, die neben einem Kochbuch etwas über Land und Leute kennenlernen wollen, Sizilien in diesem Fall. Kenner der italienischen Küche werden nicht viel Neues erfahren. Wer aber mit der süditalienischen Küche beginnen möchte, ist gut bedient.

Und wer noch mehr Rezepte von Cristian Momo kennenlernen möchte, es lohnt sich, der kann das Online verfolgen in seine Facebookgruppe, Instagram und  YouTube.

Nachgekocht von Cristian Momos Vitello tonnato - Onlinerezept: Völlig ohne Majo- oder Öltunke, Thunfisch mit Gemüse, ein wenig Weißwein ist dabei, ganz nach dem Rezept von Mama Angela ... Hervorragender Geschmack!






Cristian Momo ist 1977 als Sohn sizilianischer Einwanderer im Südschwarzwald geboren und aufgewachsen, später in die Schweiz ausgewandert. Die Liebe zum Kochen erfasste ihn bereits im frühen Kindesalter. 2020 veröffentlichte er in sozialen Medien die Rezepte seiner Mama, bloggte seine Küchenvideos, und bildete eine Fangemeinde. So kam auch die Idee zu diesem unterhaltsamen Kochbuch zustande.



Und hier geht es zum Interview:

Interview mit Cristian Momo


Cristian Momo
Die Rezepte meiner italienischen Mamma 
Eine kulinarische Reise durch die Küche einer süditalienischen Hausfrau
Sachbuch, Kochbuch, Reisekochbuch, süditalienische Küche, Sizilien, 
Broschur, 17 x 1.3 x 22 cm, 208 Seiten
BoD – Books on Demand, 2021




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