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Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada - Was ist eigentlich Kriminalliteratur?


Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada Was ist eigentlich Kriminalliteratur?



von Sabine Ibing


Am 08.11.2019 war ich zu einer Mischung aus Lesung und Definition des Begriffs Kriminalliteratur in St. Gallen in der Wyborada zu Gast. Im Literaturhaus & Bibliothek in St. Gallen wurde die Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada 1986 von politisch und feministisch engagierten Frauen als Verein gegründet, die auch das Ziel der Frauenbildung zum Ziel hatte. Der Verein hat das Ziel, Frauengeschichte(n) und weibliche Perspektiven auf die Welt sichtbar zu machen, das heißt, Bücher über Frauen und von Frauen in den Focus zu stellen. Warum der Name Wyborada? Sie war die Stadtheilige von St. Gallen, eine belesene Frau, die über den Tellerrand hinwegblicken konnte. Wiborada lebte als Inklusin im Kloster St. Gallen und der Sage nach produzierte sie einige Prophezeiungen, die wahr wurden: Sie sagte ein Seeunglück von Klosterleuten auf dem Bodensee voraus, das tatsächlich eintraf. Im Juni 925 hatte Wiborada eine Vision, sagte den kriegerischen Einfall der Ungarn für das nächste Jahr voraus und riet Abt Engilbert die Schätze des Klosters, darunter kostbare Manuskripte, in Sicherheit zu bringen. Man hörte auf sie und so konnte der Bibliotheksschatz von St. Gallen vor den  der Ungarn gerettet werden. Wiborada verließ ihre Zelle allerdings nicht und wurde bei dem Überfall getötet. Im Jahr 1047 wurde sie von Papst Clemens II. heiliggesprochen und war damit die erste Frau, die von einem Papst heiliggesprochen wurde.

Patricia Holder von der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada

Marina Schütz im Interview mit Else Laudan


Was ist eigentlich Kriminalliteratur?

Im Rahmen der Literatur von Frauen bzw. über Frauen, fand ein Abend zum Thema Kriminalliteratur, wobei natürlich die Frauenliteratur im Focus stand. Und wer konnte das Thema besser besetzen als Else Laudan!

Der typische Kriminalroman gehört zu den neueren Genres der Literatur, er etablierte sich erst im 19. Jahrhundert als eine eigenständige literarische Gattung, ist Ausdruck des Realismus des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Krimi und der Thriller sind intensive Milieubeschreibungen. Ich möchte hier kurz ausholen, denn letztendlich ist die Kriminalliteratur schon länger in der Literatur anhängig. Es geht in diesen Romanen um ein Verbrechen, meist ein kapitales, um Hintergründe, um das Milieu des Entstehens. Friedrich Schiller kann man mit seiner Erzählung »Der Verbrecher aus verlorener Ehre« (1786) als Vorreiters dieses Genre bezeichnen – er hatte ja selbst Jura studiert, musste gegen seinen und den Willen seiner Familie auf Befehl des Herzogs Carl Eugen von Württemberg ein Jurastudium aufnehmen. Schiller hatte interessiert eine Sammlung von Schriften eines französischen Anwalts gelesen, der interessante Rechtsfällen veröffentlichte. Als Schriftsteller interessierte sich Schiller für die Hintergründe der Verbrechen, die Milieus, in denen sie entstanden, das Warum. Die Täter waren ihm wichtig, ihr Psychogramm, was sie dazu trieb, ein solches Verbrechen zu begehen. Kriminalliteratur ist an sich keine Trivialliteratur, wie fälschlicherweise eine Zeit lang behauptet wurde. »Schuld und Sühne« von Fjodor Dostojewskis, Wilhelm Raabes »Stopfkuchen«, »Michael Kohlhaas« von Heinrich von Kleist, »Die Judenbuche« von Annette Droste Hülshoff »Das Fräulein von Scuderi« von E.T.A. Hoffmann stehen dafür, ebenso Emil Zola, Friedrich Dürrenmatt, Heinrich von Kleist und Theodor Fontane. Der Begründer der deutschsprachigen Kriminalerzählung war August Gottlieb Meißner, ein Universitätsprofessor für Literatur. Er nahm sich Schiller als Beispiel, setzte in seinen Kriminal-Erzählungen bereits weit vor der Tat an, bei der psychosozialen Entwicklung des Täters, legte Wert auf die Milieubeschreibung, und er trennte Gesetz und Moral einer Tat. Zu den ersten deutschsprachigen Krimis zählt auch »Ein Mord in Riga« (1855) von Karl von Holtei.

Marina Schütz im Interview mit Else Laudan


Detektivgeschichten sind Subgenre in der Kriminalliteratur. Als Erfinder sei hier Edgar Allan Poe genannt: »Der Doppelmord in der Rue Morgue«, 1841. Mit seinem Protagonisten Auguste Dupin erfand er den ersten »private eyes«, den ersten Privatdetektiv. Es folgte 1887 Conan Doyle mit seinen Sherlock-Holmes-Geschichten (Erfinder des analytischen Krimis), um 1900 Gilbert Keith Chesterton mit »Pater Brown« und Edgar Wallace mit seinen Krimis (ab 1925). Zu den bekanntesten Kriminalschriftsteller*innen gehört Agatha Christie (ab 1920), die mit ihrer Protagonistin Miss Marple eine Hobbydetektivin im gebildeten Gentry geschaffen hatte. Mit ihrem Protagonisten Hercule Poirot (pensionierter belgischer Polizeibeamter, der während des Ersten Weltkriegs als Flüchtling ins Exil nach Großbritannien geht) erfand sie einen Detektiv, der als Ausländer nicht den sozialen Schranken der britischen Gesellschaft unterlag. Dorothy L. Sayers schuf 1923 den Amateurdetektiv Lord Peter Wimsey, Georges Simenon wurde ab 1930 für seinen Kommissar Jules Maigret bekannt. Als erster bedeutender deutschsprachiger Detektivromanautor gilt Friedrich Glauser, der ab 1936 mit seinen Krimis um Wachtmeister Studer bekannt wurde.
Dashiell Hammett entwarf 1930 die Sam Spade-Serie, schrieb in einer damals ungewöhnlichen Perspektive von außen, der Leser beobachtete den Detektiv, war aber nicht in seinen Gedanken. Es geht hier um realitätsnahe Darstellung dessen, was mit Menschen passiert, die in einer profitorientierten, korrupten Gesellschaft leben. Den Amerikanern waren die »who done it«-Romane aus dem gebildeten europäischen Milieu lebensfremd. Raymond Chandler (Privatdetektiv Philip Marlowe) und Dashiell Hammett waren die größten Kritiker des Genres, und sie waren die Vorreiter des archetypischen »hardboiled detective«. Diese Detectiv-Charaktere waren geprägt aus dem Unterschichtsmilieu, hatten eine zynische Sicht auf die Welt. Sie waren zwar die Guten, hielten sich aber nicht immer an Gesetzesnormen, stellten in dem ein oder anderen Fall ihr eigenes Gesetz der Moral auf (Selbstjustiz), weshalb der Leser die Figuren liebte. Sie soffen, prügelten sich, waren immer finanziell am Limit, beziehungslose Alleingänger, hatten schnell ihre Pistolen im Einsatz, hatten vor niemandem Angst oder Respekt. Moral war ihr Gesetz. Nicht immer waren die Geschichten glaubwürdig – aber auch hier ging es um das Milieu, die Atmosphäre, die Spannung durch Action. Die amerikanische Gesellschaft war damals in den Städten geprägt von Armut, Korruption und Gewalt. Letztendlich entstanden diese Krimis aus dem Milieu, eine Entwicklung aus Wild West, den Westerngeschichten nicht unähnlich. Die »who done it«-Fraktion aus Europa kritisierte natürlich die »hardboiled detectives« – sie sagten, diese Autoren schrieben bestenfalls zweitklassige Literatur. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich während des Kalten Krieges die Spionagethriller, West gegen Ostblock. Und überhaupt ging man nun ganz neue Wege in der Kriminalliteratur. Krimis aus dem englischen Adelsmilieu waren ebenso abgestanden wie unrealistische hardboild-Geschichten. Die Realität des Alltags sollte auf den Tisch kommen. Polizeiliche Ermittlungsarbeit, Teamarbeit, Spurensicherung, Arbeit von Spezialisten. Der erste deutsche Autor, der diesem Weg mit beschritt, war Friedrich Dürrenmatt. Die deutsche Literaturwelt verabscheute allerdings die Kriminalliteratur als billige Heftchenliteratur, Trivialliteratur und so blieb gute Kriminalliteratur unter dem schlichten Mantel »Roman« versteckt. Es brauchte noch eine lange Zeit, bis sich Crime-Autoren auch als literarisch wertvoll in Deutschland etabliert hatten, in allen anderen Ländern war es nie ein Problem. Aber bis Frauen als Krimiautorinnen anerkannt wurden, gab es einen langen, steinigen Weg. Frau kann nicht Krimi, Kriminalliteratur – vielleicht was Lustiges, aber bestimmt nichts Gesellschaftskritisches oder Politisches – leider immer noch bis heute ein Vorurteil. Das dies nicht stimmt, ist längst bewiesen. Und hier kommt Else Laudan ins Spiel. Sie erzählte uns etwas über ihren Lebensweg, wie sie innerhalb des Verlags ihrer Eltern, dem Argument Verlag, einen Unterverlag namens Ariadne gründete, der Kriminalliteratur verlegte. Das waren allerdings Romane, die ausschließlich von Frauen geschrieben wurden, die weibliche Sicht in die deutsche Kriminalliteratur brachte. – In anderen Ländern waren die Manuskripte von Autorinnen kein Problem – warum verweigerten sich die deutschen Verlage? Und überhaupt – Krimis waren in Deutschland immer noch triviales Zeug – keine Literatur.


Else Laudan
Bei ihrer Gründung war das Genre und insbesondere der politische Kriminalroman noch fest in Macho-Hand, Frauen kamen traditionell in erster Linie als Opfer, Beute oder Trophäen vor. Dagegen generierten ab Ende der 1980er feministische Krimis einen neuen Kosmos, in dem Frauen die spannenden Welten als handelnde Figuren bevölkerten. Dagegen generierten ab Ende der 1980er feministische Krimis einen neuen Kosmos, in dem Frauen die spannenden Welten als handelnde Figuren bevölkerten. Das waren damals sicherlich durchaus sehr ›spezifische Frauenkrimis‹ unsichere Amateurinnen retteten Leben, kluge Ermittlerinnen bremsten Schurken aus, Cop oder Schnüfflerin, mit und ohne Kinder, lesbisch oder hetero. Hardboiled-Lesbenkrimis mit unverschämt heissem Sex lösten die alten Klischees (passiv-)weiblicher Sinnlichkeit ab, Frauen übernahmen Sinnsuche und Berufsalltag. Der neue Typus von Krimi-Heldinnen wurde schnell so unwiderstehlich magnetisch, dass nicht nur eine Lesebewegung entstand, sondern auch aus der Nische eine mainstreamrelevante Marktlücke wurde: Alle großen Verlage legten sich in den 90ern Frauenkrimireihen zu, Kommissarinnen und Lesben eroberten das Fernsehen, Frauen im Genre hatten plötzlich Konjunktur. Der Siegeszug feministischer Kriminalromane Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre bereicherte das Genre um aufgeklärte weibliche Perspektiven und diverse Aspekte von Frauenrealität. Milieus und Protagonistinnen rückten näher an ein weibliches Publikum heran, integrierten Elemente alltäglichen Frauenlebens.


Ein harter Weg, einen kleinen Verlag zu leiten

Else Laudan berichtet von der Gründung von Ariadne und dem großen Erfolg des Verlags. Hier wurden ausländische Krimiautorinnen übersetzt, in die deutsche Buchhandlung gebracht, deutsche Autorinnen fanden hier eine Heimat. Und wo Erfolg verzeichnet wird, springen die anderen auf. Und natürlich kann ein kleiner, freier Verlag nicht die Tantiemen eines großen Publikumsverlags zahlen, und ein kleiner Verlag hat nur ein kleines Marketingbudget zur Verfügung. So locken immer wieder die Publikumsverlage den kleinen Freien die gut laufenden Autor*innen ab. Mit dem Erfolg kam bei Ariadne aus diesem Grund auch die Krise. Das Feld, dass alleinig besetzt war, wurde nun von vielen beackert – Große machen sich breit, schubsen die Kleinen weg. So läuft es nun mal.

Das Ariadne-Programm musste neu ausgerichtet werden, ein zeitloses Profil entwickeln, berichtet Else Laudan. Man habe einiges ausprobiert und nach und nach gelernt, dass Kompromisse nichts bringen. Heute zeichnet Ariadne ein scharfes, politisches Profil aus, gesellschaftskritische Kriminal- und Noir-Literatur von Frauen. Zu den Autorinnen gehören aus dem internationalen Bereich Liza Cody, Dominique Manotti, Malla Nunn, Denise Mina, Charlotte Otter und hochkarätige deutschsprachige Kriminalautorinnen wie Monika Geier, Christine Lehmann, Anne Goldmann, Merle Kröger, Anne Kuhlmeyer Gudrun Lerchbaum.  

Zu Krisenzeiten boomt die Kriminalliteratur. Kriminalität hat Ursachen, aus der Not heraus oder aus niederen Instinkten. Alle Religionen haben ähnliche Grundgesetze: Du sollst nicht töten, nicht begehren deines nächsten Weib oder sein Hab und Gut usw. Morde sind meistens Beziehungstaten, Eifersucht, Wut, Habgier  – die typischen Motive. Und wenn wir schon beim Thema Wut sind – es muss nicht immer gleich ein Mord geschehen, Gewalt hat viele Facetten. Und natürlich sind die Schwächsten der Gesellschaft diejenigen, die der Gewalt ausgesetzt sind: Randgruppen, Frauen und Kinder und ganz allgemein derjenige, der unten auf der Hühnerleiter steht. Unrecht, Gewalt, und soziale Missstände, stehen meist vor der Tat. Auf der anderen Ebene schüren politische Verhältnisse Kriminalität nicht nur auf sozialer Ebene, auch das Streben nach Macht und Besitz, entzündet Kriminalität: Habgier, Korruption, ethnische Konflikte, Waffenhandel, Drogen, Prostitution, Menschenhandel. Das Wort Detective stammt vom lateinischen Wort detegere – aufdecken – ab. Die Kriminalliteratur will aufdecken – das Verbrechen dient nur dem Zweck. Letztendlich geht es darum, Zusammenhänge aufzudecken, Missstände zu benennen, Gesellschaftsstrukturen offenzulegen. Kriminalliteratur ist Literatur.

Country Noir

Natürlich hat sich die Kriminalliteratur immer weiterentwickelt und eine Menge Subgenre gebildet, eine lange Liste. Else Laudan stellt ein relativ neues Subgenre vor, ein amerikanisches: Country Noir. Noir-Romane erzählen von Außenseitern und Ausgestoßenen der Gesellschaft. Der Noir berichtet, deckt auf, aber er stellt die gesellschaftliche Ordnung nicht wieder her. Vielleicht ein Happyend für einen einzelnen Protagonisten, aber sicherlich keins für das verkommene System. Diese Romane spielten in der Regel im Großstadtmilieu, in bestimmten Vierteln. Neu sind Romane um den sogenannten White Trash – früher die weiße Unterschicht und die ihr zugeschriebenen Lebensumstände, die sich durch Bildungsfernheit, desolate Familienverhältnisse, Drogenproblemen ausweist, Wohnwagensiedlungen fallen einem dazu sofort ein. Neu ist das Country Noir. In den USA gibt  es eine Menge abgehängter ländlicher Gegenden: Rednecks, Hillbillys, White Trash, ein verarmtes Arbeitermilieu mit patriotischer Kultur, aber ohne Perspektive, rassistisch, frauenfeindlich, homophob, antriebslos, religiös, die Waffe in Reichweite – die Trump-Wähler. Es sind Farmpächter, die von multinationalen Konzernen verdrängt wurden, Bergarbeiter, ungebildete Fabrikarbeiter, heute arbeitslos, da ihrer Region sämtliche Wirtschaftskraft entzogen wurde. Menschen, die statistisch eher an Drogenkonsum, durch eine Schussverletzung oder durch Selbstmord sterben, als altersbedingt. Die Ozark Mountains gelten als die Meth-Küche der USA, Appalachia in Virginia, die ehemals größte Kohleabbauregion der USA, heute lebt man hier eher vom Drogenhandel und Kupferdiebstahl. Ebenso Iowa, Teile von North Carolina, das von Naturkatastrophen gebeutelte Mississippi, es gibt viele Gegenden in denen sich eine abgehängte, wütende, nationalistische Bevölkerung entwickelt, denen nichts anderes bleibt als Sozialhilfe und Kriminalität. Mit Tawni O’Dell und ihrem Roman »Wenn Engel brennen« steigt Ariadne in dieses Milieu ein, in einen vom exzessiven Kohleabbau verwüsteten Landstrich, alles liegt brach, Geisterstädte …

Zum Interview mit Else Laudan


Rezensionen zu Autorinnen aus dem Ariadne Verlag:

Ballade einer vergessenen Toten von Liza Cody
Miss Terry von Liza Cody

Die Hex ist tot von Monika Geier 
Alles so hell da vorn von Monika Geier       

Interview mit Monika Geier

Das größere Verbrechen von Anne Goldmann

Havarie von Merle Kröger

Interview mit Anne Kuhlmeyer

Wo Rauch ist von Gudrun Lerchbaum

Kesseltreiben von Dominique Manotti

Blut Salz Wasser von Denise Mina

Rezensionen, die Romane zum Thema White Trash behandeln:

Hart auf hart von T.C. Boyle

Fay von Larry Brown

Gun Love von Jennifer Clement

Das zerstörte Leben des Wes Trench von Tom Cooper

Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens


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