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All‘orto von Claudio Del Principe - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



All‘orto von Claudio Del Principe

Grandiose Gemüsegerichte. Authentisch italienisch. Erfrischend zeitgemäß.


Was jeder braucht, ist das Wissen, wo man beste Zutaten einkauft, wie man sie verarbeitet und haltbar macht und vor allem: wie man aus 1 Gemüse 10 geile Gerichte kocht



Knackige Crudités mit Karottencreme


Claudio Del Principes Küche ist puritanisch: Einfach, natürlich, Frisches, möglichst vor Ort gewachsen – vielleicht aus dem eigenen «all´orto», dem Gemüsegarten. Ein Koch, der gern Gemüse auf den Tisch bringt – er ist nicht grundsätzlich gegen Fleisch – weniger Fleisch essen und wenn, dann ausgesuchtes Biofleisch. Und in einem liegt er auf gleicher Linie wie ich: Wozu vegane Hamburger, Würstchen und Käse kaufen, wenn ich eben diese Lebensmittel nicht mehr essen will? Denn was steckt in diesen Produkten drin? Eine lange der Inhaltsstoffe – wie werden sie produziert (Arbeitsbedingungen usw.) und welche chemische Verarbeitung steht am Ende der Kette? Frisch auf den Tisch! Ganz oder gar nicht. «Die heiligen drei Sättigungssäulen» der italienischen Küche werden vorgestellt: Pasta, Reis, Polenta – dazu gibt es Gemüse. 




Blumenkohlsalat


In diesem Kochbuch finden wir nicht nur Altbekanntes, sondern auch Gemüsesorten wie Cardy (Cardy ist eng mit der Artischocke verwandt, man isst die Stängel), Catalogna (eine Zichorienart, verwandt mit der Endivie), Cedri (die spezielle Zitrone von der Amalfiküste, die man mit Schale isst), Cime di rapa (Stängelkohl ist eine Art von Rübstiel), Scarola (schlicht Endivie, in Italien meist warm zubereitet, auf Spanisch Escariol oder Eskarol). So lernt der ein oder andere neue Gemüse bzw. Zubereitungen kennen, die eine Bereicherung sind. Von der Artischocke bis zur Zwiebel, alphabetisch geordnet, findet man schnell ein bestimmtes Gemüse. 



Carciofi alla romana


Mancher Unfall bringt in der Küche feine Dinge hervor: «Am Rade des Wahnsinns» – ein Randen-Blutorangen-Salat»: Beim Kochen von Roter Bete verkochte Claudio del Principe das Wasser im Topf. Eine Kugel platzte auf, ihr Saft karamellisierte am Topfboden. Aromen wurden frei. So viel zur Entstehung des einen Gerichts. Simple Speisen, frittiert, gebraten, geschmort, gratiniert, sautiert, oder schlicht roh; traditionelle Klassiker neu zubereitet, kreative Kombinationen zeigen sich hier. Gemüsebeilagen, die die man ebenso mit ein bisschen Brot zu einem vollen Menü wandeln kann; Antipasti, beilagen, ein wenig Pasta, Suppe, Risotto, die Geschmacksvielfalt ist groß. Salat aus rohen Artischocken; Insalata di puntarelle alla romana, Peperonata, Rape rosse per te (ein Randengericht, Rape ist gar nicht dran – aber woher bekommt der Mann Buttermilch in der Schweiz? Ich suche schon lange.), Cime di rapa mit Orecchiette oder mit Salsiccia (nur zwei Gerichte enthalten Fleisch) und ein maurisches Gericht aus Andalusien ist vereinfacht mit dabei: Spinat mit Kichererbsen und Kreuzkümmel. 



Gefüllte Auberginen mit Lammfleisch



Alles in allem wunderbare Rezepte, bei denen einem bereits beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammenläuft. Traditionelles aufgepeppt, neue Gerichte hinzugefügt. Vegetariern und Veganern wird das Herz aufgehen!



Catalogna (Endivie) ripassata


Claudio Del Principe ist Texter, Storyteller und erfolgreicher Autor von bisher acht mehrfach ausgezeichneten Kochbüchern. Er ist gefragter Referent und leitet Workshops für Pasta und Lievito Madre. Sein Blog «Anonyme Köche» gilt als Perle unter den deutschsprachigen Foodblogs. Er liebt die Reduktion aufs Wesentliche - beim Kochen, Schreiben und Fotografieren - und entfacht damit die Leidenschaft fürs Kochen und Geniessen, die in so vielen von uns schlummert.

Dieses Buch erhielt folgende Preise:

  • Gold in der Kategorie Tafelkultur»swiss gourmetbook award 2022
  • World Cookbook Awards 2021: weltbestes italienisches Kochbuch ausgezeichnet.»
  • Gourmand World Cookbook Awards 2021
  • 2. Preis in der Kategorie Bestes Gartenkochbuch – Deutscher Gartenbuchpreis, Dennenlohe 2021
  • Kategorie Italien beim Deutschen Kochbuchpreis 2020.
  • Silber in der Kategorie vegetarisch / vegan beim Deutschen Kochbuchpreis 2020.


Claudio Del Principe
all’orto
Grandiose Gemüsegerichte. Authentisch italienisch. Erfrischend zeitgemäss.
Kochbuch, Rezepte, italienische Küche, Vegan, Vegetarisch, Gemüseküche, Kulinarisches
Hardcover, 256 Seiten, 17.5 cm x 24.5 cm
at Verlag, 2021



A Modo Mio von Alessandra Dorigato

«A modo mio» – auf meine Art – die Foodbloggerin Alessandra Dorigato versammelt hier ihre Lieblingsrezepte aus Italien, wobei viele vegetarisch sind. Sie unterfüttert sie mit vielen Tipps von Mamma Maria und Nonna Nina und erklärt zu Beginn den Ursprung der Gerichte und aus welcher Region sie stammen. Ein Buch, das Gefühl vermittelt, Duft, Aroma und Geschmack, die Geschichte hinter dem Rezept. Ein Kochbuch für Liebhaber der italienischen Küche, oder es werden wollen. Inhaltlich gibt es wenig Neues – allerdings Dessert-und Backwarenfreunde werden hier prima neue Rezepte finden. Interessant für Gerichte ohne Fleisch.
Weiter zur Rezension:  A Modo Mio von Alessandra Dorigato

Gennaros Limoni von Gennaro Contaldo

Dieses Kochbuch wird eins meiner Lieblingskochbücher werden. Nicht nur, weil ich ein Zitronenfan bin, sondern weil Gennaro hier eine Menge leckerer Rezepte auftischt, die recht unbekannt sind und typisch italienisch: leicht zuzubereiten sind. Sommerküche pur! Vom Salat über die Pasta zu Fisch und Fleisch bis zum Naschwerk ist hier alles dabei; zum Ende Espresso, Limoncello, Cocktails – für Zitronenfans eine wahre Wundertüte für Kulinarisches, eine kulinarische Hommage an die Zitrone. Empfehlung!

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Die Gourmet-Bibel Italien von François-Régis Gaudry

Kürzlich hatte ich die «Die Gourmet-Bibel Frankreich» vorgestellt. Dieses Nachschlagewerk ist im Prinzip auf die gleiche Art gestaltet: ein Buch zum Schmökern – dies für Italienfans. Bibel sagt ja bereits alles über den Umfang aus. Wissenswertes über die italienische Küche und deren Kultur, Historisches, Literatur, berühmte Persönlichkeiten, die kulinarischen unterschiedlichen Produkte Italiens, Rezepte von Affogato bis Zuppa inglese finden sich hier: kulinarisches Wissen in geballter Kraft. Grandios – ein Lexikon und Nachschlagewerk zum Blättern und Verweilen.

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Der Pasta-Codex von Vincenzo Buonassisis 

Wer hat’s erfunden? Nicht die Italiener – aber die Italiener haben die Pasta in tausend Varianten zum Volksgericht erklärt. Flach, geformt, gerollt oder gefüllt - Pasta kann fast alles. Vincenzo Buonassisis über Jahre Pastarezepte gesammelt: 1.001. Der Pasta-Codex erzählt aber auch die Geschichte, Tradition und Leidenschaft hinter dem italienischen Nationalgericht und präsentiert voller Hingabe Rezepte durch authentische Recherche aus allen Regionen Italiens. Pasta frisch oder getrocknet, mit Gemüse, Fisch oder Wild zubereitet, die meisten klassischen «Nonna-Gerichte» sind ganz einfach zuzubereiten. Ein Pasta-Lexikon!

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Toskana in meiner Küche von Cettina Vicenzino

Cettina Vicenzino, hat nicht nur Rezepte aus der Toskana mitgebracht – wobei sie Wert darauf legt, dass dies Werk als Lesebuch zu werten ist, weil man Rezepte besser «mit dem Zusammenhang der restlichen Buchseiten versteht». Und die Rezepte verstehen sich nicht grundsätzlich traditionell – nämlich ohne Kindheitserinnerung – ein Spaziergang durch die Küchen der heutigen Toskana. Gerichte wie Gnudi toscani, Testaroli, Pici, Strigoli, die man hier und dort ähnlich gegessen hat, nachgekocht, ein wenig variiert, Originalrezepte, die die Autorin erhalten hat. Dazu präsentiert sie uns spannende Geschichten und Porträts interessanter Menschen, Fotos mit Eindrücken zu Land und Menschen, Tradition. 70 Rezepte umrundet von Wissenswertem, Kuriosem und Humorigem. Empfehlung!

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Die Rezepte meiner italienischen Mamma von Cristian Momo

Momo ist ein Geschichtenerzähler, ein Blogger, der traditionelle süditalienische Küche präsentiert. Neben den Rezepten seiner Mutter bringt er uns sein Sizilien näher. Neben den Rezepten erfahren wir viel über die sizilianische Seele, Traditionen, Hintergrundwissen zur Entstehung von Gerichten. Eben das macht dieses Kochbuch anders, sympathisch. Das Reisekochbuch bringt nicht viele neue Rezepte, aber Einblick in die sizilianische Seele und Mythen. 

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Casalinga von Domenico Gentile

Die einfache italienische Küche, die der armen Leute, ist das Thema, absolut authentisch. Das versprochene Traditionelle wird nicht durchgängig beherzt. Wer nach Fisch und Fleisch sucht, wird hier kaum fündig, was für die Armenküche in Ordnung ist. Und wer nach neuen Rezepten sucht, der findet rein gar nichts, leider – back to the roots ist durchgefallen – denn darum ging es ja. Erdkunde ist auch nicht die Sache des Autors, bei dem das Mezzogiorno bereits in der Toskana beginnt.

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River Café – Alle Rezepte von Rose Gray und Ruth Rogers

Begonnen hatte alles 1987 mit einer Kantine. Doch die Frauen Ruth Rogers und Rose Gray hatten weit  mehr geplant. Aus der Kantine wuchs ein kleines Restaurant, das im Laufe der Jahre ein paarmal vergrößert wurde und weltweiten Ruf erlangte. Italienisch, frisch, einfach und authentisch, das ist die Devise, die zum Erfolg führte. Drum kann es «Pappa al pomodoro» auch nur im Sommer geben. In dieser Gesamtausgabe sind über 900 Rezepte zusammengefasst. Vor allem wird ein Augenmerk auf die norditalienische Küche mit Salsa, Pesto, Pasta, Gnocchi, Risotto, Polenta, Frittata gelegt. Aber auch eine Menge Rezepte zu Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Brot und Minipizza, Desserts, Torten, Granitas, Sorbets, Eiscreme und Semifreddo, sowie Drinks sind enthalten.

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Perfektion Pasta – Das Geheimnis des Nudelkochens von Thomas Vilgis und Mario Furlanello

Jetzt mal ehrlich, wer braucht heute noch ein Kochbuch über Pasta? Aber dieses hier ist eine Hommage an die Pasta – na ja, ein wissenschaftliches Buch, hier wir erklärt, wie die beste Pasta gelingt, welche Soße sich für welche Nudelart eignet. Zwei Männer haben experimentiert und ausgewertet, wie ein Pastateig am besten gelingt. 80 Rezepte gibt es inklusive. Der Frankfurter Koch Mario Furlanello und der Physiker und berufsmäßige Genussforscher für Food Physics Thomas Vilgis haben sich darangemacht zu testen, welche Zutaten beim Pastateig Einflüsse haben und wie man sie zusammenbringt. Wissenswertes über Pasta und Soßen – für Pastaliebhaber ein Muss!

Pronto! von Gennaro Contaldo  

Die italienische Küchenphilosophie, so lehrt uns Gennaro Contaldo, bringt durch schlichte, frische Zutaten, einfache, wohlschmeckende Gerichte zustande. Frisch – einfach – schnell - lecker – genau darum ist die italienische Küche so beliebt, besonders zur Sommerszeit, denn die schnelle italienische Küche muss nicht ausschließlich aus Pasta und Pizza bestehen. 90 Rezepte, je in maximal 40 Minuten zubereitet, eingeteilt in Salate, Suppen, Pasta, Risottos, Fisch, Fleisch, Gemüse und Desserts. Traditionelle Gerichte – gut erklärt – aber wer neue Ideen sucht, wird hier nicht fündig.

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Kulinarische Bücher 

Kochbücher, Backbücher und alles rund um Lebensmittel findet sich kompakt auf dieser Seite. Auch Genussromane, soweit ich welche lese. Schleckermäulchen also hierher klicken:


Sachbücher

Hier stelle ich Sachbücher vor, die im Prinzip nichts mit Fachliteratur zu tun haben. Eben Sachbücher jeder Art, die ein breites Publikum interessieren könnte.
Sachbücher


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