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Jessi, die Raubhäsin von Kai Lüftner, Wiebke Rauers - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing







Jessi, die Raubhäsin 


von Kai Lüftner, Wiebke Rauers



Hunderttausende Geschichten
weiß im Wald man zu berichten,
über die Häsin, von der man sagt,
dass nun sie die Jäger jagt …



Das Cover hat mich gleich geflasht! Und als ich dann dazu das Autorenteam Kai Lüftner und Wiebke Rauers auf dem Cover las, war mir klar, das Bilderbuch muss gut sein! Und genauso ist es! Robin Hood der Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit ist nämlich eine Häsin – so könnte man das zusammenfassen. Ein Hasenbaby wächst heran im Käfig und hat alles, was es braucht. Fast. Als das Mädchen heranwächst, merkt es, ihr fehlt die Freiheit. Hasen können knabbern, und so befreit sie sich, schwört, sich nie mehr irgendetwas gefallen lassen. Und weil sie ein gutes Herz hat, achtet sie auch auf andere. Schnell hat sie den Ruf, die wilde, gefährliche Raubhäsin zu sein. Vorbei mit:


Ach, schaut, wie süß, die Kleine hier, 
kuscheliges Hasentier, 
nuffelt, mümmelt, Schnuppernäschen, 
zuckersüßes Mini-Häschen.




Jessi befreit den Eichelhäher vor dem Fuchs und die Maus von der Eule. Das Meerschwein ist ihr größter Fan und möchte Jessi helfen, hat sich dazu umbenannt zum Wehrschein. Pffff! Jessi benötigt weder Freunde noch Hilfe! Doch doch das Wehrschwein gibt nicht auf, bleibt Jessi auf den Fersen … Ob sich hier doch eine Freundschaft anbahnen mag? Herrlich gezeichnet, eine wilde, mürrische Häsin, die allein mit ihrem Blick töten könnte. Ein Bilderbuchspaß in Reimform, die manchmal recht grob zusammengezimmert sind, was aber nicht weiter stört. Was mir gefällt, ist, dass hier nicht ein braves Kuschelhäschen, flauschigweich und zitterig illustriert wurde, sondern eine struppige Häsin mit abgeknicktem Ohr und Charakter. Eine Kämpferin, die sich auch für Wildfremde einsetzt, wenn sie in Not geraten. Mit ihrem mutigen Auftreten, gefletschten Zähnen (ein Zahn gebrochen beim Ausbruch), und Kampfgeschrei schlägt sie sogar Fuchs, Eule und Schlange in die Flucht und rettet kleine Tiere davor, gefressen zu werden.




Der Text ist mächtig für ein Bilderbuch, wie gesagt sind die Reime nicht ganz rund, was beim laut Lesen sofort auffällt. Die Kinder werden sich nicht daran stören. Die Illustrationen von Wiebke Rauers sind echt der Knaller! Mit so viel Emotion und Ausdruckskraft gezeichnet – man muss diese Jessi lieben – und knuddeln, weiß, dass sie uns anfauchen und beißen wird, wenn wir das tun. Einerseits bekommen Kinder ein Gefühl dafür, was es für ein Haustier bedeuten kann, lebenslang in einen Käfig eingesperrt zu sein. Das Buch sollte in jeder Zoohandlung ausliegen! Andererseits erfährt man, wie man mit Mut und Entschlossenheit auftritt, dadurch auch von viel Stärkeren respektiert wird, und wie man so auch anderen helfen kann, wie man sein Selbstbewusstsein stärkt. Abteilung Lieblingsbuch! Altersempfehlung von mir: ab 4 Jahren.





Kai Lüftner, geb. 1975 in Berlin, arbeitete als Streetworker, Kabarettist, Sozialarbeiter, Pizza-Fahrer, Türsteher, Liedtexter, Comedy-Autor, Konzertveranstalter, Radioredakteur sowie in Alten- und Kinderheimen. Heute verdient er sein Geld als Musiker, Hörbuchbearbeiter, Regisseur und Kinderbuchautor. Er ist Vater zweier Söhne und lebt in Berlin-Köpenick. In seiner Freizeit macht er Kampfsport, lässt sich tätowieren, engagiert sich im Tierschutz, liest viel, hört und macht Musik, sammelt Münzen, geht auf Schatzsuche und mit dem Hund Gassi.

Wiebke Rauers, geboren 1986, studierte Kommunikationsdesign in Düsseldorf. Nachdem sie einige Jahre als Charakterdesignerin in einem Animationsfilmstudio gearbeitet hat, machte sie sich 2015 selbstständig und arbeitet inzwischen an Apps, Ausstellungen und allem, was mit Illustration zu tun hat. Ihr erstes illustriertes Kinderbuch erschien 2016 im Dressler Verlag (Martin Baltscheit «Nur ein Tag»).




Kai Lüftner, Wiebke Rauers 
Jessi, die Raubhäsin 
Bilderbuch, Kinderbuch, Selbstbewusstsein stärken
Hardcover, 40 Seiten, 25.5 x 30 cm
Coppenrath Verlag, 2023
Altersempfehlung von mir: ab 4 Jahren







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Lieblich mit dem Po wackeln, Augenaufschlag, niemals wild und laut – so sollte sie sein. Aber Marie Käferchen hat darauf keine Lust! Ein wildes Käferchen, das auf Punk und Rock abfährt. Und als das Mädel zur Gitarre greift, ist der ganze Wald nur noch genervt. Ein herrliches Bilderbuch zur Stärkung des Selbstbewusstseins. My way! Das rockt: Gedichtform und bezaubernde Grafik! Empfehlung ab 4 Jahren.

Weiter zur Rezension:   Marie Käferchen von Kai Lüftner und Wiebke Rauers





Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur









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