Rezension
von Sabine Ibing
Snapdragon
von Kat Leyh
Ihre Mutter hat Snapdragon (Löwenmäulchen) nach ihrer Lieblingsblume benannt, das ist eine Familientradition – Snap wird sie gerufen. So weit, so normal. In der Stadt, in der sie lebt, gibt es eine Hexe. Zumindest geht das Gerücht um. Aber auf den ersten Blick scheint Jacks nur eine Kutte tragende, internetaffine alte Dame zu sein, die Skelette von überfahrenen Tieren online verkauft. Nachdem sie ein kleines Ritual durchgeführt hat, um die Geister der Tiere zur Ruhe zu bringen, sieht das auf einmal ganz anders aus, aber Snap findet es auch irgendwie cool. Die beiden machen einen Deal: Jacks wird Snap beibringen, wie man sich um die Baby-Opossums kümmert, die Snap gerettet hat, und Snap wird Jacks helfen, die Skelette der toten Tiere zusammenzumontieren. Die Geschichte hat einen kleinen Gruseleffekt: Jacks sammelt tote Tiere – besonders erfolgreich auf der Landstraße am frühen Morgen, wo jede Menge Tiere von Autos überfahren werden. Sie buddelt die Tiere hinter dem Haus ein und nach einer gewissen Zeit wieder aus, nämlich, wenn nur noch die Knochen zurückgeblieben sind. Die setzt sie mit Drähten wieder zusammen, um sie zu verkaufen. Nach dem ersten Grusel findet auch Snap das interessant. und als Snap beginnt, Jacks besser kennenzulernen, merkt sie, dass sie vielleicht doch über echte Magie verfügt – und eine Verbindung zur Vergangenheit von Snapdragons Familie hat.
Snaps Mutter Violet muss hat arbeiten, sie hat oft Nachtschicht. Damit Snap nicht einsam ist, hat sie einen kleinen Freund, den dreibeinigen Hund Good Boy. In der Schule ist Snap eine Außenseiterein, weil sie anders ist, Mädchensachen sind nicht ihr Ding. Ihr einziger Freund ist Louis, der Frauenkleider und Nagellack mag, den auch keiner haben will. Eine Menge ungewöhnlicher Typen, ungewöhnliche Freundschaften und am Ende müssen alle gegen einen Bösen zusammenstehen. Jacks ist eine Hexe, denn sie besitzt magischen Kräfte – und sie entdeckt, dass auch Snaps welche besitzt, lehrt sie, diese zu benutzen.
Die Graphic Novel ist eine spannende Coming of Age-Geschichte mit leichten Schauereffekt. Anderssein ist das Grundthema, ebenso herauszufinden, wer man ist, Fehler zuzulassen. Tod, der Kreislauf des Lebens, Mobbing, Anderssein, Diversität, Vorurteile, verbunden mit Magie, eine interessante Kombination der Themen. Die Geschichte hat Tempo, sie ist humorvoll und zum Ende wird es richtig actionreich und spannend. Kat Leyh gibt ihren Figuren Tiefe, und schnell baut sich beim Lesenden Sympathie zu ihnen auf. Ein seitenstarker Comic, eine vielschichtige Geschichte, die sich in der Manier von Hitchcock in Horror und Suspense steigert. Dieser Genremix wurde mit recht für den Deutschen Jugendliteraturpreis 24 und den Eisner-Award nominiert und mit dem Lesekompass 2024 ausgezeichnet. Klasse Zeichnungen in der Graphic Novel, die sich total auf die Figuren konzentrieren. Altersempfehlung von mir: ab 14 Jahren. Empfehlung!
Kat Leyh ist vor allem als Co-Autorin und Coverzeichnerin der Serie «Lumberjanes» und für ihren Superhelden-Webcomic «Supercakes» bekannt. Außerdem hat sie an mehreren BOOM! Studios-Serien mitgewirkt. Mit ihren Publikationen «Thirsty Mermaids» und «Snapdragon» war sie für den Eisner-Award nominiert. Kat Leyh lebt und arbeitet in Chicago.
Graphic Novel, Comic, Grafisches
Für die Fans von Comis / Graphic Novels und sonstigem Gezeichneten, wie Satire. Hier auf dieser Seite zusammengefasst. Alle Altersgruppen. Graphic Novel, Comic, GrafischesKinder- und Jugendliteratur
Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.Fantasy, Fantastic, Dystopien
Hier bin ich leider in letzter Zeit etwas ratlos. In dieser Rubrik wird wenig auftauchen. Leider habe ich das Gefühl, dass hier keine neuen Ideen kommen. Ich mag nicht immer wieder das gleiche Buch in Abwandlung lesen ... Aber auch hier lasse ich mich gern überraschen. Meist findet man unter den Dystopien doch mal was Neues.Fantasy







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