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Ins Schwarze von Vincent Almendros - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing






Ins Schwarze 


von Vincent Almendros


Der Anfang: 
Bisher war ich ein Mann ohne Geschichte gewesen. Vielleicht, weil ich in einem abgelegenen Dorf geboren wurde, mitten im Nichts. Das nämlich war Saint-Fourneau, ein elendes Kaff. Dorthin zurückzukehren war mir immer schwierig vorgekommen. Dazu muss man wissen, dass meine Mutter noch dort lebte.

Er kehrt an den Heimatort zurück, den er als zehnjähriger verlassen hat. Seine Großeltern hatten ihn zu sich geholt, weil seine Mutter ihm ein Reinigungsmittel zu trinken gegeben hatte. Die Hochzeit seiner Cousine steht an. Und wieso nennt Laurent seine Freundin Claire nun Constance? Dieser Sommerausflug aufs Land ist wenig romantisch. Schwarzer Humor, falsche Fährten, verdichtete Spannung. Vincent Almendros erzählt einen eleganten Familienthriller …


Eine vibrierende Atmosphäre


Man hörte im Haus die Fliegen umherschwirren. Sie klebten als schwarze Punkte an den Scheiben und surten hinter den Gardinen, nervös wie vor einem Gewitter.

In Saint-Fourneau erwarten das junge Paar ein leeres Haus, tote Fliegen auf dem Fußboden und ein Onkel in schmutzigen Gummistiefeln. Nur seinetwegen ist Laurent zurückgekommen. Die Begegnung mit der Mutter wird auf den nächsten Tag verschoben. Die Stimmung ist bedrohlich, untergründig lauert Gewalt. Etwas muss vorgefallen sein. Vincent Almendros arbeitet mit Doppeldeutigkeit und Wortspielen, gilt als einer der raffiniertesten Stilisten der französischen Gegenwartsliteratur. Verdichten, Geheimnisse offenlassen, so einiges bleibt der Fantasie des Lesenden überlassen. Warum hat Laurent seit dem Tod seines Vaters das Dorf gemieden? Was ist damals wirklich geschehen? Das Verhältnis zur Cousine lässt auch einiges offen – schon gar das Verhältnis zum Onkel. Wer ist Claire? Der Autor beschreibt exakt mit wenigen Worten seine skurrilen Dorfbewohner.  Letztendlich passiert nicht viel, spannend ist die verdichtete Beziehung zwischen den handelnden Personen, das, was passiert oder nicht geschieht – die Leerstellen. Das alles  erzeugt eine vibrierende Atmosphäre. Ein klasse literarischer Thriller!



Vincent Almendros, geboren 1978 in Avignon, lebt und schreibt in Paris. Sein zweiter Roman «Ein Sommer» wurde 2015 mit dem Prix Françoise Sagan ausgezeichnet.



Vincent Almendros 
Ins Schwarze 
Salto-Reihe
Aus dem Französischen übersetzt von Till Bardoux 
Zeitgenössische Literatur, Thriller, literarischer Thriller, Kriminalliteratur, Kriminalroman, Französische Literatur
Hardcover, Leinen, Pocketformat, 120 Seiten
Klaus Wagenbach Verlag, 2019






Krimis und Thriller

Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller

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