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Rezension - Die Rote Hand von Jürgen Heimbach

Ein spannender historischer Noir-Thriller, der die Morde an den deutschen Waffenhändlern Otto Schlüter und Georg Puchert einbindet. Frankfurt in der Nachkriegszeit Ende der Fünfziger, Wiederaufbau, Wasserhäuschen. Der  Algerienkrieg der Franzosen ist das Thema, der als Krieg nicht bezeichnet werden darf, Waffengeschäfte, Anschläge des französischen Geheimdienstes, »La main rouge«. Attentate, mitten in Deutschland, ungeahndet, wegen der Diplomatie … Weiter zur Rezension:    Die Rote Hand von Jürgen Heimbach

Rezension - i love you heißt noch lange nicht ich liebe dich von Cleo Leuchtenberg

Ein spannendes Jugendbuch, bei dem es im zentralen Thema um das Synchronsprechen geht. Und genau das ist mega interessant. Lilly, eine angehende Schauspielerin darf zu einem Hollywoodfilm die deutsche Stimme einsprechen. Und da ist Ben, das Gegenteil von Lilly. Er spricht die männlichen Hauptrolle. Im Film muss es zwischen den beiden knistern, ganz professionell, denn es ist auch eine Liebesgeschichte. Und so rücken sie vor dem Mikrofon ein wenig zusammen. Emotionen fliegen … Während die Protagonisten sich in dieser Dystopie kennenlernen, umkreisen, anzicken, sich näherkommen, passiert genau das parallel mit Lilly und Ben. Klare Charaktere, zugespitzte Story, aber die Sprache ist literarisch schnörkellos, ohne Kitsch. Das macht eine gute Soap aus. – Sprechen will gelernt sein – es ist ein hartes Training. Weiter zur Rezension:    i love you heißt noch lange nicht ich liebe dich von Cleo Leuchtenberg

Rezension - Petit Piment von Alain Mabanckou

Mose wächst im Kongo in einem Waisenheim auf, umsorgt von einem Priester, der dem Froschtanz beherrscht, den Pygmäentanz, und einer liebevollen Erzieherin, die Wärme zeigt, so einiges durchgehen lässt. Aber das ist schon alles, was schön ist an diesem Heim. Mit Regierungswechsel wird alles Personal ausgetauscht, die Revolution ist nun der Gott. Drum büchst Petit Piment mit den Zwilligen aus. Draußen ist die Welt auch nicht besser, sie fristen das Leben von Straßenkindern, bis Petit Piment bei der Puffmutter »Mama Fiat 500« landet … Weiter zur Rezension:    Petit Piment von Alain Mabanckou

Rezension - Ein Teil von ihr von Karin Slaughter

Sprecher: Nina Petri ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 16 Std. und 56 Min. Ich lese / höre Karin Slaughter sehr gern. Ihre Psychothriller entwickeln sich immer gemächlich und das Hauptaugenmerk liegt auf den Protagonisten. Das ist auch dieses Mal so, ein Thriller, ein Familiendrama, comming-of-age. Ein Strang spielt in der heutigen Zeit, der längere geht zurück in die Vergangenheit. Mutter und Tochter – eine Tochter, die glaubt zu wissen, wer ihre Mutter ist, eine nette Therapeutin – bis zu diesem Tag, als die Mutter im Einkaufszentrum einem durchgeknallten Typen, der auf Menschen schießt, fachgerecht entwaffnet und ihn mit seinem eigenen Jagdmesser kaltblütig tötet. Weiter zur Rezension:    Ein Teil von ihr von Karin Slaughter

Rezension - Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens

Eine Kriminalgeschichte, die nur am Rande steht, ein Roman, der berührt, der den Leser von der ersten Seite an mitnimmt, nicht loslässt. Ein Drama – das ist nach den ersten Seiten klar. Ein Mädchen einsam in der Natur, im Einklang mit ihr – ein Mensch, der immer wieder verlassen wird – Angst vor Verlust – eine scheue junge Frau, die den Tieren in ihrer Umgebung mehr vertraut als ihren Artgenossen. Mir hat die Geschichte unter anderem eine schlaflose Nacht geschenkt – es ist einer der besten Romane, die ich in diesem Jahr gelesen habe! Ein Kind lebt allein versteckt im Marschland der Ostküste von North Carolina, zwischen Salzwiesen, kleinen Wäldern, Wasserläufen, Sanddünen, Schilfgräsern, Sumpf und Sandbänken, zwischen mäandernden Flussausläufern. Sie kennt jedes und Tier, jede Muschel und jede Pflanze. Das Marschland ist bekannt für seine zwielichtigen Bewohner: White Trash. Weiter zur Rezension:    Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens

Rezension - Wenn ich tot bin von Karen Sander

Wer einen spannenden Pageturner sucht, den man an einem Abend weglesen kann, der mag mit diesem Thriller zufrieden sein. Wer außerdem gute Literatur sucht und einen bewegenden Inhalt, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Sehr glaubhaft ist die Story nicht – hier wurde viel konstruiert, damit am Ende alles passt. Schlicht spannende Unterhaltung – warum nicht! Die Geschichte spielt in den Highlands von Schottland, in Edinburgh – wäre es Wanne Eikel, man würde den Unterschied nicht feststellen. Ein Mädchen wird im Alter von 8 Jahren entführt, 10 Jahre später steht sie vor der Tür ihrer Mutter, um ein paar Stunden später erneut zu verschwinden … Weiter zur Rezension:    Wenn ich tot bin von Karen Sander

Rezension - Ich bin Circe von Madeline Miller

Ein Roman über die Göttin Circe, oder auch Kirke genannt, Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse – ein ungeliebtes Kind. Eine starke Frau, die ihren eigenen Weg geht, sich ihre Macht erkämpft, verbannt auf die Insel Aiaia, Geliebte des Odysseus, Mutter des Telegonos. Göttersagen vom Olymp, eine wundervolle Geschichte, Atmosphärisch dicht geschrieben, sehr lebendig und humorvoll, ist dieser Roman ein Genuss für alle Fans der griechischen Mythologie. Weiter zur Rezension:    Ich bin Circe von Madeline Miller

Rezension - Shadowology von Vincent Bal

Vincent Bal hat eine neue Kunstform entwickelt, mehr oder weniger dem Zufall dankend. Ich wette, es gibt so gut wie niemanden, der nicht begeistert ist! - Eine Teetasse auf einem Blatt Papier wirft einen Schatten, und der Autor, ins Nachdenken versonnen, entdeckt einen Elefanten in diesem Schatten, gibt dem Schatten mit dem Stift eine Ausdrucksform, fotografiert sein witziges Werk und postet es auf Instagram. Und weil die Menschen begeistert waren, präsentierte er nun jeden Tag ein Schattenbild: Schatten eines Objekts plus Zeichenstift, eine neue Kunstrichtung war erfunden – Shadowology. Objekt und Zeichenstift, Realität und Fantasie, ein neues Bild entsteht, Fotokunst und Zeichnen im Doodle Stil vereinen – Fotodoodle. Und ich kann sagen, ich habe mich königlich amüsiert! Weiter zur Rezension:    Shadowology von Vincent Bal

Rezension - Am Ende bleiben die Zedern von Pierre Jarawan

Sprecher: Timo Weisschnur, Walter Kreye Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 9 Std. und 46 Min. Das ist für mich ein »Ja, aber – Roman«. Auf der einen Seite fand ich ihn ganz gut, dann aber so gar nicht. Ich liebe die arabische Erzählweise: ein wenig ausschweifend, da in jeder Geschichte eine Menge kleiner Geschichten versteckt sind, poetisch erzählt, ohne in Kitsch zu gleiten, großes Leid, das sofort von schelmischem Humor gerettet wird – eben große Erzählkunst. Der in Frankfurt lebende Rafik Shamir ist für mich einer der Besten in diesem Fach. Und genau das gelingt Pierre Jarawan nicht: Es ist eine arabische Geschichte, die in europäischer Erzählform daherkommt, die Poesie hier leider in Kitsch gleitet, der der subtile Humor fehlt, Historisches manchmal als Lexikonwissen eingebettet ist. Aber andererseits ist die Familiengeschichte nicht schlecht und man erfährt eine Menge über den Libanon. Das war es wert, diesen Roman zu verfolgen, auch wenn ich an manchen Stellen zusammenzuckt...

Rezension - Begel, der Egel von Nele Brönner

Das Cover reizte mich und etwas über Egel kennenzulernen wäre mal etwas anderes. Die wenigsten Autoren beschäftigen sich mit Tierchen, die der Mensch nicht unbedingt als nützlich, bzw. niedlich betrachtet. Leider wurde ich von diesem Bilderbuch gänzlich enttäuscht. Weiter zur Rezension:    Begel, der Egel von Nele Brönner