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Eine neue Art einen Roman zu schreiben, wie kann das aussehen?

Das Feuilleton ist aus dem Häuschen, jubelt: Ein genialer Roman! Oft schaffen es genau diese Bücher nicht, den Durchschnittsleser anzusprechen. Warum das so ist, mag im Einzelfall liegen. Eine neue Art der Literatur zu finden, ein schwieriges Unterfangen. Doch der ein oder andere Schriftsteller schafft es mit seinem Experiment, die Herzen zu bewegen – zumindest die des Feuilletons. Wie sieht es mit dem Durchschnittsleser aus? Oft fällt genau dieser Roman durch. Heiß diskutiert – die Geschmäcker sind verschieden. Man muss sich darauf einlassen können, etwas Neues auszuprobieren. Nicht abschrecken lassen, was die anderen sagen, denn dann hätte ich manches Buch erst gar nicht gelesen. Eine neue Art einen Roman zu schreiben, wie kann das aussehen?  Ich stelle euch zwei Bücher vor, die sich an eine neue Form herangewagt haben. Das eine hat es geschafft, mein Herz zu erobern, das andere konnte mich nicht begeistern.  Lincoln im Bardo von George Saunders Man muss sich ...

Rezension - Eisiger Dienstag von Nicci French

Intelligent und psychologisch gut aufgebaut, spannend, in dunkle soziale Abgründe schauend - ein Thriller mit Niveau. Tief hineingeblickt in Gesellschaftsschichten und aufgeblättert in ein dämmergraues London. Die Psychotherapeutin Frieda Klein wird ins Team von Inspector Karlsson gebeten. Kann sie helfen, Licht in den Fall zu bringen? Hier geht es zur Rezension:   Eisiger Dienstag von Nicci French

Rezension - Du hast das Leben vor dir von Romain Gary

Selten habe ich mich so traurig amüsiert. Denn die Geschichte ist traurig, allerdings mit so tiefgehendem schwarzen Humor geschrieben, dass man die inneren Tränen wegschmunzelt. Es ist eine Erzählung über eine Liebe, die Liebe zwischen dem Jungen Momo, der eigentlich Mohamed heißt, und Rosa, einer alternden jüdischen Hure, die seine Ziehmutter ist. Wunderbar poetisch und gleichzeitig schnoddrig-naiv erzählt der zehnjährige Momo uns aus seinem Leben in einem Stadtteil in Paris, indem sogar ein einziger waschechter Franzose lebt. Gut, Momo ist vierzehn, aber das weiß er zu dieser Zeit noch nicht. Hier geht es zur Rezension:  Du hast das Leben vor dir von Romain Gary

Rezension - Einsiedeln von Silvia Götschi

Einsiedeln, Kanton Schwyz, bekannt durch das Kloster Einsiedeln Eine zerstückelte Leiche im Sihlsee und ein Hinweis zum Benediktinerorden … Welche Verbindung gibt es zum Kloster? Oberleutnant Valérie Lehmann fischt mit ihrem Team zunächst im Trüben. Ein spannender Krimi aus der Schweiz. Hier geht es zur Rezension:    Einsiedeln von Silvia Götschi

Rezension - Aluta von Adwoa Badoe

Stände zu Beginn des Romans kein eindringlicher Prolog, so könnte man das Buch als Coming of Age einer ghanaischen Studentin anlesen, freudig plappernd, glücklich auf dem Weg ins Erwachsenwerden. - Studentenleben in Ghana, alles fing so voll Freude an … Ghana war das erste afrikanische Land, das 1957 die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien erlangt hat, jedoch immer wieder von Militärmachthabern regiert wurde. Jerry John Rawlings putscht sich Sylvester 1981 zum zweiten Mal in die Regierung Ghanas, gründet den »Provisional National Defence Council – PNDC«. Die Angst geht wieder um. Studenten werden zunächst zu Arbeitseinsätzen abkommandiert, die Universitäten bleiben eine Weile geschlossen. Im Juli 1982 werden drei Richter entführt und umgebracht, was zu Großdemonstrationen von Studenten führt. Hier geht es zur Rezension:    Aluta von Adwoa Badoe

Rezension - Die Tankstelle von Courcelles von Matthias Wittekindt

Alles läuft auf den einen Tag hinaus, 1978: Lou arbeitet oft in der Tankstelle, um ihr Taschengeld aufzubessern, schiebt auch mal Nachtschicht. Und dann kommt diese eine Nacht, zwei Männer werden erschossen. Eine Clique von Jugendlichen bereitet sich auf das Abitur vor, fein ausgearbeitet werden in diesem literarischen Krimi alle Protagonisten aufgestellt, das Drama nimmt seinen Lauf  … Zur Rezension:    Die Tankstelle von Courcelles von Matthias Wittekind t

Rezension - NSA - Nationales Sicherheits Amt von Andreas Eschbach

Stell dir vor, Computer und Mobiltelefone hätte es bereits vor Hitlers Machtergreifung gegeben. Andreas Eschbach hat genau das gemacht. »NSA« steht dabei für das »Nationale Sicherheits-Amt«, das schon zu Kaiserzeiten gegründet wurde. Es gibt bereits ein sogenanntes »Weltnetz«, elektronische Post, das »Deutsche Forum«, etwas ähnliches wie Facebook, ein Handy, das so funktionsfähig ist wie ein Smartphone. Bargeld ist abgeschafft. Dies ist ein Genremix (keine Dystopie, denn wir gehen in die Vergangenheit), einerseits Fantasy, andererseits geschichtlich und es ist eine Crimestory. – Ein spannendes Buch zur Unterhaltung, das aber letztendlich nichts Neues bringt. Tiefgang hat es deutlich nicht. Zur Rezension:   NSA - Nationales Sicherheits-Amt von Andreas Eschbach

Rezension - Falken jagen von D.B. Blettenberg

Falken jagen von D.B. Blettenberg Ein solider Krimi mir Doppelsicht für den Leser. Privatermittler Farang jagt den Falken, ein Unbekannter, der bereits mehrere Männer ermordete. Er hinterlässt bei jedem Toten eine Nachricht. Der Leser weiß, wer der Falke ist und er kennt seine Motive. Doch der Falke selbst ahnt nicht, dass man ihm so langsam auf die Spur kommt … Hier geht es zur Rezension:    Falken jagen von D.B. Blettenberg

Rezension - Sechs Koffer von Maxim Biller

Ich mag Maxim Biller, vermisse seine klugen Worte im literarischen Quartett. Ein emotionaler, streitbarer Mensch, ein neugieriger mit einer Portion jiddischem Humor, und einer mit klarem Standpunkt, ein Intellektueller – eine Kombination, die ihm gern als Arroganz ausgelegt wird. Ich war gespannt auf sein Familiengeheimnis – und ich ahnte es schon – ich werde es nicht erfahren. Wer hat den »Taten«, den Großvater, damals verraten? Ein Verrat, der dem alten Mann das Leben kostete. Einer der Söhne oder Schwiegertöchter? Viele hatten ihre Gründe. Letztendlich geht es doch nur darum: Warum hätte jemand einen Grund, für eine solch schmähliche Tat. Maxim ist ein Kind, als sein Opa stirbt und in seiner Jugend treibt es ihn an, das Geheimnis zu lösen, das ihn bis ins Erwachsenenalter verfolgt. Weiter:    Sechs Koffer von Maxim Biller

Rezension - Nichts, um sein Haupt zu betten von Françoise Frenkel

Dies ist eine wahre Geschichte, die von Françoise Frenkel, die an der Sorbonne in Paris Literatur studiert, in Berlin 1921 einen französischen Buchladen eröffnet, der ihr und ihren Kunden viel Freude bereitet. Doch Françoise Frenkel ist Jüdin. Sie muss fliehen. Eine Odyssee durch Frankreich beginnt. Sie erfährt viel Leid, aber sie trifft auch auf Leute, die sie verstecken, die ihr immer wieder helfen zu fliehen … bis sie 1943-44 ihre Geschichte am Vierwaldstädtersee niederschreiben kann. Ein beeindruckender Roman. Hier geht es zur Rezension:   Nichts, um sein Haupt zu betten von Françoise Frenkel