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Never Coming Home von Kate Williams - Rezension

Rezension

Sabine Ibing





Never Coming Home 


von Kate Williams


Das Marketing hat Unknown Island durchs Netz getrieben – die Insel ist nun bekannt als das exklusivste Reiseziel der Welt: weiße Sandstrände, türkisfarbenes Meer, Luxusunterkünfte … Für zehn ausgewählte Influencer:innen werden die Türen des Resorts zum ersten Mal und exklusiv geöffnet. Jeder kennt sie: Da ist die Gamerin, die Beauty-Bloggerin, das Rich Girl, der Superstar, der Nachwuchspolitiker, die Umweltaktivistin, der DJ, die CEO von Shemail, der Sternekoch und der Sportler. Was sie nicht wissen, hinter der Einladung steckt ein perfider Plan sie zu töten!


Wo ist die seidene Bettwäsche?

Kaum angekommen sehen die zehn ausgewählte Influencer:innen, wie die wenigen Angestellten der Insel diese auch schon verlassen. Die Hütten zum Schlafen entpuppen sich als saubere, aber ziemlich einfache Zimmer unter Hostelniveau; der Speiseraum eine Bruchbude, in der der Küche bereitet der Sternekoch als Auftrag ein einfaches Essen vor, dass so gar nicht hierher passt. Im Vorrat liegen Hummus und Cracker. Unknown Island ist kein Urlaubsort, es ist eine Falle! Niemand kann entkommen. Jeder von ihnen hat Schuld auf sich geladen und dafür sollen sie nun büßen; und zwar mit dem Tod. Und schon ist Nummer eins vergiftet. 


Chance für einen guten Plot vertan

Der Anfang war gut, ebenso die Idee zu der Sache. Eine:r von Ihnen will sie alle töten – aber wer? Ich habe bis zum Schluss auf das Warum gewartet, denn die «Schandtaten» sind ja nicht mit Absicht verursacht worden und es gibt keinen Zusammenhang zwischen den Influencer:innen. Woher weiß der Täter das alles und vieles andere mehr? Es gibt Tausende ähnliche Fälle aus anderen Berufssparten – warum diese Typen? Denn die Taten haben nichts mit dem Beruf zu tun. Das war unlogisch, wie so manches andere auch. Zehn kleine Influencer:innen machten Urlaub auf ner Insel; und zack, zack fiel einer nach dem anderen dieser dummen Pinsel. Das war nicht sehr einfallsreich, und bei dem Tempo kam die Autorin auch nicht dazu eine sinnvolle Geschichte zu bauen, schon gar keine Charaktere aufzustellen. Das Ende ist somit unbefriedigend und nicht nachzuvollziehen. Was spannend begann, ließ mich irgendwann gähnen, trotz hoher Zahl an abgemurksten jungen Leuten. Ich habe bis zum Ende durchgehalten, weil ich auf ein Warum wartete, auf das große Ganze. Weit gefehlt. Am Ende angelangt meine Wertung für den Thriller: Och nö! Hier hat es sich jemand ganz einfach gemacht: 10 Typen auf eine Insel gebracht, oberflächlich beschrieben und ermordet, ausgefeilt, ohne dass die anderen etwas mitbekommen, dappen sie in Fallen. Das alles aufgebaut mit viel Unlogik, Klischee und ohne Erklärungen, völlig ohne psychologisches Feingefühl. Das könnte das Werk eines SP sein, der irgendwie sein erstes Buch geschrieben hat, aus dem Bauch ohne Plan. Ist es aber nicht. Der Rotfuchs Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 14 Jahren, das passt.



Kate Williams machte sich als Autorin der Jugendbuchtrilogie «The Babysitters Coven» einen Namen und schreibt für verschiedene Zeitschriften wie z. B. «Cosmopolitan» oder «Elle». Sie lebt mit ihrer Familie in Kansas.





Kate Williams
Never Coming Home
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Bettina Münch
Jugendbuch, Jugendroman, Amerikanische Literatur, Kinder- und Jugendliteratur
Hardcover mit Schutzumschlag, 368 Seiten
Rotfuchs Verlag, 2023
Altersempfehlung: ab 14 Jahren











Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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