Direkt zum Hauptbereich

Es werde Wald! von Rina Singh und Ishita Jain - Rezension

 

Rezension

von Sabine Ibing



Es werde Wald! 


von Rina Singh und Ishita Jain

Die wahre Geschichte von Jadav Payeng


Dies ist eine wahre Geschichte! Der Inder Jadav Payeng hat bewiesen, dass jeder Einzelne von uns eine ganze Menge bewirken kann. Als Junge begann er 1979 auf einer Sandbank im Bundesstaat Assam Bambus zu pflanzen, später kamen andere Bäume und Pflanzen hinzu. Niemand glaubte, dass er damit Erfolg haben würde. Der Wald wuchs und wuchs – und eines Tages musste er ihn sogar verteidigen, denn die Bewohner eines Dorfs waren über das Gebiet wütend geworden ...  Heute ist der Wald so groß wie die Fläche des Central Parks und bietet unzähligen Tieren und Pflanzen eine Heimat bietet. 2007 entdeckte ein Fotograf den Wald zufällig, lernte die Geschichte kennen und machte Jadav über Indien hinaus bekannt. 




Rina Singh hat die Geschichte des Jungen Jadav nacherzählt, die von Ishita Jain liebevoll illustriert wurde. Ihre Aquarelle haben mich sofort in Bann gezogen. Sinnlich, mit starker Leuchtkraft machen sie das Bilderbuch zu einem Leseerlebnis! Es ist eine märchenhafte Geschichte, die aber wahr ist – und genau das kann uns animieren, selbst etwas für die Erde zu tun. Der Nord-Süd Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 5 Jahren. Der Text ist kurz und verständlich, die Geschichte auch, von mir daher ab 4 Jahren. Empfehlung!



Rina Singh wurde in einem kleinen Dorf in Indien geboren. Sie studierte Kreatives Schreiben an der McGill University in Montreal, Kanada. Für ihre Kinderbücher hat sie zahlreiche Preise gewonnen, u. a. den Christie Harris Children’s Literature Prize für ihr Buch «The Grandmother School». Besonders häufig schreibt sie über Themen wie soziale Gerechtigkeit und die Umwelt. Rina Singh lebt heute mit ihrem Mann in Toronto, Kanada.

Ishita Jain wurde in Delhi, Indien, geboren. Sie studierte am renommierten National Institute of Design in Ahmedabad und an der New Yorker School of Visual Arts. Für ihre Bilder verwendet sie gern analoge Techniken, ist aber auch dem Digitalen gegenüber aufgeschlossen. Ishita Jain lebt in New York. «Es werde Wald !» ist ihr erstes Bilderbuch.



Rina Singh, Ishita Jain
Es werde Wald! 
Die wahre Geschichte von Jadav Payeng
Übersetzt von Anna Schaub
Kinderbuch, Kindersachbuch, Sachbilderbuch, Umwelt, Natur, Wald, Umweltschutz
Hardcover, 40 Seiten, 21,5 x 28 cm
Nord-Süd Verlag, 2022
Altersempfehlung: ab 5 Jahren




Unsere Wälder von Jess French und Alexander Mostov

Dieses Bilderbuch vermittelt, weshalb Wälder lebenswichtig für die Menschen sind. Zunächst werden die Klimazonen mit ihren drei Waldarten erklärt: tropische Regenwälder, boreale Nadelwälder und die Wälder der gemäßigten Breiten. Die Wälder auf der Erde schwinden. Welche Ursachen das hat, wird im zweiten Kapitel erklärt. Das Dritte befasst sich mit den Folgen der Entwaldung: Ungleichgewicht Klimawandel, ungesunde Wälder, bedrohte Völker, Tiere und Pflanzen. Ab der Mitte des Kinderbuchs geht es um Lösungsansätze, dem entgegenzuwirken. Prima Kindersachbuch ab 9 Jahren zum Thema Umwelt, Umweltschutz, Natur, Klimawandel, auch als Unterrichtsmaterial gut zu nutzen.

Weiter zur Rezension:   Unsere Wälder von Jess French und Alexander Mostov


Ein Riese warf einen Stein von Josef Guggenmos und Sabine Kranz  

Empfehlung! Aus Spaß wirft ein Kind einen Stein auf einen Ameisenhaufen. Ein Riese warf einen Stein - für die Ameisen ein Desaster. Josef Guggenmos, verstorben in 2003, ist einer der bekanntesten Kinderlyriker Deutschlands. Er schrieb das Gedicht «Ein Riese warf einen Stein», dass man am Stück auf der letzten Seite findet. Im Bilderbuch sind die einzelnen Zeilen auf die Seiten verteilt. Sabine Kranz hat das Ganze eindrucksvoll großformatig illustriert. Der Stein wirkt wie ein Erdbeben im Ameisenhaufen, bringt den Bau zum Einsturz, für die Ameisen eine Katastrophe. Naturkunde in Gedichtform. Ab 3 Jahren
Weiter zur Rezension:   Ein Riese warf einen Stein von Josef Guggenmos und Sabine Kranz


Der Dschungel im Boden von Atlant Bieri und Siriporn Bieri

Biolehrer, Gartenfreunde – Kinder! – aufgepasst! Wir vergraben unsere Unterhosen (Baumwolle) im Garten und untersuchen sie 4 Wochen lang wissenschaftlich. Ja, ernsthaft. Hier wimmelt es von eigenartigsten Lebensformen – und die machen etwas mit dem Slip. Hunderte von Asseln, hunderttausende von Springschwänzen und Millionen von Nematoden, Milliarden von Kleinstlebewesen sorgen sie für sauberes Trinkwasser, zersetzen natürliche Reste von Pflanzen und Lebewesen. Ein Sachbuch für die ganze Familie; Kindersachbuch, Jugendsachbuch. Meine Altersempfehlung: Allage ab 10/11 Jahren. Ein brillanter Beitrag zum Wissen über unser Ökosystem – als Unterrichtsmaterial gut geeignet. 

Weiter zur Rezension:   Der Dschungel im Boden von Atlant Bieri und Siriporn Bieri


Rosi und Mücke eine Käferfreundschaft  von Simone Stokloßa

Zwei Käfer unterwegs – Naturkunde, im ersten Teil im Wald und im zweiten Teil in der näheren Umgebung: Fragen zur Natur eingebunden, in eine Geschichte, interessant und aufregend nicht nur für die Käferfreunde. So lernen Kinder ganz nebenbei naturwissenschaftliche Zusammenhänge und abstrakte Vorgänge der Natur kindgerecht kennen. Eine wundervolle Grafik macht das Buch zum Augenschmaus.


Weiter zur Rezension:   Rosi und Mücke eine Käferfreundschaft  von Simone Stokloßa


Die weiße Wölfin von Vanessa Walder und Simona M. Ceccarelli

Ein heftiger Sturm tost durch das Flusstal, als fünf Wolfswelpen geboren werden. Die Jüngste ist eine winzige Wölfin. Ausgerechnet sie hat enormen Mut und nimmt sich vor, die allergrößte Jägerin zu werden. Eine Leitwölfin obendrein! Sie erhält vom Rudel den Naman «Fünf». Ein Rabenschwarm begleitet stetig das Rudel, denn sie weisen den Weg zur Beute, eine Teamarbeit. Der Rabe Raak ist der beste Freund von Fünf. Eine spannende, realitätsbezogene Tiergeschichte zum Leben der Wölfe! Empfehlung für Leseanfänger ab 8 Jahren!

Weiter zur Rezension:   Die weiße Wölfin von Vanessa Walder und Simona M. Ceccarelli


Kinder- und Jugendbücher zum Thema Natur

Die Natur fasziniert uns jeden Tag auf Neue. Es gibt so viel zu lernen. Pflanzen, Tiere, Landschaften. Viele Orte, Pflanzen oder Tiere werden wir nie kennenlernen. Aber zum Glück gibt es Bücher, die uns die Schönheiten und Besonderheiten unserer Welt erklären und zeigen. Hier meine Tipps zu Kinder- und Jugendbüchern, die sich mit der Natur beschäftigen:   Kinder- und Jugendbücher zum Thema Natur


Kinder- und Jugendliteratur
Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Lot von Bryan Washington

  Dreizehn Kurzgeschichten, die miteinander verwoben sind. Das Zentrum ist ein jugendlicher Erzähler, Nicolás. Seine afroamerikanische Mutter arbeitet hart, der erfolglose Latino-Vater zieht sich Stück für Stück aus der Familie heraus, bis er ganz verschwindet. Man nennt diese Häuser «Schrotflinten»-Wohnungen, von Termiten zerfressen, mit ständig verstopften Rohren, kaputten Fenstern. Die Geschichte des Jungen wird vernetzt mit Erzählungen über das Leben der Nachbarn.  Momentaufnahmen eines Stadtteils der Armen, Menschen die ums Überleben kämpfen. Empfehlung. Weiter zur Rezension:  Lot von Bryan Washington

Rezension - Die sechs Kraniche von Elizabeth Lim

  Prinzessin Shiori hat ihre magischen Kräfte durch Zufall entdeckt und bisher sorgfältig verborgen. Denn in ihrem Land ist Magie verboten. Sie hat einen kleinen Papierfalter zum Leben erweckt, einen Kranich, der zu ihrem besten Freund wurde. Doch Stiefmutter Raikama wittert hier Verdacht, entdeckt Kiki und zerreißt den Papierkranich. Shiori folgt ihr heimlich in ihren Garten, macht eine Entdeckung: Die Stiefmutter ist eine Magierin! Sie läuft zurück, die Brüder glauben ihr nicht. Raikama  steht bereits im Raum, verwandelt die Brüder in Kranische, belegt die Prinzessin mit einem Fluch und verbannt sie auf eine ferne Insel. Legenden und Mythen, Magie, Drachen, sprechende Papiertiere, Wölfe, Dämonen in einer scheinbaren normalen Welt;  dazu Normales wie Verschwörungen, Intrigen, Freundschaft und Liebe, ein guter Mix um ein spannendes Buch zu schreiben, dass der Lesende nicht beiseitelegen mag. Fantasy – Allage ab 14 Jahren, Empfehlung!  Weiter zur Rezension:    Die sechs Kraniche von Eli

Rezension - Kleptopia von Tom Burgis

  Wie Geheimdienste, Banken und Konzerne mit schmutzigem Geld die Welt erobern Mord, Korruption, schmutziges Geld – Machenschaften von Banken, Regierungen, Geheimdiensten und Milliardären aufgedeckt und analysiert. Tom Burgis zeigt das tatsächliche Ausmaß der uns täglich umgebenden und vor nichts haltmachenden Kriminalität. Er ist investigativer Journalist bei der Financial Times und hat akribisch für dieses Buch recherchiert. Es liest sich spannend (und ausschweifend) wie ein Krimi – nur leider ist dies alles Reality. Weltweite Finanzinstitute haben versucht, Aufsichtsbehörden auszutricksen, um unredlich erworbenes Kapital von globalen Diktatoren zu waschen, wobei die Oligarchen in Putins Russland und Kasachstan eine wichtige Rolle spielen. Weiter zur Rezension:    Kleptopia von Tom Burgis

Rezension - All‘orto von Claudio Del Principe

  Grandiose Gemüsegerichte. Authentisch italienisch. Erfrischend zeitgemäß. Claudio Del Principes Küche ist puritanisch: Einfach, natürlich, Frisches, möglichst vor Ort gewachsen – vielleicht aus dem eigenen «all´orto», dem Gemüsegarten. Ein Koch, der gern Gemüse auf den Tisch bringt. Alles in allem wunderbare Rezepte, bei denen einem bereits beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammenläuft. Traditionelles aufgepeppt, neue Gerichte hinzugefügt. Vegetariern und Veganern wird das Herz aufgehen! Empfehlung Weiter zur Rezension:    All‘orto von Claudio Del Principe

Rezension - Unter dem Nordlicht von Manuel Menrath

  «Wir wurden nicht in Kanada geboren, sondern Kanada wurde auf unserem Land geboren.», etwas, was der sogenannte Kanadier gern vergisst. Ab dem späten 15. Jahrhundert erreichten Europäer das heutige Gebiet des Staates, lebten friedlich in Gemeinschaft mit den Urvölkern zusammen, denn ohne Hilfe der Ureinwohner hätten die Siedler nicht überleben können. Später wurden sie mit den «Indian Act» entrechtet. Heute leben in Kanada noch viele First Nations, Métis und Inuit: «auf dem kanadischen Territorium 634 vom Staat anerkannte indianische ‹Stammesgemeinschaften›, die offiziell als First Nations bezeichnet werden und die etwa 3000 Reservate besitzen.» Die Völker werden von der restlichen Bevölkerung und von der Regierung kaum wahrgenommen, bzw. ignoriert. In diesem Sachbuch berichten sie über sich und ihre Geschichte. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Unter dem Nordlicht von Manuel Menrath

Rezension - Cold Detective von John McMahons

Detective P. T. Marsh ist von der Stripperin Crimson gebeten worden, sich mit ihrem Lebenspartner zu unterhalten, der sie gern mal grün und blau schlägt. Mitten in der Nacht, betrunken, erinnert er sich an sein Versprechen. Er fährt zu dem runtergekommenen Bungalow; Ihr Freund sitzt vollgedröhnt mit Drogen auf dem Sessel. Woran P. T. sich am nächsten Morgen erinnern kann, ist, dass er ihm eine reingehauen hat .... Doch nun  ist der Typ tot, und P. T. muss ermitteln. Kurze Zeit darauf machen P. T. und seine Kollegin nicht weit entfernt von dem Haus eine grausige Eindeckung: Die halbverbrannte Leiche eines Jugendlichen. Ein Pageturner, Thriller, Noirkrimi, Copkrimi, Kriminalliteratur, die Spaß macht. Weiter zur Rezension:    Cold Detective von John McMahons 

Rezension - Sally Jones und die Schmugglerkönigin von Jakob Wegelius

  Der neue Band, «Sally Jones» beginnt in den 1920er Jahre in Lissabon und führt die anthropoide Gorilladame von dort in die Unterwelt Glasgows nach Schottland. Sally Jones und ihr Freund Chief Kapitän Koskela wohnen auf ihrem alten Dampfschiff, das sie wieder seefähig machen wollen, doch das kostet viel Geld. Als der Chief einen gutbezahlten Job auf einem Schiff erhält und Sally allein lassen muss, bekommt sie überraschend das Angebot, auf einer Wanderkirmis auszuhelfen. Und sie hat nun das Gefühl, wenn sie spät heimkommt, jemand sei auf dem Schiff gewesen, habe es durchsucht. Ein Abenteuer-Kinderroman ab 11 Jahren. Weiter zur Rezension:    Sally Jones und die Schmugglerkönigin von Jakob Wegelius

Rezension - Tomaten von Kat Menschik

  Illustrierte Lieblingsbücher, Band 13 69 Seien sind je einer Tomatensorte gewidmet. Der Namen der Sorte (von A – Z geordnet) steht unter der gemalten Frucht, die in den Größenverhältnissen zueinander stimmig sind. Unter den Grafiken vermerkt ein kurzer Kommentar etwas über Geschmack, Verwendung oder worauf man beim Anbau achten sollte. Kat Menschik zeigt uns die Vielfalt der Pflanze und inspiriert uns, neue Sorten zu entdecken. Freche Grafiken, ein Hoch auf die Tomate! Weiter zur Rezension:  Tomaten von Kat Menschik

Rezension - 3 2 1 Anna und Oma zählen mit von Mari Kanstad Johnsen

  Anna ist in den Sommerferien bei ihrer Oma und sie freut sich auf eine Reise. Doch Oma will zu Hause bleiben bei Saxophonmusik und Malen ... Oh, neee. Dann möchte Anna wenigstens das Kuschelkanienchen haben. «Sooooooo süß.» Mit irgendetwas muss man doch nach den Ferien bei den anderen protzen können! Doch das kostet 50 Kronen! Oma schlägt ihr einen Deal vor. Anna könne ihren Sommerjob übernehmen: In 5 Nachbarhäusern Haustiere und Pflanzen betreuen, während die Besitzer im Urlaub sind.  «Babyleicht!» Ein rundum geniales, lustiges Bilderbuch, das ich unbedingt empfehle! Viel Spaß!  Weiter zur Rezension:   3 2 1 Anna und Oma zählen mit von Mari Kanstad Johnsen

Rezension - Die Kochschule für Kinder von Tina Marcelli

  Dieses Kochbuch für Kinder hat mich begeistert, da hier endlich Kindern etwas zugetraut wird. Hier wird gekocht! Vorsicht heiß – Vorsicht, scharfe Klingen! Das gehört zum Kochen dazu, und wer frühzeitig lernt, damit umzugehen, keine Angst zeigt, der kann auch damit umgehen. Von der Kinder-Carbonara bis hin zum Gulasch, oder eine Garnelenpfanne, Milchreis, das Backen von Zupfbrot oder Käsekuchen. Kinder, ran an die Kochlöffel und ran an die Töpfe! Ab 9 Jahren – mit Eltern- Assistenz früher Weiter zur Rezension:   Die Kochschule für Kinder von Tina Marcelli