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Die Suche nach dem rätselhaften Fluss von Teddy Keen - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Die Suche nach dem rätselhaften Fluss 


von Teddy Keen

Expedition im Amazonas-Regenwald - Eine Abenteuergeschichte
Das Tagebuch eines unbekannten Abenteurers


Ich kann den Namen des Gebietes nicht verraten. Ich will nur so viel sagen: Diese Karte führte uns auf eine Expedition ins Ungewisse, in der Hoffnung, den ‹Letzten Fluss› wiederzufinden. Was wir dort entdeckten, bewog mich, die Ortsnamen aus diesem Tagebuch zu entfernen oder zu ändern – genau wie der Zeichner der Karte. Bald wirst du wissen, was das war...


Ein atemberaubendes Buch – das Tagebuch einer Amazonasexpedition – ein Musthave für Abenteuerfans, Abteilung Lieblingsbuch. Ich kann verstehen, warum das Debüt von Teddy Keen «The Lost Book of Adventure» - in Deutschland in einer Auktion zwischen acht Verlagen heiß umkämpft war – Campen in der Wildnis, ein Abenteuer; wundervolle Zeichnungen mit Sachinformation. Aber dieses Buch toppt für mich den Vorgänger, weil es eine spannende Geschichte enthält und nebenbei Sachinformationen zum Campen in der Wildnis, zur Tierwelt des Amazonasgebiets. 







Der Herausgeber dieses Buchs behauptet, 2014 eine versiegelte Kiste mit Tagebüchern, Skizzen und Karten gefunden zu haben – Verfasser unbekannt. Bereits «The Lost Book of Adventure» sei eine Sammlung dieser Notizen gewesen. Dazwischen habe sich auch dieses Tagebuch befunden, das so spannend ist, dass man es uns nicht vorenthalten mag. Dem Autor des Expeditionslogbuchs kommt eine alte Karte in die Hände. Dort ist ein unbekannter, geheimnisvoller Fluss im Amazonasgebiet eingezeichnet. Er befragt Einheimische, die zwar das Gebiet auf der Karte wiedererkennen, doch einen Fluss gäbe es dort nicht. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder sie haben recht oder sie wollen ein Geheimnis nicht preisgeben. Es gibt nur eine Option, die Wahrheit herauszufinden: Das Gebiet zu erkunden. Bibi ist Biologin, im Amazonas-Regenwald aufgewachsen, sie wird ihn als Sachkundige begleiten, hofft, neue Arten zu von Tieren zu finden. Unser Autor ist Abenteurer und Zeichner – und im Geheimen sei gesagt, Bibi soll nicht wissen, dass er hofft, einen Schatz zu finden, vielleicht eine Goldader.



Diese spannende Geschichte führt tief in den Amazonas-Regenwald. Auf ihrem Boot und an Land erleben die beiden einiges. Neben der Schönheit der Natur kann diese gleichzeitig aber auch gefährliche Arten beherbergen und es wird an einigen Stellen brenzlig, sogar lebensgefährlich. Gemütliches Campen sieht auf jeden Fall anders aus. Ihre erste Begegnung haben die Abenteurer mit Goldgräbern, die ihnen auf ihrem Boot entgegenkommen; feiste Typen, die sie misstrauisch beäugen. Später treffen die beiden auf das Camp der Männer – sie haben die gesamte Natur rundherum zerstört. Aber wirklich gefährlich sind ganz andere Gestalten, die den Lesenden die Luft anhalten lassen: Stechrochen am Boden des Amazonas – nicht hineintreten, sie sind sehr giftig; wenn eine Riesenvogelspinne ihre Stacheln in den Allerwertesten des Autors schießt, während er sein Geschäft verrichtet, eine Kaiman-Mutter Löcher in das Kanu beißt, es versucht, zum Kentern zu bringen, weil drinnen gerade ihr Junges von der Biologin untersucht wird. Da heißt es schöpfen und paddeln gleichzeitig, hoffen, dass man zum Ufer gelangt, da es ansonsten aus ist, umgeben von Kaimanen und Piranhas. Die Bekleidung voller Ameisen, die sich am Körper festbeißen, Fieberschübe, Füße, die zu faulen anfangen, eine Dasselfliegenlarve, die sich unter der Haut des Autors einnistet, Skorpione, ein Jaguar, Giftschlangen, eine Würgeschlange, die versucht, Bibi ins Wasser zu ziehen; so manche Widrigkeit ist zu überstehen. Gibt es diesem Fluss? Die beiden beginnen zu zweifeln und es wird immer heftiger. Fressen und gefressen werden ... haben es unsere beiden Abenteurer überlebt?



Diese Reise ist nicht nur schriftlich festgehalten, der Autor ist gleichzeitig ein talentierter Zeichner, der mit seinen Pastellkreidestiften und Buntstiften alles visuell festhält: großformatige und kleine Landschaftsbilder, Tiere, Pflanzen, Ausrüstungsdetails. Detaillierte Naturskizzen zeichnen dieses Buch aus, die Freude an der Feinheit. Selbst Papierfesserameisen haben sich an den Aufzeichnungen genüsslich getan. Neben der Flora und Fauna lernen wir einiges darüber, wie man im Regenwald überleben kann,  Survivals Camping. Schönheit und Gefahr stehen hier eng beieinander. Eine unvergleichliche Natur, die es zu beschützen gilt, die Message dieser spannendem Geschichte. Letztendlich ist dies Abenteuerbuch auch ein Kindersachbuch. Der Prestel Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 10 Jahren. Passt, für interessierte Kinder eventuell ab 8 Jahren. Für mich ist dies eins der besten Kinderbücher des Jahres!


Teddy Keen ist Autor, Lektor und Art Director in Nord-London.



Teddy Keen  
Die Suche nach dem rätselhaften Fluss
Expedition im Amazonas-Regenwald - Eine Abenteuergeschichte; Das Tagebuch eines unbekannten Abenteurers
Originaltitel: Journey to the Last River, 2021
Aus dem Englischen übersetzt von Cornelius Hartz
Kinderbuch, Abenteuergeschichte, Kindersachbuch, Camping, Survivals Camping, Amazonas, Regenwald, Sachbilderbuch, Kinder- und Jugendliteratur
Hardcover, 128 Seiten, 26,5 x 20,5 cm
Prestel Verlag, 2022
Altersempfehlung: ab 10 Jahren



The Big Book of Adventure von Teddy Keen 
  


So ganz genau weiß ich nicht, was ich von diesem Buch halten soll  – nein, es gefällt mir nicht besonders, obwohl es recht gute Teile hat – und dafür lesenswert ist. Es ist eine Mischung aus Sachbuch und Abenteuer-Räuberpistolen aus den entlegensten Teilen der Welt. Mir hätte es besser gefallen ohne Seemannsgarn und in Teilen dieser Welt, die einem Achtjährigen nahe sind, um Outdorerfarung zu sammeln.
Weiter zur Rezension:  The Big Book of Adventure von Teddy Keen




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