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An die, die wir nicht werden wollen von Nils Mohl - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing





An die, die wir nicht werden wollen 


von Nils Mohl

Eine Teenager-Symphonie


Hallo, guten Morgen, Planet Ich,

liebe Welt, Mitmenschen & Nachbarn, hallo!

Hörthört, hörthört!



Zeitweise Chaos im Kopf. Die Gedankenwelt eines Teenagers ... unstrukturiert in Fragmenten, Fragen, Feststellungen – Lyrik trifft Chaos und Struktur. «Klimbimson Kreuzer» schreibt Tagebuch, überlebt auf seiner einsamen Insel (Ich?) – diese Einträge geben dem Buch Struktur. Dazwischen alles Mögliche: Chats, Textnachrichten, Gedichte, Fragen, Selbstzweifel, Werbeslogan, Selbstbefragungsbogen, Launen, TV, Glücksmomente, Unglücksmomente, Monumente, Betonbausiedlung, Geräusche, Hausflur, Großstadt. Jetzt und hier – Drama – Lama – alles ist ernst – chillen – lachen, die Welt ist suspekt, man kann sie umarmen – Klischee, häh – über dich, über mich. Themen, die die Welt bedeuten, oder auch nicht – oder auch nur dem Verfasser; Vielschichtigkeit, Komplexität, Sehnsüchte. So ist das Leben. 10, 9, 8 ... die Zeit tickt, verrinnt, verrieselt: die letzten Tage und Stunden vor dem 18. Geburtstag, die letzten vor der vielbemühten «Volljährigkeit», dem «Erwachsen-Sein» – oh nein. Doch! 



Lyrik, Textfragmente, die durch Illustrationen von Regina Kehn bereichert werden, weitergedacht sind – um fünf Ecken – klar, weil Teenager. Kritzeleien, Symbole, Zeichnungen. Kluge Worte, kluge Zeichnungen. Skizzen mit Stiften, Pinselbilder, Computergrafik, Vignetten. Es ist ein facettenreiches Buch: Lyrik und viel mehr. Beschreiben kann man das Jugendbuch schwer, wird stets unvollständig sein, denn stringent ist hier gar nicht, trotz einer Linie. Chaos im Kopf – doch mit Struktur, mehr oder weniger. Erwachsen werden! Wer es bis jetzt nicht verstanden hat, der solle es selbst lesen. Der Tyrolia Verlag gibt eine Altersempfehlung von 12–16 Jahren, das halte ich für zu jung eingestuft. Ich meine: 14 Jahren, Allage – Empfehlung! «Josef Guggenmos-Preis» für Kinderlyrik 22; «Österr. Kinder- und Jugendbuchpreis 2022» Preisbuch!; Auszeichnungen für dieses Buch: Besten 7 für junge Leser» September 21 (Deutschlandfunk)



Trailer:



Nils Mohl ist 1971 in Hamburg geboren, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in seiner Geburtsstadt. Sein Roman „Es war einmal Indianerland“ wurde 2017 verfilmt. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit Deutschen Jugendliteraturpreis, der Lola in Bronze beim Deutschen Filmpreis, dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis und einem Stipendium am Deutschen Studienzentrum in Venedig.


Regina Kehn ist 1962 in Hamburg geboren, studierte an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg Illustration. Seit 1988 ist sie freiberufliche Illustratorin und arbeitet für verschiedene Verlage und Zeitschriften. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet.



Nils Mohl, Regina Kehn
AN DIE, DIE WIR NICHT WERDEN WOLLEN
Hardcover 168 Seiten; mit zahlreichen Vignetten; 20.5 cm x 14.5 cm
Jugendbuch, Poesie, Gedichte, Lyrik, Kinder- und Jugendliteratur
Tyrolia Verlag, 2021 
Altersempfehlung: 12–16 Jahre (Verlag) ab 14 Jahren, Allage (ich)




Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur


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