Direkt zum Hauptbereich

Rezension - Der Horror der Frühen Medizin – Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner von Lindsey Fitzharris


Eigentlich ist dies Buch ein Sachbuch, eins über den Mediziner Joseph Lister, aber es liest sich wie ein spannender Roman. Und Man darf nicht zimperlich sein, die gute alte Zeit wird in ihren ganzen Facetten dargestellt. Blutige Schürzen, eiterverkrustet, das Messer in der Hosentasche, Operationen als öffentliche Show-Veranstaltungen. Die Operation überstanden die meisten Patienten, die Chirurgen waren sehr fingerfertige Männer, die in Sekunden ein Bein amputieren konnten. Allerdings starben die meisten Operierten nach dem Eingriff an einer Sepsis. Wer ins Krankenhaus wollte, musste das Geld für die OP und die Beerdigung im Voraus hinterlegen. Joseph Lister hatte zu seiner Zeit viele Gegner, die seine neuen Methoden zum sterilen Umgang mit Patienten ablehnten, doch letztendlich konnte er sich durchsetzen!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Unter dem Feigenbaum von Goran Vojnović - Abbruch

Der slowenische Schriftsteller, Lyriker, Drehbuchautor und Filmemacher Goran Vojnović ist Jahrgang 1980, in der Hauptstadt Ljubljana geboren und somit erlebte er als Kind die jugoslawischen Sezessionskriege. Ich hatte mir viel von diesem Roman versprochen, habe allerdings kurz nach der Hälfte abgebrochen, da ich mich völlig überfordert gefühlt habe. Ich fand keine rote Linie in diesem Buch und war Macht des vielen Personals der Randgeschichten und des zähen Erzählstils irgendwann genervt.

Ich versuche nun chronologisch (im Buch springt es hin und her) dem Roman gerecht zu werden. Großvater Aleksandars Familie war aus dem jüdisch-ukrainischen ins Kaiserreich Österreich-Ungarn geflohen. Das Gebiet gehörte nach 1945 zu Titos Jugoslawien. Aleksandar wird innerhalb Jugoslawiens als Forstverwalter abkommandiert, baut ein Haus nahe dem Arbeitsplatz in Nord-Istrien zur slowenisch-kroatischen Grenze in einem Dorf, das bis 1945 italienisch war. 1991 erklärt sich Slowenien zum unabhängigen Staa…

Rezension - Alles ist möglich von Elisabeth Strout

Es braucht kein großes Ereignis, um einen guten Roman zu schreiben. Das Leben bietet Geschichten genug. Letztendlich ist dieser Roman eine Vernetzung von Kurzgeschichten. Eine Kleinstadt im ländlichen Mittleren Westen, Amgash, Illinois, ist der zentrale fiktive Ort. Menschen, Schicksale, Protagonisten, die sich immer mal wieder kreuzen. Alles ist möglich, wenn man es tut – oder unterlässt, zulässt. Der eine ist mutig, der andere ist ein Zauderer, dem nächsten passiert einfach etwas und wieder ein anderer ist boshaft. Elisabeth Strout hat die Gabe, Menschen zu beobachten, die Essenz der Schicksale zusammenzufassen.

Weiter:   Alles ist möglich von Elisabeth Strout

Rezension - Der Privatsekretär von Claudia Piñeiro

Wer den politisch – literarischen Thriller mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Die argentinische Bestsellerautorin Claudia Piñeiro hat einem narzisstischen, charismatischen Multimillionär auf die Finger geschaut. Bauunternehmer Fernando Revira, reich geworden durch Finanz- und Immobilienspekulationen, gründet die Partei »Pragma«. Sein Ziel ist es, Präsident von Argentinien zu werden. Dazu sind ihm alle Mittel recht, er geht über Leichen. Respekt hat er vor einem Fluch. Nichts kann den Revira erschrecken, bis auf seinen Aberglauben.

Weiter:   Der Privatsekretär von Claudia Piñeiro

Rezension - Arminuta von Donatella di Pietrantono

Die Eltern geben sie ab bei den realen Eltern, einfach so, wie man einen Hund im Tierheim abgibt. Die Dreizehnjährige hatte nichts geahnt, noch hat sie gewusst, dass es noch andere Eltern gab, Geschwister. Vom verwöhnten Einzelkind aus der Stadt am Meer zurück in eine ziemlich arme, kinderreiche Familie im Dorf. Wortlos. Sie begreift nichts. Sie muss sich abfinden. Ab sofort ist sie die Arminuta, die Zurückgekommene.

Weiter zur Rezension:   Arminuta von Donatella di Pietrantono

Rezension - Schwarze Seele von Ellen Dunne

Ein durchwachsener Krimi. Gut geschrieben durch einen lauen Plot. Ist der betrunkene Ire im Schwabinger Bach ertrunken? Oder war es Mord? Für die Kollegen ist es klar. Keine Fremdeinwirkung, keine Abwehrverletzung, der Mann ist alkoholisiert die Böschung hinuntergerutscht und ertrunken. Patsy Logans Bauchgefühl sagt etwas anderes, sie ermittelt im Umfeld von Donal McFadden. Was hatte er in München zu tun?

Weiter:   Schwarze Seele von Ellen Dunne