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Rezension - Der schwärzeste Winter von Carlo Lucarelli

  Ein Commissario-De-Luca-Krimi  Commissario De Luca ist jetzt Teil der politischen Polizei und steht damit an der Seite der Faschisten. Die Menschen der besetzten Stadt Bologna im Winter bei Eiseskälte, ausgeblutet von den Bombenangriffen, leben in ständiger Angst, leiden Hunger. Wehrmacht und SS werden flankiert von Mussolinis «Schwarzen Brigaden», Partisanenaktionen aus dem Untergrund. Drei Morde und De Luca soll nun für drei Auftraggeber ermitteln: für die Faschisten, für die Nazis und undercover für die Kollegen des geheimen «antifaschistischen Polizeipräsidiums» – ein führender Kopf des Widerstands wird nämlich zu Unrecht beschuldigt, einen Mord begangen zu haben. Ein Drahtseilakt 1944 während des Zweiten Weltkriegs. Ein spannender historischer Krimi, der eine gefährliche Zeit atmosphärisch beschreibt, ein intelligenter Plot, für mich eine Meisterleistung im Genre Noir Kriminalliteratur. Weiter zur Rezension:    Der schwärzeste Winter von Carlo Lucarelli

Rezension - Der Morgen einer neuen Zeit von Ken Follett

  Kingsbridge Serie Gesprochen von: Tobias Kluckert Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 28 Std. und 59 Min. Ken Follett geht mit diesem Teil weit zurück in seiner Kingsbridgeserie – in die Zeit vor «Die Säulen der Erde». England im Jahr 997, ein Prequel. Der junge Bootsbauer Edgar, seine Mutter und Brüder überleben einen Angriff der Wikinger, werden mittellos und müssen auf einem verlassenen Bauernhof in einer armseligen Hütte neu anfangen. Gleichzeitig kommt die normannische adelige Tochter Ragna von Cherbourg in diesen Landstrich, um den Alderman zu ehelichen. Leider ist der historische Roman von Anfang an durchschaubar, die Charaktere überzeichnet in Gut und Böse; mit Abstand der schlechteste Band der Serie. Leichte Kost und nette Unterhaltung, mehr kann ich diesem historischen Roman, der zur Zeit von König Aethelred II und seiner Frau Emma von der Normandie handelt, nicht abgewinnen. Weiter zur Rezension:    Der Morgen einer neuen Zeit von Ken Follett

Rezension - Muttersprache von Maddalena Fingerle

  Leser und Buch müssen zusammenpassen – uns beiden gelang das nicht. Nach den ersten Seiten war ich geneigt abzubrechen – ich hielt tapfer durch, weil ich dachte, irgendwann wird es dich packen ... Das geschah nicht. Vielleicht muss man in Tirol verwurzelt sein, um den Roman zu verstehen. Ich weiß nicht, was mir die Autorin sagen wollte. Die ersten 80 Seiten schimpft sich Paolo Prescher ziemlich derb durch die Seiten. Die Mutter ist dumm, das erfahren wir auf jeder Seite, die Schwester hinterhältig und gemein; alles gespickt mit übelsten Schimpfworten. Er ist besessen von Wörtern, die für ihn Geruch, Farbe oder Klang besitzen. In Berlin werden die Wörter von Mira saubergewaschen, er verliebt sich. Ein preisgekröntes Buch – aber nicht mein Stoff. Weiter zur Rezension:   Muttersprache von Maddalena Fingerle

Rezension - Harriet Tubman von Ann Petry

  Fluchthelferin bei der Underground Railroad Harriet Tubman wurde als Sklavin geboren und träumte davon, frei zu sein. Durch die geheime «Underground Railroad» gelangte sie in die Freiheit. Slaven, die Mithilfe dieser Organisation flohen, wurden durch ein Netz von Helfern von Punkt zu Punkt weitergeleitet, bis sie in Sicherheit waren. Harriet war gerettet und von dem System fasziniert. Sie wollte helfen, noch viele Sklaven in die Freiheit zu führen. Das Jugendbuch, ein Klassiker, gibt einen guten geschichtlichen Eindruck der Zeit und präsentiert eine mutige, engagierte schwarze Frau, die mit allen Wassern gewaschen war, kämpferisch, die sich von niemandem einschüchtern ließ – ein Vorbild. Sie verhalf mehr als 300 Sklaven in die Freiheit. Ein spannendes Abenteuer, eine Reportage, geschichtliche Eckdaten. Ein klasse Buch ab 13 Jahren – nicht nur für Jugendliche. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Harriet Tubman von Ann Petry

Rezension - Die Superkräfte der Pflanzen von Anne Scheller und Annika Sauerborn

  Pflanzen besitzen Superkräfte im Vergleich zu uns! Sie können Steine sprengen, wie Feuer brennen, sich (fast) unsichtbar machen oder so alt werden, wie kein anderes Lebewesen auf der Erde. Das Kindersachbuch beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Fähigkeiten von Pflanzen. Bäume kommunizieren miteinander, obwohl sie weder ein Telefon besitzen, noch laufen können. Superstinkende Blüten, insektenjagende, fleischfressende Wesen, Hungerkünstler, Salzliebhaber, scharf bis zum umfallen, himmlisch duftende Blüten kämpfende Pflanzen mit Kampfgeschrei, brennende, dornige ... Sachbilderbuch ab 6 Jahren. Weiter zur Rezension:    Die Superkräfte der Pflanzen von Anne Scheller und Annika Sauerborn

Rezension - Tatort Polizei von Jan Keuchel und Christina Zühlke

  Die Polizei, dein Freund und Helfer - so sollte es sein. Natürlich haben es Polizisten nicht leicht in ihrem Job, bei dem sie tagtäglich mit Gewalt konfrontiert sind, was in diesem Buch auch immer erwähnt wird. Doch immer häufiger werden gewalttätige Übergriffe durch Beamte öffentlich, und die Republik wird durch rassistische und rechtsradikale Chatgruppen im Polizeiumfeld erschüttert. Hat das Ganze vielleicht System und wird es innerhalb der Polizei geduldet, gedeckelt, nicht aufgearbeitet? Die Autoren gehen dem nach und recherchieren über Jahre, decken das Systemversagen auf. Was läuft schief bei der deutschen Polizei? Und was ist nötig, um die Fehler zu beheben?  Weiter zur Rezension:    Tatort Polizei von Jan Keuchel und Christina Zühlke

Rezension - Der Holländer von Mathijs Deen

  Opperwachtmeester Geeske Dobbenga befindet sich auf der letzten Fahrt mit dem Patrouillenboot - eine Abschiedsfeier, denn sie wird in den Ruhestand gehen und mit ihr das Schiff. Doch im Wattenmeer stößt das Team auf einen Toten. Sie retten den Körper, bevor die Flut ihn ins Meer hinausträgt, bringen ihn nach Delfzijl. Wer ist für die Leiche nun zuständig? Die Niederlande oder Deutschland? Ein feiner literarischer Krimi, der das Extremwattwandern zum Thema hat. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Der Holländer von Mathijs Deen 

Rezension - Ifni von Manuel Chavez Nogales

  Spaniens letztes koloniale Abenteuer Wundervolle Reportagen aus einer Zeit, die nicht mehr existiert. 1934 reist der Journalist Manuel Chaves Nogales nach Marokko, um einem Gerücht nachzugehen, das die spanische Bevölkerung seit dem militärischen Desaster von Annual bewegt: Gibt es in Marokko wirklich 300 Überlebende, die sich in Gefangenschaft befinden? Brillianter Journalismus! Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen. Ein geschichtlicher Klassiker! Die übersetzte Reportage ist mit einigen Originalseiten von AHORA und Fotos der Reise bebildert. Empfehlung! Ein Klassiker, ein historisches Sachbuch. Reiseliteratur, schwarzer Humor, alles inklusive! Weiter zur Rezension:    Ifni von Manuel Chavez Nogales

Rezension - Alles Geld der Welt von Vitali Konstantinov

  Vom Muschelgeld zur Kryptowährung Euro, Dollar, Yen, Franken, Schilling, Pound - in aller Welt gibt es Geld. Doch was ist «Geld» eigentlich? Münzen, Scheine, Guthaben auf der Bank? Kreditkarten und Kryptowährung? Vom Tauschen zur Münze, Währungssysteme, Schuldscheine, Aktien, Welthandel, Kryptowährung – alles Wissenswerte zum Thema Geld und Vermögen. Ein sehr feines Kindersachbuch, in Comicform, das auch für Erwachsene interessant ist. Empfehlung – auch als Unterrichtsmaterial. Weiter zur Rezension:    Alles Geld der Welt von Vitali Konstantinov 

Rezension - Die Kirsche auf der Torte aller Katastrophen von Marie Pavlenko

  Ein Jugendbuch, das mir so richtig Spaß gemacht hat! Shit happens – alles läuft schief in diesem Jahr! Deborah wohnt in Paris und ihr letztes Schuljahr steht an. Wird sie das Abitur schaffen? Ihre Mutter hat einen ausgesetzten Hund mit nach Hause gebracht – aber Deborah muss ihn füttern und auszuführen. Die beste Freundin steckt in einer anderen Abschlussklasse und ist verliebt, hat kaum Zeit für sie, und das ist längst nicht alles! Der Sound dieses Jugendromans ist trotz aller Desaster voll Zuversicht und mit viel Humor geschrieben. Als Lesender lacht man sich weg und an manchen Stellen streicht man ein Tränchen von der Wange. Atmosphärisch dicht, sprachlich und inhaltlich auf hohem Niveau, trotzdem leicht zu lesen, ein Coming-of-Age-Roman mit Lesespaß ab 13 Jahren.  Weiter zur Rezension:    Die Kirsche auf der Torte aller Katastrophen von Marie Pavlenko