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Rezension - Paul baut von Thibaut Rassat

  Paul ist Architekt, deshalb entwirft er schicke Gebäude, die unglaublich gerade und ordentlich sind. Er ist sehr stolz auf seine neuste Arbeit: ein riesiges Haus mit perfekt senkrechten Wänden und Fenstern, klar strukturiert ohne Erker oder Türmchen, sonst irgendwelchen Schnickschnack. Er ist ein echter Pingelhans, unser Paul und nervt die Bauarbeiter mit Struktur, Ordnung, Genauigkeit. Ein Baustellen Buch? Ganz und gar nicht. Mit Kreativität findet man Lösungen. Zeichne dein eigenes kreatives Haus! Ein Gutelaune- Kinderbuch ab 5 Jahren. Weiter zur Rezension:    Paul baut von Thibaut Rassat

Rezension - Es ist immer so schön mit dir von Heinz Strunk

  Gesprochen von: Heinz Strunk Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 6 Std. und 38 Min. Eine katastrophale Liebesgeschichte, böse ... eine Satire wie man sie von Heinz Strunk kennt. Ein ehemaliger Musiker, Mitte vierzig, der nun Hörbücher in seinem Studio produziert, ist ja eigentlich gar nicht so unzufrieden mit seinem Leben. Freundin Julia geht ihm neuerdings auf die Nerven. Da lernt er Vanessa kennen, Schauspielerin, jung, strahlend schön, blond, kornblumenblaue Augen, magersüchtig, «ein echter Hingucker». Er fühlt sich ziemlich gebauchpinselt, als sie sich für ihn interessiert. Auf der Stelle verliebt hat er nun endlich einen Grund, mit seiner langjährigen Beziehung zu brechen. Nur, hat er jetzt eine Beziehung mit Vanessa? Eine herrliche Gesellschaftssatire zum Thema Midlifecrises. Weiter zur Rezension:    Es ist immer so schön mit dir von Heinz Strunk

Rezension - Die Ruchlosen von Philippe Djian

  Es ist ja alles Geschmackssache. Ich mag komprimierte Texte. Doch wenn alles so komprimiert ist, dass der Lesende hochkonzentriert bleiben muss, um zu folgen – und mache Zusammenhänge ein Rätsel sind, dann war das für meinen Geschmack zu viel. Letztendlich hat mir der Roman erst im letzten Drittel Spaß gemacht. Die Charaktere sind fein aufgestellt und die Handlung ist eigentlich gut konstruiert, doch leider gibt es eine Menge Nebenstränge in dem ohnehin dünnen Buch, die nicht aufgelöst werden, Literatur als Essenz in Sätzen und Absätzen. Zu viele Ellipsen, Leerstellen, Zeitsprünge, Szenenwechsel, zu viel Ungesagtes – literarisch zu verdichtet für mich. Das muss man mögen. Weiter zur Rezension:    Die Ruchlosen von Philippe Djian

Rezension - Big Sky Country von Callan Wink

  «Der neue Hemingway für unsere Zeit» wird Callan Wink in den USA hochgelobt. Raus aus dem Männlichkeitswahn, weg von der Pflicht, als Sohn den Job des Vaters zu übernehmen – die Farm zu übernehmen. Ein großartiger Roman war angekündigt. Bis zur Mitte habe ich mich eher gelangweilt, dann hat mich die Geschichte gepackt und kurz danach leider wieder verloren. Das Original heißt schlicht «August», nach seinem Protagonisten, was ich passender finde. Denn es geht hier um August – um nichts anderes – ein Coming-of-Age-Roman im ländlichen Montana. Ein Bildungsroman, der die Trostlosigkeit des Lebens schildert: Einsame Farmen und Ranchen mit kargen Einkommen; Arbeit und Saufen bestimmt das Leben – die Frauen sind längst abgehauen. «Mantana – wo die Männer Männer sind, und die Frauen auch.»  Weiter zur Rezension:    Big Sky Country von Callan Wink

Rezension - Barrier Highway von Garry Disher

  Tiverton, Südaustralien, es gibt heiße Sommer – aber dieses Mal befinden wir uns im bitterkalten Winter mit Minusgraden, eisigem Wind, frostbedeckendem Gras, Eiszapfen hängen an tropfenden Gartenwasserhähnen. Constable Paul Hirschhausen fährt über die Bitter Wasch Road, den Barrier Highway, biegt ab in einsame Landstraßen und holprige Seitenstraßen, um in seinem Revier nach dem Rechten zu sehen. Disher ist ein fabelhafter Erzähler, und vortrefflicher Stilist, der seine Geschichten fein aufblättert, ein klares Gesellschaftsbild seines Milieus beschreibt. Polizeiarbeit wie sie sie wirklich ist – und dabei zieht die Story an, verdichtet sich, die verketteten Ereignisse überschlagen sich, und es gibt überraschende Wendungen. Garry Disher beherrscht die Kunst den unaufgeregten Krimi aufregend zu präsentieren.  Weiter zur Rezension:    Barrier Highway von Garry Disher

Rezension - Damals der Dodo von Isabel Pin

  Vom Aussterben und Überleben der Arten Ende des 16. Jahrhunderts entdeckte man auf der Insel Mauritius den Dodo, einen flugunfähigen Vogel, der friedlich zwischen exotischen Pflanzen und Tieren lebte. Schon hundert Jahre später war der Dodo verschwunden und damit reihte er sich ein in die große Zahl der heute ausgestorbenen Arten. Isabel Pin geht den Ursachen auf den Grund, erklärt, weshalb ein harmloser Vogel so schnell aussterben konnte, und sie überlegt, was wir tun können, damit nicht noch mehr Tiere einfach verschwinden. In diesem Buch geht ausschließlich um den Dodo und Mauritius. Seinen Namen hat er übrigens aufgrund seines Rufs. Mich konnte das Kindersachbuch nicht überzeugen. Kinderbuch ab 8 Jahren (Verlag) – für mich ab 10 Jahren. Weiter zur Rezension:     Damals der Dodo von Isabel Pin

Rezension - Den Mond vom Himmel pflücken von Ed Franck und Thé Tjong-Khing

  Geschichten über die Freundschaft – die von Panda und Eichhörnchen. Es beginnt mit dem Mond, der wie ein Ball aussieht. Eichhörnchen ist clever, will den Mond vom Himmel holen, mit ihm Ball spielen. Um an ihn heranzukommen, braucht man doch nur eine Leiter! Und so nagt Panda ein paar Bambusstangen ab, um eine zu bauen. Ob das jetzt wirklich so clever war? ... Feinsinnige Erzählungen über das, was Freundschaft ausmacht. Bilderbuch ab 5 Jahren.  Weiter zur Rezension:    Den Mond vom Himmel pflücken von Ed Franck und Thé Tjong-Khing

Rezension - Country Place von Ann Petry

  Ein amerikanischer Klassiker von 1947. Lennox, ein kleiner Ort in Connecticut: Johnny Roane kehrt nach vier Jahren Kriegsdienst aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Die Stadt entfacht in ihm Hassliebe. Kleinstadtmief, Getratsch, Enge, aber auch Heimat. Er freut sich auf Glory, seine Ehefrau, die er so sehr vermisst hat. Die Frage: Freut sie sich? Mit dem aufkommenden Sturm geht auch die Handlung einher: zunächst ein paar Blähungen, bis am Ende die Geschichte im Orkan zu Ende geht, der beileibe nicht nur unter Donnergrollen durch die Straßen fegt und Bäume entwurzelt. Eine spannende Erzählung, die das damalige amerikanische Gesellschaftsbild offenlegt – denn die Figuren sind scharf gezeichnet, fein auf den Punkt gebracht Ann Petry hat es geschafft, mich im Sturm zu erobern, mit ihrer Art der präzisen Beobachtung, die sie spannend präsentiert. Weiter zur Rezension:    Country Place von Ann Petry

Rezension - Spaghetti al pomodoro von Massimo Montanari

  Il tricolore, die Flagge Italiens: Spaghetti, Tomatensoße, zwei Basilikumblätter, Parmesankäse. Gibt es etwas, das typischer für Italien ist als Spaghetti al pomodoro? Der Mediävist und Lebensmittelhistoriker der Universität Bologna, Massimo Montanari, präsentiert die Geschichte dieses Gerichts und räumt dabei mit all den kursierenden Halbwahrheiten und Vorurteilen auf. Die Geschichte der Nudel und wie die Araber einen neuen Typ aus Hartweizen verbreiteten und auf Sizilien bereits im 12. Jahrhundert die industrielle Fertigung eingeführten (kein bisschen handgemacht von der Mamma). Die Tomate gesellte sich später als «spanische Soße» dazu. Ein Sachbuch, das sich spannend liest, ein Schmöker für kulinarische Freunde und Pastaliebhaber. Weiter zur Rezension:    Spaghetti al pomodoro von Massimo Montanari

Rezension - Saubermann von Ken Bruen

  Der Krimi ist der Knaller! Gleich die ersten zwei Seiten ziehen dich vom Hocker. Das hier ist böse, richtig böse: Bullenschweine, die übelst sexistisch und rassistisch sind, übelst brutal mit ihrem Klientel umspringen, korrupt sind, Essen, Zigaretten, Getränke mafiös erpressen, mit den eigenen Frauen wie mit Vieh umgehen, Frauen im Allgemeinen. Das Ganze ist gespickt mit ziemlich viel Humor, Slapstick – Brit-Pulp im Retrostil. R & B mobben sich durchs Revier und durch ihr Leben. Was sie besonders gut können? Andere Menschen erniedrigen. Was sie nicht so gut beherrschen? Ihre Arbeit, denn Fleiß ist nicht ihr Zauberwort. Wer die Kombination aus Noir und Satire mag, der wird hier eine Perle finden. Kriminalliteratur vom feinsten – garantiert kein Mainstream!  Weiter zur Rezension:    Saubermann von  Ken Bruen