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Rezension - Rätselhafte Ereignisse in Perfect – Hüter der Fantasie von Helena Duggan

  Violet muss mit ihrer Familie in den Ort Perfect ziehen, da ihr Vater dort einen guten Job angeboten bekommen hat. Doch als sie gleich beim Einzug erfährt, dass in Perfect alle Leute blind sind, bekommt sie einen Schreck. Kein Problem, sagt man der Familie, jeder im Ort trägt eine Brille, mit der man fantastisch gut sehen kann. Am nächsten Morgen ist die Familie blind, nimmt sich die Brillen. Violet wundert sich: Alles in Perfect ist eklig perfect. Irgendetwas stimmt hier nicht! Und dann lernt sie Boy kennen – der in einem unsichtbaren Stadtteil lebt – verborgen hinter einer Mauer, bei den Ausgesetzten im bewachten Niemandsland. Eine Dystopie, Fantasy und Mystery für Kinder ab 10 Jahren; ziemlich spannend rätselhaft, humorvoll. Weiter zur Rezension:    Rätselhafte Ereignisse in Perfect –  Hüter der Fantasie von Helena Duggan

Rezension Tippo und Fleck von Barbora Klárova, Tomás Končinský, Daniel Špaček

  Tippo besucht die dritte Klasse der «Grundschule für das Altern der Dinge». Seine Familie übt über Generationen den Beruf der Buchzersetzer aus. Der Papa ist Abteilungsleiter der «Esseisten», die Essensreste, in Bücher schmiert, Löcher hineinbohrt und das Papier vergilbt. Die Mama gibt den Büchern den typischen Duft von altem Papier mit einem Hauch von Moder. Typo und Fleck sind «Kobold-Entropiker». Fleck ist ein total verschmierter, mit Kakao bekleckster Kobold, in der Schule erlernen sie ihren Beruf: Dinge bis zum völligen Verfall abzunutzen. Ein herrlich witziges Kinderbuch, das aber tiefgründig über den Zerfall aller Dinge philosophiert. «Nichts darf jemals geordnet an seinem Platz bleiben, alles muss unaufhörlich ins unendliche Durcheinander streben – die Entropie. Nur so bleiben unser Weltraum und die Welt für immer superduper.» Meine Kinderbuch-Empfehlung ab 8 Jahren! Weiter zur Rezension:    Tippo und Fleck von Barbora Klárova, Tomás Končinský, Daniel Špaček

Rezension - Dinosaurier auf anderen Planeten von Danielle McLaughlin

  Kurzgeschichten, die von menschlichen Schicksalen handeln, unerfüllte Wünsche, Kommunikation, die aneinander vorbeiläuft, eingestellte Kommunikation, kommunikative Barbareien, Resignation und Feigheit, Sehnsucht, dem Vorbeischauen an der Wahrheit. Irische Landbevölkerung – fein beobachtet Danielle McLaughlin Menschen, beginnt ihre Erzählungen an einem Punkt im Leben eines Menschen und beendet die Geschichte mittendrin. Ein kurzer Ausschnitt – ein vielsagende Situationen.  Weiter zur Rezension:    Dinosaurier auf anderen Planeten von Danielle McLaughlin

Rezension - Im Wahn von Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby

  Die deutschen Journalisten, Stephan Lamby und Klaus Brinkbäumer, haben die Zeit des Trump-Wahlkampfes zur Wiederwahl genau beobachtet und analysiert. Sie gehen auch zurück zu Richard Nixon, ziehen Vergleiche – welche Macht hätte Nixon gehabt, hätte er die technischen Möglichkeiten gehabt? Zurück in die Geschichte der USA. Zurück zu Trumps Anfängen in Geschäft und Politik, zu seinem Werdegang. Letztendlich ist das Thema die gespaltene Gesellschaft der USA, daraus folgend die Auswirkungen für die Welt. «Polarisierung bedeutet in Amerika, dass zwei Hälften in diesem Land nicht mehr miteinander reden können». Es kommen eine Menge Menschen zu Wort, die die Journalisten interviewt haben. Ein interessantes Sachbuch zur Medienlandschaft, zur amerikanische Geschichte, Politik und Donald Trump. Weiter zur Rezension:    Im Wahn von Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby 

Rezension - Der Verehrer von Charlotte Link

  Gesprochen von: Tessa Mittelstaedt Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 15 Std. und 36 Min. Als in einem Waldstück die Leiche einer kürzlich ermordeten Frau gefunden wird, stehen die Polizei und die Angehörigen vor einem Rätsel. Sie hatte sich vor sechs Jahren nach Südamerika aufgemacht, sich nie wieder gemeldet. Der zweite Strang handelt von Leona, deren Leben mit einem Ruck aus der Bahn geworfen wird. Zuerst fällt ihr eine Frau vor die Füße, Eva, die aus dem Fenster gesprungen ist, was Leona schwer zu schaffen macht und gleichzeitig verlässt ihr Ehemann das Haus, zieht zu einer anderen. An der attraktiven Leona finden gleich zwei Männer aus dem Umfeld von Eva Gefallen, was der seelisch angeschlagenen Frau guttut. Ein ruhiger, spannender Psychothriller. Weiter zur Rezension:    Der Verehrer von Charlotte Link

Rezension - Bewölkt aber trocken von Marion Zechner

  Die Geschichte einer Alkoholabhängigkeit und den Weg, hinaus aus der Sucht zu finden: Lucy, 35, ist schlicht überfordert. Eine pubertierende Tochter, ein zweijähriger Sohn, ein Mann, der zwar mit anpackt, aber sich oft tagelang im Ausland aufhält. Die Lehrerin ist getrieben, sie muss funktionieren: Kinder, Haushalt, Unterricht, Vorbereitung, Korrektur, Elternstammtisch, Elterngespräche, Konferenzen, den Referendar betreuen, Schülergespräche – sie hetzt durch den Tag, der immer zu kurz ist. Ein Glas Wein entspannt, es können auch eins mehr sein. Ein Wodka und noch einer – dann das Fläschchen Wodka in der Handtasche, Piccolo im Handschuhfach ... so kann man den Tag überstehen. Bis zu dem Tag an dem ein Unfall geschieht. Protokollartig geschrieben mit Humor unterlegt – ein gute zeitgenössische Literatur, ein wichtiges Thema. Weiter zur Rezension: Bewölkt aber trocken von Marion Zechner

Rezension - Anton Wassermanns Geburtstag von Gisela Cölle

  Ein Umweltbuch Anton Wassermann lädt zu seiner Geburtstagsfeier ein. Nach und nach kommen seine Gäste, allerdings haben alle einen Koffer dabei, wollen bei Anton einziehen. Rudi Eisbär ist wohnungslos, seine Wohnung ist geschmolzen «weil es auf der Erde wärmer wird». Den Orang-Utans geht es nicht besser, die Bäume, auf denen sie leben, wurden abholzt für Ackerflächen. Die Robben und der Fisch können nicht zurück, weil das Meer voller Plastik ist. Seite für Seite Statements -  bis hin zum Überfluss im Kleiderschrank, zum Bienensterben und Reisen mit dem KFZ ... erklärt wird leider nichts, Äpfel und Birnen zusammengelegt. Das Bilderbuch ließ mich ratlos zurück. Weiter zur Rezension:   Anton Wassermanns Geburtstag von Gisela Cölle

Rezension - English Monsters von James Scudamore

  Für Max beginnt es gleich hart, auf dem englischen Internat. Die Erziehung ist extrem hart, Zynismus und Hinterhältigkeit der Lehrkörper und Erzieher stehen an der Tagesordnung, Prügel hagelt es täglich. Die Schüler halten fest zusammen, bilden eine feste Gemeinschaft gegen die Lehrerfront, es entstehen Freundschaften, die die Schulzeit überdauern werden. Nach Jahren treffen sie sich wieder. Ein Skandal ging durch die Presse: Einer ihrer Lehrer kommt wegen Kindesmissbrauch vor Gericht. Max erfährt von einem Freund noch andere Dinge. – Jetzt begreift er manches. Einige seiner Freunde haben Geheimnisse. Er ist der Meinung, sie sollen auspacken, vor den Freunden, und in der Öffentlichkeit. Ein Drama, der zeitgenössischen englischen Literatur, gute Unterhaltung. Weiter zur Rezension:    English Monsters von James Scudamore 

Rezension - Die blaue Mauer von Louis-Philippe Dalembert

  Ein Roman, der unter die Haut geht, den man nicht aufhören mag zu lesen, obwohl dies alles grusliger ist als jeder Horrorfilm – denn es ist Realität. Ein Buch, das die Ursachen von Flucht und Migration erklärt, den blutigen Weg bis zur Küste in der Hand von Schlepperbanden, eine grausame Überfahrt im Boot nach Europa - die lockende Zukunft, aber nur für die Menschen, die es überhaupt bis hierher geschafft haben. Dem Roman liegt ein Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer zugrunde. Aber das ist nur ein Teil von diesem Buch, alles, was vorher an Land passiert, ist auch nicht besser. Ein wichtiger Roman, spannend – soweit man das in diesem Zusammenhang überhaupt schreiben mag. Ein Buch, das jeder Europäer lesen sollte! Weiter zur Rezension:  Die blaue Mauer von Louis-Philippe Dalembert

Rezension - Die weite Leere von J. Todd Scott

  Deputy Chris Cherry wird auf eine ziemlich abgelegene Weide gerufen, Murfee, Texas, Grenzland zu Mexiko. Ein Skelett ist gefunden worden. Ein Mexikaner, der über die Grenze flieht, es nicht schafft – entkräftet, verdurstet, verstorben – ein Tagesgeschäft. Doch dieser Tote erweckt die Aufmerksamkeit von Cherry. Die Hände sind mit Kabelbinder gebunden – die Sorte, die die Polizei anstatt Handschellen verwendet. Wird der despotische Sheriff erlauben, die Leiche untersuchen zu lassen? Der Kriminalroman hat mich begeistert, ein Noir-Krimi, ein literarischer Krimi, ein Modern Western: Knurrige Rancher, denen das Gesetz egal ist, die ihre eigenen Gesetze stricken, Korruption, Rassismus und Drogen, eine staubig, geografisch isolierte Grenzstadt am culo del mundo, eine faszinierende Landschaft. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Die weite Leere von  J. Todd Scott