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Rezension - Die blaue Mauer von Louis-Philippe Dalembert

  Ein Roman, der unter die Haut geht, den man nicht aufhören mag zu lesen, obwohl dies alles grusliger ist als jeder Horrorfilm – denn es ist Realität. Ein Buch, das die Ursachen von Flucht und Migration erklärt, den blutigen Weg bis zur Küste in der Hand von Schlepperbanden, eine grausame Überfahrt im Boot nach Europa - die lockende Zukunft, aber nur für die Menschen, die es überhaupt bis hierher geschafft haben. Dem Roman liegt ein Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer zugrunde. Aber das ist nur ein Teil von diesem Buch, alles, was vorher an Land passiert, ist auch nicht besser. Ein wichtiger Roman, spannend – soweit man das in diesem Zusammenhang überhaupt schreiben mag. Ein Buch, das jeder Europäer lesen sollte! Weiter zur Rezension:  Die blaue Mauer von Louis-Philippe Dalembert

Rezension - Die weite Leere von J. Todd Scott

  Deputy Chris Cherry wird auf eine ziemlich abgelegene Weide gerufen, Murfee, Texas, Grenzland zu Mexiko. Ein Skelett ist gefunden worden. Ein Mexikaner, der über die Grenze flieht, es nicht schafft – entkräftet, verdurstet, verstorben – ein Tagesgeschäft. Doch dieser Tote erweckt die Aufmerksamkeit von Cherry. Die Hände sind mit Kabelbinder gebunden – die Sorte, die die Polizei anstatt Handschellen verwendet. Wird der despotische Sheriff erlauben, die Leiche untersuchen zu lassen? Der Kriminalroman hat mich begeistert, ein Noir-Krimi, ein literarischer Krimi, ein Modern Western: Knurrige Rancher, denen das Gesetz egal ist, die ihre eigenen Gesetze stricken, Korruption, Rassismus und Drogen, eine staubig, geografisch isolierte Grenzstadt am culo del mundo, eine faszinierende Landschaft. Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Die weite Leere von  J. Todd Scott 

Rezension - Fang den Hasen von Lana Bastašić

  Sara, wohnt in Dublin, zusammen mit ihrem irischen Freund und einer selbstgezogenen Avocado, die vor sich hin dümpelt. Wie die Beziehung? Gehört sie hierher? In diesem Roman taucht immer wieder der Satz auf: «Wir sind immer in Bosnien.» Dieser Satz trägt die Geschichte – alles das, was unterschwellig vorhanden ist, aber nicht ausgesprochen wird. Eines Tages wird Sara von Lejla angerufen. 12 Jahre ist es her, seit Sara Bosnien verließ: «Du musst mich abholen!» - in Mostar, Lejla will nach Wien, weil Armin dort ist. Die Autofahrt beginnt in Mostar, geht durchs dunkle Bosnien, durch Kroatien, Slowenien, bis nach Österreich. Eine bedrückende Reise, Lejla wird wenig reden. Zwei Lebensläufe, eine Geschichte, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Präzise Sprache zeichnet dieses Roadmovie aus, wie auch seine unterliegende nie ausgesprochene Dunkelheit, die als eigenständiger Strang mitläuft – literarisch klug gestaltet, atmosphärisch, eine Geschichte, die berührt. Weiter zur...

Rezension - Expedition Natur: Das Wasserforscherbuch von Bärbel Oftring, Thomas Müller, Arno Kolb, Axel Nicolai und Angelika Neiser

  Alles über Wasser & Gewässer Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Woher stammt das Wasser aus der Leitung? Alle Fragen um das Thema Wasser beantwortet das Kindersachbuch: Gewässer, Flüsse, Seen und das Meer mit ihren unterschiedlichen Bewohnern und Eigenschaften werden vorgestellt und alle Themen rund um das Wasser, vom Gletscher und Meeresspiegel, über die Wolkenbildung, bis hin zur Kläranlage und Umweltschutz. Dazu gibt es eine Menge Experimente für die die Kinder. Ein prima Kinderbuch ab 8 Jahren mit Ringheftung. Weiter zur Rezension:    Expedition Natur: Das Wasserforscherbuch von Bärbel Oftring, Thomas Müller, Arno Kolb, Axel Nicolai und Angelika Neiser

Rezension - Spiel und Spaß mit der Hundebande von Dorothée de Monfreid

  Die Hundebande von Dorothée de Monfreids begeistert regelmäßig Kinder wie Erwachsene. Nun gibt es zu dieser Bilderbuch-Serie ein Mitmachbuch. Man muss nicht viel erklären: Rätseln, selbst malen, ausmalen, basteln, so wie man das kennt. Bei einigen Aufgaben allerdings benötigt man Fantasie: Was sieht man, wenn man aus dem Fenster schaut, was hängt an der Angel, welches Essen steht auf dem Tisch? Wie soll Zazas neue Frisur aussehen? Wovon träumen Nono und Omar? Mit ihren Ausmal- und Activity-Bildern bringt Dorothée de Monfreid Spaß für unterwegs oder zu Hause – eine prima Beschäftigung ab 5 Jahren. Weiter zur Rezension:    Spiel und Spaß mit der Hundebande  von Dorothée de Monfreid

Rezension - Der Tausch von Julie Clark

  Gesprochen von: Britta Steffenhagen Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 10 Std. und 14 Min. Claire lebt im goldenen Käfig, ihr schwerreicher Ehemann entpuppte sich als brutaler, emotionsloser Typ. Die Frage nach der Scheidung musste sie bitter bezahlen. Ihre Flucht ist lange vorgeplant, bis ins Detail. Doch gleich am Anfang geht alles schief. Nun sucht sie, in New York auf dem Flughafen stehend, nach einem Plan B. Eva hört zu, als Clair in Panik mit ihrer Freundin telefoniert. Ganz zufällig lässt sie es erscheinen, mit Claire ins Gespräch zu kommen, erzählt ihre Geschichte. Da hat Claire die Idee zu tauschen: die Bordkarten, Bekleidung, Handtaschen, Handys und Ausweise, um sich gegenseitig ein neues Leben zu schenken. In diesem Thriller fließt ein Fluss von der Mündung zur Quelle, vom reißenden Strom, zum plätschernden Bächlein. Vom spannenden Anfang zieht es sich vorhersehbar bis zum Ende dahin. Man kann den Roman lesen, nette Unterhaltung – aber mehr auch nicht. Weiter zur Rezensi...

Rezension - Die Hauptsache von Hilary Leichter

  Die namenlose Heldin der Geschichte ist Zeitarbeiterin in New York. Sie arbeitet für eine Agentur, die ihr Jobs als Aushilfe verschafft: Büroarbeit, Hochhausputzerin, Verkehrspolizistin, Schaufensterpuppe, sie arbeitet auf einem Piratenschiff, als menschliche Seepocke für eine Umweltschutzorganisation oder als Assistentin eines Mörders und sogar als Mutter eines einsamen Jungen, der erzogen werden möchte. Der Roman, nominiert für den First Novel Prize 2020, hinterlässt mich zwiespältig, einige Kapitel fand ich ziemlich gut, Passagen hervorragend – aber ich bin mit der surrealistischen Form nicht ganz  warmgeworden, trotz allem Witz und Sarkasmus. Weiter zur Rezension:    Die Hauptsache von Hilary Leichter

Rezension - An das Wilde glauben von Nastassja Martin

  Der Prosa-Roman basiert auf eine wahre Begegnung: Auf einer Forschungsreise wird die 29-jährige Anthropologin Nastassja Martin in den Wäldern Kamtschatkas von einem Bären angefallen und schwer verletzt. Ihr Kopf steckt im Schlund des Bären, er beißt zu, sie hört ihren Kiefer knacken, wehrt sich mit ihrem Eispickel – und dann lässt der Bär sie frei, macht sich von dannen. Wie durch ein Wunder überlebt Nastassja. Die lange Zeit im Krankenhaus lässt sie erinnern und fantasieren – Nature Writing, Wissenschaft, Angstbewältigung, Autobiografie – eine interessante Mischung von allem. Weiter zur Rezension:    An das Wilde glauben von Nastassja Martin 

Rezension - Heim schwimmen von Deborah Levy

  Sie sind aus London angereist, um wie jedes Jahr in diesem Haus bei Nizza ihre Ferien zu verbringen: Jozef und Isabel Jacobs, Schriftsteller und Kriegsberichterstatterin, begleitet von ihrer pubertierenden Tochter Nina und einem befreundeten Ehepaar. Schweißnass angekommen, dann der Schreck: Im Pool treibt ein nackter Frauenkörper! Doch dieses wunderhübsche junge Ding namens Kitty Finch lebt. Angeblich hat sie die Buchungszeiten für das Haus verwechselt. Da kein Hotel mehr aufzutreiben ist, bittet Isabel sie, zu bleiben, denn ein Zimmer der Villa steht noch zur Verfügung. Britischer Humor am türkisfarbenen Swimmingpool in Nizza bei sirrender Hite mit dem Geruch von Pinien und Lavendel zwischen den Blättern. Ein süffiger Sommerroman, der Spaß macht, doppeldeutig und tiefsinnig.  Weiter zur Rezension:    Heim schwimmen von Deborah Levy

Rezension - Was sind Gefühle? von Christine Pym, Suzie Harrison und Katie Daynes

  Ein Bilderbuch, das sich mit den Gefühlen auseinandersetzt: Bild und Text in Kombination. Auf der ersten Seite wird gefragt: Rate mal, wie diese Tiere sich fühlen? Woran kann man erkennen, wie sich jemand fühlt? Es gibt es sechs Situationen, jeweils mit einer Aussage oder Frage behaftet (Klappmechanismus). Gesichtsausdruck und Körperhaltung sprechen für sich. Klappt man das Feld auf, so bekommt man die Antwort – die aber das Kind vorher selbst beantworten kann. 6 thematische Doppelseiten  mit 40 Klappen zum Thema Gefühle. Ein Buch zum Reden. Lernen, Gefühle einzuordnen, sie zuzulassen, über sie zu reden, Kindersachbuch ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:  Was sind Gefühle? von Christine Pym, Suzie Harrison und Katie Daynes