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Rezension - Das Plapperküken von Janie Bynum

  Die Illustrationen haben mich begeistert. Farbenfreudige Zeichnungen im Aquarellstil, digital nachbearbeitet, lustig in der Darstellung, machen das Buch zum Hingucker. Aber damit ist die Begeisterung auch schon am Ende. Das Küken hat wahnsinnig viel zu erzählen und plappert pausenlos: Piep, Piep, Piep. Bereits die erste Seite zeigt, dass dieses Kind allen auf den Wecker fällt: «Mach, dass es aufhört!» Die gesamte Familie ist genervt. Niemand hat Zeit oder nimmt es ernst. Und irgendwann ist der Lesende ungehalten. Das Bilderbuch ist für mich für 2-3 Jahre (Verlag: ab 4 Jahren) Weiter zur Rezension:    Das Plapperküken von Janie Bynum

Rezension - Das Flüstern der Bäume von Michael Christie

  Mit hohen Erwartungen die Familiensaga begonnen und ziemlich schnell mit dem holzigen Stil des Autors in Konflikt geraten. So könnte man unsere erste Begegnung bezeichnen. Der Stil wird nicht besser, inklusive der Metaphern, die etwas für die Witzsammlung sind. Immer wieder tauchen Passagen auf, die mir nicht gefielen, holzig, pathetisch und Szenen, die wie eine Kaugummiblase aufgeblasen wurden. Wenn wir schon bei aufgeblasen sind – das ist die ganze hanebüchene Geschichte. Eine Familiengeschichte über vier Generationen, die in ein Waldstück verwoben sind. Der Nachwuchs im Baum zeigt sich durch den äußersten Ring im Querschnitt. Und so beginnt die Geschichte bei der Jüngsten und rückt Generation für Generation nach hinten. Weiter zur Rezension:    Das Flüstern der Bäume von Michael Christie

Rezension - Reiseführer Lissabon MM-City von Johannes Beck

  In Zeiten, in denen das Reisen ein Traum ist, können wir uns jedoch ganz real neuen Reisezielen zuwenden, z B. einer Städtetour. Die älteste Stadt Westeuropas, Lissabon, wäre ein Ziel. Johannes Beck ist seit seinem Zivildienst mit Lissabon verbunden, früher ortsansässig heute als regelmäßiger Besucher. Die Texte geben dem Reiseführer einen persönlichen Anstrich, wenn der Autor Hintergründe erläutert, etwas zur Stadtentwicklung erklärt, von Erfahrungen berichtet, Tipps zu Cafés, Restaurants, Hotels, Hostels und Bed and Breakfast gibt, zu Nachtleben und zum Shopping, Ziele neben dem touristischen Mainstream empfiehlt – kompetent mit Preisen und Öffnungszeiten. 12 Citytouren gespickt mit viel Information führen durch diesen Cityguide, der parallel über die App mmtravel elektonisch zu nutzen ist. Weiter zur Rezension:   Reiseführer Lissabon MM-City von Johannes Beck

Rezension - Federn lassen von Regina Dürig

Dieses Buch ist ungewöhnlich – es ist eine Novelle – aber die Form ist außergewöhnlich. Ein stark reduzierter Text, aufs Wesentliche verdichtet, zwischen die Zeilen in Leerstellen das Unsagbare versteckt oder ganz unverhohlen offeriert. Eine Menge Übergriffigkeit – auch seitens der Eltern gegenüber Kindern, Übergriffigkeit von Männern bis hin zu maßlosen Grenzüberschreitungen. Schon die Buchform ist ungewöhnlich: ein langes, schlankes Format. Auch ungewöhnlich gut! Weiter zur Rezension:    Federn lassen von Regina Dürig

Rezension - Der rote Apfel von Mi-Ae Seo

  Der Thrill unterliegt diesem Roman ab der ersten Seite. Aber wir haben es hier mit einem sanften Hinschaukeln bis zum bitteren Ende zu tun, perfide, realistisch und durchdringend. «Maxwell's Silver Hammer» macht clang, clang, bis hin zum Paukenschlag. Wer auf Action, Action steht, der wird enttäuscht sein. Ein feines Kammerspiel präsentiert sich hier, psychologisch durchdacht, rollt Stück für Stück die ganze Palette dessen auf, was Kinder ertragen müssen, etwas das ihre Charaktere zum dem werden lässt, was sie sind. Ganz ruhig reißt die Autorin dich in den Abgrund ... Weiter zur Rezension:    Der rote Apfel von Mi-Ae Seo  

Rezension - Louisa und die Schattenmonster

  Louisa hat Angst im Dunklen. Schaurige Schatten kündigen Monster an ... Ein Zauberspruch soll Louisa vor dem Schlafengehen helfen, Ungeheuer zu vertreiben. Doch kaum im Bett entdeckt sie ein Monster im dunklen Kinderzimmer. Doch Louisa nimmt all ihren Mut zusammen und fasst einen Plan, um die Monster loszuwerden … Ein schönes Bilderbuch, bei dem man zittern, raten und lachen kann. Schatten sind spielerisch erklärt, Ursachen aufgezeigt. Und es fordert Kinder auf, selbst Schattenspiele zu entwickeln. Ein Kinderbuch gegen die Angst im Dunkel. Ab 4 Jahren. Weiter zur Rezension:    Louisa und die Schattenmonster von Liliane Steiner

Rezension - Lügentochter von Megan Cooley Peterson

  Pipers Vater ist ein Prophet. Er ist der Auserwählte, der die Familie vor der Außenwelt schützen muss, vor der Regierung retten, vor DENEN. Doch nun ist sie eingesperrt in das Haus dieser Frau, die behauptet, dieses Zimmer, dieses Haus sei nun ihr neues Zuhause! Aber Piper wird wegrennen und ihre Eltern suchen! Der Vater hatte recht: Eines Tages werden Menschen kommen und Lügen verbreiten, DIE werden behauten, der Vater sei ein Schwindler. Doch Piper ist schlau, sie lässt sich von DENEN nicht brechen. Ein feiner Jugendroman zum Thema, Sekten, Sektenausstieg, zum Thema Indoktrinierung. Ab 14 Jahren Weiter zur Rezension:   Lügentochter von Megan Cooley Peterson

Rezension - Wir saßen auf der Wolke und ließen die Beine baumeln von Kurt Tucholsky

  Nachher Kurt Tucholsky schaut hier in kleinen Essays auf die Welt hinunter, auf einer Wolke sitzend mit einem Gesprächspartner. Ein distanzierter klarer Blick aus der Ferne. Man könnte es als Auszeit aus der Welt betrachten, sich zurücknehmen und resümieren. Natürlich sind die Texte mit dem typisch satirischen Blickwinkel des Publizisten unterlegt. In den 1920ern widmete er sich in 20 tiefsinnigen wie amüsanten Erzählungen in der Zeitschrift «Weltbühne», die als Kolumnen erschienen. Weiter zur Rezension:  Wir saßen auf der Wolke und ließen die Beine baumeln von Kurt Tucholsky 

Rezension - Die verschwindende Hälfte von Brit Bennett

  In Louisiana ist der kleine (fiktive) Ort Mallard entstanden. Alle Bewohner sind negroid, aber man achtet auf sich, jede Generation wird hellhäutiger – ein ungeschriebenes Gesetz. In den 1950-ern werden hier die Zwillinge Stella und Desiree geboren, die so weiß sind, dass sie selbst bei den Weißen als Weiß durchgehen. Die beiden Mädchen sehen ihre Zukunft nicht in der Kleinstadt, sie hauen einfach ab nach New Orleans. Doch eines Tages stellt Desiree fest, ihre Schwester ist verschwunden. Stella hat die Tür zu ihrem alten Leben hinter sich zugeschlagen, heiratet einen wohlhabenden weißen Mann, bekommt ein weißes Kind. Desiree sucht nach ihr, aber die Schwester ist unauffindbar. Und eines Tages taucht Desiree wieder in Mallard auf – mit einem pechschwarzen Kind. Ein feiner Roman zum Thema Identitätsfindung und Rassismus. Weiter zur Rezension:    Die verschwindende Hälfte von Brit Bennett

Rezension - Im Untergrund von Patrizia Schlosser

  Der Arsch von Franz Josef Strauß, die RAF, mein Vater und ich Eine Journalistin forscht recht naiv in der Szene, ob drei der damals entwischen Terroristen heute als Geldtransporterräuber agieren, möchte sie interviewen. Sie fährt quer durch die Bundesrepublik, einmal fliegt sie sogar in den Nahen Osten, oft begleitet der Vater sie. Der Vater ist pensionierter Polizist, war damals um den Olympia-Anschlag als Polizist eingesetzt. Zwischen die Recherche von heute sind in kurzen Abschnitten die Ereignisse von damals eingeflochten. Das Ganze führt ins Nichts, in der Szene herrscht konspiratives Stillschweigen. Nichts Neues im Rückblick und nicht eine neue Erkenntnis. Also auch nichts verpasst, wenn man dieses Buch nicht liest. Weiter zur Rezension: Im Untergrund von Patrizia Schlosser