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Rezension - Hotel du Lac von Anita Brookner

  Ende September, Nachsaison am Genfer See in der Schweiz. Edith, Ende dreißig, bezieht ihr Hotelzimmer: Neben der Tristesse des nebligen Ausblicks, ist sämtliches Interieur ihres Zimmers in der Farbe von gekochtem Kalbfleisch gehalten. Man hatte sie gebeten, sich eine Auszeit von London zu nehmen, denn die Schriftstellerin hat etwas angestellt – etwas, das Frau nicht tun darf … in der Mitte des Romans erfahren wir, was sie «falsch» gemacht hat. 1984 erhielt Anita Brookner (1928 – 2016) für «Hotel du Lac» den Booker-Preis. Und der Roman liest sich auch noch heute wunderbar. Hier in der «Besserungsaufenthalt» beobachtet Edith die Hotelgäste, im Wiederholen der Rituale tagein, tagaus.  Weiter zur Rezension:   Hotel du Lac von Anita Brookner

Rezension - Aristophania - Das Reich Azur von Xavier Dorison und Joël Parnotte

  Um 1900, Metallwerke in Marseille: Der dunkle Hof ist Clément auf der Spur, der die Morgenrot-Quelle für die helle Macht ausfindig machen will. Aristophania warnt ihn, sie will ihn mitnehmen, zu spät. In diesem Moment wird Clément getötet. Aristophania muss nun seine Ehefrau Adèle, die Kinder Basile, Victor und Calixte retten. Adèle sagt, sie komme alleine klar, doch bald muss die Mutter ins Gefängnis. Nachdem die Kinder nun heimatlos sind, nimmt sie Aristophania mit ins Reich Azur. Warum dürfen sie das Grundstück nicht verlassen, werden bewacht von dem brummigen Cayenne? Basile hetzt die Geschwister auf und erinnert an Hänsel und Gretel … Weiter zur Rezension:    Aristophania - Das Reich Azur von Xavier Dorison und Joël Parnotte

Rezension - Die Abenteuer des Alexander von Humboldt von Andrea Wulf und Lillian Melcher

  Zum 250. Geburtstag des deutschen Naturforschers präsentierte 2019 die Humboldtexpertin Andrea Wulf eine farbenprächtige, opulent illustrierte Grafic Novel über Humboldts berühmte Südamerikaexpedition (1799 bis 1804), begleitet durch den Botaniker Aimé Bonpland. Angeregt von seinen Tagebüchern, Kupferstichen, Skizzen, Landkarten und präparierten Pflanzen erzählt die New Yorker Illustratorin Lillian Melcher bildnerisch durch die Expedition; wie z.B. über die waghalsige Fahrt durch die Stromschnellen des Orinoco, bei dem die beiden Wissenschaftler fast ertranken, oder die spektakuläre Besteigung des Chimborazo. Sachbuch, Biografie, historisch und Naturwissenschaft in einem spannend gestaltet als Comic; Allage, für Jugendliche und Erwachsene ein Erlebnis. Weiter zur Rezension:    Die Abenteuer des Alexander von Humboldt von Andrea Wulf und Lillian Melcher

Kunst in der Kinder- und Jugendliteratur

Kunstrichtungen, die großen Maler - kennenlernen und verstehen. Die Kinder- und Jugendliteratur bietet eine Menge Bücher, um Bekanntschaft mit Künstlern zu machen und mit deren Ideen. Kreativ sein, selbst ein Kunstwerk schaffen - auch dazu gibt es eine Menge Anleitung. Neugierig? Hier geht es zur Seite:  Kinder- und Jugendliteratur - Kinder und Kunst

Rezension - Kürbis - Harte Schale, gesunder Kern von Søren Staun Petersen

  Was macht man mit Kürbis?, fragen viele Leute. Ein vielseitiges Gemüse von Oktober bis März zu erhalten, aus dem man weit mehr als Suppe und Ofengemüse machen kann! Genau die Frage stellte sich der Foodblogger Søren Staun Petersen und experimentierte ein halbes Jahr lang mit Kürbis und er zeigt uns in diesem Kochbuch die Vielseitigkeit von Kürbis, der als Salat, Suppe, Hauptmenü, Dessert, Kuchen und Coctail lecker schmeckt. Mehr geht ja wohl nicht! Empfehlung für die Rezepte der Gemüseküche! Weiter zur Rezension:    Kürbis - Harte Schale, gesunder Kern von Søren Staun Petersen

Rezension - Die Kunst der Aquarellmalerei von Rabiyat Alieva

  Das große Watercolor-Grundlagenwerk: Beeindruckende Bilder malen – Alles zu Portrait, Landschaft  Die Bilder von Alieva, Rabiyat sind wunderschön und farbgewaltig. Mit diesem Buch soll man angeblich lernen zu aquarellieren. Für diese Aussage bekommt das Buch von mir 0 Punkte! Denn es führt den Anfänger zu Frustration und wahrscheinlich zu Aufgabe des Malkastens. Letztendlich ist es wieder, wie so oft, lediglich eine Präsentation des Egos des Künstlers: Schaut mal, was ich kann! Wer zeichnen kann, wird hier gut bedient sein, sich mit dem Aquarell anzufreunden. Auch von Grundlagen kann nicht die Rede sein. Hier geht es darum, wie Rabiyat Alieva malt. Weiter zur Rezension: Die Kunst der Aquarellmalerei von Rabiyat Alieva

Rezension - Das Sägewerk von Anonym

  Prosa, die unter die Haut geht! Durch die Prüfung gefallen begibt sich der schmale Junge auf Arbeitssuche, wird überall abgewiesen. Am Ende bekommt er einen Job in einem Sägewerk. Es ist dunkel, wenn er morgens aufsteht, genauso dunkel, wenn er am Abend auf dem Fahrrad zurückkehrt. Zwölf-Stunden-Tage – im Winter bitterkalt, im Sommer ist es vor Hitze kaum auszuhalten. Die Arbeit ist beinhart am Anfang, der Junge ist kurz vor dem Zusammenbrechen, doch er beißt sich durch, trotz Verletzungen. Hier wird bis ans Limit geschuftet, ohne Rücksicht auf den Körper. Französische Literatur neu aufgelegt, 1953 geschrieben, 1975 erstmals veröffentlicht. Historisch belegt – eine wahre Geschichte. Weiter zur Rezension:  Das Sägewerk von Anonym

Rezension - Als das Leben unsere Träume fand von Luca Di Fulvio

  Sprecher: Philipp Schepmann Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 21 Std. und 55 Min. 1913, in Europa herrscht in weiten Teilen Armut, und eine Schiffsreise nach Buenos Aires verheißt für drei tatkräftige junge Menschen eine Chance, ihr Leben verbessern zu können. Doch gleich nach der Ankunft läuft nichts so, wie es soll. Eigentlich beginnt das Unglück bereits auf dem jeweiligen Schiff . Die historischen Hintergründe sind gut ausgearbeitet – auch wenn der Roman in Hollywoodmanier funktioniert, geht der Stoff unter die Haut: Es geht um die «Zwi Migdal», eine jüdische Zuhälterorganisation, deren Mitglieder ab Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts osteuropäische Jüdinnen zwischen 13 und 16 Jahren nach Südamerika lockten, ihnen gute Jobs in Haushalten und Fabriken versprachen, bzw. als Heiratsvermittler tätig waren. Die Mädchen landeten unter übelsten Bedingungen in Bordellen als «Weiße Sklaven». Weiter zur Rezension:    Als das Leben unsere Träume fand von Luca Di Fulvi...

Rezension - Agentin Yeshi von Gabriela Kasperski

  Die zehnjährige Yeshi ist dunkelhäutig und adoptiert, lebt in Zürich bei ihrer Mutter. Der neue Lehrer, Herr Bernasconi, möchte mit den Schülern ein Weihnachtsmusical aufführen. Yeshi möchte nun die «Belle» spielen, da die «Die Schöne und das Biest» aufgeführt werden soll. Liv, die Neue, ist schnell das beliebteste Mädchen der Klasse, pocht auch auf die Rolle, erklärt, Yeshi ist schwarz und kann keine Prinzessin spielen. Es gibt keine schwarzen Prinzessinnen. Mit ihrem steinfelsbetonharten Kopf, ihrem Tanzfuß und dem Flatterherz will Yeshi das Gegenteil beweisen. Insgesamt finde ich das Buch mit kleinen Abstrichen sehr lesenswert. Sprachlich gelungen, turbulent, spannend, humorvoll, eine starke Heldin, die garantiert nicht perfekt ist. Ab 8 Jahren. Weiter zur Rezension:    Agentin Yeshi von Gabriela Kasperski

Rezension - Play von Tobias Elsäßer

  Im Nachhinein gefällt mir der Jugendroman an sich - aber nicht durchgehend. Dummerweise hat das Marketing dermaßen versagt, dass manchem Leser vielleicht die Lust vergeht: «Was würdest du tun, wenn es eine App gäbe, die deine Zukunft vorausberechnen kann?» (Klappentext). Ich hatte ein technisches Buch erwartet, Internet, Netzpolitik. Doch die angekündigte App spielt kaum eine Rolle. Was habe ich bekommen? Eine relativ ruhige Story, nach einem turbulenten Anfang, ein Kammerspiel von zwei jungen Menschen mitten in der Natur, die um sich herumtigern, weil jeder dem anderen etwas verbirgt, seine Familiengeschichte bei sich trägt. Keine Liebesgeschichte! Der Leser wartet auf den Kick mit der App – der nie kommen wird. Insofern spricht der Klappentext die falsche Leserschaft an. Weiter zur Rezension:    Play von Tobias Elsäßer