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Gedenktag zur Befreiung des Vernichtungs- und Zwangsarbeitslager Auschwitz

Literatur zum Thema Judenvernichtung / NS-Regime, 2. Weltkrieg, Nachkriegszeit Vor 75 Jahren – am 27. Januar 1945 – befreiten sowjetische Truppen das Vernichtungs- und Zwangsarbeitslager Auschwitz – ein Konzentrationslager. Hier wurden Millionen von Menschen abgeschlachtet – vergast. In der Hauptsache Menschen mit jüdischem Glauben, aber auch sogenannte Zigeuner und Behinderte. Für die NSDP Untermenschen. Ebenso vermeintliche Staatsfeinde: Kommunisten, Mitglieder der SPD, Verräter, erwischte Mitglieder von Untergrundorganisationen, Deserteure. Erst im Jahr 2005 führten die Vereinten Nationen den 27. Januar als Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust ein. In diesem Artikel findet ihr Literaturtipps zum Thema. Weiter zum Blogartikel:    Gedenktag zur Befreiung des Vernichtungs- und Zwangsarbeitslager Auschwitz

Rezension - Archiv der verlorenen Kinder von Valeria Luiselli

Eine Patchworkfamilie aus New York bricht mit dem Auto zu einer Reise nach Arizona auf – ein Roadmovie. Das Ziel ist Apacheria, das Land, in dem einst die Apachen zu Hause waren. Gleichzeitig sind Tausende von Kindern aus Südamerika auf dem Weg in die USA, Flüchtlingskinder auf dem Weg zu ihren Eltern auf der anderen Seite der Grenze. Zwei Erzählstränge fließen zusammen. Die Familie fährt auf die Grenze zu, die Kinder wandern auf die Grenze zu. Die Familienmitglieder wandern voneinander ab. Gestaltung dieses Romans, der sich aus verschiedenen Perspektiven und Fragmenten zusammensetzt. Weiter zur Rezension:    Archiv der verlorenen Kinder von Valeria Luiselli 

Rezension - Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón

Friedhof der vergessenen Bücher 1 Sprecher: Uve Teschner Hörbuch, Spieldauer: 16 Std. und 15 Min.  Dieser Roman ist angelegt wie eine Matrjoschkapuppe, der Roman im Roman Der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der vergessenen Bücher, der Vater ist der Hüter, Daniel soll später das Amt übernehmen. Dort entdeckt er den Roman des unbekannten Autors Julián Carax, den ein Geheimnis umgibt. Nach dem Tod des Autors hatte jemand alle seine Bücher aufgekauft, bzw. gestohlen und verbrannt. Noch immer ist der Unbekannte auf der Jagd nach Büchern von Julián Carax – um sie auf ewig zu vernichten. Daniel versucht, hinter das Geheimnis zu kommen, das ihn bis ins erwachsene Leben begleiten wird, ein nicht ungefährliches Unterfangen. Gekonnt erzählt, Barcelona zur Zeit der Franco-Diktatur, nicht nur ein Roman für Bibliophile. Weiter zur Rezension:    Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón

Rezension - Der Tod in Venedig von Susanne Kuhlendahl

Graphic Novel nach einer Novelle von Thomas Mann Susanne Kuhlendahl hat die Novelle «Der Tod in Venedig» von Thomas Mann wundervoll als Graphic Novel umgesetzt. Wo Thomas Mann Worte sprechen lässt, benutzt sie das Bild. Natürlich ist auch Text enthalten – und der ist originalgetreu. Es ist alles enthalten, was diesen Fünfakter ausmacht: die Symbolkraft und die Sinnhaftigkeit: Schönheit, Begierde, Abgrund. Figurentiefe und Emonationalität entsteht durch die Ausdruckskraft der Gesichtszüge und Körperhaltung – hier haben mich die Details beeindruckt. Auch die Symbolhaftigkeit des Todes ist schauerlich gut gelungen, die Gier und der Verlust der Würde. Auch empfehlenswert als Schullektüre. Weiter zur Rezension: Der Tod in Venedig von Susanne Kuhlendahl

Rezension - Engelskinder von Elly Griffiths

Ein Fall für Dr. Ruth Galloway 6 Sprecher: Gabriele Blum Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 9 Std. und 43 Min. Die forensische Archäologin Dr. Ruth Galloway legt bei Ausgrabungen an einer Burg Gebeine aus viktorianischer Zeit frei. Die linke Hand fehlt, stattdessen ist ein eiserner Haken montiert, der Frau sind die Hände auf dem Rücken gefesselt. Wahrscheinlich ist Ruth auf das Grab der berüchtigten Kindsmörderin von Norfolk gestoßen, Jemima Green, die man auf Grund des Hakens im Volksmund Mother Hook taufte. DCI Nelson und sein Team haben es mit einem toten Kleinkind zu tun: Plötzlicher Kindstod, oder hat hier jemand nachgeholfen? Und dann wird auch noch ein Kind entführt … Ein Krimi, mit gut ausgearbeiteten Figuren, der sich langsam aufrollt, alle Fäden miteinander verknüpft. Zum Thema macht Elly Griffiths das Schuldgefühl von berufstätigen Müttern, Eltern, bzw. das Schuldgefühl, das ihnen manche Leute gern unterschieben wollen: Rabenmutter und -väter zu sein. Ein guter, typische...

Rezension - Niemandsland von Matthias Friedrich Muecke

DDR, Ostberliner Alltag in den 60-Ern und 70-Ern autobiografisch erzählt Matthias Friedrich Muecke, hinterlegt mit eigenen Grafiken. Die Geschichte zweier Heranwachsender, zweier Blutsbrüder, die eine Menge Flausen im Kopf haben. Es war eine Kinderwagenbekanntschaft, die sie früh zusammenbrachte, eine Freundschaft, die bis zum bitteren Ende halten wird. Was beginnt wie Lausbubengeschichten, wächst heran zu Geschichten von vorlauten Jugendlichen, die später hinterfragen, sich nicht ins System pressen lassen wollen. Der Autor hat sein Buch mit gekonnten Federzeichnungen in Comicmachart illustriert, jeweils passend zu seiner Satire, sehr detailreich. Weiter zur Rezension:   Niemandsland von Matthias Friedrich Muecke

Rezension - Wer ist Edward Moon? von Sarah Crossan

Dead man walking für Jugendliche. Joe war sieben Jahre alt, als sein Bruder, damals achtzehn, zum Tode verurteilt wurde. Seit zehn Jahren sitzt Ed in der Todeszelle, das Datum seiner Hinrichtung steht nun fest. Joe will seinem Bruder in den letzten Tagen beistehen, macht sich auf den Weg nach Texas. Ein Drama, das letztendlich das amerikanische Rechtssystem anklagt, bei dem immer nur der gewinnen kann, der Geld besitzt. Was ist Gerechtigkeit, wer entscheidet über Leben und Tod? Wie einfach kann man es sich machen, einen Menschen zu beurteilen, verurteilen, ihn zum Tode zu verurteilen? 10 Jahre Hoffen und Bangen in der Todeszelle. Aber hier geht es um Joe, den Bruder, was dieses Urteil aus ihm macht. Ich empfehle das Buch als Schullektüre ab 14 Jahre, zunächst als Thema aber auch als Textexperiment, denn der Text hat eine besondere Gestaltung, die mir persönlich gut gefällt. Weiter zur Rezension:  Wer ist Edward Moon? von Sarah Crossan

Rezension - Grenzgänger von Mechtild Borrmann

Sprecher: Vera Teltz Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer: 6 Std. und 59 Min. Ein Noir-Gerichtskrimi, der sich mit einem grausigen Kapitel der deutschen Nachkriegszeit beschäftigt. Henriette Bernhard, geborene Schöning ist im April 1970 angeklagt, das Haus ihrer Eltern angesteckt zu haben, wobei sie den Tod ihres Vaters in Kauf nahm. Die Angeklagte schweigt. Aber es gibt Menschen, die ihre Unschuld beweisen wollen, für sie sprechen – und dazu muss man bis in ihre Kindheit zurückgehen, zum Ende des 2. Weltkriegs. Kaffeeschmuggel, Fürsorge, kirchliche Heime, dieser Roman zeigt brutal die gesellschaftliche deutsche Wirklichkeit in der Nachkriegszeit. Für die jüngere Generation ein Verständnis dafür, wie die APO (die sogenannten wilden 68-er) entstehen konnte, auch die Bader-Meinhof-Gruppe. Der Roman ist spannend, wirklichkeitsnah, historisch interessant. Eine Mischung aus Gerichtskrimi und Historischem, ein Noir-Krimi – absolute Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Grenzgänge...

Rezension - Die Nachkommende von Ivna Žic

Der Roman ist eine sprachliche Perle. Wer in die Reise mit Zug und Bus von Paris nach Zagreb, nach Zürich und zurück einsteigt, wird nicht aussteigen, sitzenbleiben, bis das letzte Kapitel beendet ist. Aus dem Fenster geblickt huschen Landschaften vorbei, Gedanken ziehen gehetzt von hier zurück und wieder nach vorn, die Ahnen reisen mit und Fantasiegebilde. Die Sprache von Ivna Žic ist prägnant, verdichtet, Textvignetten, Parataxe. Gehetzt, schnell wie der Zug, dann ruhig, entspannt oder lückenhaft. Wenn man einmal zu lesen angefangen hat, kann man sich diesem Text nicht entziehen. Weiter zur Rezension:    Die Nachkommende von Ivna Žic

Rezension - Der Attentäter von Ulf Schiewe

1914, auf Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns wird ein Attentat verübt, das er und seine Frau überleben. Niemand rechnet mit einem weiteren Anschlag, und das Paar fährt weiter mit dem offenen Auto durch die Menge. Der 19-jährige Schüler Gavrilo Princip, der der Untergrundorganisation «Mlada Bosna» angehört, erschießt den Erzherzog und seine Frau mit zwei Pistolenschüssen. Das Ereignis löst infolge den 1. Weltkrieg aus. Der Roman ist fein historisch recherchiert und fast minutiös an die Ereignisse geknüpft, beschreibt die Tage davor. Ein reifer Ulf Schiewe in Stil und Sprache, bisher mit Abstand sein bester Roman! Weiter zur Rezension:  Der Attentäter von Ulf Schiewe