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Rezension - Zärtlich Klagen von Yoko Ogawa

Ein Roman, der schön zu lesen ist, voller Ruhe und Gelassenheit. Letztendlich hat mich die Sprache überzeugt, aber die japanische Art der Stille war mir persönlich zu unaufgeregt. Wer zarte Klänge sucht, Symbolik und Worte zwischen den Zeilen, musikalisch versinken mag, für den ist das sicher ein ansprechendes Buch. Sprachlich schön, allein dafür lohnt es sich diesen Roman zu lesen. Weiter zur Rezension:    Zärtlich Klagen von Yoko Ogawa

Rezension - Nichts ist verloren von Cloé Mehdi

Unbedingt lesen! Ein Noir-Roman aus den Banlieures von Paris aus der Sicht eines Elfjährigen. Berührend, eine brutale Welt voller Gewalt und Depression. Ein Buch über Schuld und Sühne. Ein Junge, der altklug die Welt der Erwachsenen betrachtet, versucht herauszubekommen, was die Geschichte des toten Saïd, der bei einer Ausweiskontrolle erschossen wurde, mit seiner Familie zu tun hat. Weiter zur Rezension:    Nichts ist verloren von Cloé Mehdi

Rezension - Verborgen von Anna Simons

Ein Krimi ist es nicht, kein Thriller, nennen wir es kriminelles Umfeld, denn zum Noir-Bereich würde ich den Roman auch nicht zählen. Die Geschichte hat mich nicht begeistern können. Das hat mehrere Gründe. Eva Korell ist von Berlin nach München gezogen um ihr Leben neu zu sortieren. Die Ärztin ist geschieden und der Stress in der Klinik hatte ihr ordentlich zugesetzt. Ein anderer Ort und ein geruhsamer Job als Gefängnisärztin mit festgeschriebenen Arbeitszeiten in der Justizvollzugsanstalt Wiesheim soll sie in neue Bahnen lenken. Weiter:    Verborgen von Anna Simons

Rezension - Strafe von Ferdinand von Schirach

Neue Erzählungen von Ferdinand von Schirach, nach »Verbrechen« und »Schuld« hier sein neuer Band nach gewohnter Machart, mit tiefgründigen Geschichten aus dem Rechtssystem. Er schafft es wie kein anderer, berührend das Dilemma der Justiz darzustellen. Weiter:    Strafe von Ferdinand von Schirach

Rezension - Niemand weiß, dass du hier bist von Nicoletta Giampietro

Sprecher: Markus Hoffmann, Rahel Comtesse Hörbuch, ungekürzte Fassung, Spieldauer: 13 Std. und 17 Min. Ein ziemlich guter historischer Roman: Lorenzo zieht 1942 aus Tripolis, der Hauptstadt von Libyen, der italienischen Kolonie, nach Siena zu den Großeltern. Die Mutter will versuchen, den Vater zu finden, der in einem Einsatz als Soldat in Afrika als vermisst gilt. In der neuen Schule freundet sich Lorenzo mit dem Nachbarssohn Franco Tacconi an, der wie er ein eifriger Balilla (Jugendorganisation der Faschisten) ist. Dort üben die Jungen mit dem Holzgewehr zu exerzieren, würden gern in den Krieg ziehen. Die Tante von Lorenzo, Zia Chiara, hält nichts vom Duce und seinen Faschisten. Es herrscht Krieg. Benito Mussolini erlässt ein Ermächtigungsgesetz: andere Parteien werden verboten, die Bürgerrechte und Pressefreiheit aufgehoben, eine Parteimiliz geschaffen, Gesetze gegen Juden erlassen. Dies Gesetz betrifft auch Freunde von Lorenzo, auch seinen besten Freund Daniele … Weiter zu...

Rezension - Hinter Glas von Julya Rabinowich

Dies ist ein grandioses Jugendbuch, Allage, das tief berührt, die Geschichte einer Befreiung, zu lernen Nein zu sagen. Aber bevor Alice sich befreien kann, muss sie in ein tiefes Loch fallen, von einem Gefängnis ins nächste wandern, bis sie den Mut hat auszubrechen. Sie wohnt im goldenen Käfig, in einer Villa mit Pool, und auf dem gleichen Gelände befindet sich die die düstere Protzvilla ihres Großvaters, eine Familienkrake. Alice ist unglücklich – und darum ist sie ständig krank. Sie hat keine Freunde – wozu auch, die würden den Eltern sowieso nicht gut genug sein. In der Schule wird sie gemobbt. Alice hat alles – doch eigentlich hat sie nichts. Eines Tages kommt ein neuer Schüler in die Klasse: Nico. Und nun verändert sich alles … Weiter zur Rezension:    Hinter Glas von Julya Rabinowich

Rezension - Lipatti von Alexander Suckel

Ein Noir-Roman der anderen Art. Kruse kommt durch den Nachlass seines Onkels einem Mord aus den 1970-ern auf die Spur. Irgendjemand will verhindern, dass er weiter recherchiert. Aber Kruse ist nicht aufzuhalten: Zürich, Neapel, mystische Zeitreisen in die Vergangenheit helfen ihm, den Fall zu klären. Sprachlich ein Genuss. Weiter zur Rezension:    Lipatti von Alexander Suckel

Rezension - Versammlung der Toten von Tomás Bárbulo

Ein Pageturner, eingebunden in eine klassische Gaunerkomödie und ein Roadmovie, Noir-Roman - hochspannend würde ich diesen spanischen Thriller beschreiben - nicht hochliterarisch in der Sprache, aber passend zu den Protagonisten. Hier haben wir es mit einer tumben Gruppe von Kleinstadtkriminellen aus Madrid zu tun: El Guapo, El Chiquitín, El Chato, El Yunque, die begleitet von einem Saharaui nach Marokko aufbrechen, um in eine Bank einzusteigen. Im Kleinbus haben sie nicht nur ihr Schweißgerät usw. dabei, sondern auch ihre Chonis, ihre Tussis, täuschen einen mehrtägigen Bildungstrip vor. Ich habe beim Lesen zwischen Gelächter und Schnappatmung gewechselt. Erste Sahne! Weiter zur Rezension:    Versammlung der Toten von Tomás Bárbulo 

Rezension - Der Teufel will mehr von Wallace Stroby

Jeder Band aus der Crissa Stone-Reihe ist ein Pageturner, auch dieser neue Roman. Wallace Stroby braucht nicht viel, um seine Figuren aufzustellen, sie glaubhaft zu machen. Die Dialoge sind ausgefeilt, präzise mit leichtem Humor unterfüttert. Noir Roman in Perfektion. Dieses Mal soll lediglich ein Lkw abgepasst werden, der eine private Kunstsammlung an Bord hat, geringfügig bewacht. Wagen stoppen, umladen und weg. Ein leichtes Spiel … Crime vom Feinsten! Weiter zur Rezension:    Der Teufel will mehr von Wallace Stroby

Rezension - Die Gesichter von Tom Rachman

Ein Roman, der mir gut gefallen hat, weil er von allem etwas hat. Die Beziehung zwischen einem Sohn zu seinem übergroßen Vater, ein Narzisst, ein großer Künstler, der sich einen Teufel um andere Menschen schert, 17 Kinder in die Welt setzt, gebrochene Herzen zurücklässt. Gleichzeitig ist das Buch eine Satire auf die Kunstszene, Galeristen, den Kunstmarkt und Kulturpublizisten, auf sogenannte Fachleute. Obendrein wird es hier kriminell, Kunstfälschung ist auch mit an Bord. Weiter zur Rezension:    Die Gesichter von Tom Rachman