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Rezension - Sonnenfinsternis von Arthur Koestler

75 Jahre lang blieb das Original-Manuskript verschollen, ein weltweiter Bestseller in der Nachkriegszeit, eine Abrechnung mit dem Stalinismus. Koestler war flammender Kommunist, Mitglied der KPD. Die Moskauer Schauprozesse von 1936-38, bei dem Stalin seine eigne Parteiführung hinrichten ließ, änderten allerdings Koesters Weltbild und er trat aus der KPD aus. Sein Roman widmet sich dem Thema des sowjetischen Totalitarismus. Warum wurden plötzlich Führungsoffiziere, treue Anhänger, verhaftet und liquidiert? Welches System steckte dahinter? Der Protagonist in »Sonnenfinsternis« heißt hier Volkskommissar Rubaschow, einer der inhaftiert wird für Dinge, die er nie gemacht hat, lächerliche Beschuldigungen. Im Gefängnis denkt er über sein Leben nach. Ja, er hatte sich schuldig gemacht, unschuldige Menschen getötet, Gräueltaten verübt – allerdings im Namen der Partei, im Namen der Revolution. Und das war falsch. Dafür will er geradestehen, dafür will er büßen. Nicht für den Unsinn, den man i...

Rezension - Die Engelsmühle von Andreas Gruber

Hörbuch, gelesen von: Hans Jürgen Stockerl Spieldauer: 9 Std. und 41 Min. Nette Unterhaltung mit Wiener Charme, ein Wien-Krimi: Versicherungsdetektiv Hogart versucht, einen Brandfall in einer Gebietskrankenkasse zu lösen, und nebenbei muss er seinen Bruder heraushauen, der unter Mordverdacht steht. Weiter zur Rezension:    Die Engelsmühle von Andreas Gruber

Rezension - Sofia trägt immer schwarz von Paolo Cognetti

Es ist ein wundervoller Roman mit einer außergewöhnlichen Technik, den Paolo Cognetti hier vorgelegt hat, der mich begeistert hat. 10 Kurzgeschichten, die eigentlich alleine stehen könnten, verwoben zu einem Roman, in dessen Mittelpunkt Sofia steht, eine Dreiecksverbindung Vater – Tochter – Mutter, ein Blick in die Spätsiebziger von Norditalien. Aber das ist es nicht allein, denn auch die verschiedenen Perspektiven sind durchdacht gewählt, sie passen sich der Sicht des jeweiligen Erzählers an. Distanziert personal und dicht in der Ich- und Du-Perspektive wechselt die Nähe und die Sprache. Wem » Alles ist möglich « von Elisabeth Strout gefallen hat, wird auch von diesem Roman begeistert sein. Weiter zur Rezension:    Sofia trägt immer schwarz von Paolo Cognetti 

Unter dem Feigenbaum von Goran Vojnović - Abbruch

Der slowenische Schriftsteller, Lyriker, Drehbuchautor und Filmemacher Goran Vojnović ist Jahrgang 1980, in der Hauptstadt Ljubljana geboren und somit erlebte er als Kind die jugoslawischen Sezessionskriege. Ich hatte mir viel von diesem Roman versprochen, habe allerdings kurz nach der Hälfte abgebrochen , da ich mich völlig überfordert gefühlt habe. Ich fand keine rote Linie in diesem Buch und war Macht des vielen Personals der Randgeschichten und des zähen Erzählstils irgendwann genervt. Ich versuche nun chronologisch (im Buch springt es hin und her) dem Roman gerecht zu werden. Großvater Aleksandars Familie war aus dem jüdisch-ukrainischen ins Kaiserreich Österreich-Ungarn geflohen. Das Gebiet gehörte nach 1945 zu Titos Jugoslawien. Aleksandar wird innerhalb Jugoslawiens als Forstverwalter abkommandiert, baut ein Haus nahe dem Arbeitsplatz in Nord-Istrien zur slowenisch-kroatischen Grenze in einem Dorf, das bis 1945 italienisch war. 1991 erklärt sich Slowenien zum unabhängig...

Rezension - Unser Weg, so weit von Laura Knowles und Chris Madden

Kleine Geschichten von großen Tieren: Tierreisen. Welche Tiere wandern, fliegen, schwimmen einmal jährlich weite Wege? Es gibt eine Menge Tiere, die aus klimatischen Gründen, zur Nahrungssuche oder zur Fortpflanzung tausende Kilometer jährlich zurücklegen. Instinktiv, fest in den Genen verankert, wissen sie, wann sie aufbrechen müssen und wohin. In diesem Bilderbuch werden einige dieser Arten vorgestellt. Weiter zur Rezension:  Unser Weg, so weit von Laura Knowles und Chris Madden

Rezension - Mahlstrom von Yael Inokai

Zwei Dramen, miteinander verwoben, eine Mitschuldige und gleichzeitig ein Opfer. Barabara verübt Selbstmord. Nun kochen bei den anderen die alten Geschichten wieder hoch. Kinder sind grausam, sie suchen ihre Opfer. Yael Inokai hat hier einen feinen Dorf-Roman aus der Schweizer Bergwelt vorgelegt, mit dem sie den Schweizer Literaturpreis im letzten Jahr gewonnen hat. Zurecht, meiner Meinung nach. Weiter zur Rezension:    Mahlstrom von Yael Inokai

Rezension - Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl

Beziehungsdrama nach Reißbrettmethode: Archetypen, Gut und Böse ist klar definiert, beigemischt Stereotypen, Klischees, Sex. Das Ganze spannend, reißerisch aufgezogen. Nette Unterhaltung, mehr nicht. Weiter zur Rezension:    Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl

Rezension - Bist du der Frühling? von Chiaki Okada und Ko Okada

Schon gleich auf den ersten Blick mag ich dieses japanische Bilderbuch. Feine, liebevolle Zeichnungen bringen atmosphärisch den Winter auf das Papier. Bald kommt der Frühling ... Bald werde ich ein Stück gewachsen sein, mehr von der Welt erfahren, bald werde ich so groß wie meine Geschwister sein. Weiter zur Rezension:    Bist du der Frühling? von Chiaki Okada und Ko Okada

Rezension - Alles ist möglich von Elisabeth Strout

Es braucht kein großes Ereignis, um einen guten Roman zu schreiben. Das Leben bietet Geschichten genug. Letztendlich ist dieser Roman eine Vernetzung von Kurzgeschichten. Eine Kleinstadt im ländlichen Mittleren Westen, Amgash, Illinois, ist der zentrale fiktive Ort. Menschen, Schicksale, Protagonisten, die sich immer mal wieder kreuzen. Alles ist möglich, wenn man es tut – oder unterlässt, zulässt. Der eine ist mutig, der andere ist ein Zauderer, dem nächsten passiert einfach etwas und wieder ein anderer ist boshaft. Elisabeth Strout hat die Gabe, Menschen zu beobachten, die Essenz der Schicksale zusammenzufassen. Weiter:    Alles ist möglich von Elisabeth Strout

Rezension - Bildwörterbuch – Duden

Ich hatte mich auf ein interessantes Wörterbuch gefreut. Begriffe an Bildern erklären. Wie heißt das Dingens da? Duden hat sein Bildwörterbuch vollständig überarbeitet. Ich bin leider ziemlich enttäuscht. Und das hat viele Gründe. Es kommt mir so vor, als hätte sich seit 1952 nichts geändert. Besonders das Frauenbild! Und genau das macht mich wütend. Aber lest selbst: Weiter:  Bildwörterbuch – Duden