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Yasmina und die Kartoffelkrise von Wauter Mannaert - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Yasmina und die Kartoffelkrise 


von Wauter Mannaert


Die 11-jährige Yasmina und ihr Vater leben in bescheidenen Verhältnissen, der Vater arbeitet in einem Burgerladen, aber das Geld fehlt an allen Ecken. Über ihnen wohnt eine Frau mit einem herrlichen Dachgarten, in dem das Mädchen hin und wieder Gemüse stibitzt. Der Leser weiß, sie ist Wissenschaftlerin. Yasmina liebt gesundes, veganes Essen und ist eine sehr kreative Köchin. Auf dem Weg zur Schule pflückt sie täglich Kräuter, und zwei Freunde, die einen Schrebergarten besitzen, versorgen sie mit frischem Gemüse. Doch eines Tages sind die Gartenparzellen gekündigt, sie werden planiert und durch ein Feld mit genmanipulierten Kartoffeln ersetzt. Die Leute sind ganz wild auf diese Produkte – benehmen sich plötzlich wie Hunde, drehen durch. Was ist passiert? Jasmina und ihre Freunde versuchen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Bösewicht Tom de Perre will mit seinem Unternehmen ein kommerzielles Monopol über den Lebensmittelmarkt erreichen und Menschen manipulieren. Können die Freunde ihn stoppen? 




Wauter Mannaerts hat seine Figuren mit viel Witz gestaltet. An machen Stellen wirken die Grafiken wie ein Zeitraffer, um die Geschwindigkeit der Ereignisse anzudeuten. Das ist prima gelöst. Yasmina sprüht vor Energie, ihre Leidenschaft fürs Kochen und die Auswahl für gutes Essen lässt sie glänzen. Man muss sie gernhaben. Liebevoll stellt sie jeden Tag ein wundervolles Menü für den Papa in der Bento-Box zusammen, legt einen charmanten Kurzbrief bei. Er liebt dieses Essen, seine Kollegen rümpfen die Nase, stopfen sich Pommes und Burger hinein. Am Ende des Comics gibt es als Bonbon Yasminas Bento-Rezepte auf Kartoffelbasis zum Nachkochen.




Zum einen ist das Thema eine kapitalistisch gesteuerte Gesellschaft, bei der ein hart arbeitender Mensch (Vater) nicht genug verdient, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, auch kaum Freizeit hat – die er mit Kochen verbringen könnte. Mit dem Gezanke von Cyril und Marco, den Gartenbesitzern und Freunden von Jasmina wird das weiter verdeutlicht. Ebenso das Pro und Contra zwischen wildem Garten und gezieltem Anbau von Gemüse mit Einsatz von chemischen Hilfsmitteln. Jasmina erfindet eine Biowaffe gegen Kaninchen, die später wieder zum Einsatz kommt. Grundsätzlich geht es thematisch auch um genmanipuliertes Essen und Fertigprodukte, die Kernfrage nach Inhaltsstoffen. Kein Zeigefinger – sondern eine witzige und spannende Abenteuergeschichte! Der Reprodukt Verlag schlägt für diese Graphic Novel ein Lesealter ab 8 Jahren vor. Das geht für mich in Ordnung.




Wauter Mannaert, geboren 1978, ist ein belgischer Illustrator und Comicautor. Er studierte an der LUCA School of Arts in Brüssel Animationsfilm. 2016 erschien der Comic “Weegee” (in Co-Autorenschaft mit Max de Radiguès). Wauter Mannaert lebt und arbeitet in Brüssel.



Wauter Mannaert  
Yasmina und die Kartoffelkrise
Aus dem Niederländischen übersetzt von Katrin Herzberg
Handlettering von Olav Korth
Comic, Kindercomic, Graphic Novel, Kinderbuch, Abenteuergeschichte, Ernährung, niederländische Literatur
Gebunden, 152 Seiten
Reprodukt Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren



Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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Weiter zur Rezension:   Caspar Plautz - Rezepte mit Kartoffeln von Kay Uwe Hoppe, Dominik Kli – undTheo Lindinger

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