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In 80 Meerestieren um die Welt von Helen Scales und Marcel George - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing




In 80 Meerestieren um die Welt von Helen Scales und Marcel George

In einer Reise durch die Weltmeere stellt uns Helen Scales 80 ihrer bemerkenswertesten Bewohner vor, farbenprächtig illustriert durch Marcel George. Das erzählende Sachbuch nimmt sich jeweils einen Fisch, eine Muschel, Schnecke, Krebs vor, erklärt den Meeresbewohner und gibt interessante Geschichten dazu: Die Beziehung zu anderen Tieren, zum Menschen, Medizin, Kultur, Kurioses, Aberglaube usw. Ein kompakt gehaltener und unterhaltsamer meereskundlicher Einblick in die Welt der Meerestiere - ob Flossenträger, Weichkörper-Tier oder Küstenbewohner. Ein prima Sachbuch zum Schmökern. 






90 Prozent der Biosphäre unserer Erde besteht aus Meer. Das Buch hat letztendlich keine Ordnung – eine kleine, die nach den Meeren unterteilt ist, beginnt mit dem Atlantik, weiter zum Mittelmeer, Pazifik Indischen Ozean, Karibisches Meer bis zum Polarmeer. Die Meeresbiologin schreibt zu ihrer Auswahl in der Einleitung des Buches: «… die meine Vorstellungen vom Leben im Meer verkörpern. Ich möchte Ihnen die seltsamen, verborgenen und betörenden Dinge zeigen … einige Lebensformen vorstellen, von denen Sie vielleicht noch nie gehört haben». Es gibt Bekanntes und Unbekanntes – auf jeden Fall viel Lesenswertes! Fische, Säuger, Quallen, Korallen, Weichtiere, Sonnenblumen-Seestern, Seepferdchen. Wir lernen eine Yetikrabbe oder ein Seeohr, eine Boxerkrabbe oder das gemeine Perlboot kennen. Oder einen Schiffshalter – können Tiere Schiffe ausbremsen oder ist das bloß ein Ammenmärchen? Was haben Pfeilschwanzkrebs, die Kegelschnecke oder der Zitterrochen mit der Medizin zu tun? Wer schwimmt lange Strecken und wer kann über 100 Jahre alt werden? Der Glaskopffisch schwenkt seine Augen wie ein Fernglas, und was es mit der durchsichtigen Kuppel über seinen Augen auf sich hat, kann man bis heute nur vermuten. Klimanwandel, Umweltzerstörung, Überfischung, Vermüllung bedroht unsere Meere, auch das kommt zu Sprache. Marcel Georg hat das Buch mit ausgesprochen ästhetischen Illustrationen begleitet, farbenfroh, naturgetreu bis witzig geben sie dem Sachbuch den letzten Schliff. Das Buch ist Allage – aber weil es einfach und unterhaltsam geschrieben ist, ist es sicher interessant für Kinder ab 12 Jahren, die sich für das Meer interessieren.




Helen Scales lernte im Alter von 16 Jahren im Rahmen des Duke of Edinburgh’s Award das Tauchen und wollte mehr über das Leben unter Wasser erfahren. Sie studierte am St. John’s College in Cambridge und erwarb einen Master of Science in Tropical Coastal Management an der Universität von Newcastle Upon Tyne. Scales promovierte 2005 am St. John’s College in Cambridge über die Ausbeutung von Korallenriff-Fischen für den Handel mit lebenden Rifffischen. Dabei ging es insbesondere um den Buckelkopf-Lippfisch. Nachdem sie die Fische unter Wasser gefilmt hatte, konnte sie einzelne Fische anhand der Farbmuster auf ihren Köpfen identifizieren und so ihre Bewegungen und ihr Verhalten studieren. Die Meeresbiologin hat diverse Bücher zum Meeresthema publiziert. 

Marcel George wohnt in London. Der Illustrator hat sich auf Aquarellillustrationen spezialisiert und arbeitet u.a. für die Financial Times, Esquire und den Wellcome Trust.



Helen Scales, Marcel George
In 80 Meerestieren um die Welt
Übersetzt aus dem Englischen von Birgit van der Avoort
Sachbuch, Biologie, Meeresbiologie, Natur
Hardcover mit Schutzumschlag, 216 Seiten, 15 x 23.2 cm
Laurence King Verlag, 2023




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