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Himbeereis am Fluss von Maria Parr - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing





Himbeereis am Fluss 


von Maria Parr


In dem Haus wohnen zwei Kinder, Oskar und ich. Wir teilen uns ein Zimmer im Keller. Ich schlafe oben im Hochbett und bin der Chef. Oskar schläft im unteren Bett und glaubt, er wäre der zweite Chef, aber eigentlich bin ich diejenige, die alles bestimmt.

Norwegen, in dem großen roten Haus auf einem Hügel wohnt Ida mit ihrer Familie. Und der fünfjährige Oskar behauptet, ein Monster würde im Kleiderschrank sitzen, erzählt uns die achtjährige Ida. Aber die ernähren sich bloß von Socken, beruhigt sie ihrem Bruder, der nicht glauben will, dass es keine Monster gibt. Wir begleiten die Geschwister ein Jahr lang, von Fluss-Safaris in der Frühlingssonne, ein verregneter Sommer, Einschulung, Hüttenbau und Halloween mit verlorenen Vampiren in der Herbstdunkelheit. Von Muffins und Puderzucker, Magen-Darm-Infekt, von Veränderung und Verlust und von dem, was manchmal kaum zu ertragen ist…




Und die Hilfe war nötig, denn Oskar hatte Folgendes gekauft: 
Drei große Flaschen Limonade
Eine Flasche Shampoo (für seine Dinosaurier)
Ein Paket Tacopulver
Zwei Kilo Kartoffeln
Eine Dose Katzenfutter (wir haben keine Katze, aber Oskar hätte schrecklich gern eine)
Eine Packung Hotdog-Brötchen
Vier Tüten Gummibärchen
Acht Tafeln Vollmilchschokolade
Eine Tüte gemischte Süßigkeiten aus den untersten zwei Reihen
Eine Topfpflanze (für Mama, weil sie doch krank war)
Eine Damenstrumpfhose.

Und als die ganze Familie mit einem Magen- und Darminfekt flachliegt, ist Oskar als erster wieder gesund. Irgendwer muss jetzt mal einkaufen, der Kühlschrank ist leer. Klar, Oskar! Und so zieht er mutterseelenallein fort und kommt nicht zurück. Die Familie macht sich Sorgen. Halt, da ist er ja – und jemand muss ihm tragen helfen, weil er wirklich an alles gedacht hat … Und Papa malt sich aus, was es am Sonntag jetzt zu essen gibt: Kartoffeln mit Katzenfutter in Hotdog-Brötchen. Der geliebte Onkel stirbt und man muss ihm einen Grabstein aussuchen. Alles Szenen aus einem Familienleben. Die Zeit vergeht, Schule ist für Oskar nicht immer schön und an Weihnachten muss er dem Weihnachtsmann erstmal kräftig am Bart ziehen, um zu sehen, ob der echt ist. Autsch! Ein Hund, der ans Ende des Regenbogens pinkelt, ein explodierender Kiosk im Schnee, die Cupcakes fliegen durch die Gegend. Und am Ende des Schneedramas gibt es lecker gelben Slush aus dem Pappbecher. Was das ist, verrate ich nicht – selbst lesen! 




Die elf Geschichten sind humorvoll, authentisch und es wird niemals langweilig. Witzig, spritzig, empathisch wird hier Kinderalltag, Familienalltag beschrieben. Die Schrift ist groß, so dass Kinder, die bereits lesen können, gut mit dem Text klarkommen. Ein Kapitel hat um die 20 Seiten, kleine Illustrationen von Åshild Irgens lockern die Geschichte auf, unterstreichen die Handlung. Ein Kapitel hat die optimale Selbstleselänge, auch zum Vorlesen. Kinder finden sich hier wieder in ihrer realen Welt, mit allem, was das Leben ausmacht. Der Dressler Verlag gibt eine Altersempfehlung von 6–9 Jahren an. Das passt für mich. Empfehlung!





Maria Parr wurde 1981 in Westnorwegen geboren und studierte Nordische Literatur an der Universität Bergen. Ihre Kinderbücher erhielten national und international zahlreiche Auszeichnungen.

Åshild Irgens arbeitete als Lehrerin, bevor sie an der Kunsthochschule Oslo und der School of Visual Arts in New York studierte. Sie hat in Norwegen bereits zahlreiche Kinderbücher illustriert. Åshild Irgens arbeitete als Lehrerin, bevor sie an der Kunsthochschule Oslo und der School of Visual Arts in New York studierte. Sie hat in Norwegen bereits zahlreiche Kinderbücher illustriert.





Maria Parr
Himbeereis am Fluss 
Originaltitel: ‎Oskar og eg
Aus dem Norwegischen übersetzt von Christel Hildebrandt
Illustrationen von Åshild Irgens
Kinderbuch, Kinderroman, Norwegische Literatur, Kinder- und Jugendliteratur
Hardcover, 208 Seiten
Dressler Verlag; 2024
Altersempfehlung: 6–9 Jahre






Bilderbücher, Kinderbücher Vor- und Grundschule 5 - 10 Jahre







Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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