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Der Wind in den Weiden von Michel Plessix - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Der Wind in den Weiden 


von Michel Plessix

Nach dem Roman von Kenneth Grahame


Die preisgekrönte Comicadaption des weltberühmten englischen Kinderbuchklassikers von Kenneth Grahame gibt es in Neuauflage, das vierbändige Meisterwerk als Gesamtausgabe. Im impressionistischen Stil und poetischem Sound ist die Geschichte um die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Maulwurf, Ratte, Dachs und Kröte als Graphic Novel umgesetzt, entführt zu ihren Abenteuern auf dem Fluss. 1908 erschien das Kinderbuch von Kenneth Graham «Der Wind in den Weiden», das auch Erwachsene begeisterte.




Der Frühling ist da und der Maulwurf hat sein kleines Haus geputzt. Die Sonne lockt zu einem Spaziergang am Fluss. Dort trifft er auf die Wasserratte, mit der er schnell Freundschaft schließt. Bald schon sitzt eine gesellige Mannschaft zusammen: der umtriebige Fischotter, der bärbeißigen Dachs und der edle, verrückte Kröterich, der immer Flausen im Kopf hat. Der Dachs hat es dem Maulwurf besonders angetan und so will er ihn besuchen. Er ist nicht der beste Spurenleser und verläuft sich natürlich. Ratte hat sich Sorgen gemacht, geht auf die Suche nach dem Freund. Doch ein plötzlicher Schneefall lässt die beiden verzweifeln. Alles ist weiß … Wie findet man jetzt nach Hause? Durch Zufall landen sie dann doch beim Dach in der warmen Stube, wo es immer voller wird. Der Kröterich mit seinen verrückten Ideen treibt die Freunde fast zum Wahnsinn. Er steht aufs schnelle Gefährt: Ein Rennboot und Kutschen, reichen nicht aus – er wirft sein Augenmerk auf die neuen Automobile. Und wie es kommen muss, wenn man nicht auf seine Freunde hören will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Der Verkehrsrowdy landet vor dem Richter – und jetzt wird es richtig eng für ihn … Fantastische Geschichten, aufregende Erlebnisse einer Fabel gleich. Eine Ode an die Natur. 





Die Adaption von Kenneth Grahames Kinderbuch ist gelungen! Atmosphärisch und spannend, Landschaften im impressionistischen Stil, ein Text voller Fantasie, Wortwitz, gespickt mit Weisheiten. Jedes dieser Tiere hat seinen eigenen Charakter und natürlich streiten die Freunde gern untereinander. Der Comic wurde ausgezeichnet als Comic des Jahres 1999 und mit dem Max und Moritz-Preis als Bester deutschsprachiger Kinder- und Jugendcomic 2000! Die Charaktere sind emotional, liebevoll und detailreich skizziert, herrlich herausgearbeitet. Dachs, ein bedächtiger, raubeiniger Typ, ein gastfreundschaftlicher Genießer, der sagt, was er denkt und Freunden beiseitesteht, der Frosch, ein reicher Dandy, aufgeblasen und rücksichtslos egozentrisch. Der Maulwurf ein wenig zaudernd, aber neugierig, hält alles zusammen mit seinem Freund Ratte, der sich heimatverbunden sehr wohl am Fluss fühlt, sich nicht gern davon entfernt – der beste Freund, den man sich wünschen kann. Eine stimmungsvolle Graphic Novel, für die sich die gesamte Familie begeistern kann! Die Zeichnungen in Aquarell mit Zeichenstift bestechen durch atmosphärische Landschaften und detailreichen Darstellungen mit der die literarische Vorlage umgesetzt wurde. Hier ist alles stimmig bis ins winzigste Detail. Genau das richtige Buch für einen gemütlichen Abend. Der toonfish Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 6 Jahren, aber klar: Allage. Empfehlung für diese Graphic Novel!



Michel Plessix wurde 1959 in der Bretagne geboren. Sein Vater und sein Großvater waren schon als Maler tätig. Er wuchs mit Comicmagazinen wie Tintin oder Spirou auf. Im Alter von 12 Jahren wollte er Comicautor werden. Er begann zuerst in Rennes Medizin zu studieren und arbeitete als Krankenwagenfahrer und Koch. Großen Einfluss auf seine Arbeit hatte der bretonische Zeichner Jean-Claude Fournier. Diesen hatte er ab seinem 16. Lebensjahr öfter in seinem Atelier besucht. Mit ihm und anderen Künstlern war er bei der Comic-Zeitung Frilouz[1] beteiligt. 1988 erschien sein erstes Album «Die Göttin mit den Jade-Augen». Zusammen mit Dieter erschienen von 1989 bis 1996 vier Bände von «Julian B. bei ehapa». Von 1996 bis 2001 folgte der nächste Vierteiler «Der Wind in den Weiden». Diese Adaption von Kenneth Grahame wurde 2000 mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnet. Plessix war auch als Autor für andere Comiczeichner aktiv. Mit Bruno Bazile als Zeichner erschien 1997 Gelda und 1998 Marcel bei Dargaud. Sein 15. und letzter Band, als Zeichner, erschien 2016. Là où vont les fourmis (Wohin die Ameisen gehen) erschien bis jetzt nur auf Französisch. Michel Plessix starb am 21. August 2017 in seiner Heimat an einem Herzinfarkt.


Michel Plessix
Der Wind in den Weiden
Originaltitel: The Wind in the Willows
Nach dem Roman von Kenneth Grahame
Übersetzt aus dem Französischen von Harald Sachse
Kinderbuch, Comic, Graphic Novel, Märchen, Fabel, Kinder- und Jugendliteratue
Hardcover, 128 Seiten
toonfish Verlag
Altersempfehlung: ab 6 Jahren – Allage



Bilderbücher, Kinderbücher Vor- und Grundschule 5 - 10 Jahre






Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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