Direkt zum Hauptbereich

Der Weltraumpostbote: Hungrig durchs Weltall von Guillaume Perreault - Rezension

Rezension


von Sabine Ibing






Der Weltraumpostbote: Hungrig durchs Weltall 


von Guillaume Perreault



Wir hören von unpünktlichen Postboten und Paketboten, die ihre Lieferung irgendwohin schmeißen. Aber habt ihr gewusst, wie gefährlich es ist, ein Postbote zu sein, welch Stress dieser Beruf mit sich bringt? Nein? Dann solltet ihr den Comic über Bob lesen, der bei der Planeten-Post arbeitet. Bob ist Postbote mit Leib und Seele! Mit seinem Raumschiff stellt er den Individuen der Planeten ihre Briefe und Pakete in sämtliche Winkel des Weltalls zu. Na ja, zumindest in die Winkel des Weltalls, die er kennt. Denn Bob mag es gern gemütlich und er schätzt einen wohlgeordneten Tagesablauf. An diesem Tag allerdings ist im Postamt nicht alles so, wie es eigentlich sein sollte…





Das beginnt mit einem ungenießbaren Frühstück in der Kantine, das Bob nicht herunterbekommt – die Kollegin isst es. Auf geht es, hungrig ohne Frühstück – und nun muss er auch noch pieseln. Na gut, beides kann man unterwegs erledigen. Zuerst geht es nach Krumgo. Ein merkwürdiger Planet – Vorsicht Steinschlag! Und heiß ist es obendrein. Am Ende erhält Bob sogar ein Frühstück; nun ja, nicht wirklich …. Weiter geht es nach Kranduff (meine Lieblingsgeschichte). Hier wohnen gruselige Sensenmänner, die Seelen fressen. Bob darf an ihnen nur vorbei, wenn er ein Rätsel löst. Oh je! Es dauert ein wenig, aber klar, er schafft es. Sie fressen seine Seele nicht, uff – die Angst war unbegründet, die Typen futtern nur die Seelen der Äpfel, die sie essen. Nun aber auf zum Postamt. Das nächste Hindernis, ein Fluss: ein Fährmann bringt ihn auf die andere Seite, wenn er ein Rätsel gelöst hat.  Rätsel – wo Bob es doch eilig hat! Aber das war noch lange nicht alles …





Bob ist wieder an Bord mit einer lebendigen Eilsendung an Bord, die er unterwegs abladen muss. Auf nach Nirgh-Endwo. Fast hätte er sein Frühstück erhalten, doch die Meldung über ein schwarzes Loch lässt ihn erschaudern und Gas geben. In Geriatron, einer lustigen Senioreninsel gerät er in eine Geburtstagsparty. Doch zum Feiern hat er keine Zeit, denn der letzte Paketsack muss nach Astrolab gebracht werden, wo Bob auf eine interessante Forscherin trifft. Die Frage ist, wird er zu Hause endlich zu seinem Frühstück kommen?




Auf jedem neuen Planeten wartet auf den armen Postboten eine fürchterliche Überraschung. Das kann sogar gefährlich werden; und immer kostet es Zeit. Bob, stets freundlich, bereit, alles zu tun, damit seine Sendung den Empfänger erreicht. Der Comic ist ziemlich witzig aufgebaut und Erwachsene finden eine Menge gesellschaftliche und literarische Anspielungen. Fantasievolle Figuren aus der Galaxis, intergalaktische Worterfindungen und ein herrliches Weltraumsetting geben sich die Hand. Das ein oder andere Panel könnte man fast als Wimmelbild bezeichnen. Durch die farbigen Hintergründe im Panel – mal dezimiert, mal wimmelvoll – kommt der Band farbkräftig daher, gezeichnet im typischen Comicstil. 




Bis zum Schluss sind die kurzweilige Fantasy-Kurzgeschichten sehr spannend, atmosphärisch und amüsant. Jeder Planet bekommt sein ausgefallenes Setting und urkomische Bewohner. Die Graphic Novel ist textreduziert, die Sprechblasen sind durch große Buchstaben sehr leserlich. Jede Geschichte ist abgeschlossen, so dass sich gute Unterbrechungen beim Lesen anbieten. Wer gerne Science-Fiction Weltraumabenteuer liest, gepaart mit Humor, der liegt hier richtig. Der Rotopol Verlag gibt eine Leseempfehlung ab 7 Jahren. Das passt für mich – den Eltern wird es ebenso Spaß machen. Empfehlung!


Guillaume Perreault ist gelernter Grafiker und illustriert hauptsächlich Bücher für Kinder und Jugendliche. Als Comicautor hat er sich mit den humorvollen Abenteuern von Bob dem Weltraumpostboten einen Namen gemacht und erhielt für seine Comicserie mehrere Auszeichnungen. Seine Arbeit, die stilistisch ganz in der Tradition der Ligne Claire steht, wird oft als nachdenklich beschrieben und steckt voller Charaktere mit starken Persönlichkeiten. Als Illustrator arbeitet er für Kunden im Kultur- und Werbebereich. Der gebürtige Rimouski lebt heute in Quebec, Kanada.



Guillaume Perreault
Der Weltraumpostbote: Hungrig durchs Weltall
Der Weltraumpostbote 3
Originaltitel: ‎ Le facteur de l’espace 3
Aus dem Französischen übersetzt von Ulrich Pröfrock
Comic, Graphic Novel, Kinderbuch, Weltraumabenteuer, Abenteuergeschichte, Science-Fiction, Fantasy, Kurzgeschichten, Französische Literatur, Kinder- und Jugendliteratur
Hardcover, 160 Seiten, Farbe, 16,5 x 19,5 cm
Rotopol Verlag, 2023
Leseempfehlung: ab 7 Jahren






Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
Kinder- und Jugendliteratur


Graphic Novel, Comic, Grafisches  

Für die Fans von Comis / Graphic Novels und sonstigem Gezeichneten, wie Satire. Hier auf dieser Seite zusammengefasst.  Alle Altersgruppen. Graphic Novel, Comic, Grafisches








Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

  Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät Ein Aufklärungsbuch, das locker Fragen beantwortet und kurze Erfahrungsberichte von jungen Menschen einstreut, das alles mit knalligen Illustrationen unterlegt. Du bist, wie du bist, und du bist, wie du bist okay. Das Jugendbuch erklärt, stellt Fragen. Die Lust im Kopf, genießen mit allen Sinnen; was verändert sich am Körper in der Pubertät?, die Vagina, die Monatsblutung, der Penis, Solosex, LGBTQIA, verliebt sein, wo beginnt Sex?, Einvernehmlichkeit, wie geht Sex?, Verhütung, Krankheiten, Sextoys – das Buch spart nichts aus. Informieren, anstatt tabuisieren! Locker und sensibel werden alle Themenfelder sachlich vorgestellt. Prima Antwort auf offene Fragen; ab 11 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

Rezension - Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler

  Mischa und Nits sind beste Freunde. Mischa liebt die Poems von Nits. Und der bewundert Mischa, weil er schlau ist und ein wandelndes Lexikon über Tiere zu sein scheint. Lügen geht gar nicht, so Nits Überzeugung. Darum fragt er sich, warum Mischa dem Lehrer weismachen will, er hätte eine Chlorallergie, als der Schwimmunterricht beginnt – Nits erzählt er, die Badehose sei von Mäusen angefressen worden. Überhaupt scheint Mischa in Schwierigkeiten zu stecken – doch wohl eher sein Vater ... Nits betritt in dieser Familie plötzlich eine völlig andere Welt – die der Armut. Aber das ist ein Unterthema – Mischas Vater ist untergetaucht; Mischa und Nits werden ihn nicht im Stich lassen – aber das könnte gefährlich werden ... Spannung, Humor und ein wenig Tragik machen das Buch zu einem Leseerlebnis. Meine Empfehlung ab 11 Jahren für diesen exzellenten Kinderroman.  Weiter zur Rezension:    Feuerwanzen lügen nicht von Stefanie Höfler 

Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada

Am 08.11.2019 war ich zu einer Mischung aus Lesung und Definition des Begriffs Kriminalliteratur in St. Gallen in der Wyborada zu Gast, im Literaturhaus & Bibliothek in St. Gallen in der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada. Else Laudan sprach zum Thema Kriminalliteratur, erzählte ihren Weg mit ihrem freien Verlag Ariadne, ein Verlag, der ausschließlich literarische Kriminalliteratur von Frauen veröffentlicht. Weiter zum Artikel:    Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada 

Rezension - Motte und die Metallfischer von Sanne Rooseboom und Sophie Pluim

  Der Sommer, in dem Motte ein U-Boot fand, fing ziemlich normal an. Langweilig sogar. Doch auf einmal liegt das Schicksal der ganzen Stadt in ihren Händen. Es sind Ferien, aber Mottes Mutter muss arbeiten, einen Urlaub könnten sie sich nicht leisten. Sie ist als Personalcoach unterwegs: Mode, Schminke, Sport, Gesundheit, Ernährung. Und genau das interessiert Motte so gar nicht. Am Kai zeigt ihr Lukas das Metallfischen – ein perfektes Hobby für Motte, die neben schwarzer Kleidung das Unperfekte an Dingen liebt. Sie kauft sich einen Magneten zum Metallangeln. Vielleicht kann man sich etwas verdienen, wenn man Altmetall zur Altmetallhändlerin bringt; sie sammelt ihre ersten Schätze, die die Mutter eklig findet. Plötzlich hängt etwas ganz Großes an der Angel! Spannender Kinderroman ab 9/10 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Motte und die Metallfischer von Sanne Rooseboom und Sophie Pluim

Rezension - Chronisch gesund statt chronisch krank von Dr. med. Bernhard Dickreiter

Von der Schulmedizin bis heute ignoriert: Die wahren Ursachen der chronischen Zivilisationskrankheiten – und was man dagegen tun kann Noch nie hat es so viele chronisch Kranke gegeben wie heute: Arthrose, Diabetes, Alzheimer, Rückenleiden, Krebs, Burnout usw. Der Internist, Reha-Experte und Ganzheitsmediziner Dr. med. Bernhard Dickreiter ist überzeugt, dass diese Patienten selbst aktiv etwas dagegen unternehmen können. Sein Standpunkt: Wir müssen alles dafür tun, damit es den Zellen in unserem Organismus gut geht. Jede Zelle ist von einer organtypischen Umgebung eingeschlossen, in die sogenannte extrazelluläre Matrix (EZM). Dort zieht die Zelle ihre Nährstoffe, den Sauerstoff, und hier entsorgt sie ihre Abfallstoffe. Ist die Zellumgebung nicht gesund, werden wir krank. Die Schulmedizin bekämpft meist nur Symptome: Schmerzen – Schmerztablette. Die Ursachen werden oft nicht hinterfragt, bzw. operabel versucht zu beheben: neues Knie, neue Hüfte usw. Dickreiter geht ganzheitlich vor. ...

Rezension - Inspektor Mouse und der Gang in die Tiefe von Caroline Ronnefeldt

  Der Miezcedes steht unter der Katzanie. Sekretärin Mimi Stubenrein, Prokurist Kralle, Syndikus Tigerius Seidig, Kasimir Bart, Präsident Puschel, Sergeant Fischgrät … die Karthäuser Bank, ein mit Kratzbaumholz getäfelter Flur, ein von schweren rauchgrauen Samtportieren umrahmtes Bogenfenster, ein Tresor der Firma Schleicher & Söhne … Der Jugendkrimi ab 14 Jahren hat mich in seiner Wortspielerei und Atmosphäre anfänglich beeindruckt. Mit viel Humor, gespickt mit literarischen Anspielungen, ermitteln in Kratzburg Katzen mit krallenscharfem Verstand! So der erste Eindruck. Leider konnte mich der Katzenkrimi trotz allem nicht ganz begeistern, schon gar nicht als Jugendliteratur.  Weiter zur Rezension:    Inspektor Mouse und der Gang in die Tiefe von Caroline Ronnefeldt

Rezension - Die kleine Spitzmaus von Akiko Miyakoshi

Die kleine Spitzmaus lebt ganz allein ein ziemlich strukturiertes Leben, funktioniert wie ein Uhrwerk. Jeden Morgen dieselben Rituale: Frühstück, ab zur Arbeit, wo die fleißige Angestellte ihren Job macht. Vom Morgen bis zum Abend ein strenger Zeitplan. Es gibt nur wenig Abwechselung. Die Maus ist mit diesem Leben zufrieden, lebt im Einklang mit ihrem Rhythmus. Die Geschichte beschreibt die japanische Lebensphilosophie Ikigai , die das Glück im Kleinen sucht und findet. Bilderbuch ab 5 Jahren, Empfehlung. Weiter zur Rezension:    Die kleine Spitzmaus von Akiko Miyakoshi 

Rezension - Ist Oma noch zu retten? von Marie Hüttner

  Ein herrlich spaßiger, spannender Kinderkrimi! Mit Papa und seiner neuen Flamme in die Berge zum Wandern oder zu Oma Lore. Keine Frage! Bei der fetzigen Lore ist es immer lustig. Jetzt sitzt Pia aber seit über einer Stunde auf dem Bahnhof, ohne dass Oma sie abgeholt hat. Sehr seltsam. Omas Haus ist nicht weit entfernt; und so macht sich Pia mit ihrem Rollkoffer auf den Weg. Niemand öffnet die Tür! Durch ein offenes Fenster gelangt sie hinein. Doch Oma bleibt verschwunden. Die Detektivarbeit beginnt … Ein Pageturner, ein Kinderroman, eine waschechte Heldenreise, ein rasanter Abenteuerroman und nervenkitzelnder Kinderkrimi ab 8-10 Jahren. Unbedingt lesen!  Weiter zur Rezension:   Ist Oma noch zu retten? von Marie Hüttner

Rezension - Was uns Angst macht: Bilderbuch von Fran Pintadera und Ana Sender

  Wie man die Angst loswird, indem man sie annimmt - ein zartes Bilderbuch, das zum gemeinsamen Gespräch über Angst als Teil des Lebens einlädt. Der Vater erklärt, dass wir alle manchmal Angst haben. Zum Beispiel vor dem, was wir nicht kennen, oder vor dem Alleinsein, vor der Dunkelheit, in Höhen …Angst umgiebt uns, wir müssen nur lernen, damit umzugehen. Klasse Bilderbuch ab 4 Jahren, das zu Gesprächen anregt.  Weiter zur Rezension:   Was uns Angst macht: Bilderbuch von Fran Pintadera und Ana Sender

Rezension - Urknall: Livs und Iggys unglaubliche Reise durch die Evolution von Reidar Müller, Sigbjørn Lilleeng

  Die Geschichte des Lebens als Comic-Abenteuer Wie begann das Leben auf der Erde ? Welche Tiere lebten vor den Dinosauriern ? Und wie entstand der Mensch ? Diese großformatige Graphic Novel nimmt junge Leser mit auf eine faszinierende Zeitreise durch die Geschichte des Lebens . Liv fährt mit dem kleinen Saurier Iggy ungefähr 4.567 Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit, zum Urknall, zur Ursuppe – und Iggy erklärt Liv die Evolution und sie reisen zurück Step by Step. Komplexen Fragen werden in der Graphic Novel kindgerecht erklärt. So lernen schon kleine Weltentdecker, dass das Leben aus vielen Facetten besteht. Wissens-Comic ab 8 Jahren. Klare Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Urknall: Livs und Iggys unglaubliche Reise durch die Evolution von Reidar Müller, Sigbjørn Lilleeng